10 Orte die man in Thüringen (nicht) unbedingt gesehen haben muss

Thüringen ist eines der Nachbarbundesländer Bayerns, also auch von München aus in wenigen Stunden erreichbar. So richtig Thüringen entdeckt habe ich den Freistaat mit Hilfe der ThüringenCard, die es leider nicht mehr gibt. Ich habe die Karte (und ähnliche Karten, von denen es immer weniger gibt, was ich persönlich sehr schade finde, da es dem Tourist hilft neue und ungewöhnliche Orte leichter zu entdecken. Und natürlich sind die Vergünstigungen ein weiterer Anreiz eine Gegend zu entdecken) gerne genutzt, aber auch ohne ThüringenCard bin ich oft und gerne in Thüringen… will man aus Bayern raus und andere Teile Deutschlands entdecken kommt man früher oder später unweigerlich nach Thüringen. Und so schlecht ist das nicht …. nicht umsonst lädt Thüringen ein den Freistaat zu entdecken:
Thüringen entdecken.
Mit rund 2,1 Millionen Einwohnern und einer Fläche von rund 16.000 Quadratkilometern gehört es zu den kleineren Ländern der Bundesrepublik (zwölftgrößtes Land nach Bevölkerung, elftgrößtes nach Fläche). Landeshauptstadt und zugleich größte Stadt ist Erfurt, weitere wichtige Zentren sind Jena, Gera und Weimar. Nachbarländer sind der Freistaat Sachsen im Osten und Südosten, Sachsen-Anhalt im Norden und Nordosten, Niedersachsen im Nordwesten, Hessen im Westen sowie der Freistaat Bayern im Süden. Mehrere Orte im Nordwesten des Landes erheben für sich den Anspruch, der exakte Mittelpunkt Deutschlands zu sein.

Der Name Thüringen tritt als Gebietsbezeichnung seit dem Thüringerreich im frühen 6. Jahrhundert auf. Danach bildete Thüringen kein zusammenhängendes Herrschaftsgebiet mehr, auch wenn es dem Landgrafen von Thüringen für kurze Zeit gelang, große Teile der Region zu kontrollieren. Dennoch blieb der Name für die Landschaft erhalten und wurde 1920 aufgegriffen, als sich sieben Freistaaten zum Land Thüringen vereinigten. Ehemals preußische Gebiete wie Erfurt und Nordthüringen kamen am 9. Juli 1945 hinzu. Nach der Auflösung der Länder in der DDR 1952 wurde es erst am 3. Oktober 1990 aus den drei Bezirken Erfurt, Gera und Suhl sowie einigen angrenzenden Gebieten wiedergegründet und ist heute in 17 Landkreise sowie fünf kreisfreie Städte gegliedert. Seit 1993 trägt Thüringen wie Bayern und Sachsen offiziell den Namenszusatz Freistaat, was aus den historischen Landesteilen begründet ist.

Thüringer Zoopark, Erfurt
Der Erfurter Zoo bezeichnet sich als Zoo der großen Tiere: Elefanten, Giraffen und Nashörner sind dort anzutreffen, aber auch viele kleinere Arten. Es ist der größte Zoo Thüringens und mit über 60 ha auch zu den flächengrößten Zoos Deutschland. Der Zoo ist noch relativ jung, geöffnet wurde er 1959. Zu den interessantesten Gebäuden gehören das alte und das neue Elefantenhaus und die Löwensavanne direkt am Eingang.

Thüringer Zoopark

Erfurt hat aber noch mehr zu bieten:

Erfurter Dom und Severikirche
Der Erfurter Dom (früher auch Marienkirche oder Propsteikirche Beatae Mariae Virginis genannt) ist der wichtigste und älteste Kirchenbau in Erfurt. Gut zu sehen vom Domplatz aus erheben sich der Dom und die benachbarte Severikirche. Von außen sind es beeindruckende Gebäude, im Inneren sind sie eher schlicht und wenig beeindruckend.

Kikafiguren in Erfurt
Erfurt ist der Sitz des KinderKanals und nicht nur Kindern fallen die Figuren des Senders im Erfurter Stadtgebiet auf. Die Idee zur Aufstellung der Figuren geht zurück auf das zehnjährige Jubiläum des Kinderkanals im Jahr 2007. Bernd, das Brot, Tabaluga, die Tigerente und zahlreiche Helden des DDR-Kinderfernsehens sind zu entdecken.

