Ancient Aliens (Archiv)

(Erstveröffentlichung am 11. April 2017)

Dieser Beitrag ist ein kleiner Ausflug in die Prä-Astronautik.
Prä-Astronautik? Was ist das? Und hat das etwas mit Tieren zu tun?

Unter dem Begriff Prä-Astronautik (auch Paläo-SETI genannt) wird eine Parawissenschaft verstanden, die der Theorie nachgeht, dass außerirdische Intelligenzen in der Frühzeit der Menschheit die Erde besucht und die menschliche Zivilisation beeinflusst oder sie sogar erst geschaffen haben. Dabei werden oft die in nahezu allen Kulturen vorhandenen Überlieferungen von Begegnungen mit Göttern und anderen fabelhaften Wesen als Besuche außerirdischer Wesen gedeutet.
Von ihren Anhängern wird sie als eine neue, ernstzunehmende Wissenschaft betrachtet, praktisch als eine Fachrichtung der Archäologie und als Teilgebiet der Astronautik. Aus akademischer Sicht ist das Themengebiet zwischen neu-religiösen Strömungen (wie z. B. Ufoglaube oder Raelismus) auf der einen Seite und der modernen Wissenschaft auf der anderen Seite anzusiedeln. Einige Plattformen, die sich der kritischen Themenbearbeitung widmeten, mussten aufgrund heftiger Diskussionen zwischen Befürwortern und Gegnern oder aufgrund fehlender verlässlicher Beweise wieder geschlossen werden.
Zentrales Thema und Hauptgegenstand der Prä-Astronautik ist die Annahme, dass außerirdische Raumfahrer die Erde in prähistorischer oder historischer Zeit besucht und dabei Einfluss auf die Genese des Menschen (Stammesgeschichte des Menschen) oder dessen kulturelle und technologische Entwicklung genommen hätten. Hauptgrundlage sind dabei Neuinterpretationen religiöser und mythologischer Texte, die als Berichte über tatsächliche Begebenheiten der Vergangenheit verstanden werden und Begegnungen mit außerirdischen Wesen beschreiben sollen.
Beispiele für solche Neuinterpretationen sind das altindische Mahabharata-Epos, welches den Kampf zwischen den Göttergeschlechtern der Kauravas und Pandavas beschreibt, die thematisch teilweise ähnlich gelagerte altnordische Edda oder das Buch Ezechiel des Alten Testamentes, welches die Begegnung des namengebenden Propheten mit dem vermeintlichen biblischen Gott auf dessen Thronwagen schildert. Die Beschreibungen von mythischen Gegenständen oder Orten wie der Bundeslade, des Thronwagens oder die Walhall von Asgard des nordischen Sagenkreises werden dabei als nicht verstandene Verklärungen hochentwickelter Waffen-, Militär- und Raumfahrttechnik gedeutet. Auch Mythen mit einander ähnelnden Inhalten werden ähnlich interpretiert, wie etwa die anscheinend universelle Geschichte von einer alles verschlingenden großen Flut und die darauf folgende Rettung der Menschheit und des Ökosystems, die sich sowohl in der biblischen Sintflut, dem sumerisch-babylonischen Gilgamesch-Epos, in altindischen, -chinesischen oder australischen Schöpfungsmythen findet. Die Prä-Astronautik geht davon aus, dass diese Überlieferungen auf ein reales Eingreifen höher entwickelter Wesen zurückzuführen sei, das sich in den Mythen als ein ur-menschliches (im Freud’schen Sinne unbewusstes) Trauma ausdrücke.
