12. Zooreise 2019: Tag 1 – Tag der Museen

Geplant waren Besuche im Hirtenmuseums in Hersbruck und im Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz, kurz smac.
Abends wollten wir zum Christmas Garden und in Wenzels Prager Bierstuben essen.
Tatsächlich haben wir den Plan auch fast durchgezogen. Zumindest an den Zielen zwischen München und Dresden änderte sich nichts.

Im Hirtenmuseum in Hersbruck waren wir die einzigen Besucher, aber das wundert mich auch nicht…obwohl man dort an Veranstaltungstagen bestimmt einiges erleben könnte. Nur … der nächste Veranstaltungstag ist der 6. Januar, der Hirtentag.
Das Deutsche Hirtenmuseum der Stadt Hersbruck wurde im Jahr 1933 eröffnet. Es befindet sich in einem denkmalgeschützten Ensemble, bestehend aus Ackerbürgerhaus des 16. Jahrhunderts, Scheune und einem weiteren Gebäude mit großem Innenhof und Garten. Kleidung, Gerätschaften und kunsthandwerkliche Arbeiten von Hirten aus aller Welt geben im Haupthaus Einblicke in diesen alten Beruf. Die Dauerausstellung „Mensch – Tier“ im 2. Obergeschoss der sanierten Scheune des Deutschen Hirtenmuseums wurde am 6. Februar 2009 eröffnet. Sie bildet den Einstieg in das Museumsthema. Auf rund 230 Quadratmetern präsentiert sich eine unterhaltsame und informative Ausstellung, die den vielfältigen Beziehungen zwischen Mensch und Nutztieren nachspürt. Sie erklärt, dass sich Menschen schon seit vorgeschichtlichen Zeiten Tiere halten für Arbeit und Transport, als Nahrungs- und Rohstofflieferanten und inszeniert Haltung und Fütterung der Rinder im Wandel der Zeit.
An mehr als zehn Standorten innerhalb der Ausstellung werden kleine und große Besucher eingeladen, selbst aktiv zu werden und museale Geschichte mit allen Sinnen zu erleben. So können die Besucher zum Beispiel an einer lebensecht nachgebildeten Kuh das aufwendige Anspannen mit dem Stirnjoch üben um dann, sozusagen Aug in Aug mit der Kuh, die eigenen (kümmerlichen) Zugkräfte an einer hierzu entwickelten „Jochmaschine“ zu testen.
In der Scheune des Museums gibt es einen kurzen Film über das fränkische Hirtenleben in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts … Nun ja … der Film erinnerte mich aus diverse Filme, die ich in meiner Schulzeit gesehen habe … nicht immer muss man über Qualität streiten.
Mein Besuchshighlight war der Sonnenring, eine Art tragbare Sonnenuhr. Ich hätte ja nicht gedacht, dass es so etwas gibt. Aber es hat wohl auch funktioniert.

