Isabel Bogdan: Der Pfau (Rezension)

Ein charmant heruntergekommener Landsitz in den schottischen Highlands, ein völlig durchgedrehter Pfau, der bei blau nur noch rotsieht, und ein bunt zusammengewürfelter Haufen Leute, dazu ein überraschender Wintereinbruch, ein Kurzschluss und die ein oder andere Verwechslung – und schon ist das Chaos perfekt!
Pointenreich, very british und urkomisch erzählt Isabel Bogdan von einem Wochenende, an dem alles anders kommt als geplant: Eine Gruppe Investmentbanker reist samt ambitionierter Psychologin und erfindungsreicher Köchin aus London an, um in der ländlichen Abgeschiedenheit bei einer Teambildungsmaßnahme die Zusammenarbeit zu verbessern. Doch das spartanische Ambiente und ein verrückt gewordener Pfau bringen sie dabei gehörig aus dem Konzept. Und nicht nur sie: Denn die pragmatische Problemlösung des Hausherrn Lord McIntosh setzt ein Geschehen in Gang, das sämtliche Beteiligte an die Grenzen ihrer nervlichen Belastbarkeit bringt.

Isabel Bogdan wurde 1968 in Köln geboren, studierte Anglistik und Japanologie in Heidelberg und Tokyo und lebt in Hamburg. Mit Der Pfau zeigt sie, dass man nicht unbedingt Engländer sein muss um einen englischen Roman zu schreiben, der so englisch ist, dass man kaum glauben mag, dass er von einer Deutschen geschrieben wurde. Neben dem Pfau spielen auch eine Gans und ein Hund eine Rolle, neben diversen sehr merkwürdigen, aber liebenswerten menschlichen Charakteren.
Die Handlung ist ziemlich unterhaltsam, wenn auch etwas dämlich und antiquiert und im Großen und Ganzen nur eine amüsante Geschichte von kleinen Geheimnissen und Verdächtigungen. Und dann … auf gewisse Weise zeigt sich auch ein interessanter Realismus, der die skurrilen Personen auch menschlich und authentisch macht. Köstlich auch die Andeutungen wer was weiß, aber nichts sagt (und wenn die Rede davon ist, dass der Hund etwas weiß, wird der Leser auf eine ganz andere Fährte gesetzt). Und auch wenn es sich nicht um einen Krimi handelt, sondern um eine leicht abgedrehte Komödie … es gibt auch einen Toten.
Der Pfau ist ein Roman zum Schmunzeln und zum Augenverdrehen. Kurzweilige Unterhaltung mit Landhaus- und Winterflair.

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