8. Zooreise 2019 – Tag 5: Von Posen nach Breslau

Posener Martinshörnchen

Geplant waren Besuche im Stare Zoo Poznan und im Zoo von Wroclaw.
Ein wirklich schönes Wetter für einen Zoobesuch war es nicht. Im Gegensatz zu den Tagen davor regnete es, und das sollte in den nächsten Tagen auch so bleiben. Allerdings hatte ich auch keine Alternativen, also mussten wir die Zoobesuche durchziehen.
Aber irgendwann werden wir wieder nach Posen kommen und dann vielleicht auch mehr von der Stadt sehen. Immerhin hatten wir im Hotel das leckere Vergnügen Posener Martinshörnchen zu probieren.
Das Posener Martinshörnchen (polnisch rogal świętomarciński) ist ein Gebäck, welches in Posen traditionell besonders zum 11. November, dem Fest des heiligen Martin von Tours, gebacken und verkauft wird.
Das Hörnchen ist ein süßes Croissant mit Weißmohnfüllung und gehört in der EU zu den polnischen Produkten mit geschützter Herkunftsbezeichnung. Hergestellt werden darf das Croissant nur von Bäckern und Konditoren aus Posen und bestimmten Gegenden der Woiwodschaft Großpolen, erforderlich ist hierfür ein besonderes Zertifikat. Zurzeit werden in Großpolen jährlich rund 500 Tonnen Martinshörnchen produziert (etwa 2.500.000 Stück), wovon die Hälfte am Martinstag zum Verkauf kommt.
Die Tradition des Martinshörnchens ist alt und reicht in frühchristliche Zeiten zurück, als sich heidnische Opferbräuche, in denen Hornvieh und darauf bezogene hornförmige Gebäckarten eine wichtige Rolle spielten, mit der Legende des heiligen Martin verbanden, dessen Pferd ein Hufeisen verloren haben soll. Dieser Teil der mittelalterlichen europäischen Backtradition ist wohl auch mit den Ursprüngen von Kipferl und Croissant verbunden.
In Posen war die Pfarrkirche St. Martin, auf die auch der Name einer wichtigen Innenstadtstraße zurückgeht, für die Ausbildung der Martinstradition von Bedeutung. Die Produktion spezieller Martinshörnchen ist seit 1852 belegt, sie wurden seit etwa 1891 am 11. November auch an Arme und Bedürftige verteilt. Seitdem ist das Croissant fester Bestandteil der Regionalkultur in Posen und Großpolen. 1923 äußerte sich Frankreichs Marschall Ferdinand Foch anerkennend über den Rogal świętomarciński.
(Man hätte sich leicht an ihnen überfressen können …)

Danach machten wir uns auf, den Stare Zoo zu erforschen, bei Regen.
Es war wohl eine gute Idee den Nove Zoo am Vortag zu besuchen. Zum einen war es ein langer Besuch und wer weiß ob wir danach den Breslauer Zoo noch geschafft hätten, wenn wir den neuen Zoo heute besucht hätten. Außerdem war das Wetter besser … eigentlich sogar ideal für einen Zoobesuch…
Heute mussten wir ins kalte Wasser springen, aber ich hatte trotzdem die Hoffnung, dass es nicht dauernd regnete.
Tatsächlich hatten wir großes Glück und teilweise verlief der Besuch des alten Zoos regenfrei. Der Zoo war durchaus sehenswert, allerdings sind Polnischkenntnisse von Vorteil, dann erfährt man auch einiges über die Tiere des Zoos und dem Zoo selber.

Baustelle Zoomuseum (Stare Zoo Poznan)

Derzeit werden die alten Raubtieranlagen zu einem Zoomuseum umgebaut. Das stelle ich mir zwar sehr interessant vor, allerdings werde ich deswegen nicht anfangen polnisch zu lernen.
Irgendwie sehr sympathisch sind die Schilder mit den Namen der Tiere. In großen Zoos werden einige Persönlichkeiten in den Vordergrund gestellt, hauptsächlich bei den beliebten Zootieren, aber wenn man weder Elefanten, noch Menschenaffen oder Größe Raubtiere hat, dann dürfen auch Kaninchen und Schildkröten Namen bekommen und diese öffentlich bekannt werden.

