Portrait: Kleiner Veilchenohrkolibri

Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Familie: Kolibris (Trochilidae)
Gattung: Veilchenohrkolibris (Colibri)
Art: Kleiner Veilchenohrkolibri (Colibri thalassinus)

Kleiner Veilchenohrkolibri (John Gould)

Der Kleine Veilchenohrkolibri erreicht eine Körperlänge von etwa 11,0 bis 11,5 cm bei einem Gewicht der Männchen von ca. 5,7 g und der Weibchen von 4,8 g. Der gerade schwarze Schnabel ist etwa 1,25 bis 1,33-mal so groß wie der Kopf. Das Gefieder ist fast durchgängig tief grün, doch schimmert es auf der Unterseite bläulich grün. Ohrdecken und hinterer Augenbereich glitzern violett. An der Brust hat er einen bläulich violetten Fleck. Die Unterschwanzdecken sind blass zimtfarben gesäumt. Der Schwanz ist bronzen blaugrün mit einer breiten schwärzlichen subterminalen Binde. Es gibt keinen Geschlechtsdimorphismus. Jungvögel wirken im Erscheinungsbild farblich stumpfer und die Unterseite ist dunkel grün. Oft weisen sie nur einen reduzierten bläulich violetten Fleck ausgewachsener Vögel auf bzw. dieser fehlt vollständig.

Sein Futter sucht er von den unteren Straten bis in den Baumkronen. Oft sitzt er unermüdlich auf frei liegenden Zweigen und singt. Im Tal von Mexiko besucht er im August und September die zum Salbei gehörenden Arten Salvia mexicana und Salvia cardinalis. Bei S. mexicana konkurriert er mit dem Purpurstirn-Saphirkolibri (Basilinna leucotis) und bei S. cardinalis mit der Blaukehlnymphe (Lampornis clemenciae) um deren Nektar. Auch Salvia elegans und Clinopodium macrostemum an geschützten Plätzen, die dort nicht einfrieren können, gehören zu den Pflanzen, die er anfliegt. Am Ende der Regenzeit, wenn der Kleine Veilchenohrkolibri in niedrigere Höhenlagen zieht, scheint er den Nektar der Feuerbohne (Phaseolus coccineus) zu bevorzugen. Nur gelegentlich sucht er Cuphea jorullelzsis zum Nektarsammeln auf. Dazu gehören Insekten, die er im Flug fängt zu seiner Nahrung. Dabei beobachten er z. B. die Mücken, die er jagen will, von seinem Sitzplatz aus bevor er die Jagd beginnt. Oft schlagen diese Jagdversuche fehl. Als Insekten bevorzugt er mittelgroße Gliederfüßer. Das Sammeln von Insekten von Pflanzen gehört nicht zu seiner Jagdtaktik. Es ist nicht selten, dass man mehrere Männchen in eine nahe beieinander liegenden Gebiet antrifft, doch bilden diese kein wirkliches Lek. Vielmehr scheint dieses Verhalten den Umweltbedingungen geschuldet zu sein.

Nachdem das Weibchen ihr Nest fast gebaut hat, ist sie bereit zur Paarung. Es ist die Zeit in der sie sich nach Männchen umschaut. Sehr bald folgt ihr ein oder mehrere Männchen. Sind es mehrere beginnt ein wildes Rennen um die Gunst des Weibchens. Sobald ein Männchen an der Seite des Weibchens ist, geben die potentiellen Konkurrenten auf und kehren an ihren Platz zurück. Nun fliegen das Paar gemeinsam Seite an Seite in die Nähe des Brutterritoriums. Gelegentlich unterbrechen sie die Strecke und trennen sich. Nach einiger Zeit kehrt das Männchen zurück und beide fliegen weiter.Das Weibchen folgt dann dem Männchen. Die sexuelle Aufregung des Weibchens zeigt sich in wildem Herumflatter. Die weitere Balz erfolgt durch wildes Herumfliegen. Nach der Befruchtung beachtet das Männchen das Weibchen nicht mehr. Die Bebrütung der Eier und die Aufzucht der Küken obliegt ausschließlich dem Weibchen. Das Nest baut das Weibchen in Eichen- oder Zypressenwäldern und zunehmend wegen Veränderungen der Umweltbedingungen in dichten überwachsenen Erosionsrinnen, die 20 bis 30 Meter breit sein können und von Maisfeldern umgeben sind. Ursprünglich scheinen aber Nestern in 40 bis 180 cm über dem Boden auf freilegenden Zweigen z. B. von Quercus crassipes und Quercus nitens ihre bevorzugte Brutstätte zu sein. In den Erosionsrinnen sind es Büsche wie Salvia polystachya die zum Nestbau genutzt werden. In ihrem Brutrevier toleriert das Weibchen kein anderes Weibchen. Vom Nest, das hauptsächlich aus Moos besteht, hängen lange ca. 20 cm Grasfäden herunter. Spinnweben halten das Nest zusammen. Pflanzenabfälle verzieren das innere des Nests. Ein Gelege besteht aus zwei Eiern. Die Brutzeit beträgt 16 bis 17 Tage. In den ersten Tagen verlässt das Weibchen das Nest nur sehr kurz. Nachdem die Nestlinge nach 19 bis 28 Tagen flügge sind, werden sie noch einige Tage von der Mutter gefüttert, bevor sie sich selbst auf die Futtersuche machen. Wann die Nestlinge flügge werden, hängt stark von der Verfügbarkeit von Nahrung ab.

Der Gesang des Kleinen Veilchenohrkolibris klingt bei der Futtersuche oft wie ein trockenes Rassel. Seine Lieder bestehen aus rhythmischen abgehacktem metallisch klingendem Tschirpen, welches wie tiissik-tiissik… klingt und von unregelmäßig von tik und tssi Tönen unterbrochen wird. Manchmal klingt dies auch anhaltend wie tsch-it, tsch-i-it, tsch-it. tsch-i-it…. Im ersten Lebensjahr geben Männchen oft eine anhaltende Serie rauer, keuchende Surrens und Rattern von sich, in das sie scharfes Gezwitscher einstreuen.

Der Kleine Veilchenohrkolibri bevorzugt feuchte bis halbfeuchte Kiefern- und Eichenwälder, immergrüne Wälder und deren Ränder sowie Lichtungen mit Blumen. In Mexiko kommt er im inneren von Jalisco und den angrenzenden Gebirgen in Höhenlagen zwischen 1000 und 3000 Meter vor. In Oaxaca im Nationalpark Benito Juárez trifft man ihn am Cerro San Felipe. Das Verbreitungsgebiet zieht sich südlich bis Honduras und El Salvador. In El Salvador kommt er im Nebelwald Los Esesmiles bis 2438 Meter vor, weniger in den trockeneren Gebieten unter 1950 Meter. In der Sierra de los Cuchumatanes in Guatemala kommt er nur saisonal in Höhenlagen zwischen 2070 und 2620 Meter vor. Im Jahr 1985 wurde er erstmals am Vulkan Casita im Departamento Chinandega in 1250 Meter entdeckt. In den USA ist am häufigsten am Edwards Plateau beobachtet worden. Hier sind künstliche Feeder ihre häufigste Nahrungsquelle.

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