Lisa Signorile: Missgeschicke der Evolution (Rezension)

Die Geschichte der Evolution – so spannend erzählt wie ein Krimi.
Wie pflanzen sich Spinnen fort, und warum ist das Urzeitpferdchen noch nicht ausgestorben?
Im Zuge der Evolution haben sich unzählige skurrile Tierarten entwickelt, von deren Existenz die meisten Menschen nichts wissen. Und natürlich gibt es auch viele Tiere, die zwar gemeinhin bekannt sind, mit denen sich aber nur die Wenigsten näher befassen möchten.
Die promovierte Biologin Lisa Signorile stellt 37 bemerkenswerte Arten vor, von Insekten über Reptilien und Vögeln bis hin zu Säugetieren, und wartet dabei mit beeindruckenden Erkenntnissen, spannenden Geschichten und unvermuteten Überraschungen auf: Begeben Sie sich geschrumpft in ihr eigenes Bett, wo Sie sich Auge in Auge einer Hausstaubmilbe gegenübersehen. Lernen Sie echte Vampire kennen, gewinnen Sie winzige Beutelratten lieb, die wie Äffchen aussehen, und staunen Sie über Elysia, ein Mischwesen aus Schnecke und Pflanze.

Auf humorvolle Art bringt uns Lisa Signorile kaum (oder gar nicht) bekannte Tiere nahe. Neben bekannten Tieren wie Hausstaubmilben (eher bekannt von den hervorgerufenen Allergien), Flöhen und (Kopf)Läusen werden dem Leser auch weniger bekannte Arten nahe gebracht wie etwa die Schlitzrüssler, grünblütige Echsen oder giftige Vögel.
Ich weiß zwar nicht, warum das Buch Missgeschicke der Evolution heisst, denn das würde ja eher nach Sackgasse klingen, aber das trifft nur auf wenige der vorgestellten Tierarten zu (wie etwa der Chiloe-Beutelratte oder den Desmanen). Die meisten Arten sind aber tatsächlich kaum bekannt und es ist erheiternd wie diese Arten vorgestellt werden.
Lisa Signorile schreibt sehr amüsant, ist sehr informativ und verständlich und zeigt eine kaum bekannte Tierwelt.
Ich hatte (wie so oft) andere Erwartungen an den Inhalt des Buches, ich hatte tatsächlich an eher hässliche Vertreter der Tierwelt gedacht, aber nicht alle vorgestellten Tierarten sind auch wirklich hässlich (wobei das Erscheinungsbild immer im Auge des Betrachters liegt und ich Nacktmulle zwar als hässlich, aber doch als sehr süß betrachten würde).

Ein Buch für Tierfreunde, die das Außergewöhnliche lieben (oder kennen lernen wollen).

Verschweigen darf man allerdings auch nicht die netten Zeichnungen, welche die einzelnen Kapitel begleiten. Nicht unbedingt wissenschaftlich korrekt, aber doch passend zum Buch.
Aber nachdem ich bereits ein Buch von Lisa Signorile gelesen habe habe ich genau das bekommen, was ich erwartet habe: Witzige, aber wissenschaftlich (fast) korrekte Literatur, sieht man von manchen Falschschreibungen bei den wissenschaftlichen Namen ab (die Zeckenfamilie Nutellidae heisst korrekterweise Nuttalliellidae und mir fällt spontan noch ein zweites Beispiel ein. Vielleicht sind das die einzigen Fehler, ich habe nicht alle wissenschaftliche Bezeichnungen überprüft, aber dem Lesevergnügen macht das keinen Abstrich, Fehler passieren immer … auch bei wissenschaftlichen Namen …)

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