Zoopresseschau

Tiergarten Kleve 19.08.2022
Naturschutzforschung: Tiergarten Kleve trägt zur Schildkrötenstudie bei, die evolutionäre Theorien des Alterns in Frage stellt
Auch wenn Menschen im Vergleich zu ihren Vorfahren ein längeres Leben führen, können wir der Unvermeidbarkeit des Alterns nicht entkommen. Testudines – die Ordnung, zu der auch die im Tiergarten Kleve gehaltene Spaltenschildkröte gehört – können sich diesem Trend widersetzen, indem sie im Vergleich zu Menschen und anderen Arten einem anderen Alterungsmuster folgen. In einer neuen Studie, die in der Zeitschrift „Science“ veröffentlicht wurde, verwendeten die Forscher Daten, die der Tiergarten Kleve in Zusammenarbeit mit anderen Zoos und Aquarien beigetragen hat, um 52 Arten von Schildkröten zu untersuchen. Die vom Tiergarten Kleve im Zoological Information Management System (ZIMS) von Species360 aufgezeichneten Daten ermöglichten es den Forschern herauszufinden, dass Wasser- und Landschildkröten im Gegensatz zu Menschen und anderen Arten gängigen Evolutionstheorien trotzen und die Alterungsrate als Reaktion auf Verbesserungen der Umweltbedingungen reduzieren können. Evolutionäre Theorien des Alterns sagen voraus, dass alle lebenden Organismen mit zunehmendem Alter schwächer werden und ihr Zustand sich verschlechtert (Seneszenz) – und schließlich sterben. Forscher der Species360 Conservation Science Alliance und der University of Southern Denmark zeigen nun anhand von Daten, die vom Tiergarten Kleve und anderen Zoos erfasst wurden, dass bestimmte Tierarten wie Schildkröten eine langsamere oder völlig ausbleibende Seneszenz aufweisen, wenn sich ihre Lebensbedingungen verbessern. Von 52 Schildkröten- und Schildkrötenarten zeigen 75% eine extrem langsame Seneszenz, während 80% eine langsamere Seneszenz als moderne Menschen haben. „Wir stellen fest, dass einige dieser Arten ihre Alterungsrate als Reaktion auf die verbesserten Lebensbedingungen in Zoos und Aquarien im Vergleich zur Wildnis reduzieren können“, so Co-Autorin der Studie, Prof. Dalia Conde, Species360 Director of Science, Leiterin der Species360 Conservation Science Alliance. „Darüber hinaus spielen moderne zoologische Organisationen eine wichtige Rolle bei der Erhaltung, Bildung und Forschung, und diese Studie zeigt den immensen Wert von Zoos und Aquarien, die Aufzeichnungen für den Fortschritt der Wissenschaft führen.“ Martin Polotzek, Leiter des Klever Tiergartens: „Wir beteiligen uns im Tiergarten Kleve gerne an den verschiedensten Forschungsprojekten- angefangen von Seehunden über Rüsselspringer bis hin zu Schildkröten. Seit letztem Jahr verwalten wir unseren Tierbestand mit dem international anerkannten Programm ZIMS/Species 360, welches auch von allen anderen renommierten Zoos weltweit verwendet wird. Über dieses Programm wird nicht nur eingepflegt, welche Tiere wir halten. Wir sammeln hierüber auch Daten wie Gewichte, Lebenserwartungen und medizinische Befunde, die zur internationalen Forschung verwendet werden. Und so sind wir stolz darauf, dass die Daten, die wir über die Schildkröten in unserer Sammlung gesammelt und kuratiert haben, zu dieser Studie beigetragen haben und den Forschern geholfen haben, das Altern bei diesen Arten besser zu verstehen.“ Der Tiergarten Kleve ist Mitglied von Species360, einer gemeinnützigen Organisation, die die Zoologischen Informationsmanagementsysteme (ZIMS) unterhält – die größte Datenbank zu Wildtieren in menschlicher Obhut. Aktuell befindet sich der Tiergarten Kleve in einem Wandel zu einem modernen Natur- und Artenschutzzentrum, welches sich den vier Hauptaufgaben wissenschaftlich geführter Zoos verschreibt: Artenschutz, Forschung, Bildung und Erholung. Mit dem neuen Masterplan „Tiergarten Kleve 20+“ sind zahlreiche neue Anlagen geplant. Derzeit laufen unter anderem die Baumaßnahmen an einer neuen Anlage für Rote Pandas und die vom Aussterben bedrohten Zweifarbtamarine.

Tierpark und Tropen-Aquarium Hagenbeck 19.08.2022
Neue Nilkrokodile für Hagenbeck – Drei neue Weibchen schwimmen im Krokodilsee
Vergangene Woche reiste der Zoologische Direktor Dr. Guido Westhoff auf die Farm ‚La ferme aux crocodiles‘ in den größten Reptilienpark Europas in Pierrelatte, eine kleine Gemeinde nahe Lyon in Frankreich, um für Verstärkung bei den Nilkrokodilen im Tropen-Aquarium zu sorgen. Mit Tierpflegern der Krokodilfarm wurden drei Weibchen gesichert, gechipt, sediert und tiergerecht in den temperierten Tiertransport geladen. Nach einer 18-stündigen Fahrt erreichte der Transporter in den Morgenstunden das Tropen-Aquarium. Die drei Weibchen sind drei Meter sind, haben ein Alter von 29 Jahren und wiegen 150 Kilogramm. Getauft wurden sie auf die Namen Zonja, Mia und Linyanti. Nilkrokodile zählen zu den größten und gefährlichsten Krokodilen der Welt und können bis zu sieben Meter lang werden. Im Tropen-Aquarium Hagenbeck leben sie auf 350 Quadratmetern. Der Krokodilsee hat ein Fassungsvermögen von 400.000 Litern. Besonders ist hier vor allem die Unterwassereinsicht, welche einen einzigartigen Blick auf die schwimmenden und tauchenden Tiere bietet.Nach ihrer Ankunft blieben sie zunächst noch einige Zeit in ihren Kisten, bis sie diese vorsichtig verließen und ihr neues Territorium erkundeten. Dr. Guido Westhoff beobachtete das Geschehen zusammen mit Florian Ploetz und Tierpflegerin Anna Schnee. „Ich bin sehr zufrieden mit der Ankunft der neuen Tiereund der Zusammenführung. Es gab weder Streit noch Machtkämpfe und ich bin sehr zuversichtlich, dass wir schon bald eine großartige Gruppe mit einer starken Sozialstruktur erleben dürfen.“ Die Tiere sind bekannt für ihr ausgeprägtes Sozialverhalten, ihre beachtliche Gedächtnisleistung und ihre erstaunliche Lernfähigkeit. Im Tropen-Aquarium Hagenbeck werden die Tiere täglich von Florian Ploetz, Bereichsleiter Terraristik trainiert. Ein Training ermöglicht den Tieren nicht nur einen abwechslungsreichen Alltag mit viel Beschäftigung, sondern erleichtert auch die Handhabung der Tiere für ärztliche Untersuchungen sowie Tauchgänge und Reinigungsarbeiten im Becken. Bis zu acht Kommandos können die Tiere befolgen. Darunter Kommen, Halt, an Land gehen oder auf ihren Namen hören. Entwickelt wurde das Trainingsprogramm über mehrere Wochen mit einem Krokodilexperten. Die drei Krokodilweibchen aus Frankreich haben bisher keinerlei Trainingserfahrungen und werden beim Training zunächst nur zugucken. Florian Ploetz ist sich der bevorstehenden Arbeit bewusst und geht davon aus, dass das Training mit den neuen Tieren viel Zeit und Geduld kosten wird, doch er ist zuversichtlich: „Auch wenn die neuen Tiere das Geschehen zunächst nur beobachten werden, werden sie sich nach kurzer Zeit fragen, ‚Was passiert da, wieso wird das Tier belohnt?‘ und sich die Verhaltensweisen abgucken. Ich bin zuversichtlich, dass die Krokodile vor allem ihren Namen und auch die Target-Verfolgung schnell erlernen werden. Bei den Abläufen und Aufgaben wird es ein bisschen schwieriger, doch spätestens in einem Jahr sollte ein Training mit allen sechs Tieren gut möglich sein“

Tierpark Neumünster 19.08.2022
Nachhaltigkeitsaktionstag im Tierpark Neumünster
Mitarbeitende von Coca-Cola Europacific Partners Deutschland engagieren sich regelmäßig bei Nachhaltigkeitsaktionstagen. Das Unternehmen stellt Mitarbeitende dafür an zwei Tagen pro Jahr frei. Am 17.08.2022 fanden sich acht Mitarbeitende im Tierpark Neumünster ein, um während eines solchen Aktionstages das Tierpark-Team beim Bau einer Benjeshecke zu unterstützen. Das Team um Achim Stoffers war begeistert vom Projekttag, “Dahinter steht auch das Selbstverständnis, sich als Partner in den Regionen, in denen wir tätig sind, einzubringen. Den Tierpark bei einem solch nachhaltigen Projekt zu unterstützen hat allen sehr viel Freude bereitet.“, so der Sales Manager. Tierparkleiterin Verena Kaspari erläutert, „Es war wunderbar, für dieses Teilprojekt plötzlich so viele helfenden Hände zur Verfügung zu haben! Das Tierpark-Team hätte gut eine Woche an dieser Hecke gebaut, die nun in nur wenigen Stunden fertiggestellt werden konnte.“ Benjeshecken sind aufgeschichtete Totholzhecken. Sie bieten viel Lebensraum für die einheimische Tierwelt, da beispielsweise Singvögel und Kleinsäuger, beispielsweise Igel, in diesen Hecken Schutz finden. Der Tierpark nutzt bereits seit vielen Jahren diese Hecken, um Gehege einzufrieden und gleichzeitig Lebensraum zu schaffen. Das TierparkTeam bedankt sich vielmals bei Coca-Cola Europacific Partners Deutschland und freut sich über jede Firma, die diesem nachhaltigen Engagement nacheifern möchte.

