Neues aus Wissenschaft und Naturschutz

08.03.2021, Deutsche Wildtier Stiftung
Falter fliegen auf NNE-Flächen
Ergebnisse des Tagfalter-Monitorings der Deutschen Wildtier Stiftung
Zitronenfalter sind fröhlich anmutende Frühlingsboten. Sie sind jetzt an Waldrändern, in Parks und Gärten unterwegs. Nach der Metamorphose der Raupe zum Schmetterling überlebt der Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni) ein ganzes Jahr – so alt wird kein anderer heimischer Falter. Sein Name ist Programm: Das zitronengelbe Insekt erfreut sich großer Bekanntheit. Vielleich ist er deshalb so bekannt, weil man ihn das ganze Jahr über beobachten kann. Doch kennen Sie auch den Wegerich-Scheckenfalter (Melithea cinxia) oder den Großen Feuerfalter (Lycaena dispar)? Diese Falterarten sind – obwohl früher häufig – heute extrem selten geworden und gelten wie über 50 Prozent der Tagfalter in Deutschland als gefährdet.
„Auf unserer Stiftungsfläche in Schwichtenberg haben wir diese seltenen Arten bei einem Tagfalter-Monitoring entdeckt“, sagt Petra Riemann, Referentin für Natur- und Artenschutz der Deutschen Wildtier Stiftung. Die wissenschaftlichen Ergebnisse des Monitorings 2020 liegen jetzt vor.
Auf den einst intensiv bewirtschafteten Agrarflächen in Schwichtenberg (Mecklenburg-Vorpommern) wurden im Laufe von etwa zehn Jahren durch die Deutsche Wildtier Stiftung ökologische Bedingungen geschaffen, die das Überleben auch seltener Falterarten wieder möglich machen. Schwichtenberg ist eine NNE-Fläche. NNE bedeutet Nationales Naturerbe. Durch dynamische Prozesse und dauerhafte Pflege finden die Tier- und Pflanzenarten in den NNE-Flächen Rückzugsgebiete in der intensiv genutzten Landschaft.
Für die 465 ha in Schwichtenberg bedeutet das beispielsweise, dass auf den Flächen offene Gräben mit Uferzonen entstanden sind, weil Entwässerungsrohre entnommen wurden. Das weiß der Feuerfalter zu schätzen, der die Uferzone mit den dort vorhandenen Ampferarten nutzt. Auch der wärmeliebende Wegerich-Scheckenfalter findet auf der NNE-Fläche, was er benötigt: Trockenwiesen mit Spitzwegerich und Wiesen-Flockenblumen für die Eiablage.
Das Tagfalter Monitoring war eine aufwendige wissenschaftliche Arbeit. Dafür wurden in Schwichtenberg sechs Transsekte festgelegt. Das sind gedachte Linien, auf denen von April bis September alle Schmetterlinge nach einem bestimmten Untersuchungsverfahren gezählt werden. „Wir haben insgesamt 28 Tag- und neun Nachtfalter entdeckt“, sagt Petra Riemann. Die Naturschützerin betont, dass ökologisch bewirtschaftete Feucht- und Magerwiesen nicht nur Schmetterlingen zugutekommen. Hier leben auch Brutvögel wie Braunkehlchen, Baumpieper und Trauerschnäpper, die ebenfalls als gefährdet eingestuft sind. „Das Ergebnis unseres Monitorings zeigt, dass wir mit unserer Arbeit auf den NNE-Flächen auf dem richtigen Weg sind“, betont Riemann erfreut.

08.03.2021,Max-Planck-Institut für Ornithologie
Weibliche Schneeregenpfeifer sind keine Rabenmütter
Bei Schneeregenpfeifern haben die Weibchen die traditionellen Familienklischees überwunden. Sie verlassen oft die Familie, um mit einem neuen Partner ein Gelege zu beginnen. Die Männchen kümmern sich weiterhin um ihre Jungen, bis diese unabhängig sind. Eine Studie des Max-Planck-Instituts für Ornithologie und Kolleg*innen hat nun den Entscheidungsprozess untersucht, der die Dauer der elterlichen Fürsorge durch die Weibchen bestimmt. Sie fanden heraus, dass das Verlassen des Nachwuchses häufig entweder unter schlechten Umweltbedingungen erfolgt, wenn die Küken trotz der Betreuung durch beide Elternteile sterben, oder wenn die Küken auch ohne das Weibchen eine gute Überlebenschance haben.
