Portrait: Mähnenwolf

Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Hunde (Canidae)
Tribus: Echte Hunde (Canini)
Gattung: Chrysocyon
Art: Mähnenwolf (Chrysocyon brachyurus)

Mähnenwolf (Tierpark Hellabrunn)

Die Größenmerkmale des Mähnenwolfs variieren unter anderem durch lokale Einflüsse. Im Mittel beträgt die Kopfrumpflänge 105 cm, zu welcher, bei einer Schulterhöhe von zum Teil über einem Meter, durchschnittlich 44 cm Schwanz hinzuzurechnen sind. Kopfrumpflängen von bis zu 130 cm sind möglich. Das Gewicht eines Mähnenwolfs beträgt je nach Quelle zwischen 20 und 35 kg.Die Färbung des Tieres ist mit einem Rotbraun zu beschreiben, wobei die Rückenpartie in der Regel heller erscheint. Neben der Schnauze sowie den Unterschenkeln weist auch die für die deutsche Namensgebung charakteristische „Mähne“ des Mähnenwolfes eine schwarze Färbung auf. Letztere ist dabei durchschnittlich 47 cm lang und somit nahezu halb so lang wie das Tier (exkl. Schwanz) selbst. Die Schwanzspitze sowie die Innenohren und die Kehle des Mähnenwolfes sind weiß gefärbt. Erstere weist dabei eine starke Variation auf, so dass die weiße Färbung 17 bis 66 % des Schwanzes bedeckt. Ein signifikanter Geschlechtsdimorphismus liegt – mit Ausnahme der Ohren – nicht vor.

Verbreitet ist der Mähnenwolf ursprünglich in den Savannenlandschaften des zentralen Südamerika von Nordostbrasilien über Südbrasilien (Rio Grande do Sul), den Gran Chacco Paraguays bis Uruguay und Argentinien auf 30° südlicher Breite. Im Westen reicht das Gebiet über Bolivien bis zur peruanischen Grenze. Als Lebensraum bevorzugt der Mähnenwolf hohe Grasgebiete, Buschländer (Cerrado) und parkähnliche Landschaften sowie feuchte, teilweise saisonal überschwemmte Grasgebiete. Tagsüber ruhen die Tiere meist in Galeriewäldern und an sumpfigen Flussläufen. Teilweise jagen sie offenbar auch im Kulturland.

Mähnenwolf (Zoo Augsburg)

Von anderen großen Wildhunden weichen Mähnenwölfe in der Lebensweise beträchtlich ab. Sie bilden keine Rudel. Männchen und Weibchen bewohnen zusammen ein Territorium, doch gehen sie meist eigene Wege und jagen getrennt. Nur nach einer Geburt ist die Partnerschaft enger, und der Rüde hilft bei der Aufzucht und Versorgung der im Schnitt drei Welpen. Die Paarungszeit erreicht zwischen April und Juni einen Höhepunkt, weshalb die meisten Jungen nach einer Tragzeit von etwa 65 Tagen im Spätsommer und Frühherbst zur Welt kommen. Alle in der Wildnis untersuchten Wurfplätze lagen versteckt auf erhöhten Bereichen inmitten von sumpfigen Hochgrasgebieten. Das Revier ist je nach Gegend etwa 25 bis 60 Quadratkilometer groß. Markiert wird bevorzugt an auffälligen Stellen, wie Termitenhügeln, durch Urinieren. Tiere ohne Revier leben in den Grenzgebieten zwischen den Territorien und markieren nicht. Der typische Laut ist ein Bellen, das man zu jeder Tages- und Jahreszeit vernehmen kann. Mähnenwölfe sind nacht- oder dämmerungsaktiv. Ihre Zähne sind so weit zurückgebildet, dass sie keine großen Tiere erjagen und zerlegen können. Trotz ihrer Größe sind Mähnenwölfe auf kleine Beutetiere wie Kaninchen, Nagetiere, Vögel und Insekten spezialisiert. Vor allem in der Cerrado-Region stellt das Siebenbinden-Gürteltier eines der wichtigsten Beutetiere dar. Auch pflanzliche Nahrung wie Früchte von Solanum lycocarpum („Wolfsapfel“) spielen eine wichtige Rolle; diese machen einen relativ großen Anteil der Nahrung aus. Bei der Jagd kommen verschiedene Techniken zum Einsatz. Kleinnager werden beschlichen und mit einem finalen Satz erbeutet oder ausgegraben. Fliegende Vögel und Insekten werden bisweilen mit Sprüngen vom Boden aus erbeutet. Nur gelegentlich werden auch etwas größere Beutetiere, z. B. Pampashirsche, überwältigt.

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