| Klasse: | Strahlenflosser (Actinopterygii) |
| Ordnung: | Osteoglossiformes (Knochenzünglerartige) |
| Familie: | Arapaimidae |
| Gattung: | Arapaima |
| Art: | Arapaima gigas |
Arapaima gigas, auch einfach Arapaima genannt, ist ein sehr groß werdender Süßwasserfisch. Er erreicht gewöhnlich eine Gesamtlänge von 2 Meter. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) gibt als erreichbare Länge mehr als 3 m und ein Körpergewicht von mehr als 200 kg an, Bezerra et al. nennen 3 m und 200 kg in natürlicher Umgebung und bezeichnen die Art als größten beschuppten Fisch der Welt. Manchmal wird eine maximale Gesamtlänge von 4,5 m genannt. Die erste Erwähnung dieser Länge geht auf Schomburgk, 1841 zurück (in Gudger, 1943), basierend auf Erzählungen Einheimischer, dass der Fisch eine Länge von 4,5 m und ein Gewicht von etwa 180 kg erreichen kann. Eine solche Länge ist vielleicht nicht übertrieben, das Körpergewicht könnte für ein Individuum dieser Größe aber unterschätzt sein.
Der Arapaima hat einen länglichen, fast zylindrischen Körper. Der flache Kopf ist im Verhältnis zum Körper klein, auf ihm befinden sich 58 Knochenplatten unterschiedlicher Größe, die Oberfläche des Kopfes scheint verziert. Am hinteren Ende der Knochenplatten befinden sich jeweils 6 bis 8 Poren, beim Männchen wird daraus eine schleimige Substanz abgesondert. Der schräg verlaufende obere Teil des Mauls ist groß, der Unterkiefer vorgestreckt, die Zunge knöchern. Der Körper ist mit großen, körnigen Cycloidschuppen bedeckt, die aus dickeren Schichten von Kollagenfasern bestehen. Die Art hat eine grünlich-graue, gold schimmernde Grundfärbung, auf dem Körper befinden sich orange Flecken. Der Bauch ist weiß. Einige Flossen haben manchmal rote Ränder, die Schwanzflosse (Caudale) ist intensiv rot. Die Schuppen sind rot umrandet.
Nach dem Holotypus sind die Rückenflosse (Dorsale) und die Afterflosse (Anale) nur durch den kurzen Schwanzstiel von der Schwanzflosse getrennt. Die Schwanzflosse hat insgesamt 17 Flossenstrahlen. Bei einem in das Brantas Flussgebiet (Indonesien) eingeschleppten bzw. einem erstmals im Paraná Flussgebiet (Brasilien) aufgefundenem Exemplar zählten die Autoren in den relativ kleinen, an den Seiten nahe des Kopfes sitzenden Brustflossen (Pectorale) 1 Stachel- und 11 Weichstrahlen und in der abgerundeten Schwanzflosse 19 bzw. 18 geteilte Flossenstrahlen. Wirbel wurden insgesamt 83 gezählt. Beim Holotypus sitzen auf dem Oberkiefer 26 Zähne, der Unterkiefer ist mit 30 Zähnen in 2 bis 2,5 Reihen bezahnt. Das Tier vom Paraná weicht davon ab, dort sitzen die Zähne im Unterkiefer in einer Reihe.
Der Arapaima kommt ursprünglich im tropischen Südamerika, im Amazonasbecken vor. Bevorzugt werden Tieflandregionen die saisonalen Änderungen von Trockenheit und Überschwemmungen ausgesetzt sind. Arapaima gigas lebt hauptsächlich in Weißwasserflüssen in den Überschwemmungsgebieten des Amazonasbecken und im Várzea Tiefland einschließlich überschwemmtem Wald, in Seen und küstennahen Einzugsgebieten. In der Regel erstreckt sich der Lebensraum bis zu den ersten größeren Stromschnellen oder Wasserfällen eines Flusses. In Mexiko, Indonesien und den Philippinen wurde die Art eingeschleppt.
In frühen Lebensphasen scheint sich Arapaima gigas bevorzugt von wirbellosen Wassertieren zu ernähren. Adulte Tiere sind im Wesentlichen Fischfresser, dabei ist die Beute eher klein und zahlreich.
Der Arapaima muss im Durchschnitt alle 15 Minuten an die Oberfläche steigen, um Luft zu schnappen. Etwa 90 % des benötigten Sauerstoffs werden durch diese Atmung aufgenommen. Seine Schwimmblase ist mit vielen Blutgefäßen versehen und mit der Speiseröhre verbunden. Sie dient ihm als primitive Lunge, um zusätzlichen Sauerstoff aus der Luft zu entnehmen, wenn der Wasserstand in seinem Wasserraum fällt. Die Eigenschaft Luft zur Atmung aufzunehmen verschafft der Art in sauerstoffarmen Gewässern einen Vorteil gegenüber anderen Arten.
Wie viele andere Fischarten hat der Arapaima paarige Fortpflanzungsorgane, von denen jeweils nur immer eins von den Partnern aktiv zur Fortpflanzung genutzt wird. Seine relativ großen, etwa 2,5 bis 3 mm durchmessenden Eier legt der Arapaima gigas in eine selbst gegrabene, bis zu 50 Zentimeter durchmessende und 15 Zentimeter tiefe Grube des sandigen Flussbodens. Die Elterntiere bewachen das Gelege bis zum Schlupf der Jungen; den Hauptteil dieser Arbeit übernimmt das Männchen. Danach sammeln sich die Jungfische, angelockt durch ein Drüsensekret um das Maul des Männchens,ins Maul des Männchens gelangen sie jedoch nicht. Die Jungfische ernähren sich vor allem von Garnelen und bleiben nahe dem Kopf des Männchens, wobei ihnen die dunklere Färbung als Orientierung dient.