Es mutet gefühlskalt an und sinnlos, wenn Vogeleltern ihre kleinen Küken verlassen, um sich einen neuen Partner zu suchen. Theoretische und experimentelle Studien zeigen jedoch, dass dies für die Eltern oft von Vorteil ist, selbst wenn sie bereits Energie und Zeit in die Brut investiert haben. Verpaaren sie sich nach dem Verlassen einer erfolglosen Brut erneut, können sie ihren Fortpflanzungserfolg insgesamt erhöhen.
Ein Team von Wissenschaftler*innen unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Seewiesen hat nun genauer untersucht, welche Faktoren einen Elternteil dazu bringen, seine Jungen aufzugeben. Sie untersuchten Schneeregenpfeifer (Charadrius nivosus), die oft in der Gezeitenzone oder an brackigen Binnenseen brüten. Diese Umwelt übt großen Druck auf die Eltern aus, denn die temporäre Wasserkörper trocknen oft aus, und viele Küken verdursten oder verhungern. „Männchen haben in allen Lebensstadien Überlebensvorteile“, sagt Clemens Küpper, Forschungsgruppenleiter in Seewiesen. „Obwohl aus den Eiern gleich viele Weibchen und Männchen schlüpfen, gibt es in der erwachsenen Population deshalb einen Überschuss an Männchen.“ Weibchen sind also seltener, aber damit im Vorteil bei der Partnersuche. Bei Schneeregenpfeifern sind daher die Elternrollen vertauscht: Männchen kümmern sich um die Jungen, bis sie flügge sind, während die Weibchen oft die Familie verlassen und sich für eine neue Brut mit einem anderen Partner zusammenschließen.
Das Forscher*innenteam analysierte das elterliche Verhalten und das Überleben von mehr als 260 Bruten über einen Zeitraum von sieben Jahren. Davon wurden mehr als 70 Prozent von den Weibchen verlassen. Zwar reicht ein Elternteil für die Betreuung oft aus, da die Küken frühreif sind und die Nahrung selbst finden. Die Studie zeigt jedoch, dass die Küken einer verlassenen Brut tatsächlich seltener überleben als in anderen Bruten, bei denen die Weibchen länger bleiben.
Treffen Schneeregenpfeifer-Mütter hier also die falschen Entscheidungen? Die Wissenschaftler*innen fanden heraus, dass Bruten eher zu Beginn der Brutsaison aufgegeben werden. Das ergibt Sinn, da es dann mehr Möglichkeiten für das Weibchen gibt, sich wieder zu verpaaren. Auch die aktuelle Anzahl der Küken ist wichtig: An Tagen, an denen ein Küken stirbt, verlassen die Weibchen besonders häufig die Brut. „Das deutet darauf hin, dass Weibchen, die sich zunächst für die Brutfürsorge entschieden haben, ihre Brut verlassen, wenn ihre Küken sterben“, sagt Krisztina Kupán, Erstautorin der Studie. Diese Weibchen versuchen, den Fortpflanzungserfolg zu retten, indem sie mit einem neuen Männchen von vorne beginnen.
Die Forscher*innen kamen zu dem Schluss, dass es vor allem zwei Gründe für die Weibchen gibt, ihre Brut zu verlassen und sich neu zu verpaaren: Die Küken haben auch mit einem Elternteil gute Überlebenschancen, das Weibchen kann also gehen und sich weiter vermehren. Oder aber die Küken sterben, obwohl beide Eltern die Brut pflegen. Das bedeutet, dass die Bedingungen für die Kükenaufzucht so schlecht sind, dass zusätzliche elterliche Fürsorge wenig für das Überleben der Küken bringt. Stattdessen versucht das Weibchen, seinen Fortpflanzungserfolg zu erhöhen, indem noch einmal zu brüten beginnt. Oft wechselt sie dazu sogar das Brutgebiet. „Die Weibchen sind flexibel und treffen vernünftige Entscheidungen“, sagt Krisztina Kupán. „Sie reagieren sensibel auf die Umweltbedingungen und bleiben nur dann bei den Küken, wenn sie substanziell zu deren Überleben beitragen können.“
Originalpublikation:
Krisztina Kupán, Tamás Székely, Medardo Cruz-López, Keeley Seymour, Clemens Küpper (2020) Offspring desertion with care? Chick mortality and plastic female desertion in Snowy Plovers.