Alpenzoo Innsbruck-Tirol 19.08.2022
Erneuter Nachwuchs bei den Kurzohrmäusen
Nach der sensationellen Welterstzucht der Kurzohrmäuse am 13.06.2022, durfte sich der Alpenzoo vor kurzem erneut über weitere junge Mäuse freuen. Mittlerweile kam es schon zu drei erfolgreichen Aufzuchten. Zoodirektor Dr. André Stadler freut sich sehr über den Nachwuchs: „Jede Nachzucht unserer Kurzohrmäuse ist ein großer Erfolg für den Alpenzoo und die Rettung dieser bedrohten Art. Eine weitere Nachzucht zeigt uns, dass unsere Pfleger hier eine sehr gute Arbeit leisten und sich die Mäuse offensichtlich bei uns wohl fühlen“. Aktuell sind die Tiere noch in einem eigenen Bereich (Quarantäne) untergebracht, da diese Tierart nicht nur nicht im Alpenzoo, sondern bisher noch in keinem Zoo der Welt gehalten wurde. Die Tiere werden dabei verhaltensbiologisch beobachtet, um so viel wie möglich über diese Art erforschen zu können wie z.B. wann die Tiere am liebsten aktiv sind oder was sie fressen. Später werden die Mäuse dann in der neuen Anlage „Untertierisch“ auch für unser Publikum zu sehen sein.

Münchner Tierpark Hellabrunn 19.08.2022
Hellabrunn unterstützt Artenschutzprojekt für Rubinkehltangare in Brasilien
Der Münchner Tierpark Hellabrunn hat sich ein weiteres Mal weit über die Grenzen des Zoos hinaus für hochbedrohte Tierarten engagiert. Im Osten Brasiliens sind die dort endemischen Rubinkehltangare vom Aussterben bedroht und der Bestand kann nur durch konzertierte Schutzaktivitäten gesichert werden. Im Schulterschluss mit der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz e.V. (ZGAP) und weiteren Tierparks aus Deutschland finanziert Hellabrunn vor Ort diverse Schutz-, Monitoring- und Aufklärungsaktivitäten über lokale Träger von Artenschutzprojekten. Die Rubinkehltangare (Nemosia rourei) ist eine endemische, also ausschließlich im brasilianischen Bundesstaat Espírito Santo im Osten des Landes vorkommende Singvogelart. Sie ist eine der am stärksten bedrohten Vogelarten der Welt und wird von der IUCN als vorm Aussterben bedroht eingestuft. Die ca. 14 cm langen Vögel wohnen im Blätterdach des Regenwaldes und zeichnen sich durch eine markante rubinrote Einfärbung ihrer Kehle aus. Ihr verbliebenes Nebelwald-Habitat am atlantischen Regenwald ist stark fragmentiert, aber mittlerweile gut erforscht. 2021 ist der weltweite Gesamtbestand dank zwei erfolgreicher Bruten in zwei Teilgebieten erfreulicherweise von 11 auf 15 Tiere gestiegen. Vor Ort in Brasilien kümmert sich das Instituto Marcos Daniel um die Organisation und Umsetzung der Schutzmaßnahmen für den kaum noch existenten Singvogel. Zum einen geht es um den Schutz der Nester der Rubinkehltangare in den zwei Projektregionen (Caetés Forest und dem Augustio Ruschi Biological Reserve) während der Brutsaison und die Verhinderung ihrer Ausplünderung durch Fressfeinde, um das Überleben der Jungvögel zu sichern. Des Weiteren werden biologische Daten zum Fortpflanzungs- und Fressverhalten der Art gesammelt, um den langfristigen Schutz der Art zu verbessern. Im Dezember 2021 wurde vom Instituto Marcos Daniel ein 284 Hektar großes Schutzgebiet im Primärregenwald für die Rubinkehltangare eingerichtet. Und Dank der Fördermittel aus Hellabrunn und der Projektpartner konnten kürzlich vor Ort ein Biologe und ein Feldassistent eingestellt werden, die ab der kommenden Brutsaison für die tägliche Überwachung zuständig sein werden. Flankiert werden die Maßnahmen mit einem Programm zur Einbindung der Lokalbevölkerung, welches zeitgleich mit Schulen und anderen Gruppen im Waldgebiet von Caetés zusammenarbeitet. Dazu gehört z.B. eine Foto-Wanderausstellung (Aves de Caetés), die in Schulen und an öffentlichen Plätzen gezeigt wird und bisher mehr als 5.000 Menschen erreicht hat. Sie hat viele Türen geöffnet, vor allem bei den drei Stadtverwaltungen in der Region, bei den Umwelt-, Bildungs- und Tourismusabteilungen, die sich dem Umweltbildungsprogramm anschließen und die Durchführung der Aktivitäten unterstützen. „Als wissenschaftlich geführter Zoo und Kompetenzzentrum für Artenschutz und Umweltbildung liegt es in unserer Verantwortung, regelmäßig über den Tellerrand, also unseren eigenen Zoobetrieb und Tierbestand, hinauszuschauen und dort mit den möglichen Mitteln zu helfen, wo es am nötigsten und dringlichsten ist. Gemeinsam mit der ZGAP und den teilnehmenden zoologischen Einrichtungen versuchen wir, den für die Rubinkehltangare fast „auf zwölf stehenden Zeiger“ mit unseren Möglichkeiten wieder etwas zurückzudrehen.“, erklärt Rasem Baban, Vorstand und Tierparkdirektor in Hellabrunn die Unterstützung der Projekte durch den Münchner Zoo.

Neunkircher Zoo 18.08.2022
Sportlicher Sommerferien spaß im Neunkircher Zoo
Nachdem am 15. August erfolgreich das Zoolympische Kinderfest im Neunkircher Zoo stattfand, freut sich der Zoo schon auf das nächste Highlight: die Judo-Safari am 24. August. Bei dem Zooylmpischen Kinderfest warteten verschiedene Stationen auf die Kinder. Neben ihrem Wissen über die tierischen Bewohner, durften die Kinder auch ihr sportliches Geschick zeigen. Die Besucher freuten sich über Stationen wie „Tanz wie ein Tier!“, die von dem Tanzstudio District by Tanzloft ausgerichtet wurde, „Sprinte wie ein Nandu“, oder „Taste wie ein Waschbär“. Neben den Stationen wartete die Drogeriemarktkette DM mit Kinderschminken und tollen Glitzertattoos auf die Kinder. Zwei Stationen des Kinderfests wurden zudem vom Saarländischen Judo-Bund betreut. Im Zuge dieser Kooperation steht nun die nächste Veranstaltung in den Startlöchern, die Judo-Safari. Auch hier dürfen sich die kleinen Gäste auf tolle und spannende Stationen freuen. Die Judo-Safari gehört seit vielen Jahren zu einer der erfolgreichsten Breitensportaktionen des Deutschen Judo-Bundes (DJB). In diesem Sommer bringt der Dachverband der deutschen Judoka die Judo-Safari in die Zoos der Republik. In Zusammenarbeit mit den Landesverbänden des DJB konnten deutschlandweit Kooperationen mit Zoos und Tierparks geschlossen werden. Im Neunkircher Zoo findet die Judo-Safari am 24. August von 11 bis 16 Uhr statt. Das Angebot richtet sich explizit an alle sportbegeisterten Kinder und Jugendlichen und ist offen für alle. „Kommt mit euren Familien und Freunden vorbei, meistert die Safari-Challenges und genießt einen Tag voller Abenteuer. Ob junger Judoka oder einfach nur sportbegeistert, es ist für jeden etwas dabei“ so DJB-Präsident Thomas Schynol. Kinder und Jugendliche sollen durch dieses spezielle Angebot wieder für Sport und Bewegung begeistert werden.

