Portrait: Lannerfalke

Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Falkenartige (Falconiformes)
Familie: Falkenartige (Falconidae)
Unterfamilie: Eigentliche Falken (Falconinae)
Gattung: Falken (Falco)
Art: Lannerfalke, Lanner (Falco biarmicus)
Lannerfalke (Wildparadis Tripsdrill)

Lannerfalke (Wildparadis Tripsdrill)

Vom Wanderfalken kann der Lannerfalke durch die schlankere Gestalt und den schmaleren Schwanz sowie die niedrigere Flügelschlagfrequenz unterschieden werden. Er hat eine Spannweite von 100 cm (Männchen) bis 110 cm (Weibchen).
Der Lannerfalke bevorzugt offenes Gelände wie Stein- und Halbwüsten, an die sich steilfelsige Berge anschließen. In den hohen Felsmassiven befinden sich die Brutplätze des Falken. Seltener lebt er an Küstenfelsen.

Die Partner eines Lannerpaares jagen vor allem in der Zeit der Jungenaufzucht oft gemeinsam in Kompaniejagd. Dabei scheuchen sie ihre Beute auf und versuchen abwechselnd, sie zu schlagen. Zu ihrem Speiseplan zählen Vögel wie Dohlen, Rötel- oder Turmfalken, Felsentauben oder Steinhühner, die in der Luft gegriffen werden. Lediglich in sehr nahrungsarmen Wüstengebieten werden Kaninchen, Ratten, Eidechsen oder Käfer am Boden erbeutet.

Ab März legt das Weibchen 3-4 Eier. In 32-35 Tagen werden die Eier vom Weibchen ausgebrütet, während das Männchen die Nahrung besorgt. Die Partner eines Paares bleiben das ganze Jahr über zusammen und verlassen auch ihr Revier nicht. Die Jungen streifen hingegen umher, bis sie sich verpaaren und irgendwann ein eigenes Revier gefunden haben.

Lannerfalken brüten an Felsen, auf Bäumen, auf dem Boden und an Bauwerken, vorwiegend jedoch an Felsen bzw. vereinzelt in Steinbrüchen. Dabei ist der Anteil von Felsbruten bei den verschiedenen Unterarten unterschiedlich: Die in Europa brütende Unterart feldeggii brütet fast ausschließlich in Felsen, bei der Unterart biarmicus in Südafrika sind es in der Ostkap Provinz 72 % und in Transvaal nur 57 %. Die Falken brüten auch in Nestern anderer Vogelarten in Bäumen und an Freileitungsmasten, in der Sahara sind sogar Bruten am Erdboden dokumentiert. Auch menschliche Bauwerke werden als Brutplätze genutzt, bereits 1864 wurde erstmals ein Nest an der Mykerinos-Pyramide beschrieben. Auch weitere Bruten an weiteren Pyramiden und an anderen historischen Bauwerken in verschiedenen Ländern sind als Brutplatz bekannt. Sie brüten auch in den Städten Afrikas wie Kairo, Ouagadougou, Addis Abeba, Bulawayo, Chitungwiza, Harare, Pretoria, Johannesburg und Durban. Dabei kommen Bruten auch modernen Gebäuden vor, in Harare kam es zu Bruten in einem Nistkasten im zwölften Stockwerk eines Hochhauses.

Lannerfalke (Wildpark Tambach

Lannerfalke (Wildpark Tambach

Die vom Lannerfalken genutzten Nester werden meist von verschiedenen Krähenvögeln oder Greifvögeln gebaut, es sind aber auch Bruten in Nestern anderer Vogelarten nachgewiesen worden. In Europa brüten die Lanneralken der Unterart feldeggii häufig in Nestern der Kolkraben, seltener in Horsten von Schmutzgeier, Adlerbussard, Habichtsadler und Steinadler. In Nordwestafrika nisten die Lanneralken der Unterart erlangeri häufig in Nestern des Kolkraben und des Wüstenraben. Die Unterart tanypterus brütet in Vorderasien und Nordostafrika selten in Horsten des Schwarzmilan und die Unterart abyssinicus südlich der Sahara selten in Nesten vom Schildraben. Die Unterart biarmicus im südlichen Afrika bis Kenia brütet häufig in Nestern von Geierraben und Kaffernadlern, sowie deutlich seltener in Nestern von Schildrabe, Einfarb-Schlangenadler, Schwarzstorch und Gaukler.

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