DOI: 10.1093/beheco/araa141

08.03.2021, Universität Hamburg
Forschungsteam unter Leitung des Centrums für Naturkunde entdeckt neue Schlangenart
20 Zentimeter groß, auf der Insel Mayotte im Indischen Ozean beheimatet, die Verwandten 300 Kilometer entfernt: Ein internationales Team unter Leitung des Centrums für Naturkunde der Universität Hamburg hat nun erstmals die neue Schlangenart „Madatyphlops eudelini“ beschrieben. Die Erkenntnisse wurden in der Fachzeitschrift „The Anatomical Record“ veröffentlicht.
Auf den ersten Blick ist Madatyphlops eudelini kaum von einem Regenwurm zu unterscheiden – zumal sie wie ein Wurm unter der Erde lebt. Erst die genauere Betrachtung zeigt, dass das maximal 20 Zentimeter lange Tier, wie andere Reptilien auch, ein festes Schuppenkleid trägt, das auch die verkümmerten Augen bedeckt. Und wie andere Schlangen besitzt sie eine gespaltene Zunge.
Nun hat ein Forschungsteam unter Leitung des Centrums für Naturkunde (CeNak) der Universität Hamburg herausgefunden, dass es sich bei der auf der Insel Mayotte lebenden Schlange um eine bisher unbeschriebene Art handelt. Mayotte liegt zwischen Mosambik und Madagaskar im Indischen Ozean und ist als französisches Übersee-Department Teil der Europäischen Union. Der französische Biologielehrer Rémy Eudeline hatte das erste Exemplar auf einer Expedition entdeckt. Nach ihm ist die neue Art nun benannt worden.
„Ich selbst habe die Fundstelle davor schon mindestens zehnmal untersucht, aber die Wurmschlange noch nie zuvor gesehen“, erklärt Dr. Oliver Hawlitschek. Er ist Manager des Molekularlabors am Centrum für Naturkunde (CeNak) und Leiter der Studie. Die Forschenden haben das Tier in einem Mikro-Computertomographen untersucht und wie sich herausstellte, ist die neue Art für eine Schlange extrem klein, besitzt aber ein außergewöhnlich robustes Skelett – mit einem echten Dickschädel: „Die verstärkten Knochen vor allem am Kopf sind eine Anpassung an die grabende Lebensweise“, sagt Dr. Mark Scherz von der Universität Potsdam.
Mithilfe genetischer Analysen untersuchte das Team zudem die Abstammung der neuen Art und entdeckte, dass die Vorfahren der Art auf Madagaskar leben. Kathleen Webster von der Zoologischen Staatssammlung München erklärt: „Tatsächlich kommt es immer wieder vor, dass auch an Land lebende Kleintiere durch Drift auf Treibholz abgelegene Inseln besiedeln.“ Die Vermutung ist, dass das auch bei den prähistorischen Vorfahren von Madatyphlops eudelini der Fall war – über 300 Kilometer offenen Ozean.
Obwohl die Insel laut Ivan Ineich vom Muséum national d’Histoire naturelle in Paris im Vergleich zu vielen tropischen Regionen eigentlich sehr gut untersucht sei, scheint die kleine Wurmschlange aufgrund ihr unscheinbaren Äußeren und ihrer unterirdischen Lebensweise bisher von Forschenden übersehen worden zu sein. „Ich würde auch die Entdeckung weiterer unbekannter Arten keinesfalls ausschließen“, sagt Frank Glaw von der Zoologischen Staatssammlung München, der seit mehr als 30 Jahren auf Madagaskar arbeitet und auch dort zahlreiche neue Arten entdeckt hat. Auf Mayotte herrscht – wie auf Madagaskar – ein tropisches Klima und die Fauna ist sehr artenreich. Allerdings sind bisher erst zwei Individuen von Madatyphlops eudelini bekannt, was darauf hindeutet, dass es sich um eine gefährdete Art handeln könnte.
Originalpublikation:
Hawlitschek, O, Scherz, MD, Webster, KC, Ineich, I, Glaw, F. Morphological, osteological, and genetic data support a new species of Madatyphlops (Serpentes: Typhlopidae) endemic to Mayotte Island, Comoros Archipelago. Anat Rec. 2021; 1– 15. https://doi.org/10.1002/ar.24589

08.03.2021, Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen
Gesellschaft für die Greta-Spinne: 25 neue Arten aus der Spinnen-Gattung Thunberga beschrieben
Senckenberg-Wissenschaftler Peter Jäger hat 25 neue Spinnenarten aus der Gattung Thunberga, benannt nach der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg, beschrieben. Drei der neu entdeckten Arten hat der Frankfurter Arachnologe Personen gewidmet, die ihn mit ihrem Engagement beeindrucken: Jyoti Kumari, Boyan Slat und Malala Yousafzai. Die heute im Fachjournal „Arachnology“ publizierte Studie lässt Rückschlüsse auf die Verbreitung und das Liebesleben der Achtbeiner-Gattung zu.
