6. Zooreise 2020 – Tag 1: Die Fränkische Schweiz, das Vogtland und ein paar Tiere

Geplant waren Besuche im Geschichtspark Bärnau, dem Mini-Vogtland in Adorf und dem Zoo in Limbach-Oberfrohna.
Nachdem das Wetter aber eher unbeständig war entschied ich mich für einen besuch in Pottenstein. Nicht, um die berühmte Höhle zu besuchen, das hatten wir bereits 2018 getan. Aber Pottenstein hat auch noch mehr zu bieten. U. a. Ein Scharfrichtermuseum und das Fränkische Schweiz Museum.
Das Fränkische Schweiz-Museum (Abkürzung: FSMT) in Tüchersfeld ist ein Regionalmuseum, das auf ca. 800 m² Ausstellungsfläche, verteilt auf 43 Räume, einen umfassenden Überblick über die Fränkische Schweiz vermittelt. Das Museum ist in landschaftlich reizvoller Lage unterhalb hoch ragender Kalksteinfelsen im so genannten Judenhof, einem anstelle der im Dreißigjährigen Krieg vernichteten Unteren Burg Tüchersfeld errichteten Gebäudeensemble, untergebracht.

Fränkisches Schweiz-Museum

Das Museum wurde am 24. Juli 1985 eröffnet. Einen Schwerpunkt bildet zum einen die Geologie der Fränkischen Schweiz. Ausführlich wird die Entstehung der Schichten des Jura erläutert. Ein großes Aquarium vermittelt eindrucksvoll die Lebenswelt der Schwammriffe des Weißen Jura (Malm). Die völlig neu konzipierte archäologische Abteilung zeigt unter anderem Werkzeuge des Neandertalers und erläutert die Jungsteinzeit sowie die Metallzeiten, also Bronzezeit und Eisenzeit, ausführlich anhand von Funden. Herausragend sind dabei die zahlreichen Funde auf den Reisberg bei Scheßlitz. Neuere Grabungsfunde sowie ein Modell der Burg Neideck (dieses zeigt deren Erscheinungsbild um 1400) verdeutlichen das Alltagsleben im Mittelalter.
In der historischen Ausstellung werden die – nur aufgrund der Kleinräumigkeit erklärbaren – Sonderabläufe der geschichtlichen Entwicklung in der Region näher gebracht. Besonders die religiöse Struktur der Fränkischen Schweiz und die daraus ablesbare herrschaftliche Situation in diesem Raum wird vermittelt. Höhepunkte sind hier das Wappenkalenderium der fränkischen Reichsritterschaft sowie eine großformatige Karte aus der Zeit des Siebenjährigen Krieges, in der detailgenau der Einfall des Prinzen Heinrich nach Franken mit zahlreichen Ortskarten dargestellt ist.
Einen Eindruck von früheren Lebensverhältnissen gewinnt man in den Abteilungen „Wohnen“ und „Arbeitsweisen“. Handwerksgeräte sowie eine Einführung in die Zunftorganisation machen den zweiten Haupterwerbszweig der Bevölkerung – das Handwerk – deutlich. Trachten, Zeugnisse von Brauchtum und Volksfrömmigkeit helfen, das Bild abzurunden. Die im Museum gesondert zugängliche originale Synagoge aus dem 18. Jahrhundert und die im Frauenbetraum ausgestellten und gut erläuterten Kultgeräte geben einen Einblick in religiöses Leben und Tradition jüdischer Landgemeinden in der Fränkischen Schweiz.
Das Scharfrichtermuseum in Pottenstein ist ein kleines Museum, das Exponate und Erklärungen zum Thema Folter bietet. Dabei geht es unter anderem um diverse Foltermethoden, berühmte Scharfrichter/Henker, Werwölfe … also alles rund um das Thema Folter, mit anschaulichen Exponaten.
Beide Museen musste man mit MNS betreten, aber außer den üblichen Hygienevorschriften gab es keine Einschränkungen. Das Fränkische Schweiz-Museum hat einen Rundgang.
Geregnet hat es übrigens nicht, aber die Museumsbesuche waren durchaus lohnenswert. Der Geschichtspark läuft ja auch nicht weg.
Der Eintritt des Fränkischen Schweizmuseums ist für Nutzer des Entdeckerpasses der Metropolregion Nürnberg kostenlos.

Danach ging es weiter nach Adorf in das Mini-Vogtland.

Mini-Vogtland

In der Ausstellung sind originalgetreue Miniaturmodelle von Sehenswürdigkeiten des sächsischen Vogtlandes zu sehen.
Die detailgetreuen Miniaturmodelle sind im Maßstab 1:25 oder 1:100 eingebettet in einen botanischen Garten.
Als Inspiration für weitere Reisen in das Vogtland ist das Miniaturland durchaus geeignet.
Der einzige Botanische Garten des sächsischen Vogtlandes bietet mit tausenden alpinen Pflanzen einen Einblick in die Flora der Hochgebirge aus aller Welt. Eine Besonderheit ist dabei der Kalktuffbereich, der als größter seiner Art in einem Botanischen Garten in Deutschland gilt. Über 100 Tonnen dieses Travertin-Gesteins sind zu einem einzigartigen Ensemble zusammengestellt.


