10. Zooreise 2020 – Tag 1: Türme, Tiere … und Ruinen

Geplant waren Besuche in Hilpoltstein mit einem Stadtmauerrundgang, im Erlebnisaquarium Zella-Mehlis, in Gotha (Tierpark und Bürgerturm) und zum Abschluss die Besichtigung des Bismarckturms in Apolda.
Da wir aufgrund des Beherbergungsverbots in Magdeburg nicht übernachten durften, mussten wir nach Leipzig, bzw. Radefeld ausweichen.
Als wir aufbrachen regnete es, aber als wir in Hilpoltstein ankamen, hatte es bereits aufgehört. Bei trockenem Wetter konnten wir den Stadtmauerrundgang antreten.

Ruine Burg Hilpoltstein

Die Anfänge der Burg Hilpoltstein und der Stadt reichen bis ins 10. Jahrhundert zurück, im 13. und 14. Jahrhundert war die Burg Sitz der Herren von Stein. Im Jahr 1354 wurden Hilpoltstein die Stadtrechte verliehen. Schweiger von Gundelfingen verkaufte zwei Jahre darauf Burg und Stadt Hilpoltstein an die Wittelsbacher Herzöge Stephan, Johann und Friedrich, bei der Teilung des Herzogtums kam Hilpoltstein zu Bayern-Ingolstadt. Anno 1392 bestätigte Herzog Stephan die Stadtrechte.
Herzog Ludwig der Reiche von Bayern-Landshut baute 1473 in Hilpoltstein eine Kirche und den „Traidkasten“ an der Burg, der heute als Haus des Gastes genutzt wird. Nach dem Landshuter Erbfolgekrieg im Jahr 1505 wurde Hilpoltstein dem Fürstentum Pfalz-Neuburg zugeschlagen. 1542 wurde Hilpoltstein zusammen mit Heideck und Allersberg für 36 Jahre an die Freie Reichsstadt Nürnberg verpfändet. Herzog Philipp Ludwig löste die Ämter Hilpoltstein, Heideck und Allersberg wieder aus und vermachte sie zusammen mit Sulzbach seinem Bruder, Pfalzgraf Ottheinrich II. Dieser gab Burg und Herrschaft von Hilpoltstein seiner Gemahlin Dorothea Maria als Witwensitz. Nach seinem Tod und dem Umbau der Burg traf die verwitwete „erlauchte Pfalzgräfin“ im Jahr 1606 in Hilpoltstein ein, dies ist heute der Anlass für das alljährliche Burgfest. Im Jahr 1615 setzte Herzog Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg seinen Bruder Johann Friedrich in das Deputat Hilpoltstein ein.
Nach dem Tod von Dorothea Maria 1639 verfiel die Burg, nach dem Tod Johann Friedrichs verlor Hilpoltstein seine Funktion als Residenzstadt. Im Jahr 1799 wurde Hilpoltstein dem Kurfürstentum Bayern zugeschlagen.
1862 wurde das oberpfälzische Bezirksamt Hilpoltstein errichtet. 1880 erfolgte eine Grenzbegradigung zwischen Mittelfranken und der Oberpfalz. Hilpoltstein wurde aus der Oberpfalz ausgegliedert und mit dem vom Bezirksamt Beilngries ausgegliederten Greding zum neuen Bezirksamt Hilpoltstein in Mittelfranken vereinigt. Der aus diesem Bezirksamt entstandene Landkreis Hilpoltstein bestand von 1939 bis 1972. Mit der Gemeindegebietsreform wurde Hilpoltstein 1972 eine Großgemeinde. 47 Dörfer und Weiler wurden eingemeindet.
Die Hilpoltsteiner Stadtmauer ist, abgesehen von einem kurzen Stück an der Ostseite, fast auf der vollen Länge erhalten geblieben und ist zwischen 150 und 160 cm stark.