Etwa ein halbes Jahr liegt die Erstbeschreibung der auf Madagaskar heimischen Spinnengattung Thunberga zurück. „Damals war fast noch nichts über diese Spinnen bekannt“, erzählt Dr. Peter Jäger vom Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt und fährt fort: „Seitdem habe ich 25 Arten dieser Gattung neu beschrieben. Es zeigt, dass die Thunberga-Riesenkrabbenspinnen wesentlich vielfältiger sind, als wir bislang angenommen haben.“
In der neuen Studie veröffentlicht der Frankfurter Arachnologe Fotos lebender Spinnen der Thunberga-Gattung, die Hinweise auf deren Lebensweise geben. Offenbar jagen die Spinnen nachts im Blattwerk und lauern auch in Blüten auf Beute. „Zum ersten Mal konnten wir die Gattung zudem außerhalb Madagaskars nachweisen: Eine der Neubeschreibungen stammt von Mayotte, einer Inselgruppe zwischen der Nordspitze Madagaskars und dem Norden Mosambiks“, fügt Jäger hinzu. Die einzelnen Arten sind meist endemisch und nur in kleinen, begrenzten Gebieten zu finden.
Durch die Fotos und Vergleiche der Morphologie erhofft sich Jäger – zumindest indirekt – Hinweise zur Verhaltensweise und Ökologie der Achtbeiner zu erhalten. „Besonders spannend sind in diesem Zusammenhang Narben, die wir auf weiblichen Tieren von 16 Arten gefunden haben. Bei Jungtieren und Männchen fehlen diese Spuren“, erläutert er. „Liebesbisse“ nennt Jäger diese Wundmale – er geht davon aus, dass das Männchen das Weibchen vor oder während des Paarungsakts mit seinen Giftklauen festhält und es dabei zu den Verletzungen kommt.
Die Spinnengattung benannte Jäger im vergangenen Jahr nach der Klimaaktivistin Greta Thunberg, um auf die Bedrohung der madagassischen und globalen Artenvielfalt durch den Klimawandel aufmerksam zu machen. „Da war es nur konsequent, dass auch einige der neuen Arten nach Personen benannt werden, die mich nachhaltig beeindrucken“, erklärt Jäger. Mit Thunberga jyoti möchte er die Willensstärke und den Mut der damals 15jährigen Inderin Jyoti Kumari ehren, die ihren verletzten Vater mit dem Fahrrad 1200 Kilometer in sein Heimatdorf fuhr, wo er eine Heilbehandlung erfahren konnte. In der Artbeschreibung der Spinne heißt es: „Der Name steht für alle liebenden und fürsorglichen Personen auf unserem Planeten“.
Eine weitere Art – Thunberga boyanslat – trägt nun den Namen des niederländischen Erfinders, Unternehmers und Umweltaktivisten Boyan Slat. Slat hat ein passives System zum Auffangen des in den Meeresströmungen treibenden Plastikmülls entwickelt. Und auch Malala Yousafzai, pakistanische Kinderrechtsaktivistin, jüngste Friedensnobelpreisträgerin sowie Friedensbotschafterin der UN, ist nun Namenspatin einer Riesenkrabbenspinnen-Art. „Greta befindet sich jetzt also in bester Gesellschaft“, schmunzelt Jäger. Zukünftig möchte er noch mehr Details zur Ökologie und Biologie der Spinnen herausfinden.
Originalpublikation:
Peter Jäger (2021): Enigmatic “love bites” and an indirect mating plug: revision of Thunberga Jäger, 2020 with description of new species (Araneae: Sparassidae: Heteropodinae). Arachnology (2021) 18 (7), 718–765.

09.03.2021, Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei
Fisch des Jahres: Thünen-Institut schaltet Herings-Dossier frei
Der Hering ist „Fisch des Jahres 2021“. Aus diesem Anlass hat das Thünen-Institut viel Wissenswertes über den bekannten und wirtschaftlich bedeutenden Speisefisch in einem Online-Dossier zusammengestellt.
In diesem Jahr ist ein alter Bekannter „Fisch des Jahres“ geworden, den wohl jeder und jede von uns schon mal konsumiert hat: der Hering. Proklamiert wird der Fisch des Jahres vom Deutschen Angelfischerverband (DAFV) gemeinsam mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) und dem Verband Deutscher Sporttaucher (VDST).