Zoo Salzburg 18.08.2022
Halbzeit beim Nachtzoo 2022: „Dschungel-Feeling“ und ein neugieriger Puma
„Eigentlich sollte jeden Monat Nachtzoo sein“, hörte man eine Besucherin am Samstagabend des vergangenen Wochenendes sagen. Kein Wunder, denn ein Spaziergang durch den Zoo bei Nacht fühlt sich fast so an, also würde man durch den Dschungel laufen. Angestrahlt im Scheinwerferlicht sorgt das üppige Grün des Zoo Salzburg, das nicht nur die Anlagen, sondern auch die Besucherwege säumt, für echtes „Dschungel-Feeling“. Die besondere Stimmung wird in diesem Jahr höchstens von Neuzugang Inigo getoppt. Seit seiner Ankunft im Zoo Salzburg vor zwei Monaten hielt er sich eher vornehm zurück, doch beim Nachtzoo zeigt er sich in voller Schönheit und sehr präsent direkt vor den faszinierten Augen der Besucher. Die gute Nachricht: Alle, die es bisher versäumt haben, den Nachtzoo zu besuchen, erhalten noch an zwei Wochenenden die Gelegenheit dazu. Nachdem es an jedem Nachtzoo-Wochenende einen anderen Themenschwerpunkt gibt, stehen am 19. und 20. August die Tiere Eurasiens und am 26. und 27. August 2022 wieder die Zoobewohner aus Südamerika im Mittelpunkt des Geschehens. Dabei dürfen sich Besucher am kommenden Freitag- und Samstagabend ab 19 Uhr beispielsweise über drei stündliche Kurzführungen oder den Tierpfleger-Talk um 20.30 Uhr vor der Bärenanlage freuen. Natürlich steht es auch jedem frei, einfach nur die magische Atmosphäre zu genießen und die einmalige Gelegenheit zu nutzen, sich zu später Stunde im Zoo Salzburg aufhalten zu können.

Kölner Zoo 18.08.2022
Let’s dance – Springen auf Kommando: Medical Training bei einer der bedrohtesten Lemurenarten der Erde
Coquerel-Sifakas, auch als tanzende Affen bekannt, zählen zu den seltensten Primaten der Erde. Seit 2021 hält der Kölner Zoo mit „Ziggy“ und „Justa“ die in der Pflege sehr anspruchsvollen und viel biologische Expertise benötigenden Tiere. Er ist damit einer von drei Zoos in Europa. Heute zeigte der Zoo erstmals, wie die Publikumsstars täglich von den Tierpflegern trainiert werden. Sie haben z.B. gelernt, auf Kommando in Kisten zu klettern, sich den Bauchraum abtasten zu lassen oder gezielt in bestimmte Richtungen zu springen. Die Tierpfleger arbeiten dafür mit positiver Bestärkung, d.h. dass „Ziggy“ und „Justa“ jedes Mal eine Futterbelohnung erhalten, wenn sie ihre Aufgaben erfolgreich erledigt haben. Die sogenannten Medical Trainings dienen einerseits der Beschäftigung. Andererseits erleichtern sie z.B. das Wiegen oder andere vorsorgliche Checks. Beschäftigungsprogramme und Medical Trainings nehmen in der modernen Zooarbeit einen großen Stellenwert ein. Die Tiere bleiben damit aktiviert, ihre natürlichen Sinne können geschärft und Neugier- und Spieltrieb sinnvoll zur Gesundheitsvorsorge genutzt werden. Auch die Besucher profitieren. Viele der Medical Trainings sind zu festen Zeiten für die Gäste einsehbar, so im Kölner Zoo z.B. im Rahmen der täglich stattfindenden Flugschauen (*bei passender Witterung), der Seelöwenshows oder Erdmännchen- und Waschbärenfütterungen. Eine Übersicht über die verschiedenen Angebote ist unter www.koelnerzoo.de zu finden. Sifaka-Haltung: Engagement und Expertise, um diese Art zu retten – „Ziggy“ und „Justa“ haben vor rd. zwölf Monaten einen eigenen großzügigen Bereich im Madagaskarhaus des Zoos bezogen. Die Anlage hat das Team des Kölner Zoo durch zahlreiche senkrechte Äste und Lianen sowie Futterplattformen für Sifakas optimiert. Der 5,5-jährige „Ziggy“ hat einen im Vergleich zu seiner Partnerin etwas größeren Kopf. Er ist ein ruhiger und ausgeglichener Charakter. Weibchen „Justa“ ist die aktivere der beiden. Beide bewegen sich hüpfend und springend fort – ein für Primaten ungewöhnliches und freudig anzusehendes Verhalten, das die Sifakas als „tanzende Affen“ bekannt gemacht hat. Sifakas sind in der Haltung überaus anspruchsvoll. Als Futterspezialisten fressen sie nahezu ausschließlich Blätter. Die Kölner Tierpflegerinnen frieren daher bereits heute Laubrationen für den Winter ein. Die beiden schätzen v.a. die Blätter von Hainbuche, Buche, Haselnuss und Roteiche. Das Futter muss zunächst desinfiziert und portioniert werden. Auch müssen die Tiere immer wieder beobachtet und bei Unregelmäßigkeiten der Kotbeschaffenheit untersucht werden. U.a. auch dazu dienen die regelmäßigen Medical Trainings. Der Kölner Zoo freut sich über Paten für diese tollen Tiere – einfach und bequem buchbar z.B. über den neuen Zoo-Onlineshop: www.koelnerzoo.de/besuch#onlineshop Fakten auf einen Blick: • Sifakas zählen zu den seltensten und bedrohtesten Primatenarten der Erde • Im Freiland kommen sie nur noch in wenigen Laubtrockenwäldern im Westen Madagaskars, dem drittärmsten Land der Erde, vor • Neben den Coquerel-Sifakas gibt es neun weitere Sifaka-Arten; acht von ihnen sind vom Aussterben bedroht, eine Art ist stark gefährdet • Hauptgefahr für die Sifakas stellt die Zerstörung ihres kleinen Lebensraumes durch Umwandlung in Viehweiden und durch die Holzkohleerzeugung dar. Traditionell wurden sie jahrzehntelang nicht gejagt (es bestand ein Tabu, ein sogenanntes „Fady“), mittlerweile sind solche Traditionen aufgeweicht und der Jagddruck durch die hungernde Bevölkerung nimmt zu • Der Kölner Zoo unterstützt jedes Jahr die wichtige Arbeit der „Madagascar Fauna and Flora Group“, die sich für den Schutz der madagassischen Tier- und Pflanzenwelt einsetzt. Kuratorin Dr. Johanna Rode-Margono reiste kürzlich auf die Insel, um weiteres mögliches Engagement durch den Kölner Zoo zu sondieren. • Kopfrumpflänge 42 bis 50 Zentimeter; hinzu kommt der 50 bis 60 Zentimeter lange Schwanz. Ihr Gewicht beträgt 3,5 bis 4,3 Kilogramm • Die Weibchen sind dominant, insbesondere bei der Fütterung • Sie leben meist in Gruppen von 3-10 Tieren, in der Regel Elterntiere und deren Nachwuchs • Es sind tagaktive Lemuren, die sich hüpfend und springend fortbewegen • Sie bilden im Freiland Reviere von 4 bis 8 ha aus, von denen 2-3 ha Kerngebiet sind • Sifakas sind Pflanzenfresser, die sich vorwiegend von Blättern und Knospen ernähren. In der Regenzeit nehmen sie auch Rinde zu sich und fressen vermehrt Blüten und Früchte

Tiergarten Schönbrunn 18.08.2022
Neue Felsenlandschaft für Schönbrunner Löwen
Löwen wollen hoch hinaus und haben ihr Revier gerne im Blick. Im Tiergarten Schönbrunn wurde daher die mittlerweile 20 Jahre alte Löwenanlage modernisiert, um den drei Großkatzen noch mehr erhöhte Plätze zu bieten. Die Anlage wurde mit einer neuen, großzügig angelegten Felsenlandschaft ausgestattet, die den majestätischen Tieren Beschäftigung sowie Schutz vor Sonne und Regen bietet. Im Winter sind die Plattformen beheizbar. Außerdem dienen die Felsen den Raubkatzen als ideale Aussichtsplattform. „Unser Löwenrudel besteht aus zwei Weibchen und einem Männchen, die 2008 bei uns geboren wurden. Die Tiere sind bereits dabei, die Anlage zu erkunden, und haben schon ihre neuen Lieblingsplätze für sich entdeckt“, so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck. „Die Felskonstruktion besteht aus drei verschieden modellierten und bemalten Betonschichten, um die richtige Stabilität und Struktur zu gewährleisten. Hauptziel war, die Felsenlandschaft dem natürlichen Lebensraum der Großkatzen im südlichen Afrika nachzuempfinden“, erklärt Christine Eder, Team Technik & Projektkoordination. An den Tieranlagen lässt sich besonders gut erkennen, wie sich der Tiergarten über die Jahre verändert und weiterentwickelt hat. „Schritt für Schritt werden unsere Anlagen aus- und umgebaut, um sie im Einklang mit dem UNESCO-Weltkulturerbe Schönbrunn noch tiergerechter zu gestalten und nicht nur für unsere Besucherinnen und Besucher attraktiver zu machen. Die Löwenanlage wurde bereits 2002 nach damaligen Maßstäben erbaut, daher war jetzt Zeit für eine Adaptierung“, betont Stephan Hering-Hagenbeck.