Stadtmauer Hilpoltstein

Als Highlight würde ich den Rundgang nicht bezeichnen, ich hatte mehr Stadtmauer erwartet, aber uninteressant war der Rundgang auch nicht. Neben der Burg befinden sich noch weitere Stationen an der Mauer, u. a. der Döderleinturm (der einzig erhaltene Stadtmauerturm) oder das Museum Schwarzes Roß (leider war es während unseres Besuchs geschlossen)
Die Burgruine kann man auch besichtigen, allerdings erst ab 10.30, und da wir nicht warten wollten fuhren wir weiter nach Zella-Mehlis ins Erlebnisaquarium. Im gesamten Gebäude herrscht Maskenpflicht, es gibt einen Rundweg und man muss seine Kontaktdaten hinterlassen. Es war wenig los so dass der Besuch des Aquariums sehr angenehm verlief.
Danach fuhren wir weiter zum Tierpark Gotha. Abgesehen von den üblichen Hygienevorschriften galten Zugangsbeschränkungen und Maskenpflicht in den Tierhäusern. Highlight des Besuchs war ein Jungtier bei den Zwergottern, das sich leider nicht fotografieren lies, da die Eltern etwas hektisch waren und nicht wussten wohin mit dem Kleinen. Sie waren sehr aktiv. das eine Elternteil wollte das Jungtier in der Freianlage haben, das andere hat es wieder in die Innenräume gezogen. Eigentlich ganz witzig vor allem weil das Jungtier doch etwas grösser war um problemlos im Maul gehalten zu werden.
Nach dem Tierparkbesuch fuhren wir weiter zum Bürgerturm, den wir auch bestiegen.

Blick vom Bürgerturm Gotha

 

Bürgerturm Gotha

1998 gründete sich ein Bürgerturm-Verein Gotha e.V. Er sah sich in der Nachfolge des Gothaer Verschönerungsvereins, der von 1872 bis 1945 existierte. Das Hauptanliegen des neuen Vereins war die Wiedererrichtung eines Aussichtsturms auf dem Galberg nordwestlich von Gotha. Der Verein, hinter dem eine Bürgschaft der Kreissparkasse Gotha stand, sammelte erfolgreich Spenden ein. Am 18. September 2008 wurde der Grundstein für den Turm am Inselsbergblick auf einer Höhe von 398 m ü. NN gelegt, am 18. April 2009 Richtfest gefeiert und am 13. Juni 2009 konnte die Einweihung des Bauwerks stattfinden. Der Turm ist eine 34,75 m hohe, von drei Stahlsäulen getragene, elegante Konstruktion mit drei Plattformen in 10, 20 und 30 m Höhe. Das Gewicht des Fundaments beträgt 237 Tonnen, das des Turms 42 Tonnen. Die 158 Stufen der Wendeltreppe tragen die Namen ihrer Spender. Die Baukosten betrugen circa 300.000 Euro.Der Turm ist, abgesehen von sehr schlechten Witterungsbedingungen, frei zugänglich. Die Aussicht umfasst nicht nur die nähere Umgebung, sondern reicht bei günstigem Wetter im Norden über das Thüringer Becken bis zum Brocken, im Osten zum Ettersberg und Riechheimer Berg, im Süden bis zum Kamm des Thüringer Waldes.
Danach ging es weiter zum Bismarckturm Apolda, einer der wenigen sehr leicht zugänglichen Bismarcktürme.

Bismarckturm Apolda

Der Apoldaer Bismarckturm ist knapp 24 Meter hoch und wurde mit einem quadratischen Grundriss von 6 Meter × 6 Meter auf einer Terrassenanlage mit Stahlgeländer errichtet, die wiederum über eine Außentreppe zu erreichen ist. Von der Basis bis zur Turmspitze wird der Turm um etwa ein Drittel schmaler. Über eine Innentreppe mit 93 Stufen ist die Aussichtsplattform erreichbar. Den Abschluss bildet ein steinerner Zinnenkranz. In der Mitte der Plattform befindet sich die Feuerschale, die einen Durchmesser von 2,5 Meter hat. In ihr konnte eine Mischung aus Holz und Teer in Brand gesetzt werden, womit bei einer Brenndauer von maximal drei Stunden eine Flammenhöhe von bis zu sieben Metern erreicht wurde.
Über dem Eingangsportal des Turms wurde ein Bismarckwappen sowie ein Bismarckrelief angebracht. An der Nord- und der Südseite wurden ein Relief mit Reichsadler und das Wappen des damaligen Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach angebracht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sowohl die Aufschrift an der Turmspitze, als auch das Bismarckrelief entfernt.

Blick vom Bismarckturm Apolda

Blick vom Bismarckturm Apolda

Danach fuhren wir nach Radefeld.
Auf der Fahrt konnte ich mir auch Gedanken über diverse weitere Urlaubsziele für spätere Reisen machen und es wird sich zeigen ob sich die Städte des Rennsteigs, Gotha, Zella-Mehlis und Apolda für weitere Reisen und Entdeckungen lohnen. Noch bin ich nicht 100% davon überzeugt.
Gegessen haben wir im Hotel, in Mikes Urban Pub.

Hilpoltstein
Erlebnisaquarium Zella-Mehlis
Tierpark Gotha

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