11. Zooreise 2019 – Tag 1: Über Ulm nach Stuttgart … Weihnachten und Kitsch

Geplant waren Besuche bei den Körperwelten der Tiere, dem Naturbildungszentrum und dem Münster in Ulm, bevor es weiter nach Stuttgart ging wo wir abends in den Christmas Garden der Wilhelma gehen wollten.
Bei Nebel fuhren wir los und kamen problemlos am ersten Ziel unserer Reise an, dem Blautalcenter in Ulm, dem Ort, der die Körperwelten beherbergt.
Das Blautalcenter ist ein Einkaufszentrum, mit zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten. Während der Weihnachtszeit finde man dort auch eine interessante Dekoration in der Passage: Amerikanische Tiere in Winterlandschaft.

Weißer Hai (Körperwelten der Tiere)

Ich hatte noch nie das Vergnügen die umstrittenen Körperweltenausstellungen zu sehen, obwohl sie auch in München zu sehen waren. Aber irgendwie habe ich es dann doch nicht geschafft.
Jetzt könnte ich zumindest die Körperwelten der Tiere sehen, eine Ausstellung mit plastinierten Tierkörpern.
Die Plastination ist ein Konservierungsverfahren für verwesliche biologische Präparate, das vor allem bei der anatomischen Präparation von Körpern und Körperteilen Verwendung findet. Entwickelt hat diese Günter von Hagen, derjenige, der auch die Körperwelten ins Leben rief.
Die Körperwelten der Tiere zeigen auch Menschen, aber der Großteil der zu sehenden Exponate sind Tiere. Darunter ein Weißer Hai und ein Elefant.
Neben den Ausstellungsstücken erfährt der Besucher auch einiges über die gezeigten Tiere und ihre Anatomie.
Ich fand die Ausstellung sehr interessant, nicht unbedingt wegen der Exponate, aber es wurde viel Wissen vermittelt. Die Ausstellung ist noch bis zum 26. Januar 2020 zu sehen.

Danach ging es weiter ins Naturkundliche Bildungszentrum, dem Naturkundemuseum in Ulm.

Naturkundliches Bildungszentrum Ulm

Das Naturkundliche Bildungszentrum Ulm ist ein „lebendiges Museum“ mit wissenschaftlichen Belegsammlungen und Ausstellungen zur bewussten Wahrnehmung der Natur. Die Themen der Ausstellungen und Schwerpunkte der Sammlungen umfassen die Bereiche Mineralogie, Geologie, Paläontologie, Botanik und Zoologie. Lebende Tiere werden allerdings nicht gezeigt.
Die wissenschaftlichen Belegsammlungen umfassen über 60.000 Objekte. Einen breiten Raum nehmen die Geologie und die Mineralogie des Ulmer Raumes ein.

Danach gingen wir zum Ulmer Münster (korrekterweise müsste es das Münster heißen, aber bei mir hat sich die Bezeichnung der Münster eingebürgert und auch in meinem Umfeld ist die Kirche männlich, deswegen behalte ich das auch bei …) und ignorierten dabei auch den Weihnachtsmarkt nicht. Für die frühe Tageszeit war einiges los und es wurde auch schon fröhlich Glühwein gebechert. Wir haben uns mit einem Apfelküchle zufrieden gegeben und sind dann zum Münster. Von einem Aufstieg des Turmes haben wir aufgrund der herrschenden Kälte und des Windes verzichtet.

Ulmer Münster

Der Ulmer Münster ist eines der größten gotischen Gebäude in Süddeutschland und Kulturdenkmal. Er hat mit 161,53 m Höhe den bis heute höchsten Kirchturm der Welt. Der Chor des Münsters wird rechts und links von den beiden Chortürmen flankiert, die mit ihrer Höhe von 86 m zur Gruppe der besonders hohen Türme gehören. Das Kirchengebäude ist 123,56 Meter lang und 48,8 Meter breit. Das Mittelschiff hat eine Höhe von 41,6 Metern, die Höhe der Seitenschiffe beträgt 20,55 Meter. Der Münster hat ein Volumen von rund 190.000 Kubikmeter, und der hohe Westturm belastet die Fundamente mit einer Masse von 51.500 Tonnen. Bei der Grundsteinlegung 1377 sollte diese Pfarrkirche eine Kirche der Bürger sein. Sie wurde von den weniger als 10.000 Bürgern der Stadt finanziert. Da der Münster nie als Bischofssitz geplant war, waren von Beginn an nur ein zentraler Westturm und zwei Chortürme vorgesehen. Hauptfassaden mit zwei flankierenden Türmen waren im Allgemeinen Bischofskirchen und Abteien vorbehalten. Aus ähnlichem Grund besitzt der Ulmer Münster auch keine Krypta, die als Herrscher- oder Bischofsgrablege hätte dienen können. Deren „Funktion“ wird in Ulm von, heute teils verschwundenen, teils noch erhaltenen Kapellenanbauten und zahlreichen, durch Gänge und Treppen untereinander und mit dem Kirchenschiff verbundenen, (Grab-)Kammern von Ulmer Patriziern und Bürgern übernommen.
Interessant sind die verwendeten Baumaterialien: Alle Kanten des Kirchenschiffs und fast alle Teile der Türme sind aus Sandstein (in neugotischen Teilen teilweise auch Kalkstein) und üppige Steinmetzarbeiten. Dadurch fällt wenig auf, dass die Außenmauern größtenteils aus Backstein errichtet sind, der auch offen in den Fassaden zutage tritt. Inwieweit diese Backsteinsichtigkeit jedoch ursprünglich als Stilmittel beabsichtigt war, ist aufgrund des ästhetisch wenig absichtsvoll wirkenden, rein bautechnisch bedingten Wechsels zwischen Stein- und Ziegelmauerwerk, der weitestgehend fehlenden plastischen Gestaltung des Ziegelmauerwerks und zahlreicher Putzreste mit aufgemaltem Mauerwerk fraglich. Vielmehr muss – zumindest für den mittelalterlichen Bauabschnitt – davon ausgegangen werden, dass für die Verwendung des Ziegelmauerwerks weniger ästhetische, sondern rein bautechnische bzw. bauphysikalische Gründe entscheidend waren und ein großer Teil des heute offen zutage tretenden Ziegelmauerwerks ursprünglich nicht „auf Sicht“ angelegt war, sondern unter Putz und einem gemalten „Steinquaderwerk“ verborgen lag.
Der Hauptturm kann über 768 Stufen bis zu einer Galerie im oberen Drittel des Turmhelms in einer Höhe von 143 m bestiegen werden. Von dort bietet sich dem Besucher ein eindrucksvolles Panorama der Stadt und ihrer Umgebung. An einigen Tagen im Jahr ist bei Föhn sogar der Blick über ganz Oberschwaben bis zu den Alpen möglich.
Aufgrund des kalten Wetters und des befürchteten Windes haben wir von einer Besteigung des Turms abgesehen… aber irgendwann werden wir wieder nach Ulm kommen (2020 ist das nicht sehr unwahrscheinlich) und dann …