Zoo Magdeburg 18.08.2022
„Bunte Wölfe“ und „Fledermausohrige Füchse“ auf Entdeckungstouren
Vierlinge der Afrikanischen Wildhunde und Löffelhunde zu bestaunen
Nur mit viel Glück waren bis vor Kurzem die Vierlinge der Afrikanischen Wildhunde (Lycaon pictus, übersetzt „bunter Wolf“) und der Löffelhunde (Otocyon megalotis) von den Besuchern zu sehen. Jetzt ist das Welpenquartett der Afrikanischen Wildhunde aus dem Gröbsten heraus und begleitet seine Eltern auf die Außenanlage an der Elefantenanlage. „Der Zoo Magdeburg freut sich über seinen Erstzuchterfolg bei den Afrikanischen Wildhunden. Unser Ziel ist, nun den bestmöglichen Beitrag zum EAZA Ex-situ Programm (EEP) für Afrikanische Wildhunde und damit zum Schutz dieser stark gefährdeten Art zu leisten,“ erklärt der Kurator und Tierarzt Felix Husemann. Der aufgrund seiner auffälligen, kontrastreichen Fellfärbung auch Hyänenhund genannte Afrikanische Wildhund ist in vielen Gebieten Afrikas aufgrund von Habitatverlust und zunehmendem Konflikt mit dem Menschen bereits ausgestorben. In deutschen Zoos wird diese Tierart nur in Berlin, Frankfurt/Main, Rostock und Magdeburg gehalten.Löffelhunde sind im Vergleich zu den Afrikanischen Wildhunden schwieriger im Zoo zu beobachten, da sie weitgehend dämmerungsaktiv sind und zudem gemeinsam mit den Afrikanischen Elefanten eine weitläufige Außenanlage bewohnen. Vielleicht ist es gerade dieses (fast) „wilde Leben“, das zum regelmäßigen Zuchterfolg der afrikanischen Füchse mit den auffälligen „Fledermausohren“ im Zoo Magdeburg beiträgt. Mit der erfolgreichen Zucht unterstützt der Zoo Magdeburg das EEP für Löffelhunde. Besucher erhaschen meist den besten Blick auf die Elterntiere sowie die beiden weiblichen und männlichen Welpen von der Terrasse an der Elefantenanlage.
Öffentliche Fütterung der Afrikanischen Wildhunde Montag, Mittwoch und Freitag jeweils um 11 Uhr

Opel Zoo Kronberg 17.08.2022
Endspurt im Sommerferienprogramm im Opel-Zoo Nachwuchs beim stark bedrohten Bucharahirsch
Auch in den letzten beiden Wochen der hessischen Sommerferien gibt es im Opel-Zoo noch ein umfangreiches Programm: Montags bis freitags finden jeweils um 11 Uhr Öffentliche Führungen zu verschiedenen Themen statt: Die Ferienführungen sind kostenfrei, ohne Zusatz zum Eintrittspreis und starten an der Bronzestatue des Zoogründers mit dem kleinen Elefanten nach dem Haupteingang. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Zu den täglich drei Mal um 12, 14 und 16 h stattfindenden Führungen in der Madagaskar-Voliere hingegen ist eine online-Anmeldung auf www.opel-zoo.de unabdingbar. Sie sind ebenfalls kostenfrei, Treffpunkt ist am unteren Eingang der Voliere. Während dieser Führung muss zum Schutz der Tiere eine Gesichtsmaske getragen werden. Täglich um 16 Uhr werden darüber hinaus Tierpflegergespräche bei den Brillenpinguinen angeboten. Jeweils um 14 Uhr findet am Montag das kommentierte Elefantentraining statt, am Dienstag das Tierpflegergespräch beim Pelikan, beim Gepard am Mittwoch, beim Eisfuchs am Donnerstag und beim Dromedar am Freitag. Treffpunkt ist jeweils vor den Gehegen. Auch eine weitere Fledermausführung mit der Expertin Ulrike Balzer gibt es noch einmal zum Ferienende: Am 2.9. um 19.30 h startet die Führung vom Haupteingang aus und die Fledermäuse auf dem Zoogelände werden mit Detektorortung aufgespürt. Bei ungünstiger Witterung gibt es einen interessanten Vortrag über die Fledermäuse in der Zooschule. Die Fledermausführung richtet sich an Interessierte ab 8 Jahren und die Teilnahme kostet 20 € pro Person. Zahlreiche Jungtiere, darunter allein fünf Erstnachzuchten für den Tierbestand des Freigeheges lassen den Zoobesuch darüber hinaus zu einem besonderen Erlebnis werden. Auch beim Bucharahirsch, einer Unterart des Rothirsches aus dem Westlichen Zentralasien wurde Ende Juli noch ein Jungtier geboren. Der Bucharahirsch ist stark in seinem Bestand im Freiland bedroht: In seinem Verbreitungsgebiet gibt es nur noch knapp 2.000 Tiere.

Zoologisch-Botanischer Garten Wilhelma Stuttgart 17.08.2022
Im Juli geschlüpfte Küken mit vier Wochen nun gut sichtbar – Erste Brut in neuer Voliere bei Schneeeulen erfolgreich
Den ungewöhnlichen Reigen seltener Jungtiere in der Wilhelma setzen die Schneeeulen fort, bei denen nach 14 Jahren Pause drei Küken geschlüpft sind. Die Schneeeulen könnten die heimlichen Stars des Zoologisch-Botanischen Gartens sein, wenn sie in diesen Breitengraden nicht so auffällig wären. Da in Stuttgart selten Schnee liegt, sind sie in ihrer Voliere immer leicht zu entdecken – im Gegensatz zu den anderen meist braun gefärbten Greifvögeln, wie ihre Nachbarn: die Seeadler und Uhus. Vielleicht verschafft ihnen auch ihre optische Präsenz besonders viele Fans. In der Beliebtheitsskala der Patenschaften für Wilhelma-Tiere liegen sie weit oben: hinter den Erdmännchen und Pinguinen gleich auf Platz drei. Dennoch blieb der Mitte Juli geschlüpfte Nachwuchs von den Gästen bisher weitgehend unbemerkt. Erst mit vier Wochen sind die Küken jetzt so eigenständig unterwegs, dass sie einzeln gut auszumachen ist. Anfangs nahm die Eulenmutter „Snow“ das Trio unter ihre Fittiche. Sie blieb ständig bei ihrer Brut, wärmte sie in der Nestmulde und schirmte sie vor Blicken ab. Zur Tarnung zieren dabei das weiße Gefieder der Bodenbrüterin viele schwarzbraune Bänder, damit sie zwischen Zweigen, Blättern und Erde weniger auffällt. Das Männchen „Olaf“ trägt dagegen als Versorger, der in normalerweise arktischer Umgebung auf Beutefang geht, ein fast schneeweißes Kleid mit wenigen dunklen Einsprengseln. In ihren Brutgebieten, die nördlich der Baumgrenze größtenteils in Alaska, Kanada, Grönland, Skandinavien und Russland liegen, jagen sie vor allem Lemminge und Schneehasen. Als Besonderheit unter Eulen tun sie dies auch tagsüber: zwangsläufig, denn nördlich des Polarkreises wird es in ihrer Brutzeit im Sommer nicht dunkel. Wenn es zu einem der regelmäßigen Einbrüche des Lemmingbestands etwa alle vier bis fünf Jahre kommt, wandern die Schneeeulen in den Süden. Bricht zugleich die Hasenpopulation ein, sogar sehr weit. Dann sind sie manchmal selbst auf dem Balkan, in Nordindien oder dem Süden Nordamerikas anzutreffen. Da beweisen sie, dass sie auch in gemäßigtem Klima gut klarkommen. Trotzdem leidet die Art unter dem Klimawandel, weil der Permafrost des Bodens in der Tundra auftaut und das ganze Ökosystem ihrer Brutgebiete verändert. Seit 2017 stehen Schneeeulen daher auf der Roten Liste: Den sinkenden Bestand von schätzungsweise nur noch 14.000 bis 25.000 Vögeln in der Natur stuft die Weltnaturschutzunion IUCN als „gefährdet“ ein. In Zoos sind sie dagegen relativ gut vertreten. Wie viele Eier ein Gelege enthält, hängt von der Verfügbarkeit von Futter ab. In der Wilhelma mangelt es nicht an Nahrung, so dass Snow, die 2009 aus dem Erlebniszoo Hannover nach Stuttgart wechselte, auch in den Vorjahren schon öfter Eier gelegt hatte, aus denen aber nie etwas wurde. Daher stand Olaf, der 2015 aus dem Zoo Hoyerswerda hinzukam, im Verdacht, die Eier nicht befruchtet zu haben. Die Befürchtung, dass er dazu gar nicht fähig sein könnte, ist nun ausgeräumt, da nach rund einem Monat aus drei von fünf Eiern Küken schlüpften. Befördert hat dies möglicherweise, dass die Schneeeulen im Jahr 2020 in eine Voliere umziehen konnten, die größer und schattiger ist und speziell für sie aufgemöbelt wurde, zum Beispiel mit Baumstümpfen als Sitzgelegenheiten. Wer nach den Küken Ausschau hält, darf nicht nach weißen Schwingen gucken. Ihr kurzes Dunenkleid ist jetzt aschgrau. Zwar wagen sich die Nesthocker mittlerweile von ihrer Mutter fort, doch sind die drei noch flugunfähigen Küken dabei etwas unbeholfen zu Fuß unterwegs. Wenn sie sich von der Anstrengung ausruhen, sitzen sie wie kleine Flauschkegel scheinbar ohne Flügel bewegungslos da oder schlafen auf dem Bauch ein und legen dabei den Kopf flach auf dem Boden ab, in der Hoffnung nicht von Feinden entdeckt zu werden. Manche Wilhelma-Gäste, die sie so gesichtet hatten, befürchteten deshalb, die müden Küken seien bereits endgültig entschlafen. Doch dann verrät die Jungvögel meist der charakteristische Augenaufschlag der Schneeeulen: Den markant durchdringenden Blick ihrer bernsteinfarbenen Iris zeichnen die Kleinen schon aus wie ihre Eltern.

