5. Zooreise 2019 – Tag 5: Soldaat van Oranje

Geplant waren Besuche im Zooparc Overloon und im Zie-Zoo in Volkel. Beide Ziele sind in den Niederlanden. Unser Abendprogramm sollte aus dem Musical Soldaat van Oranje bestehen. Ich bin davon ausgegangen, dass es sich um ein Musical in Amsterdam handelte, aber es war in Leiden, in einem extra erbauten Theater.
Soweit ich das im Vorfeld (sprich dem Vortag mit Googles Hilfe) eruieren konnte wird dabei die Geschichte von Erik Hazelhoff Roelfzema, einem niederländischen Schriftstellers und Widerstandskämpfer im zweiten Weltkrieg.
Er wurde vor allem bekannt durch seinen autobiografischen Roman Het hol van de ratelslang, in dem er seine Kriegserlebnisse verarbeitete und der später unter dem Titel Der Soldat von Oranien von Regisseur Paul Verhoeven verfilmt wurde.
Es liegt Nahe, dass es Ähnlichkeiten zwischen Film und Musical gibt. Den Film kenne ich allerdings nicht, aber er gehört auch nicht zu den Filmen, die ich mir unbedingt anschauen würde. Warum ich mir aber ein Musical mit der nicht geliebten Kriegsthematik anschaue? Und dann auch noch in einer fremden Sprache, die ich nicht verstehe und von der ich nicht weiß, ob ich sie drei Stunden ertragen werde? Vielleicht, weil ein Freund von der Bühne schwärmte.
Ich war gespannt und hoffte zumindest auf gute Musik.
Aber bevor es ins Musical ging, standen noch zwei Zoobesuche auf dem Programm…
Zuerst fuhren wir nach Overloon. Den Zoopark hatte ich vor ein paar Jahren schon besucht und obwohl der Rundweg derselbe geblieben ist, gab es doch einige Neuheiten. Die Geburt eines Großen Ameisenbären verhinderte, dass wir einen kleinen Teil des Zoos nicht sehen konnten und einige Tierearten habe ich vermisst, aber es war, trotz einiger Regentropfen ein schöner Besuch. Erstaunlicherweise war auch ziemlich viel los. Keine Schulklassen, aber zahlreiche kleine Familien oder Mütter mit Kindern wanderten durch den Park. Und neben flämisch wurde auch deutsch gesprochen.
Nach Overloon ging es weiter nach Volkel. Zumindest war das der Plan. Zahlreiche gesperrte Strassen erschwerten uns den Weg zum Zoo und kurz vor dem Ziel teilte man uns mit, dass der Zoo geschlossen wäre. Ich hatte meine Zweifel, vielleicht lag das auch an der Sprachbarriere. Nicht jeder Niederländer spricht gutes englisch oder deutsch. Mein Niederländisch ist auch eher nicht vorhanden, aber ich habe auf der Zooseite nichts von einer Schließung am Wochenende gelesen. Inzwischen habe ich aber den Grund für die Straßensperrung herausgefunden: Luftwaffentage mit Veranstaltungen der Airbase in Volkel, angeblich einer der grössten Veranstaltungen in den Niederlanden. Und das kostenlos. Nun ja, wirklich interessiert hätte es mich nicht. Aber aufgrund der Nähe der Airbase zum Zoo ist tatsächlich nicht ausgeschlossen, dass er an diesem Tag geschlossen war.
Spontan musste ich unsere Pläne ändern, weshalb wir nach Amersfoort gefahren sind. Für einen Freitag Nachmittag waren erstaunlich viele Besucher da. Leider konnten wir nicht alles sehen, der Dinopark war gesperrt und am Nachttierhaus/Haus der 10000 Tiere wurde gearbeitet. Vielleicht war das auch gut so, wir hätten sonst noch mehr hetzen müssen als es der Fall war. Andererseits hatte ich das Nachttierhaus in guter Erinnerung. Aber ich bin sicher, dass es irgendwann eine weitere Möglichkeit geben wird und wir den Zoo besuchen können.
Danach ging es weiter zum Hotel nach Vlaardingen. Die Fahrt dauerte länger als gedacht, der Verkehr war furchtbar und so blieb uns nicht viel Zeit bis wir weiter nach Leiden mussten. Kurz frisch machen, umziehen und los…
Und dann ging es durch die Pampa in die Pampa … jedenfalls hatte ich den Eindruck, dass das so war. Immerhin war das Navi unfreiwillig erheiternd, da es mit den niederländischen Namen Probleme hatte…. da würde mal schnell aus dem Katwijkseweg der Katwixeweg. Nun ja…
Immerhin kamen wir frühzeitig zum Musical, duften dort allerdings feststellen, dass es dort keine Essensmöglixhkeit ohne Reservierung gab. Gut, dass wir Reiseproviant in Form von diverser Müsliriegel dabei hatten. Das hat uns einigermaßen geholfen auch wenn man das nicht wirklich als Abendessen bezeichnen kann.
Aber das Frühstück war ja reichlich.
Das Musical …. nun ja, in flämischer Sprache und ich finde dass das sowohl gesungen als auch gesprochen etwas merkwürdig klingt.
Trotzdem konnte man der Handlung gut folgen. Einige Male wurde auch deutsch und englisch gesprochen. Die Musik an sich hat mir nicht gefallen. Aber das Bühnenbild war klasse und wo sonst bekommt man einen echten Flieger zu sehen. Da versteht man, warum das Musicaltheater im irgendwo ist.
Das tolle an der Bühne und gleichzeitig das Außergewöhnliche war, dass sich nicht die Bühne drehte sondern der Zuschauerraum. Das machte das Musical auch für jemanden, der des Flämischen nicht mächtig ist, zu einem Erlebnis.
Und dreieinhalb Stunden wurden nicht langweilig.

Zoopark Overloon
Zoo Amersfoort
Soldat van Oranje (flämisch)

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