Veranstaltungshinweis (BOS Deutschland)

16.06.2021, BOS Deutschland e. V.
Hand in Hand für den Artenschutz
Gemeinsame Veranstaltungsreihe von Borneo Orangutan Survival Deutschland e.V. und dem Jane Goodall-Institut Deutschland am 21., 23. und 25. Juni 2021
Hand in Hand für den Artenschutz / Gemeinsame Veranstaltungsreihe von Borneo Orangutan Survival Deutschland e.V. und dem Jane Goodall-Institut Deutschland am 21., 23. und 25. Juni 2021
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Berlin (ots)
Die Welt erlebt derzeit das größte Artensterben seit dem Verschwinden der Dinosaurier. Die Folgen sind dramatisch – auch für den Menschen. Der Verlust an Biodiversität bringt unser Ökosystem ins Wanken, beschleunigt den Klimawandel und fördert das Ausbreiten von Krankheiten. Wir erleben es gerade hautnah. Die Herausforderung ist groß, und wir brauchen Ideen für die Welt von morgen.
Jane Goodall, Verhaltensforscherin und Gründerin des Jane Goodall-Instituts: „Hier sind wir, die klügste Spezies, die je gelebt hat. Wie kommt es also, dass wir den einzigen Planeten, den wir haben, zerstören? Man kann nicht einen einzigen Tag überstehen, ohne einen Einfluss auf die Welt um sich herum zu haben. Was wir tun, macht einen Unterschied, und wir müssen entscheiden, welche Art von Unterschied wir machen wollen.“
Daniel Merdes, Geschäftsführer BOS Deutschland: „Artenschutz und Biodiversität sind mehr als nice to have. Artenschutz sollte ganz oben auf jeglicher politischen und gesellschaftlichen Agenda stehen. Spätestens durch Corona wurde deutlich, wie teuer die Folgekosten vom kommerzialisierten Umgang mit Wildtieren sind. Da bin ich noch nicht einmal bei der ethischen Grundfrage: Wer erlaubt uns eigentlich, so mit Tieren umzugehen? Hoffentlich bekommen wir diese Frage nicht von unseren Enkelkindern gestellt. Weil sie Tiere nur noch aus alten Filmen, als Haustiere oder sogenannte „Nutztiere“ kennen. Um dies zu verhindern, werden wir weiter für einen globalen Artenschutz kämpfen!“
Lebensräume schrumpfen dramatisch
Eines ist sicher: Die Vielfalt an Tieren und Pflanzen auf der Welt zu bewahren, und ihre Lebensräume zu schützen, ist eine Jahrhundertaufgabe, die wir nur gemeinsam bewerkstelligen können. Betroffen sind davon auch unsere nächsten Verwandten im Tierreich. Der Klimawandel, die Abholzung der Regenwälder und das stetige Bevölkerungswachstum führen dazu, dass die Lebensräume der großen Menschenaffen, zu denen Schimpansen, Orang-Utans, Bonobos und Gorillas zählen, in den letzten 20 Jahren dramatisch geschrumpft sind. Mit ihnen verschwinden auch die Tiere. Dazu kommt der illegale Wildtierhandel, dem weltweit jedes Jahr Millionen geschützter Tiere zum Opfer fallen. Das Überleben der Menschenaffen steht auf der Kippe.
Globale Herausforderungen gemeinsam lösen
Wie kann es weitergehen? Eines ist klar: Artenschutz ist eine Aufgabe, die wir nur gemeinsam lösen können. BOS Deutschland, die dieses Jahr ihren 20. Geburtstag feiern, und das deutsche Jane Goodall Institut geben im Rahmen einer Veranstaltungsreihe Einblicke und Ausblicke auf unterschiedliche Aspekte des weltweiten Artenschutzes. Expert:innen aus verschiedenen Fachrichtungen beleuchten, wo wir beim Thema Artenschutz stehen und welche Schlüsselrolle Menschenaffen für die Biodiversität spielen. In der letzten Veranstaltung stellen sie Projekte vor, die neue Perspektiven für den Artenschutz eröffnen. Die Veranstaltungen finden online statt am 21., 23. und 25. Juni (Programm siehe unten).