Tiergarten Nürnberg 17.08.2022
Rebhühner in den Pegnitzauen ausgewildert
Artenschutz vor der Haustür: Mitarbeitende des Tiergartens der Stadt Nürnberg haben gemeinsam mit Jägern des Reviers Wetzendorf und Schulkindern in den Pegnitzauen zwischen Schwaig und Lauf an der Pegnitz 30 Rebhühner (Perdix perdix) ausgewildert. Intensive, zunehmend technisierte Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden und der Verlust des Lebensraums sind Gründe dafür, dass der Bestand der Hühnervögel in Europa und Deutschland rapide zurückgeht. Aber auch der Straßenverkehr sowie eine nicht nachhaltige Bejagung können eine Gefahr für den Bestand darstellen. Laut dem bayerischen Umweltamt leben in unserem Bundesland nur noch 4.600 bis 8.000 Brutpaare – Rebhühner gelten hierzulande also als stark gefährdet. Mit seiner angegliederten biologischen Landwirtschaft in seiner Außenstelle Gut Mittelbüg in Schwaig bietet der Tiergarten den Rebhühnern einen idealen Lebensraum: Kleinparzellige Acker- und Wiesenflächen und Feldraine sorgen für ein ausreichendes Nahrungsangebot und Versteckmöglichkeiten für die bis zu 30 Zentimeter großen Vögel, die sich hauptsächlich laufend oder in niedrigem Gleitflug fortbewegen. Im Frühjahr haben Tiergartenmitarbeitende zudem gemeinsam mit Jägern des Reviers Schwaig / Rückersdorf / Wetzendorf und Kindern der Grundschule Schwaig eine Hecke gepflanzt: Sie wird in den kommenden Jahren zu einem Rückzugs- und Nistort für die Rebhühner heranwachsen. Wenn der Ansiedelungsversuch gelingt, helfen die Rebhühner im Gegenzug den Landwirtinnen und Landwirten. Denn sie halten Schädlinge in Schach, indem sie sie auffressen. Auswilderung an drei Standorten Die Auswilderungsaktion fand Ende Juli in Abstimmung mit den Behörden an drei Standorten statt: Zehn Vögel entließen die Kinder der Grundschule Schwaig gemeinsam mit Oliver Pürkel, Tierpfleger im Tiergarten und zugleich Jäger, nahe kleiner Ackerparzellen in Gut Mittelbüg in die Natur. Zehn weitere Vögel haben sie in eine Wiese in Rückersdorf entlassen. Kinder der Kunigunden Mittelschule haben schließlich die übrigen zehn Rebhühner bei Lauf ausgewildert. Für die Grundschule Schwaig ging mit der Auswilderungsaktion ein ereignisreiches Landwirtschaftsjahr zu Ende, das sie im Rahmen einer Kooperation mit der Zoopädagogik des Nürnberger Tiergartens erlebt hat. „Mit der Auswilderung haben die Kinder gesehen, dass das Zusammenleben mit der Natur ein Kreislauf ist“, sagt Oliver Pürkel. „Die Kinder haben die Hecke und Nutzpflanzen gepflanzt und gepflegt und sehen nun, dass die nicht nur als Nahrungsquelle für den Menschen, sondern auch als Lebensraum für die Tiere dienen. Wir sollten keinen Raubbau an der Natur betreiben, sondern nachhaltig denken.“ Der Tiergarten freut sich sehr über die langfristige Kooperation mit der Schwaiger Grundschule. „Die regelmäßigen Unterrichtseinheiten am außerschulischen Lernort Gut Mittelbüg ermöglichen den Schülerinnen und Schülern regelmäßige und vielfältige originale Begegnungen mit Wildund Nutztieren“, sagt Zoopädagogin Barbara Reinhard. „Dabei kann ein Bewusstsein geschaffen werden, welchen Einfluss der Verbraucher auf das ‚Nutz-Tierwohl‘ hat und welche Unterstützung Wildtiere in einer Kulturlandschaft benötigen.“ Die Rebhühner, die nun ausgewildert wurden, stammen von einem privaten Züchter aus dem Nürnberger Land. Ob die Auswilderung tatsächlich gelungen ist, kann man erst in den kommenden Jahren beurteilen – dann, wenn noch Tiere da sind und sie sich auch vermehren. Landwirte können den Vögeln helfen, wenn sie später mähen und Blühstreifen stehen lassen. Bürgerinnen und Bürger können die Bemühungen unterstützen, indem sie mit ihren Hunden auf den Wegen bleiben und sie an die Leine nehmen.

Zoo Zürich 17.08.2022
HYÄNEN – BESSER ALS IHR RUF
Entgegen ihrem Ruf sind Tüpfelhyänen geschickte Jägerinnen mit einem faszinierendem Sozialsystem. Weibchen sind in der Gruppe dominant und zeigen einige typisch männliche Merkmale, unter anderem einen «Pseudopenis». In ihrem Lebensraum übernehmen Hyänen eine wichtige Rolle als Grossraubtier und stehen häufig in direkter Konkurrenz zu den Löwen. Nicht zuletzt wegen Filmen wie dem «König der Löwen» gelten Hyänen als hässliche, feige und hinterhältige Aasfresser, die dumm sind und doof lachen. Wer sich jedoch mit der faszinierenden Biologie dieser Tierart beschäftigt, stellt fest: diese Vorurteile stimmen nicht. Opportunistische Jägerinnen Tüpfelhyänen sind äusserst geschickte Jägerinnen. Sie erlegen – je nach Gebiet – 60–95 Prozent ihrer Nahrung selbst. Sie sind aber auch opportunistisch und fressen Aas. Ihr Speiseplan ist vergleichbar mit jenem der Löwen. Tüpfelhyänen jagen ihre Beute mit Geschwindigkeiten von bis zu 55 Stundenkilometern über lange Distanzen. Die längste gemessene Treibjagd erstreckte sich über 24 Kilometer. Nach dem Erlegen der Beute fressen Hyänen innerhalb kürzester Zeit möglichst viel Fleisch, da sie dem starken Konkurrenzdruck durch Artgenossen oder Löwen ausgesetzt sind. Einzelne Tiere verschlingen bis zu 18 Kilogramm pro Mahlzeit. Auch wenn Tüpfelhyänen sehr soziale Tiere sind, jagen sie in 75 Prozent der Fälle allein. Haben sie ein Beutetier erlegt, ist der Zugang streng geregelt: Die hochrangigen Weibchen und ihre Jungen haben vor den niederrangigen Weibchen Zugang, diese wiederum vor den Männchen. Weibchen dominieren Männchen Innerhalb eines sogenannten «Clans» gibt es eine klare hierarchische Struktur, sowohl bei den Weibchen als auch bei den Männchen. Tüpfelhyänen leben in einer matriarchalisch organisierten Gesellschaft. Der Rang der Weibchen innerhalb der Gruppe hängt dabei nicht von der körperlichen Stärke eines Tieres ab, sondern vom Rang der Mutter. Jungtiere erhalten den sozialen Rang direkt unterhalb der Mutter. Die Weibchen bleiben ihr ganzes Leben in der gleichen sozialen Gruppe. Männchen hingegen verlassen die Gruppe in der Pubertät und schliessen sich einer neuen Gruppe an. In dieser erhalten sie immer den tiefsten sozialen Rang. Aufsteigen können sie nur durch den Tod oder das Verschwinden eines höherrangigen Männchens. Da die Weibchen die Gruppe nie verlassen, sind sie automatisch dominant gegenüber den eingewanderten Männchen. Maskuline Weibchen mit Pseudopenis Die weibliche Tüpfelhyäne besitzt einen sogenannten Pseudopenis. Dieser besteht aus der vergrösserten Klitoris und ist im erigierten Zustand kaum vom Penis eines Männchens zu unterscheiden. Ursprung und Zweck dieses speziellen Organs sind noch nicht vollständig geklärt. Wahrscheinlich spielt der Pseudopenis eine wichtige Rolle in der innerartlichen Kommunikation und dient zur Senkung von Aggressionen. Da Jungtiere durch diesen Pseudopenis hindurch geboren werden, kommt es vor allem bei jungen erstgebärenden Weibchen häufig zu Totgeburten. Weibchen paaren sich mit verschiedenen Männchen. In etwa einem Drittel der Würfe befinden sich Geschwister mit unterschiedlichen Vätern. Die ersten Tage nach der Geburt verbringen die Jungtiere in einem separaten Bau. Nach zwei bis fünf Wochen ziehen sie in einen Gemeinschaftsbau. Hier leben sie zusammen mit bis zu dreissig Jungtieren anderer Weibchen. Mit acht bis zwölf Monaten verlassen sie den Gemeinschaftsbau. Die Tüpfelhyäne im Zoo Zürich Der Zoo Zürich hält seit der Eröffnung der Lewa Savanne (2020) zum ersten Mal in seiner Geschichte Tüpfelhyänen. Im Moment sind dies Tesi, das fünf Jahre alte Weibchen aus dem Zoo Zlín (Tschechische Republik) und Masangao, das acht Jahre alte Männchen aus dem Zoo Pairi Daiza (Belgien). Obwohl Tesi (noch) kleiner und leichter ist als Masangao, zeigt sie dem Männchen gegenüber schon ein dominantes Verhalten. Der Zoo Zürich ist Teil des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms EEP für die Tüpfelhyäne.

