Ludwig Heck: Heiter-ernste Lebensbeichte (Rezension)

Ludwig Heck wurde am 11. August 1860 als einziger Sohn des Oberlehrers Georg Heck in Darmstadt geboren. Er studierte in Straßburg, Darmstadt, Gießen, Berlin und Leipzig. Während seines Studiums wurde er 1880 Mitglied im Akademisch-Naturwissenschaftlichen Verein, aus dem er 1897 aber wieder austrat. Am 4. Juli 1885 wurde er zum Dr. phil. an der Universität Leipzig promoviert.
Heck wurde am 1. Juni 1886 zum Direktor des Kölner Zoos bestellt. Zum 1. Juni 1888 wechselte er als Direktor an den Zoologischen Garten Berlin, den er bis zum 31. Dezember 1931 leitete.
Am 17. Juli 1888 vermählte sich Heck mit Margarete Nauwerk. Aus der Ehe gingen zwei Töchter und die Söhne Lutz Heck und Heinz Heck hervor. Bis ins hohe Alter geistig rege, starb Ludwig Heck am 17. Juli 1951 im Münchener Tierpark Hellabrunn.
Da Heck sich als Forscher mit der zoologischen Rassenkunde beschäftigte, war er auch an der Entwicklung der Gedankengebäude der Rassenlehre und des Sozialdarwinismus beteiligt. Heck war eng mit dem Nationalsozialismus verbunden. So beteiligte er sich am Forschungsprojekt „Wald und Baum in der arisch-germanischen Geistes- und Kulturgeschichte“, welches unter der Schirmherrschaft von Hermann Göring und Heinrich Himmler entstanden war. „‚Wald und Baum‘ zielte inhaltlich darauf ab, als ideologisches Großforschungsprojekt die Fusion von Wald, Germanen- und Ariertum wissenschaftlich nachzuweisen; politisch darauf, die Grenzen des Germanentums weit zu stecken; forschungsstrategisch darauf, für die Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe der SS ein Terrain zu okkupieren.“ Zu seinem 80. Geburtstag wurde Heck von Adolf Hitler persönlich mit der Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft, der höchsten Kulturauszeichnung des NS-Staates, geehrt.
1938 erschien Hecks Heiter-Ernste Lebensbeichte. Erinnerungen eines alten Tiergärtners.
Interessante Ansichten aus einer vergangenen Zeit. Auch wenn Menschen und das Leben Hecks eine große Rolle spielen, so liegt das Hauptaugenmerk, wie man sich denken kann, bei den Tieren. Zoobesuche, Tierversteigerungen, Reisen in die natürlichen Lebensräume, Erzählungen aus den Zeiten als Zoodirektor, all das ist aus Sicht des heutigen Zoofreunds interessant und historisch gesehen ein spannendes Zeitreisedokument in eine andere Zeit.
Hecks Verbindungen zum NS_Regime spielen dabei kaum eine Bedeutung.

Ich weiß nicht, ob es neuere Auflagen des Werks gibt, meine Ausgabe stammt tatsächlich aus dem Jahr 1938 und ist dementsprechend für moderne Menschen, die weit nach dem 2. Weltkrieg geboren wurden, schwer zu lesen (aber nicht unmöglich). Aufgelockert wird die Lebensbeichte von Fotografien und Abbildungen namhafter Künstler (wie Gustav Mützel, der vor allem durch seine Illustrationen zur zweiten Auflage von Brehms Tierleben bekannt wurde)

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