Mia Cassany/Nacho Eterno: Die Welt der magischen Tiere (Rezension)

Von Katzen bis zu Krokodilen, von Löwen bis zu Adlern – Tiere konnten und können den Menschen magische Kräfte verleihen, sie unterstützen und beschützen. Für alle Kulturen von den alten Zivilisationen bis heute hatten Tiere als Träger von Macht und Magie eine besondere Bedeutung. So werden bis heute in Indien die heiligen Kühe verehrt, aus Ägypten kennen wir Katzenmumien, und die Maori ließen sich Schildkröten, Eidechsen und Delfine auf den Körper tätowieren. Die amerikanischen Ureinwohner verehrten unter anderem den Adler als Schutzgeist, der für Tapferkeit steht, und große Häuptlinge trugen die Adlerfedern im Kopfschmuck. Die Schlange war den Azteken besonders heilig, und noch heute verbindet jeder mit Rom die Wölfin, die der Legende nach Romulus und Remus, die späteren Gründer der Stadt, säugte. Der Berliner Bär schmückt das Wappen der Stadt und heute gehören Tierbilder zu den beliebtesten Motiven bei Tattoos: Ein Tiger-Tattoo kann Macht symbolisieren, aber auch Geschmeidigkeit und Grazie, ein Schwan Liebe und Treue, ein Adler Stolz.

Die Welt der magischen Tiere ist ein sehr buntes Buch, dessen Bilder teilweise wie Suchbilder anmuten und man einiges dabei entdecken kann. Es ist ein Kinderbuch zum Selberlesen, Vorlesen und gemeinsam anschauen. Nebenbei wird kurz und knapp ein Blick auf die (vergangenen und noch existierenden) Kulturen der Welt geworfen: Von afrikanischen Stämmen zu amerikanischen Indianern, von den Maori zu den (alten) Ägyptern und natürlich fehlen auch Rom und Griechenland nicht.
Die Informationen zu den einzelnen Kulturen sind kurz, aber informativ und geben einen guten Rundumblick wie verschieden die Welt doch sein kann. Und natürlich spielen in diesem Buch Tiere eine Rolle. Da werden Götter beschrieben, die sich in Tiere verwandeln können oder grundsätzlich Tiergestalt haben, Fabelwesen wie diverse Einhornformen und Drachen, aber auch mythische und heilige Tiere. Und es wird gezeigt wie andere Völker das leben des Tiers respektieren (oder es Göttern opfern).
Unterhaltsam, informativ und bunt. Kindgerecht, aber auch den Erwachsenen ansprechend. Ein kleines Kunstwerk, das Wissen vermittelt.

(Rezensionsexemplar)

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