Zoo Magdeburg 17.08.2022
Große Freundschaft: Elefanten Mwana und Kando gemeinsam unterwegs
Im Rahmen der aktuellen Pläne des Zoo Magdeburg und des EAZA Ex-situ Programms (EEP) für Afrikanische Elefanten besteht für den 15-jährigen Bullen Kando und die 40jährige Kuh Mwana eine vielversprechende Perspektive im Zoo Magdeburg. Aus diesem Grund wurden diese beiden Elefanten nun zusammengeführt – mit Erfolg! Mwana und die drei Afrikanischen Elefantenjungbullen Kando, Uli und Moyo wurden bisher getrennt voneinander gehalten, konnten aber regelmäßig durch Gitter und Tore miteinander interagieren. „Kando und Mwana zeigten durch das Gitter stets freundliches Interesse aneinander. Wir waren daher optimistisch, dass sich die beiden auch im direkten Kontakt gut verstehen werden,“ sagt Michael Deicke, Revierleiter der Elefanten. Nichtsdestotrotz wurde der Ablauf der ersten Zusammenführung minutiös vorbereitet und zwischen Tierpflegern, Tierärzten und Kurator besprochen. Dies war erforderlich, um im Notfall bestmöglich eingreifen zu können. Glücklicherweise kamen keine Notfallmaßnahmen zum Einsatz. „Mwana und Kando haben die erste direkte Begegnung elefantentypisch ohne jegliche Aggression und nur durch beschwichtigende Gesten sowie freundliches Berüsseln geregelt. Dies war aufgrund ihrer positiven Vorgeschichte auch zu erwarten,“ resümiert Dr. Susan Hambrecht, Biologische Assistentin des Zoo Magdeburg, die über Elefanten im Zoo promovierte. Der Zoo Magdeburg kommt mit der erfolgreichen Vergesellschaftung von Kando und Mwana dem Aufbau einer sozial intakten Elefantengruppe einen weiteren Schritt näher. „Unser Optimismus wächst, dass wir dieses Ziel bald erreichen werden,“ freut sich Dirk Wilke, Geschäftsführer des Zoo Magdeburg. Kando und Mwana sind nun regelmäßig zusammen auf der Elefantenaußenanlage zu beobachten. Uli und Moyo sind währenddessen von den beiden getrennt in einem anderen Teil der Anlage zu betrachten. Die Zukunft dieser beiden Elefantenbullen wird Thema der nächsten Veröffentlichungen sein.

Zoo Basel 17.08.2022
Badespass im Zolli
Sommer, Sonne, Sonnenschein. Klettert das Thermometer in den heissen Monaten in die Höhe, freut sich unsereins über jeden Sprung ins kühle Nass. Die Seelöwen im Zoo Basel geniessen dieses Privileg jeden Tag: Gekonnt schwimmen sie im Becken ihre Runden, springen aus dem Wasser und manchmal sogar vom Felsen. Die tägliche Showfütterung um 15.30 Uhr ist bei Tieren und Publikum gleichermassen beliebt und definitiv einen Besuch wert. Für die Besucherinnen und Besucher ist es eine Show, für die Tierpflegenden insbesondere Gelegenheit zum Training: die Seelöwen-Fütterung. Sie dient der Vertrauensbildung und ist fixer Bestandteil des Zoo-Alltags. Auf spielerische Art und Weise werden die Seelöwen durch ihre Tierpflegerinnen und Tierpfleger angeleitet, gewisse Dinge zu tun. Dadurch wird der bei Seelöwen sehr ausgeprägte Spieltrieb gefördert und zugleich genutzt, um den Tieren Abläufe beizubringen, die für allfällig nötige medizinische Untersuchungen wichtig sind. Die Seelöwen selbst lieben das Training und geniessen die tägliche Herausforderung. Gesundheits-Check mit Futtertraining Wildtiere lassen sich nicht anfassen. Genauso verhält es sich in der Regel auch bei Zoo-Tieren. Mittels täglicher Übungen werden die Seelöwen an den Kontakt zu Menschen gewöhnt. Trainiert wird mit der sogenannten Target-Methode. Als «Target» (Ziel) wird die Stange bezeichnet, an deren Ende ein Ball befestigt ist. Der Seelöwe muss mit Schnauze, Flosse oder Bauch das Ziel berühren und erhält, wenn er die Aufgabe richtig ausführt, eine Belohnung in Form eines Fischs. In dem Moment, in dem das Tier den Ball oder wahlweise auch die Hand der Pflegerin oder des Pflegers berührt, pfeift diese:r mit einer Pfeife. So lernt der Seelöwe, den Pfiff in Verbindung mit der Botschaft «richtig gemacht» zu bringen. Während des Trainings können die Tierpflegenden die Mundhöhlen, Augen und Ohren – oder auch die Flossen – kontrollieren. Die Tiere sind kooperativ und machen freiwillig mit. Von diesem Vertrauen in ihre Pflegerinnen und Pfleger profitiert auch das Tierärzte-Team. Sinn und Zweck der täglichen Arbeit mit den Seelöwen ist es, dass das Tier beispielsweise auch dann stillhält, wenn ihm Blut entnommen wird. Durch die Vertrauensbasis entfällt die Scheu, die beim Tier normalerweise durch das Anfassen entsteht. Im Idealfall werden sogar Untersuchungen ohne Narkose möglich, die normalerweise eine Anästhesie erfordern. 100 Jahre Seelöwen im Zolli Die Haltung von Seelöwen hat im Zoo Basel Tradition. Bereits 1922 – vor 100 Jahren – lebten die ersten Seelöwen im Zolli. In diesen 100 Jahren wurden an die 100 Geburten registriert. Die heutige Gruppe besteht aus vier weiblichen Tieren; den beiden Seniorinnen Robia (28) und Ukiah (25) sowie aus Kelsey (9) und Leona (8). Die Seelöwen werden zweimal pro Tag gefüttert respektive trainiert. Einmal am Morgen (unkommentiert) und einmal um 15.30 Uhr (kommentiert) vor versammeltem Publikum. «Zolli-Radio» – Der Podcast aus dem Zoo Basel Die neuste Episode kommt erfrischend daher – so viel kann verraten werden. Das «Zolli-Radio» hat den Tierpfleger Andreas Jungo bei einer Fütterung begleitet und geschaut, was vor und nach der Show im Seelöwenfelsen drin stattfindet. Denn wenn draussen das Spektakel vorüber ist, geht es im Innern des Felsens erst so richtig los. Zu finden gibt es den aktuellsten Podcast ab heute auf der Zolli-Website sowie auf allen gängigen Podcast-Portalen wie Apple Podcasts, Google Podcasts oder Spotify. Jetzt reinhören.