Danach ging es weiter nach Stuttgart. Theoretisch hätten wir noch genügend Zeit für einen Besuch im Museum im Schloss Rosensteinpark gehabt, aber ich habe mich spontan für das Schweinemuseum entschieden. Bereut haben wir den Besuch nicht, das Museum ist ausgesprochen unterhaltsam. Und das Naturkundemuseum läuft nicht davon (das Schweinemuseum zwar auch nicht … aber irgendeine Entscheidung muss ja getroffen werden, das Hotel aufzusuchen schloss ich vorerst aus)

Als „größtes Schweinemuseum der Welt“ präsentierte das von der Stuttgarter Gastronomin Erika Wilhelmer (* 1940) ab 1989 über die ersten 20 Jahre zunächst in Bad Wimpfen privat geführte Sammler- und Glücksschweinmuseum eine bis in die 2010er Jahre auf über 50.000 Exponate angewachsene Sammlung rund um das Thema Schwein. Seit dem Umzug des Museums in das 100 Jahre alte Verwaltungsgebäude des ehemaligen Schlachthofes in Stuttgart-Gaisburg im Jahr 2010 werden die Exponate auf mehr als 800 Quadratmetern in über 27 Themenräumen inszeniert. Der Jugendstilbau der einstigen Schlachthofverwaltung, erbaut 1912 nach Entwurf von Albert Pantle, bietet darüber hinaus das entsprechende architektonische Ambiente für eine Ausstellung zur Kulturgeschichte des Schweins.
Gezeigt wird sehr viel und sehr unterschiedliche Exponate, von Kunst zu Kitsch und hin und wieder erfährt man auch Wissenswertes über Wild- und Hausschwein. Und natürlich findet man dort auch die eine oder andere Kuriosität. Auf jeden Fall ist das Museum sehr unterhaltsam.

Nach einem Aufenthalt im Museum, der länger als erwartet war, da das Museum grösser als gedacht war führen wir ins Hotel, aßen lecker Burger in Mikes Pub und machten uns dann auf Richtung Wilhelma.

Flamingos während des Christmas Garden

Der Christmas Garden war eine angenehme Überraschung. Der beleuchtete abendliche Spaziergang war sehr schön und auf angenehme Art auch romantisch, trotz der zahlreichen Besucher. Es war sowohl weihnachtlich als auch mystisch und ein paar schlafende Tiere hat man auch gesehen. Ein paar Tiere wären sogar aktiv, Biber und Schneeleoparden z. B.
Aber wir waren wegen des Christmas Gardens da, nicht wegen der Tiere, die tatsächlich keine Bedeutung hatten. Trotzdem finde ich den Christmas Garden eine schöne Idee und gut besucht war er auch. Für das leibliche Wohl war gesorgt und so genossen wir einen trockenen, angenehmen und stimmungsvollen Spaziergang durch einen beleuchteten Zoo.
Ich hätte mir zwar Schnee gewünscht, aber man kann nicht alles haben.
Ein kleines Highlight war die Karussellfahrt. Nichts besonderes eigentlich, aber wann fährt man schon Karussell. Wir haben es genossen… und für einen Euro kann man das auch machen, zumal der Hinweis „Wir fahren auch für Erwachsene“ auf jeden Fall eine Verlockung darstellt.

Und nebenbei bemerkt Puzu ist eine Abkürzung für Puderzucker und nichts afrikanisches.
(An einem Stand wurden Waffeln mit Puzu verkauft. Ich musste auch überlegen was das ist, aber Puderzucker erschien mir die treffende Wahl. Andere hatten mit der Herleitung Schwierigkeiten … am Stand arbeitete ein Afrikaner und ich hörte ein Pärchen wie sie sich fragten, was PuZu denn wäre. Sie war der Meinung es müsste wohl etwas afrikanisches sein … Aber was? Ich fand’s lustig)
Der Christmas Garden geht noch bis zum 6. Januar.
Auf dem Rückweg zum Hotel kamen wir am Niklasmarkt vorbei, ein Weihnachtsmarkt, der am nächsten Tag erst öffnen sollte, es aber anscheinend schon am Vorabend tat. Allerdings sind wir nur durchgewandert.

Ulm
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