Aber ich gebe zu dass ich diesbezüglich sehr ignorant bin. Pflanzen interessieren mich eher weniger, sieht man von fleischfressenden Pflanzen und Wasserpflanzen ab, aber auch da bin ich kein Experte.
Wir sind also eher durch den Garten gelustwandelt, als dass wir uns für die dort gezeigten Pflanzen interessiert hätten. Einige Pflanzen waren auch gar nicht zu sehen.
Der Besuch des Mini-Vogtlands hat auch weitere interessante Reiseziele entdecken lassen. Das große Vogtland hat einiges zu bieten und wie werden es wohl auch in nächster Zeit erkunden.
Das Vogtland (tschechisch Fojtsko, lateinisch Variscia) ist eine Region im Grenzgebiet von Bayern, Sachsen, Thüringen und Böhmen. „Vogtland“ bezieht sich auf den ehemaligen Herrschaftsbereich der Vögte von Weida, Gera, Plauen und Greiz.
Es ist anzunehmen, dass bereits Friedrich I. (HRR) um 1180 den Herren von Weida den Titel advocatus (Vogt), verliehen hat. Der Titel wurde bei der Teilung des Stammhauses von allen Zweigen weitergeführt und wie ein erbliches Reichslehen weitergegeben. Im Jahr 1254 handelten die Vögte von Gera, Greiz, Plauen und Weida einen Vertrag über ein Bündnis mit dem Markgrafen Heinrich dem Erlauchten von Meißen aus, bei dem sie als gleichberechtigte Partner auftraten. In der Urkunde unterschieden sie das Land des Markgrafen (terra marchionis) von ihrem Gebiet (terra nostra, unser Land). Es ist anzunehmen, dass der Markgraf zur Unterscheidung der Länder in umgekehrter Richtung sein Land vom Land der Vögte (terra advocatorum) abgrenzte. Die Urkunde dazu ist jedoch nicht erhalten geblieben. Der Name erscheint danach, 1317 und später, als „woyte lande“ oder in ähnlicher Form in anderen Urkunden, die jedoch immer Vereinbarungen anderer Herrscher über das Vogtland beinhalten. Der Name Vogtland kann erst im Jahr 1343 nachgewiesen werden.
Das böhmische Vogtland hat seine historischen Bezüge im Ascher Ländchen, das sich frühzeitig aus dem Egerland herausgelöst hat. Das Egerland war Reichsterritorium, bevor es an die Krone Böhmen verpfändet wurde. Die Vögte erweiterten hier im Norden ihren Einflussbereich. 1281 erhielt Heinrich I. (Plauen) den Markt Asch. Johann von Böhmen überließ den Vögten das ihm 1322 von Ludwig dem Bayern verpfändete Egerland zur Verwaltung. Aus diesem Grund dehnen einige Historiker den Begriff Vogtland auf das gesamte Egerland aus.
Heute ist Vogtland auch eine umgangssprachlich gebräuchliche Bezeichnung für den Vogtlandkreis. Demgegenüber erfasst das naturräumliche Vogtland zwar zusätzlich Teile Thüringens und Bayerns, grenzt jedoch den Höhenschwerpunkt im Osten aus, der naturräumlich dem Westerzgebirge zugerechnet werden muss.

Danach ging es weiter nach Limbach-Oberfrohna, aber unterwegs habe ich meinen Plan geändert und wir landeten im Tierpark Chemnitz.
Dort muss man in bestimmten Gebäuden MNS tragen, natürlich gelten die üblichen Abstandsregeln und die Besucherzahl ist auf 500 limitiert. Einige Bereiche, darunter das Vivarium, sind geschlossen und es gibt einen Rundweg.
Um das Vivarium fand ich es schade, aber ansonsten empfand ich die Einschränkungen als nicht sehr störend, langsam gewöhnt man sich daran.
Danach ging es nach Dresden in das IBIS in der Pragerstrasse.
Dort musste man MNS tragen, aber immerhin hat man uns ein Buffet versprochen. Allerdings muss man sich einen bestimmten Zeitraum reservieren. Nun ja 7.15 ist etwas früh, aber alles andere wäre zu spät gewesen.
Jetzt bin ich mal auf das Frühstück gespannt. Wir haben zwar auch Sachen zum Pimpen dabei, aber das scheint ja dann nicht nötig zu sein.
Gegessen wurde im Wenzel ….
Auf dem Heimweg haben wir noch Breslauer Zwerge gesucht. Denjenigen an der Kreuzkirche kannte ich ja schon, den am Ratskeller noch nicht, obwohl beide Zwerge gar nicht so weit voneinander entfernt sind. Aber leicht war das Auffinden des Zwergs bei Dunkelheit dann doch nicht. Aber erfolglos waren wir nicht. Der Zwerg wird bei Tageslicht aber noch besucht werden.
Morgen Abend war geplant im Aljonuschka zu essen. Das russische „Restaurant“ befindet sich gegenüber der Kreuzkirche, aber ein Blick in das Innere ließ uns zweifeln. Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir morgen ein anderes Restaurant wählen werden.

Pottenstein
Scharfrichtermuseum Pottenstein
Fränkische Schweiz Museum
Adorf
Mini-Vogtland
Tierpark Chemnitz

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