Dreistreifen-Baumsteiger mit Kaulquappen (Stare Zoo Poznan)

Im alten Zoo von Posen zahlt man nur für das Aquarium/Terrarium, der Rest ist kostenfrei. Im Terrarium habe ich auch eine kleine Entdeckung gemacht, die mir allerdings erst beim Bearbeiten meiner Bilder aufgefallen ist. Leider ist das Bild unscharf, ich bin kein guter Fotograf und was Fische und Amphibien anbelangt sowieso ein Versager (aber ich habe auch nicht die Ambitionen das zu ändern …). Ach ja, das Bild zeigt einen Dreistreifen-Baumsteiger mit Kaulquappen. Diese sind mir beim Fotografieren gar nicht aufgefallen, Dreistreifen-Baumsteiger werden aber auch nur 2 cm groß.

Nach Posen ging es weiter nach Wroclaw. Auf dem Parkplatz wurden wir von einem deutschsprechenden Parkwächter zu einem Kollegen mit Fahrrad verwiesen. Dieser zeigte uns einen passenden Parkplatz. Das war schon einmal ein kleines Highlight. Der Breslauer Zoo ist kleiner als der neue Zoo in Posen, aber man darf die Größe des Terrariums und des Afrykariums nicht unterschätzen und so verbrachten wir auch hier mehrere Stunden.
Ganz regenfrei verlief unser Besuch nicht, aber immerhin blieben wir von Dauerregen verschont.
Als Fazit meiner ersten Zoobesuche kann ich sagen, dass die Zoos durchaus sehenswert sind. Die Beschilderung kann aber sehr amüsant sein. Polnischkenntnisse helfen natürlich, aber wir sind auch mit englisch gut zurecht gekommen.
Es wird nicht unser letzter Besuch in Polen sein … es gibt noch viele Zoos, die man entdecken kann … und die Städte will ich auch erkunden.

Jahrhunderthalle (Wroclaw)

Von Posen und Breslau habe ich nicht viel gesehen, nur das was man so vom Auto aus zu sehen bekommt … und natürlich die Zoos. Aber irgenwann (vielleicht schon 2020) will ich mehr von den Städten sehen. Aber ich wiederhole mich. Neben der Jahrhunderthalle, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehört (und in der Nähe des Zoos steht, wie praktisch), habe ich auch einen der  der berühmten Breslauer Zwerge am Hauptbahnhof gesehen …
Die Halle haben wir nur von außen gesehen und von den Zwergen auch nur einen … aber ich hoffe bei einem weiteren Besuch in Breslau auch noch andere zu entdecken.

Breslauer Zwerg am Bahnhof

Die Breslauer Zwerge (poln. krasnale) sind eine Touristenattraktion in Wroclaw. Die politische Oppositionsbewegung „Orange Alternative“ hatte in den 1980er Jahren mit spontanen Aktionen (zum Beispiel Demonstrationen im Zwergenkostüm) Kritik am kommunistischen Regime in Polen geübt und einen gusseisernen Zwerg („Papa Zwerg“) in der Breslauer Altstadt aufgestellt. Das Zwergenmotiv geht sicher auf das Vorbild der um 1969 bis 1974 aktiven niederländischen Kabouterbewegung zurück, die ebenfalls spielerisch-subversiv den Mythos von den listigen und hilfreichen Zwergen aufgegriffen hatten.
Im Sommer 2001 tauchten die ersten Zwerge als Projekt von Studenten der Kunsthochschule in der Stadt auf. Seit 2004 der Künstler Tomasz Moczek beauftragt wurde, zwölf Zwerge zu fertigen, gibt es die Figuren in verschiedenen Varianten in der ganzen Stadt. Anfang 2009 gab es bereits 95 Exemplare, im August 2014 wurde der 300. Zwerg in Wroclaw aufgestellt, im August 2018 waren es bereits über 600 Zwerge. Die Figuren werden aus Bronze gegossen und haben eine Größe von etwa 30 cm.

Den Verlauf des Abends kann man ziemlich abkürzen, da er nicht gerade erwähnenswertes zu bieten hat: Abendessen im Hotel (kann man machen, muss man aber nicht), Abstecher zum McD fürs Dessert, Wein trinken und Karten spielen in der Hotelbar.

Stare Zoo Poznan
Zoo Wroclaw
Poznan
Wroclaw

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