Ebenfalls wichtig für die Argumentation der Prä-Astronautik ist die Neuinterpretation von archäologischen Überresten und architektonischen Bauten, die, häufig im Widerspruch zur etablierten Archäologie, als Anachronismus verstanden werden: Es wird angenommen, dass sich ihr Auftreten nicht von vorhergegangenen Erscheinungen ableiten ließe oder die technischen Möglichkeiten der damaligen Kulturträger übersteige. Solche Funde werden ähnlich den mythischen Überlieferungen als Ausdruck nicht verstandener Technologie interpretiert. Hierzu gehören etwa Statuen, Felszeichnungen oder Reliefs von menschlichen oder menschenähnlichen Figuren, deren runde und manchmal gesichtslose oder nur bestimmte Gesichtspartien zeigenden Köpfe als Helme (von Raumfahrern) gedeutet werden (z. B. die Dogū-Statuen aus Japan, die Felszeichnungen von Val Camonica in Italien). Auch werden kleine vogel- oder fischähnliche Objekte aus dem präkolumbischen Südamerika und dem Alten Ägypten als Modelle von Fluggeräten interpretiert. Die Geoglyphen von Nazca in Peru, die neben überdimensionierten Tierfiguren auch bis zu 20 km lange gerade Linien und Dreiecke umfassen, werden unter anderem als Landebahnen angesehen.
Die Prä-Astronautik geht nicht zwangsläufig davon aus, dass diese Formen unmittelbare Folge eines direkten Kontakts mit hochtechnisierten Wesen sein müssen. Vielmehr werden solche Objekte als Ausdruck eines vorgeschichtlichen Cargo-Kultes verstanden, bei dem Menschen Zeugen von Aktivitäten dieser Wesen auf der Erde geworden seien und durch Nachahmung dieser für sie unerklärlichen Geräte und Anlagen die vermeintlichen Götter erneut herbeizurufen versuchten.
Einige Interpretationsansätze der Prä-Astronautik verbinden sie mit anderen grenzwissenschaftlichen Theorien. Hierzu gehören Überlegungen zur Existenz technisch hochentwickelter, aber untergegangener Kulturen wie Atlantis oder Mu in der menschlichen Urgeschichte, deren Bewohner verstreut bis in die historische Frühzeit überlebt haben könnten. Von einigen Vertretern wird angenommen, dass diese Kulturen durch das Einwirken intelligenter Außerirdischer oder zeitreisender Wesen aus der Zukunft entstanden oder vernichtet worden seien. Die Folge solcher Kontakte sei die Entstehung oder Weiterentwicklung der menschlichen Kultur oder die Deutung dieser Wesen zu Göttern im jeweiligen mythologischen Pantheon.
Je nach Vertreter der Prä-Astronautik können dieselben Phänomene unterschiedlich bewertet werden. Ein Beispiel ist etwa der Pyramidenbau im Alten Ägypten, Mesoamerika und Südostasien. Je nach Ansatz wird die Idee des Pyramidenbaus entweder direkt zu verschiedenen Zeiten in den verschiedenen Regionen durch außerirdische Wesen oder durch Überlebende früherer technischer Hochzivilisationen (z. B. Atlantis) vermittelt, oder es wird von einer Vermittlung an eine einzelne Kultur (wie etwa das Alte Ägypten) ausgegangen, von wo aus diese Idee durch kulturelle Kontakte weitergetragen wurde.