Das Thünen-Institut, das sich als Bundesforschungsinstitut u.a. mit Fischereiforschung befasst, hat auf seiner Webseite viel Wissenswertes über den Hering in einem Dossier zusammengestellt. Neben Angaben zur Biologie und Verbreitung, der Fortpflanzung und den einzelnen Beständen wird auch die Rolle des Herings als Objekt für Freizeitangler gewürdigt. Natürlich spielt auch der Hering als Speisefisch eine Rolle – vom Matjes über den Bückling bis zum schwedischen Surströmming, einer ganz eigenen Spezialität.
Eine Multimedia-Reportage macht anschaulich, warum es dem Heringsbestand der westlichen Ostsee so schlecht geht und wie das mit der erhöhten Wassertemperatur im Winter zusammenhängt: Der Hering in der Klimafalle.
Auch ein Blick in die Geschichte fehlt nicht: Das Thünen-Institut erklärt, was es mit der Polarstamm-Theorie zur Heringswanderung auf sich hat, die vor 275 Jahren veröffentlicht wurde. Entwickelt hatte sie kein Naturforscher, sondern ein Hamburger Bürgermeister: Johann Anderson.
Das Herings-Dossier findet sich auf der Thünen-Webseite http://www.thuenen.de oder direkt unter https://www.thuenen.de/de/thema/fischerei/der-hering-fisch-des-jahres-2021/.

12.03.2021, NABU
NABU und LBV: Endspurt bei der Wahl zum Vogel des Jahres 2021
Abstimmen noch bis 19. März
Sieger wird im Livestream gekürt
Musiker werben für „ihre“ Vögel
Die erste öffentliche Wahl zum „Vogel des Jahres 2021“ von NABU und LBV geht in den Endspurt. Noch bis 19. März kann jeder und jede unter www.vogeldesjahres.de abstimmen. Unter den zehn Kandidaten der Stichwahl haben Rotkehlchen und Rauchschwalbe derzeit den Schnabel vorn. Auch Kiebitz und Feldlerche sind noch gut im Rennen. Leif Miller, NABU-Bundesgeschäftsführer: „Auf den letzten Metern der Wahl wird es jetzt noch einmal richtig spannend. Aber egal, welcher der Top-Ten-Vögel am Ende gewinnt: Alle Vögel verdienen unsere Aufmerksamkeit und unseren Schutz.“
Zehn Arten hatten sich Ende 2020 in der Vorwahl gegenüber den anderen rund 300 Vogelarten Deutschlands durchgesetzt. In der laufenden Hauptwahl ergibt sich folgender Zwischenstand bei der Rangfolge: Rotkehlchen, Rauchschwalbe, Kiebitz, Feldlerche, Stadttaube, Haussperling, Blaumeise, Eisvogel, Goldregenpfeifer und Amsel. Wer sich nicht entscheiden kann, dem kann der Bird-O-Mat unter www.nabu.de/birdomat helfen. Wer bereits abgestimmt hat, aber nun einer weiteren Art im Endspurt zum Sieg verhelfen möchte, kann dies tun: Pro Art hat jeder und jede eine mögliche Stimme. Bisher sind schon über 263.000 Stimmen eingegangen.
Als prominente Botschafter der Top-Ten-Vögel haben zehn Künstler und Künstlerinnen der Plattenfirma Universal Music die Patenschaft für jeweils einen der Vögel übernommen. So hat der Kindermusiker Rolf Zuckowski den Haussperling unter seinen Fittichen. Wolfgang Niedecken von der Kultband BAP unterstützt die Rauchschwalbe, die ihre Winter in Afrika verbringt und im Sommer bei uns durch die Lüfte schießt. Das Kindermusik-Hörspiel „Eule findet den Beat“ feiert die Blaumeise, die Band „Tochter“ hat sich den schillernden Eisvogel ausgesucht. KID CLIO (Leslie Clio) unterstützt die Feldlerche mit ihrem Wahlkampfteam „Lerchenlurchies“, Oboist Albrecht Meyer bricht eine Lanze für den Goldregenpfeifer. Auch mit dabei sind DIKKA für die Stadttaube, Oonagh für die Amsel, L’aupaire für das Rotkehlchen und Elen für den Kiebitz.
Am 19. März ist es dann soweit: In einer Live-Online-Veranstaltung unter www.NABU.de/Vogelwahlfinale wird zwischen 19 und 19.45 Uhr der erste öffentlich gewählte Vogel des Jahres verkündet.

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