Anmeldungen unter:
https://www.orangutan.de/20-jahre-borneo-orangutan-survival-deutschland
https://janegoodall.de/artenschutzwoche-2021/
Themen und Referent:innen:
21. Juni: Warum Artenschutz? Kulturentwicklung und Werkzeuggebrauch bei Menschenaffen
Die Online-Reihe beginnt am 21. Juni (19 Uhr) mit der Frage „Warum Artenschutz? Die Wichtigkeit von Biodiversität am Beispiel des Menschenaffen – Kulturentwicklung und Werkzeuggebrauch“. Dazu sprechen die Primatologin und Verhaltensforscherin Dr. Isabelle Laumer (UCLA Department of Anthropology), die zum Werkzeuggebrauch, Sozialverhalten und Intelligenz bei Menschenaffen forscht. Der zweite Experte ist Biodiversitätsforscher Hjalmar Kühl (Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv)). Er forscht zum Thema evolutionäre und anthropozäne Ökologie und wie sich die Lebensräume von Menschenaffen im Gleichgewicht halten lassen.
23. Juni: Welche Rolle spielen Menschenaffen als Indikator für Biodiversität?
Am 23. Juni (19 Uhr) beschäftigen wir uns mit den Gefahren für den Artenschutz und die Rolle des Menschenaffen als Indikator für Biodiversität. Als Expertinnen dabei sind die Verhaltensökologin und ZoologinProf. Dr. Barbara Fruthvom Max-Planck-Institute of Animal Behavior. Seit 30 Jahren untersucht sie Bonobos in ihrem natürlichen Lebensraum. Dr. Maria Voigt vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung ist Naturschutzbiologin und Primatologin. Sie forscht zu durch den Menschen verursachten Umweltveränderungen und deren Auswirkungen auf Biodiversität. Während ihrer Promotion untersuchte sie die Bedrohung der Orang-Utans auf Borneo.
25. Juni: Ausblick für den Artenschutz – best practice
Die dritte Veranstaltung am 25. Juni (18 Uhr) gibt mit best practice Beispielen aus mehreren Kontinenten Perspektiven für den Artenschutz. Dazu spricht Robert Risch, Projektleiter und Geschäftsführer vom Rhino and Forest Fund e.V., über einen Wildtierkorridor im malaiischen Sabah, der unter anderem mit der Unterstützung von BOS Deutschland entsteht. Danach spricht Dr. Lilian Pintea, Vizepräsident für Naturschutzwissenschaften am Jane Goodall-Institute (USA). Er gilt als Pionier bei der Anwendung innovativer Geodaten-Technologien und ist international gefragt.
Weitere Informationen:
BOS Deutschland e.V., Potsdamer Str. 99, 10785 Berlin, Tel.: 030 890 60 76 – 0, www.orangutan.de
Über BOS Deutschland e.V.
Mit einem internationalen Netzwerk an Partnerorganisationen schützt BOS Deutschland e.V. den Borneo-Orang-Utan. In zwei Rettungszentren in Indonesien werden verletzte und verwaiste Tiere aufgenommen, gesund gepflegt und rehabilitiert, so dass sie nach ihrer Ausbildung ausgewildert werden können. BOS Deutschland erschließt neue Schutzgebiete, in denen Orang-Utans wild und frei leben können und forstet zerstörte Regenwaldflächen wieder auf. Der Verein, der am 16. April 2001 gegründet wurde, betreibt Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit, um die Menschen für die akute Notsituation des vom Aussterben bedrohten Orang-Utans zu sensibilisieren. Die Waldsicherung und die Information der Bevölkerung sind zwei weitere zentrale Tätigkeitsbereiche als Voraussetzung für die erfolgreiche Auswilderung der Tiere.
Über das Jane Goodall Institut Deutschland
Zentrales Motiv unserer Arbeit ist die Förderung des respektvollen Umgangs mit Menschen, Tieren und der Natur. Auf der Basis der revolutionären Erkenntnisse Dr. Jane Goodalls bei den Schimpansen von Gombe setzen wir uns ein für umfassenden Natur- und Artenschutz, für Bildung in nachhaltiger Entwicklung, sowie für globale Entwicklungszusammenarbeit. Jane Goodall hat schon sehr früh erkannt, dass es aufgrund der vielfältigen und stetig wachsenden Bedrohungen für Schimpansen und andere Primaten im modernen Artenschutz absolut notwendig ist, soziale und wirtschaftliche Aspekte der Menschen vor Ort und auch global mit einzubeziehen. Deshalb wollen wir das Bewusstsein für ökologische Zusammenhänge fördern, den Rahmen für individuelle Handlungsmöglichkeiten erweitern, sowie den öffentlichen Diskurs und Dialog anregen.
„Each and every one of us can make a difference every day – working for animals, people and the environment!“
www.janegoodall.de

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