Die Serie ANCIENT ALIENS (zu sehen auf HISTORY) greift diverse Ideen der Prä-Astronautik auf. Vieles dabei ist Spekulation und wenn man nicht unbedingt jedes Wort für eine Tatsache hält bekommt man eine unterhaltsame (und innerhalb ihrer Grenzen auch informative) Sendung.
Einige der Folgen (inzwischen gibt es 118) befassen sich auch mit Tieren oder mytischen Wesen wie Bigfoots oder Halbwesen zwischen Tier und Mensch:

Garuda, Vishnu und Lakshmi

Garuda, Vishnu und Lakshmi

18. Fantastische Gestalten (Aliens And Monsters)
Staffel 3, Folge 2

In alten Hindu-Schriften wird von einer riesigen fliegenden Kreatur berichtet. Diese wurde als Garuda bezeichnet. Bei ihrer Landung auf der Erde soll diese gebebt haben. Es wird vermutet, dass es sich hierbei weniger um ein Monster als um ein Raumschiff gehandelt hat. Hybriden wie der Zentaur, Minotaurus und die Medusa werden nicht mehr nur als mythologische Figuren verstanden. Diese furchteinflößenden Wesen könnten das Ergebnis außerirdischer Transplantationsprozesse sein. (Text: History)

32. Die Entstehung der Menschheit (Aliens And The Creation Of Man)
Staffel 3, Folge 16 (60 Min.)

Noch immer gibt es zahlreiche ungeklärte Fragen um die Entstehung der Menschheit. Der Mensch unterscheidet sich in vielen Bereichen von anderen Lebewesen der Erde. Stammt der Mensch tatsächlich vom Affen ab oder haben Wesen von anderen Planeten Einfluss auf die menschliche Evolution genommen? Angeblich zeigen 10.000 Jahre alte Felszeichnungen eine Verbindung zwischen unseren Vorfahren und Besuchern aus einer anderen Welt. Könnte der Beweis für eine außerirdische Existenz helfen, eines der größten Rätsel der Menschheit zu lösen? (Text: History)

39. Mythos Bigfoot (Aliens And Bigfoot)
Staffel 4, Folge 7 (60 Min.)

Immer wieder behaupten Menschen auf der ganzen Welt, Bigfoots Fußabdrücke gesehen zu haben. Auch alte Legenden erzählen von einer affenähnlichen Gestalt, die auf der Erde wandelt. Doch gibt es Bigfoot wirklich? Ist er möglicherweise Vertreter einer außerirdischen Rasse, die vor Urzeiten die Erde besuchte? (Text: History)

42. Dinosaurier (Aliens And Dinosaurs)
Staffel 4, Folge 10 (60 Min.)

In Angkor Wat, der größten historischen Tempelanlage der Welt, haben Forscher erstaunliches entdeckt: die Darstellung eines Dinosauriers. Doch wie konnten die Menschen dieser Zeit wissen, wie Dinosaurier ausgesehen haben? Warum sind sie ausgestorbe? Haben Außerirdische die Dinosaurier ausgerottet, um Platz für die Menschheit zu schaffen? (Text: History)

72. Insekten (Aliens And Insects)
Staffel 6, Folge 18 (60 Min.)

Auf der Erde existieren rund 10 Trillionen Insekten. Sie bevölkern den Planeten seit Urzeiten. Viele Kulturen achten, fürchten oder verehren sie als Götter. Möglicherweise ist der Grund dafür,dass sie eine Verbindung zu außerirdischen Wesen darstellen? Auch die in der Offenbarung des Johannes beschriebenen Heuschrecken könnten eine Waffe fremder Lebensformen gewesen sein. Einige Wissenschaftler untersuchen, ob es eine Verbindung zwischen Insekten und außerirdischen Lebensformen gibt. (Text: History)

73. Mischwesen (Alien Breeders)
Staffel 6, Folge 19 (60 Min.)

Weltweit sind Erzählungen von Beziehungen zwischen Menschen und Außerirdischen verbreitet. Die Entschlüsselung des Erbguts zeigt, dass die menschlichen Wurzeln anders aussehen als gedacht. Experten gehen der Frage nach, ob die nicht identifizierbaren Bestandteile in der DNS von extraterrestrischen Wesen stammen könnten. (Text: History)

Spirit of the well

Spirit of the well

79. Reptilien (The Reptilians)
Staffel 6, Folge 25 (60 Min.)

Schlangenwesen gehören zum festen Repertoire der Science-Fiction-Mythologie. In Mittel- und Südamerika huldigen zum Beispiel einige Menschen einem gefiederten Schlangengott. In Indien glaubt man hingegen an die Nagas, die halb Mensch und halb Reptil sind. In China und Japan behaupteten viele Herrscher, Nachfahren von Drachen zu sein. (Text: History)

102. Kreaturen der Tiefsee (Creatures Of The Deep)
Staffel 8, Folge 7 (60 Min.)

Auf der internationalen Raumstation entdeckten russische Kosmonauten im August 2014, dass lebender Plankton Teile der Fenster bedeckte. Wenn Meereslebewesen im All überleben können, könnte das bedeuten, dass auch außerirdische Lebensformen unsere Meere besiedeln. Seit jeher gibt es Berichte über merkwürdige Kreaturen, die sich im Wasser verstecken. Während viele Erzählungen über Seeungeheuer rein mythologisch sind, leben in den Ozeanen schätzungsweise bis zur einer Million Spezies, von denen zwei Drittel noch unbekannt sind. (Text: History)

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