Mit dem Entdeckerpass der Metropolregion Nürnberg, den ich oft und gerne benutze, ist der Eintritt frei. Allerdings musste ich trotzdem zahlen, da es beim Einstecken der Pässe eine Unachtsamkeit gab. Ich habe die Pässe von 2020 und 2019 vermischt, so dass ich von jedem Jahr einen Pass dabei hatte, der von 2020 ist aber erst, wie man sich denken kann im nächsten Jahr gültig.
Aber vier Euro sind nicht die Welt.
Das smac ist teurer, aber auch größer.
Das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz (abgekürzt smac) ist das archäologisch-kulturhistorische Landesmuseum des Freistaates Sachsen. Es wurde am 15. Mai 2014 im ehemaligen Kaufhaus Schocken eröffnet und ist die Nachfolgeinstitution des Landesmuseums für Vorgeschichte Dresden. Das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz ist Teil des Landesamtes für Archäologie Sachsen.
Mit der Eröffnung des Museums verfügt Sachsen erstmals über eine Dauerausstellung zur Landesarchäologie. Sie umfasst 300.000 Jahre menschlicher Geschichte in Sachsen und endet mit der Zeit der Industrialisierung. Drei kleinere Ausstellungen sind der Geschichte des Kaufhauses, dem Kaufhausgründer Salman Schocken und dem Architekten des Gebäudes Erich Mendelsohn gewidmet. Wir haben uns aber nur die Ausstellung über Mendelsohn angesehen, nachdem diese nicht unser Interesse wecken konnte, haben wir uns die restlichen Sonderausstellungen an den Erkern gespart.
Auf etwa 3000 m² wird in einer 3-etagigen Ausstellung die Entwicklung Sachsens von der Zeit der ersten Jäger und Sammler bis zur beginnenden Industrialisierung dargestellt.
Die erste Etage deckt mit fast 300.000 Jahren den längsten Zeitabschnitt der archäologischen Dauerausstellung ab. Die ältesten Steinwerkzeuge der mittleren Altsteinzeit stammen vom Fundplatz Markkleeberg. Die Pferdedarstellungen auf dem Schieferplättchen vom Fundplatz Groitzsch bei Eilenburg sind mehr als 12.000 Jahre alt. Zusätzliche Informationen finden sich zur Klimageschichte, Evolution, Anthropologie, Zoologie, Genetik und Anatomie. In Kooperation mit dem Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie entstand ein Museumslabor, in dem die Unterschiede zwischen den Neandertalern und den heute lebenden Menschen verdeutlicht werden. Eine Besonderheit der ersten Etage ist der „Gläserne Neandertaler“. Er erinnert an den Gläsernen Menschen im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden.
Die zweite Ausstellungsetage zeigt die Bauernkulturen von der Jungsteinzeit (5500 v. Chr.) bis zum frühen Mittelalter (800 n. Chr.). Ausgestellt wird die 7000 Jahre alte Holzeinfassung des bandkeramischen Brunnens bei Zwenkau, einem der ältesten Holzbauten Europas. Bemerkenswert sind die vollständig erhaltenen mit Rindenbast und Pech verzierten Keramikgefäße aus dem jungsteinzeitlichen Brunnen von Altscherbitz bei Leipzig. Die älteste Tonfigur Mitteleuropas mit eindeutig männlichen Geschlechtsmerkmalen aus Zschernitz befindet sich neben der Venus von Zauschwitz, einem weiblichen Idol aus dem frühen Neolithikum. Die sächsische Bronzezeit (2200–800 v. Chr.) bietet mit ihren schatzfundähnlichen Depots, z. B. den bronzezeitlichen Depots von Kyhna und Dobritz, einen weiteren Höhepunkt der Ausstellung. Wie sich die Menschen während der Eisenzeit (800–450 v. Chr.) und der Römischen Kaiserzeit (0–375 n. Chr.) kleideten, erfährt der Besucher anhand einer Spiegelinstallation. Diese verwandelt das Spiegelbild in einen bekleideten und voll ausgestatteten eisen- bzw. kaiserzeitlichen Menschen.
In der Alltagswand in der 3. Etage der archäologischen Dauerausstellung veranschaulichen mehr als 1200 Gegenstände aus sächsischen Stadtkerngrabungen die mittelalterliche Lebenswelt.
Einen Einblick in die mittelalterliche Lebenswelt bietet die etwa 40 Meter lange Rückwand in der dritten Ausstellungsetage mit ihrer Präsentation von 1200 Alltagsgegenständen aus sächsischen Stadtkerngrabungen. Mit seinem prägenden Einfluss auf die sächsische Geschichte rückt der Bergbau als Ausstellungsthema dieser Etage in den Mittelpunkt. In einer „Schatzkammer der schriftlichen Überlieferung“ erhält das Hauptstaatsarchiv Dresden als Kooperationspartner ein Schaufenster für die Präsentation seines ansonsten in Archiven verborgenen Bestandes. Der Rundgang durch die archäologische Dauerausstellung endet im Jahr 1839 mit der Inbetriebnahme der Eisenbahnstrecke von Leipzig nach Dresden.
Ein durch alle drei Etagen der Dauerausstellung schwebendes Landschaftsmodell von Sachsen befindet sich in der Mitte des Hauses. Das über Videoprojektionen veränderbare Relief kann sich in verschiedene Landesregionen auflösen und wieder zusammensetzen. Es zeigt unterschiedliche historische Zustände des Landes.
Im Erdgeschoss können die Besucher über einen interaktiven Handlauf individuelle Informationen abrufen. Eine Bespielung ist auch auf der Unterseite der Landschaftsteile über einen in den Boden eingelassenen Spiegel möglich.
Die derzeitige Sonderausstellung befasst sich noch bis zum 29. März 2020 mit „Leben am Toten Meer“.
Nach Angaben des Museums ist es die erste seiner Art weltweit.

Nach dem länger als erwarteten Besuch im Museum ging es weiter nach Dresden. Auf den Christmas Garden verzichteten wir … nicht aber auf das Essen.
Auf dem Weg zum Wenzels blieben wir im Rauhnachtmarkt hängen und speisten und tranken dort lecker… die Wahrsagerin habe ich zwar nicht aufgesucht, vielleicht im nächsten Jahr, aber dafür haben wir die Mitglieder der Harzer Höllenbrut gesehen und Teile eines Konzerts von Corvus Corax gesehen.

Die Stimmung fand ich auch sehr schön, ich will nicht sagen mystisch oder mittelalterlich, aber irgendwie magisch.
Lag vielleicht auch am Alkohol …
Auf jeden Fall war der Aufenthalt auf dem Rauhnachtmarkt kein Fehler und wird (vielleicht) im nächsten Jahr wiederholt.

Hirtenmuseum Hersbruck
Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz
Mittelalter-Weihnacht in Dresden

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