Naturschutz-Tierpark Görlitz 16.08.2220
Kleine Elefanten-Verwandte
Drei afrikanische Buschschliefer kürzlich im Naturschutz-Tierpark Görlitz-Zgorzelec eingezogen Auf den ersten Blick sehen sie die bis zu 3kg leichten Buschschliefer aus wie kaninchengroße Nagetiere. Ihre nächsten Verwandten sind taxonomisch aber Elefanten und Seekühe. Im Gegensatz zu diesen können sie jedoch mit Hilfe der mit dicken Hautpolstern versehenen Sohlen sehr agil klettern. So findet man diese tagaktiven, sehr geselligen Tiere in ihrem ostafrikanischen Savannenlebensraum hauptsächlich in Felsen oder auf Bäumen. Die Kletterkünsten der noch etwas zurückhaltenden Schliefer können die Tierpark Besucher in der erst kürzlich erweiterten Anlage der Grünen Meerkatzen bestaunen. Die Anlage teilen sich die aus dem tschechischen Zoo Pilsen stammenden Tiere mit Pina, der letzten Görlitzer Meerkatzenvertreterin. „Aufgrund anstehender umfangreicher Umstrukturierungen haben wir uns entschieden, die Haltung der Grünen Meerkatzen bei uns auslaufen zu lassen. Nach dem Tod ihres Partners sollte die mittlerweile 32jährige Meerkatzendame Pina aber nicht ganz allein sein, so kam die Entscheidung für diese sehr gut funktionierende Wohngemeinschaft mit Buschschliefern“, erläutert Tierpark-Kuratorin Catrin Hammer.

Zoo Dresden 16.08.2022
Baufortschritt und aktuelle Kostenlage Orang-Utan-Haus
Im Sommer letzten Jahres startete der Zoo Dresden mit dem Bau seines bisher größten Bauprojektes – dem Neubau des Orang-Utan-Hauses. Bislang konnte der Zeitplan, trotz erschwerter Rahmenbedingungen wie der Corona-Pandemie, weitgehend gehalten und viele Bauschritte erfolgreich abgeschlossen werden. Von Juli 2021 bis November 2021 erfolgten die Baufeldfreimachung sowie die Medienumverlegung. Ab November begannen die Tiefbauarbeiten mit der damit einhergehenden Kampfmittelsondierung. Diese nahm viel Zeit in Anspruch und zog sich bis in den Februar 2022. Im März diesen Jahres starteten die Rohbauarbeiten im Untergeschoss. Aktuell werden die Rohbauarbeiten im Erd- und Obergeschoss vorangetrieben. Bis Oktober 2022 soll der Rohbau fertiggestellt sein und die Wandgestaltung der Außenanlagen beginnen. Gleichzeitig werden die Netzabspannungen der Orang-Utan-Außengehege montiert. Ab Ende Oktober folgen dann die Dachabdichtung und die Anbringung der Foliendächer. Die aktuelle Fertigstellung ist für Oktober 2023 geplant. „Wir sind bestrebt den Zeitplan einzuhalten“, sagt Zoodirektor Karl-Heinz Ukena. Die termingenaue Fertigstellung garantieren kann er jedoch nicht: „Dafür ändern sich die Rahmenbedingungen aktuell zu schnell.“ Auch bei den Kosten herrscht eine Dynamik, die nur schwer einfangbar ist. Im Vergleich zum Zeitpunkt der Kostenberechnung ist eine Baupreissteigerung von etwa 20 Prozent eingetreten. „Die Preissteigerungen bis Ende Februar 2022 waren im Wesentlichen auf die Pandemie zurückzuführen und haben sich etwas unterhalb des statistischen Mittels bewegt. Seit März 2022 sind unter anderem bei den Vergaben der Fassade, dem Stahlbau und der Dachabdichtung extreme Preissteigerungen eingetreten, die auf den Ukraine Krieg und den damit verbundenen erhöhten Energie- und Rohstoffpreisen zurückzuführen sind“, sagt Jens Krause vom Architekturbüro heinlewischer. Der aktuelle Kostenstand liegt daher rund 2,3 Mio. Euro über dem Budget. Die Prognose der zu erwartenden Mehrkosten bis zur Fertigstellung beträgt ca. 3 Mio. Euro. Somit beläuft sich die finale Bausumme mittlerweile auf 20 Mio. Euro. „Trotz aller Mehrkosten wäre dies eine Kostensteigerung von 17 Prozent und läge damit unterhalb der statistischen Preissteigerung von 20 Prozent“, so Jens Krause weiter. „Wir halten aber trotz der höheren Kosten an dem Projekt fest“, versichert Karl-Heinz Ukena. Die zusätzlichen Kosten werden durch Eigenmittel des Zoos finanziert. „Dieses Geld hätten wir sonst für andere Projekte, wie beispielsweise die Erneuerung des Streichelgeheges, verwendet“, so Ukena weiter. Diese Projekte müssen vorerst verschoben werden, wobei der Zoodirektor noch Hoffnung hegt: „Die Spendenbereitschaft für das Orang-Utan-Haus ist enorm hoch. Aktuell haben wir 1,47 Mio. Euro an Spendengeldern erhalten. Je mehr Spenden wir für das Projekt zusammenbekommen, desto geringer fällt die Summe der benötigten Eigenmittel aus. Das schafft wiederum Raum für unsere anderen notwendigen Projekte.“ An dem Bauprojekt selbst soll nicht gespart werden. „Natürlich schauen wir, wo sinnvolle Kosteneinsparungen möglich sind. Allerdings wurde das Bauprojekt bereits effizient geplant und wir werden nicht zu Lasten der Tiere oder der am Bau beteiligten Firmen sparen“, erklärt Karl-Heinz Ukena. Knapp 90 Prozent der beauftragten Firmen haben ihren Sitz in Sachsen. Auch für das Gestaltungskonzept sind keine größeren Kürzungen vorgesehen. Hier ist man mittlerweile ein ganzes Stück weiter. „Langsam nehmen unsere theoretischen Überlegungen zur Ausgestaltung des Hauses konkrete Formen an“, sagt Ukena. So wurde das Fassadenkonzept überarbeitet. Statt einer Regenwald-Silhouette werden die Zoobesucher große Orang-Utans, die zwischen Baumstämmen klettern, an der Außenfassade des Gebäudes entdecken. Der Baum als gestalterisches Element und verbindendes Motiv für alle im Haus lebenden Tierarten, wird auch in der Innengestaltung eine wesentliche Rolle spielen. Die Wege werden durch Baumstämme aufgelockert. So soll der Eindruck entstehen, die Besucher befinden sich als stille Beobachter im abgedunkelten Dickicht und beobachten die Tiere in ihren hellen Gehege-Lichtungen. Dunkle Farbtöne, Pflanzen und in Grüntönen gehaltene Oberflächen in Anlehnung an den Wald verstärken diesen Effekt. Die Gehege der Orang-Utans werden durch die großen Folien-Oberlichter eine freundliche und helle Erscheinung haben. Alle Interessierten haben am 19. August von 10 bis 17 Uhr die Möglichkeit sich ausführlich über das Bauprojekt zu informieren. An diesem Tag findet der Welt-Orang-Utan-Tag im Zoo Dresden statt. Auf der Wiese beim Streichelgehege informieren Scouts und Tierpfleger über das Bauprojekt, zeigen Videos, Grafiken und Einbaumaterialien vom neuen Haus. Kinder lernen, wie Orang-Utans in Zoos tiergerecht gehalten werden und können eine eigene tiergerechte Anlage erstellen. Darüber hinaus können sich Besucher in die Dschungelschule begeben und lernen, wie junge Orang-Utans in dem Landschaftsschutzprogramm der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt fit für ein Leben im Regenwald gemacht werden. Zudem wartet ein kindgerechter Seilgarten, in dem kleine Kletterer ihre Künste unter Beweis stellen können. Auch über die Bedrohung der freilebenden Orang-Utans wird informiert und Möglichkeiten für deren Schutz aufgezeigt.

