Portrait: Hüttengärtner

Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Laubenvögel (Ptilonorhynchidae)
Gattung: Gärtnervögel Ambylorbnis
Art: Hüttengärtner ((Amblyornis inornata))

Hüttengärtner (William Matthew Hart)

Hüttengärtner erreichen eine Körperlänge von bis zu 25 Zentimeter, wovon 8,5 bis 10,4 Zentimeter auf den Schwanz entfallen. Der Schnabel misst zwischen 2,7 und 3,3 Zentimeter. Ausgewachsene Hüttengärtner wiegen zwischen 105 und 155 Gramm.
Der Scheitel ist dunkel kastanienbraun, die Kopfseiten sind blass olivfarben. Am Kinn haben die Federn graue bis graubraune Federsäume, wodurch diese Körperpartie leicht geschuppt wirkt. Die Körperoberseite ist dunkel olivfarben bis zimtbraun. Die Körperunterseite ist isabellfarben bis blass zimtfarben. Die Körperseiten sind etwas dunkler. Die Unterschwanzdecken sind isabellfarben. Die Steuerfedern sind olivfarben mit weißen Federschäften. Während der Fortpflanzungszeit sind die Beine der Männchen tiefblau. Bei noch nicht geschlechtsreifen Männchen sowie den Weibchen ist dieser Blauton etwas weniger ausgeprägt. Der Schnabel ist schwärzlich mit einer bläulichen Schnabelbasis. Die Iris ist dunkelbraun.
Anders als anderen Arten der Gattung Amblyornis haben die Männchen der Hüttengärtner keine auffällige, sich vom übrigen Gefieder abhebende farbige Kopfhaube. Die Jungvögel des Hüttengärtners sind anhand ihres Gefieders nicht von adulten Hüttengärtnern zu unterscheiden.

Der Hüttengärtner hat ein breites Rufrepertoire, dazu gehören Pfeiftöne, Glucks- und scharfe Klicklaute, kah kah-Rufe oder mehrfach hintereinander wiederholte keu keu keu keu-Serien und Töne, die auf den Menschen keuchend wirken oder an Ausspucken erinnern. Hüttengärtner, die im Arfakgebirge über drei Wochen intensiver beobachtet wurden, riefen bevorzugt in den frühen Morgen- und späten Abendstunden.
Wie für eine Mehrzahl der Laubenvögel typisch imitiert der Hüttengärtner sowohl andere Vogelstimmen als auch Umgebungslaute.

Der Hüttengärtner kommt im Westen Neuguineas vor. Obwohl sein englischer Trivialname Vogelkop Bowerbird lautet, ist sein Verbreitungsgebiet nicht auf den Vogelkop, eine Halbinsel im äußersten Nordwesten Neuguineas begrenzt. Das Verbreitungsgebiet ist disjunkt, es werden mindestens vier, nicht aneinander grenzende Regionen im Westen Neuguineas besiedelt.

Auf dem Vogelkop besiedelt der Hüttengärtner das Tamrau-Gebirge im Nordwesten sowie das durch das Kebartal getrennte Arfakgebirge im Nordosten. Im Arfakgebirge kommt der Hüttengärtner in Höhenlagen zwischen 1200 und 2000 Metern vor, im Tamrau-Gebirge dagegen zwischen 1460 und 1830 Höhenmetern. Weiter nordöstlich von der Vogelkop-Halbinsel kommen sie im Gebirge Wondiwoi auf der Wandammenhalbinsel (Höhenverbreitung 1160 bis 2075 Meter) vor.

Zwei weitere Verbreitungsgebiet liegen im Südwesten Neuguineas. Hüttengärtner besiedeln Gebirge im Regierungsbezirk Fakfak, wo sie zwischen 1000 und 1300 Höhenmetern vorkommt und das Kumawa-Gebirge. Auffallend an diesen Populationen ist, dass sie äußerlich nicht von den Populationen weiter im Norden und Nordwesten zu unterscheiden sind. Die Form ihrer Laube unterscheidet sich jedoch von diesen Populationen und gleicht mehr der Laube des Goldhaubengärtners. Noch ist nicht geklärt, ob dieser abweichende Laubenbau für alle Hüttengärtner im Südwesten Neuguineas zutrifft und welche Variationsbreite an Bauen bei den im Nordwesten vorkommenden Populationen typisch ist. Eventuell stellen die südwestlichen Populationen des Hüttengärtners jedoch eine eigene Unterart dar.

Der Lebensraum des Hüttengärtners sind tropische Regenwälder mit Baumkronen in Höhen von 25 bis 30 Metern über dem Erdboden.