Neben dem Erfurter Zoopark gibt es noch einige kleinere Zoos in Thüringen, deren Besuch mehr oder weniger lohnenswert ist.

Tierpark Gotha

Tierpark Gotha
Der Tierpark in Gotha bietet teilweise einen interessanten Tierbestand (Quastenstachler, Ginsterkatze, Paka), aber einige der Anlagen sind durchaus ausbaufähig. Vor allem die Tierhäuser wirken beengt. Dort lässt auch die Beschriftung etwas zu wünschen übrig. Aber der Zoo ist auf einem guten Weg.
Tierpark Gotha

Meeresaquarium Zella-Mehlis
Auf 7800 m² (Ausstellungsfläche, plus Außengelände) zeigt der Erlebnispark Meeresaquarium Zella-Mehlis in mehr als 60 Aquarien Meer- und Süßwasserfische aus aller Welt. Teilweise sind (vor allem) die Meerwasseraquarien eher schlicht gehalten: Bodengrund, Steine, Fische. Nur einige wenige enthalten auch Seeanemonen und Korallen.
Sehenswert ist das „Krokodilhaus“ mit Mississippi-Alligatoren, Breitschnauzenkaimane, Nilkrokodile und anderen, sowie die Haie, die mit Bullenhai und Sandtigerhai auch größere Vertreter dieser Tiergruppe präsentieren.
Erlebnispark Meeresaquarium Zella-Mehlis

Kulturell hat Thüringen aber auch einiges zu bieten, einige der großen Dichter und Denker haben in Thüringen gelebt und gewirkt, man denke nur an Goethe, Schiller und Luther. Niemand in Thüringen kommt an ihnen vorbei.

Weimar
Weimar ist eine kreisfreie Stadt, die für ihr kulturelles Erbe bekannt ist. Die Mittelstadt liegt an einem Bogen der Ilm südöstlich des Ettersberges, der mit 478 Metern höchsten Erhebung im Thüringer Becken. Die Stadt ist nach Erfurt, Jena und Gera die viertgrößte Thüringens.
Im 16. Jahrhundert sind die Kunstmaler Lucas Cranach der Ältere und der Jüngere in Weimar tätig. Im 17. Jahrhundert erfolgte die Gründung der Fruchtbringenden Gesellschaft. Ins 18. Jahrhundert fallen die Aufenthalte von Johann Sebastian Bach. Darauf folgt die Weimarer Klassik mit Wieland, Goethe, Herder und Schiller. Das 19. Jahrhundert ist verbunden mit Franz Liszt, Richard Strauss, Friedrich Nietzsche und den Landschaftsmalern der Weimarer Malerschule an der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wirkten Harry Graf Kessler und Henry van de Velde in Weimar und es folgte die Gründung von Bauhaus und Weimarer Republik.
Die UNESCO erklärte die Bauhaus-Stätten in Weimar und Dessau 1996 und das „klassische Weimar“ im Dezember 1998 zum Weltkulturerbe. Zudem wurde der im Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar aufbewahrte Nachlass Goethes 2001 von der UNESCO in das kulturelle Gedächtnis der Menschheit als Weltdokumentenerbe (Memory of the World) aufgenommen. Zum Weltdokumentenerbe zählen seit 2015 auch frühe Schriften der Reformation, von denen ein Teil in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar aufbewahrt werden. In über 25 Museen und Ausstellungsorten wird das kulturelle Erbe von nationalem und internationalem Rang präsentiert.
In Weimar kann man einiges entdecken.
Eindrücke aus Weimar
Weimar

Panorama-Museum Bad Frankenhausen

Bad Frankenhausen
Bad Frankenhausen ist wesentlich kleiner als Weimar und vielleicht auch nicht die bekannteste Stadt in Thüringen, aber ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Selbst eine Stadtführung ist lohnenswert.
Das Bauernkriegspanorama ist ein monumentales Panoramabild über den Bauernkrieg mit dem Titel Frühbürgerliche Revolution in Deutschland des Leipziger Malers und Kunstprofessors Werner Tübke. Es befindet sich im Panorama Museum, einem eigens dafür errichteten Gebäudekomplex, auf dem Schlachtberg bei Bad Frankenhausen.
Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der sich seit Jahrhunderten durch geologische Prozesse neigende Turm der im 14. Jahrhundert errichteten Oberkirche (Unser Lieben Frauen am Berge). 25 Meter unter dem Turm fließt die Elisabeth-Quelle. Die Spitze ist inzwischen bei 4,60 Metern außerhalb des Lots. Der Turm hat damit die – in Metern – größte Schieflage aller Türme in Deutschland. In seine Sanierung sind seit der Wende 1,3 Millionen Euro geflossen. Das Dach des Kirchenschiffs wurde mit der Begründung eines Hausschwamm-Befalls 1962 abgetragen, seitdem ist es eine Ruine.
Bad Frankenhausen
Panorama-Museum