Tierpark + Fossilium Bochum 16.08.2022
Insektenschutz: Die Rückkehr der Bienen Tierpark + Fossilium Bochum begrüßt mit der Bochumer „Bee Academy“ einen weiteren Partner in seinem Bildungsnetzwerk
Innerhalb eines Tages ist der Tierbestand im Tierpark + Fossilium Bochum um mehr als 2.000 Individuen angestiegen! Die schwarz-gelb gestreiften Neuankömmlinge bilden das Schaubienenvolk, das seit Anfang Juli das Angebot des Zoos rund um den Schutz der heimischen Artenvielfalt erweitert. Der Einzug der Bienen stellt außerdem den Startschuss der Kooperation zwischen dem Tierpark und der Bochumer „Bee Academy“ dar. Für beide Partner gehen Insektenschutz und Umweltbildung Hand in Hand. „Gemeinsam mit dem NaturGarten e.V. und der USB Bochum GmbH haben wir in diesem Jahr bereits eine ‚Best-Practice‘-Insektenweide auf unserem Gelände gestaltet, die zahlreichen Arten, wie Hummeln und Schmetterlingen, sowohl Futter- als auch Rast- und Nistmöglichkeiten bietet“, erinnert Tierpark-Prokuristin Kerstin Schulze. Mit jährlich rund 350.000 Besuchenden aus ganz NRW erreicht der Tierpark ein breites Publikum, welchen das Vorzeigeprojekt als Inspirationsquelle für die insektenfreundliche Gestaltung des eigenen Gartens dienen soll. „Wir freuen uns, mit der Bee Academy nun einen weiteren kompetenten Partner für den heimischen Natur- und Artenschutz an unserer Seite zu haben. Dank des hohen Zuspruchs, den wir als Zoo innerhalb der Gesellschaft erfahren, können wir dieses Thema einem großen Publikum zugänglich machen und für seine Bedeutung sensibilisieren“, ergänzt Kerstin Schulze. Das Natur- und Umweltbildungszentrum am Stadtpark vereint nunmehr über 80 lokal, überregional und national und international wirkende Kooperationspartner in seinem Netzwerk. Das interdisziplinäre Zusammenwirken trägt maßgeblich zur erfolgreichen Entwicklung von Bildungs-, Forschungs- und Naturschutzprojekten bei. Warum sind Bienen für uns Menschen so wichtig? Wie erkenne ich die Königin eines Volkes? Und wie arbeitet eigentlich ein Imker? All diese Fragen und mehr beschäftigten auch die Kinder der diesjährigen Ferienforscherwochen im Tierpark. Die 15 Mädchen und Jungen waren die ersten, die zu Beginn der Sommerferien die summenden und brummenden Insekten genauer unter die Lupe nehmen konnten. Unter den neugierigen Blicken der Kinder erklärte Imker Jens Busch von der Bee Academy (Mitglied der Ruhrstadt Imker und des Bienenkreises der Evangelischen Johanneskirche in Bochum) die verschiedenen Aufgaben innerhalb eines Bienenstocks und präsentierte außerdem einige typische Imker-Utensilien, wie den sogenannten „Smoker“ zur Erzeugung von Rauch. Mit großen Augen beobachteten die Kinder die emsigen Bienen aus der Nähe und konnten sogar am frischen Wabenhonig schnuppern. „Bienen sind die idealen Botschafter für viele bedrohte Insektenarten. Dank des Schaubienenvolks können wir nun bereits Kindern eindrucksvoll bewusst machen, welch wichtige Rolle Insekten als Bestäuber oder als Nahrungsgrundlage für unsere Ökosysteme spielen“, betont Zooschulleiterin Judith Becker. Kindergartengruppen und Schulklassen können über die Zooschule spezielle Themenführungen und Workshops zum Thema „Bienen und Insektenschutz“ buchen. Als außerschulischer Lernort „Zoo“ arbeitet der Tierpark + Fossilium Bochum im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und fördert dabei das Verständnis für die belebte Umwelt. Dabei legen die Zoo- und Museumspädagog:innen besonderen Wert auf einen ganzheitlichen Lernansatz. Rund um den Bienenstand — auf der Fläche der ehemaligen Weißstorchanlage — wird der Tierpark ebenfalls eine insektenfreundliche Bepflanzung anlegen, die nicht nur den Bienen, sondern auch zahlreichen weiteren sechsbeinigen Gästen zugutekommen soll. Auch eine zoopädagogisch aufbereitete, kindgerechte Beschilderung soll zukünftig vor allem kleine Besuchende über die Besonderheiten der Insekten aufklären. Bereits seit über einem Jahr ist die vom Bienenkreis der Evangelischen Johanneskirche ins Leben gerufene „Bee Academy“ in Bochum aktiv. Die Initiative mit Bildungsprogrammen für Kitas und Schulen wird dabei durch den Bochum-Fonds der Stadt Bochum gefördert. „Unser Ziel ist es, auf das wichtige Zusammenspiel von Pflanze, Tier und Mensch in der Natur hinzuweisen“, erklärt Imker Jens Busch. Alle zwei Wochen schaut er nun im Tierpark nach dem Bienenvolk und unterstützt die Zooschule nach Möglichkeit bei ihren Bildungsangeboten. Im Herbst werden die Bienen dann zum Überwintern wieder umgesiedelt, bis die milden Temperaturen im folgenden Frühjahr eine Rückkehr in den Tierpark zulassen.

Zoo Berlin 16.08.2022
Buchvorstellung im Aquarium
Berlin Handbuch Aquarienbauten von Dr. Jürgen Lange und Prof. Dr. Natascha Meuser
Das Aquarium Berlin ist eines der bekanntesten Aquarien Europas: Vom bunten Riff-Bewohner bis hin zur faszinierenden Riesenschlange gibt es hinter historischen Fassaden eine geheimnisvolle und faszinierende Tierwelt zu entdecken. Jürgen Lange prägte diese Institution über Jahrzehnte als Leiter und Direktor und hob das Aquarium Berlin in die Liga der international führenden Aquarien. So gibt es kaum einen passenderen Ort, um das „Handbuch Aquarienbauten“ der Öffentlichkeit vorzustellen. Vom historischen Schauaquarium bis hin zur maritimen Bildungseinrichtung: Dem Klimawandel und dem gestiegenen Umweltbewusstsein ist es geschuldet, dass Meeresmuseen und Aquarien derzeit einen Boom erleben. Dennoch ist dieser – in der Tat seltene – Gebäudetypus im Architekturdiskurs und in der Fachliteratur kaum vertreten. Dabei stellt die Bauaufgabe Groß-Aquarium Architekten vor vielfältige Herausforderungen, vor allem in Bezug auf die innenräumliche Gestaltung bei einem hohen Grad an Technisierung, und verdient deshalb eine genauere Betrachtung. Das von Natascha Meuser und Jürgen Lange herausgegebene Handbuch Aquarienbauten ist die erste Veröffentlichung, in der die für eine optimale Tierhaltung erforderlichen baukonstruktiven, innenarchitektonischen und technischen Aspekte zur Gestaltung von Aquarien umfassend untersucht werden. Die Studie verfolgt die Entwicklung von Architektur und Ausstellungsdidaktik der künstlichen Unterwasserwelten und analysiert 60 historische und zeitgenössische Aquarien von 1853 bis heute, die auf der ganzen Welt entstanden sind. Die Erläuterungen werden unterstützt durch Grundrisse, Ansichten, Schnitte und detaillierten Projektdaten. Auf Basis dieser Analyse ist es möglich, Regelmäßigkeiten und Trends abzuleiten, die für zukünftige Entwürfe von Relevanz sein können. Daraus resultieren wiederum zehn Entwurfsparameter als praktischer Leitfaden für die Gestaltung. Diese Publikation gibt so entwerfenden Architekten und ihren Auftraggebern Qualitätskriterien für ein nachhaltiges Gebäude an die Hand. Damit ein Entwurf entstehen kann, der sowohl den Bedürfnissen des Tieres und seiner Pfleger als auch den Besuchern – und damit dem Aquarium insgesamt – gerecht wird, soll sie eine zielführende Unterstützung für die Entwicklung eines Entwurfs sein, aber auch als Kommunikationsplattform für alle an der Planung und am Bau Beteiligten dienen. Nach Architektur im Zoo und dem Handbuch Zoobauten ist dies die dritte Publikation des von Natascha Meuser an der Hochschule Anhalt in Dessau gegründeten Instituts für Zooarchitektur.

Zoo Schwerin 15.08.2022
Humboldthaus vorrübergehend geschlossen
Aufgrund von Bauarbeiten bleibt das Humboldthaus ab dem 15.08.2022 geschlossen. Die Bewohner des Südamerikahauses sind für unsere Besucherinnen und Besucher weiterhin auf ihren Außenanlagen zu sehen: Neben den Großen Ameisenbären und den Darwinnandus, die sich auf der gemeinsamen Außenanlage sonnen, können die Besucher in der rechten Außenvoliere auch die Graurückentrompetervögel und das Goldrückenaguti beobachten. In der linken Voliere ist neben den Bolivianischen Totenkopfaffen auch unser neuester Besucher zu sehen. Vor einem Monat ist der 2 Jahre alte Pudu „Hektor“ aus dem Zoo Halle nach Schwerin gezogen. Er belebt die Anlage, nachdem im vergangenen Jahr sein Vorgänger „Rudi“ überraschend verstorben war. Andere Bewohner wie Faultiere, Kugelgürteltiere und Zwergseidenaffen sind vorrübergehende in andere Bereiche des Zoos umgezogen und derzeit für Besucher und Besucherinnen nicht zu sehen. Pudus sind die kleinsten Hirsche der Welt, die in der Natur in Südamerika beheimatet sind. Der kleine Hirsch ist ein Einzelgänger und trägt statt weitverzweigtem Geweih, kleine Hörner. Die Art ist laut der Roten Liste der IUCN in ihrem Bestand als „gefährdet“ eingestuft. Pudus sind recht scheue Tiere und ziehen sich gern in ihre Unterschlupfe zurück. „Hektor“ konnte sich nun bereits seit ein paar Wochen an seine neuen Mitbewohner und das neue Umfeld gewöhnen und wird täglich neugieriger. Die Bauarbeiten, welche unter anderem Maler- und Bodenarbeiten umfassen, dauern ca. 3 Wochen an, sodass mit einer Wiedereröffnung des Humboldthauses im September gerechnet wird.

Und die Teichchallenge läuft weiter …

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