Die Ernährungsgewohnheiten und das Nahrungsspektrum des Hüttengärtners sind bislang nur rudimentär untersucht. Die Funde von zahlreichen Samen unter den Ansitzwarten in der Nähe ihrer Lauben weist darauf hin, dass sich Hüttengärtner überwiegend von Früchten und Beeren ernähren. Hüttengärtner wurden außerdem dabei beobachtet, wie sie Früchte mit einem Durchmesser von einem bis 2,5 Zentimeter fraßen. Sie fressen außerdem Insekten: Ein Hüttengärtner wurde dabei beobachtet, wie er im Flug ein Insekt fing und sie fressen außerdem die Fliegen, die durch verrottende Pilze angezogen werden.

Adulte Hüttengärtner leben als Einzelgänger und finden sich nur zur Paarung zusammen, wobei die Männchen fast das ganze Jahr mit ihrer Laube beschäftigt sind. Die männlichen, jungen Hüttengärtner bleiben, nachdem sie flügge sind, eine gewisse Zeit in der Nähe der adulten Männchen und schauen sich dabei das Handwerk zum Laubenbau ab.

Die Männchen des Hüttengärtners sind polygyn, das heißt, sie paaren sich mit mehreren Weibchen. Das Weibchen baut alleine das Nest, bebrütet alleine das Gelegen und zieht allein die Jungvögel auf. Die Männchen werben um die Weibchen mit dem Bau von Lauben, die wie beim Säulengärtner und den anderen Amblyornis-Arten zum Typus „Maibaum“ gehören. Während die Lauben von Goldhauben- und Gelbscheitelgärtner vergleichsweise einfache Konstruktionen sind, baut der Säulengärtner eine vergleichsweise elaborierte Laube des Maibaumtyps. Der Hüttengärtner gilt gemeinsam mit dem Rothaubengärtner als die Art, bei der zumindest die nordwestliche Population die komplexeste Laube dieses Typus baut. Wie bei anderen Laubenvogelarten wird diese Laube mit Dekorationsobjekten geschmückt.

Es gibt keine Angaben darüber, wie lange ein adulter Hüttengärtner benötigt, um eine Laube zu bauen und ob er diese über mehrere Jahre besetzt. Indizien weisen allerdings darauf hin, dass Männchen über mehrere Jahre eine Laube verteidigen. Noch nicht geklärt ist, ob jüngere Männchen bestehende Lauben übernehmen, wenn der Laubeninhaber verstirbt.

Hüttengärtner (D. G. Elliot)

Bei einer Population im Arfakgebirge, die über drei Wochen beobachtet wurde, verbrachten die Männchen etwa 50 Prozent der Tageszeit in unmittelbarer Nähe. Einen geringen Teil der Zeit verbrachten sie damit, in der Nähe ihrer Laube zu singen. Während dem weitaus größten Teil ihrer Anwesenheit an der Laube waren sie damit beschäftigt, die Dekorationsobjekte ihrer Laube neu zu arrangieren, neues Material zum Laubenbau oder zu deren Schmuck herbeizuschaffen oder die Laube zu reparieren.
Kommt ein Weibchen in die Nähe der Laube, unterbricht das Männchen den Laubenbau und versucht, das Interesse mit seinem Gesang noch mehr zu wecken. Wenn das Weibchen den Vorhof betritt, um die Laube genauer zu untersuchen, zieht sich das Männchen in die Laube zurück oder präsentiert manchmal einige seiner Dekorationsstücke. Hat sich das Weibchen für das Männchen entschieden, paaren sie sich direkt bei der Laube. Während die Weibchen sich meistens nur mit einem Partner paaren, sind die Männchen polygam, d. h., sie versuchen mit möglichst vielen Weibchen zu kopulieren. Manche schaffen es, sich mit bis zu 20–33 verschiedenen Weibchen in einer einzigen Paarungssaison zu paaren. Doch die meisten scheitern gänzlich, da ihre Lauben den Ansprüchen der Weibchen nicht genügen. Diese wählen Männchen mit großen, prachtvollen Lauben aus, da sie diese als kräftig und gesund auszeichnen.
Die männlichen Vögel tragen nicht zur Bebrütung und Aufzucht der Jungtiere bei. Nach der Paarung widmen die Weibchen sich dem Nestbau, um dort die Eier auszubrüten und die Jungen aufzuziehen. Die Männchen bleiben bei ihrer Laube.

Die Weibchen bauen nach der Paarung ihr eigenes schlichtes, muldenförmiges Nest mit einem Durchmesser von 15 cm, das sie in 1,8 bis 3 m Höhe in den Baumkronen errichten. Die Details der Brutpflege und die Brutzeit sind bislang nicht untersucht.

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