Kyffhäuser
Der Kyffhäuser ist ein kleines Mittelgebirge südlich des Harzes. Es ist ein Pultschollengebirge aus paleozoischen Gesteinen, welches sich steil nach Norden, aber nur sanft nach Süden hin abflacht, und dort im Süden und auch Westen vom Zechstein (Gipskarst) überlagert ist.
Auf einem Bergvorsprung im Nordosten des Kyffhäusergebirges befinden sich die Ruinen der Reichsburg Kyffhausen, die Ende des 19. Jahrhunderts durch das Kyffhäuserdenkmal zu Ehren Kaiser Wilhelms I. ergänzt wurden. Dabei wurde vor allem die Mittelburg zerstört, auf ihrem Platz wurde das Denkmal errichtet. Teile der Ruinen der Ober und Unterburg dagegen blieben erhalten, ebenso wurde der 176 m tiefe Burgbrunnen wieder restauriert.
Der Kyffhäuser ist der zentrale Punkt einer Sage der Bergentrückung, in der sich der über Jahrhunderte populäre Volksglaube an die Rückkehr eines Friedenskaisers ausdrückt. Nach dieser Sage schläft in einer Höhle des Kyffhäuserbergs der Kaiser Friedrich I., genannt Barbarossa, mitsamt seinen Getreuen, um eines Tages zu erwachen, das Reich zu retten und es wieder zu neuer Herrlichkeit zu führen.

Barbarossahöhle
Die Barbarossahöhle war die erste Höhle, die ich besucht habe und ist bisher auch für mich die spektakulärste Höhle geblieben, welche ich in Deutschland gesehen habe.
Die Barbarossahöhle ist eine von zwei zugänglichen Anhydrithöhlen auf der Welt und die einzige Anhydrit-Schauhöhle Europas. Sie ist eine Schlotte im Anhydrit (Gips) im Kyffhäuser bei Rottleben (Thüringen). Die Höhle umfasst weite Hohlräume, Grotten und Seen. Der Anhydrit wandelt sich durch die Luftfeuchtigkeit in der Höhle oberflächlich zu Gips um und nimmt dabei an Volumen zu. Die so entstehenden Gipsschichten lösen sich allmählich vom Untergrund ab und hängen ähnlich wie abfallende Tapeten an den Decken und Wänden der unterirdischen Hohlräume.
Die Barbarossahöhle wurde am 20. Dezember 1865 beim Vortrieb eines Stollens für den Kupferschieferbergbau entdeckt und 1866 als Schauhöhle mit dem Namen Falkenburger Höhle ausgebaut und eröffnet.
Barbarossahöhle

Höhler in Gera
Die Geraer Höhler sind ein System von künstlich angelegten Hohlräumen unter fast allen Häusern der Altstadt von Gera, die früher zur Lagerung von Bier genutzt wurden. Auch in anderen Städten Mitteldeutschlands (z. B. in Altenburg, Zeitz, Glauchau, Crimmitschau und Eilenburg) gibt es unterirdische Bierlagerstollen, jedoch wurden nur diejenigen in Gera als „Höhler“ bezeichnet.
Die Höhler wurden professionell durch Bergleute errichtet, was zum Teil ebenfalls den veränderten wirtschaftlichen Bedingungen dieser Zeit geschuldet ist. Die geringen Kupfer- und Silbervorkommen des Geraer Raumes, wo seit dem Mittelalter Bergbau betrieben wurde, waren im 17. Jahrhundert so gut wie ausgebeutet. Der Bau der Höhler bot den Bergleuten eine neue Arbeitsmöglichkeit.
In ganz Gera entstanden so Höhler mit einer Gesamtlänge von neun Kilometern. In der Regel liegen sie fünf bis acht, manchmal auch bis zu zehn Meter unter der Erde. Teilweise bestehen auch zwei Sohlen übereinander.

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