1. Zooreise 2026 – Tag 3: Braunkohle und Wölfe (Shalala)

Der Mund der Wahrheit im Tannenbusch (Dormagen)

Heute waren wir auf dem Weg nach Tripsdrill, wo wir den Abend, in einem Baumhaus verbringen sollten, nicht zum ersten und sicher nicht zum letzten Mal. Aber am Morgen waren wir noch in Neuss … übrigens war das das erste Ibis Styles in dem wir jemals nächtigten und damals hatte ich vor, nie wieder in einem Styles zu übernachten (siehe hier)… wie sich die Zeiten ändern.
Bevor wir also im Baumhaus übernachteten, mussten wir Neuss erst einmal verlassen …
Nachdem wir das Frühstück bei Karnevalsmusik (muss man mögen) überstanden hatten ging es weiter in den Wildpark Tannenbusch.
Weitere Ziele waren die Aussichtspunkte zu zwei Braunkohleabbaustellen und weil wir gut im Zeitplan waren, besuchten wir noch den Tierpark Birkenheide bevor wir dann nach Tripsdrill kamen.

Das Rheinische Braunkohlerevier, oft auch kurz Rheinisches Revier genannt, ist ein Bergbaurevier in der Kölner Bucht, am Nordwestrand des Rheinischen Schiefergebirges. Der Abbau der Braunkohle im Tagebauverfahren wirkte hier maßgeblich landschaftsverändernd und führte zur Ausbildung einiger bedeutender Industriestandorte. Das Revier umfasst die Zülpicher und Jülicher Börde, die Erftniederung und die Ville.
Das Rheinische Revier ist eines der größten Braunkohlereviere in Europa. In geringerem Maße werden hier Ton, Quarzsand und Löss abgebaut.
Die industrielle Nutzung des Reviers mit der kompletten Wertschöpfungskette von Kohleabbau bis zur elektrischen Energieerzeugung erfolgt heute ausschließlich durch den RWE-Konzern (über seine Tochter RWE Power).
Nach derzeitiger Planung ist der Abbau im Rheinischen Braunkohlerevier bis 2030 gesichert. Prognosen über die zukünftige Entwicklung sind schwierig, da ein zentraler Pfeiler der deutschen Energiewende ein Kohleausstieg ist.
Wir haben uns zwei Abbaugebiete angesehen:

Tagebau Garzweiler

Der Tagebau Garzweiler ist einer der größten Braunkohletagebaue Europas und liegt in Nordrhein-Westfalen zwischen Mönchengladbach, Erkelenz und Jüchen. Seit den 1980er-Jahren wird dort Braunkohle im industriellen Maßstab gefördert, hauptsächlich zur Stromerzeugung. Charakteristisch sind die riesigen Schaufelradbagger, kilometerlangen Förderbänder und die terrassenförmigen Abbaukanten, die eine künstliche Landschaft von monumentalen Dimensionen schaffen.
Garzweiler ist zugleich ein Symbol für den Konflikt zwischen Energieversorgung und Klimaschutz. Für die Erweiterung des Tagebaus mussten mehrere Dörfer umgesiedelt werden, was zu anhaltenden gesellschaftlichen Debatten führte. Aktivisten sehen im Abbau ein Hindernis für die Energiewende, während Befürworter auf Versorgungssicherheit und Arbeitsplätze verweisen. In den kommenden Jahrzehnten soll die Förderung schrittweise beendet werden. Danach ist eine umfangreiche Rekultivierung geplant: Seen, Wälder und landwirtschaftliche Flächen sollen entstehen. So wird Garzweiler langfristig von einer Industrielandschaft zu einem neu gestalteten Lebensraum umgewandelt, der die Spuren seiner Vergangenheit dennoch sichtbar tragen wird.

Skywalk Jackerath am Tagebau Garzweiler

Der Aussichtspunkt Jackerath befindet sich in der Nähe des Autobahndreiecks Jackerath (A 61 / A 44). Der Skywalk am südlichen Ende des Tagebaus bietet einen Blick ins Abbaugebiet. In der Nähe ist der Materialumschlagplatz (‚Verteilfächer‘) für das abgebaggerte Erdreich auf der westlichen Seite des Loches zur anderen Seite auf der Ostseite. Die abgebaggerte Kohle wird an diesem Sammelpunkt auf Fließbändern aus dem Tagebau herausbefördert.
Der Tagebau Hambach ist der größte von der RWE Power AG betriebene Tagebau im Rheinischen Braunkohlerevier und die größte Braunkohlegrube Europas. Er betrifft die Stadt Jülich und die Gemeinden Merzenich, Titz und Niederzier im Kreis Düren, sowie die Städte Kerpen und Elsdorf im Rhein-Erft-Kreis. Der Tagebau Hambach ist aufgrund der mit ihm einhergehenden Abgase der Kohleverbrennung und weiterer Umweltzerstörung, unter anderem der Rodung des Hambacher Forsts, umstritten. Über 1000 Jahre alte Ortschaften wie Manheim mussten ihm weichen.
International bekannt wurde Hambach durch den Konflikt um den Hambacher Forst, einen verbliebenen Rest eines uralten Waldes am Rand des Tagebaus. Umweltaktivisten besetzten zeitweise den Wald, um weitere Rodungen zu verhindern, und machten ihn zu einem Symbol der Klimabewegung. Die Auseinandersetzung löste eine breite gesellschaftliche Debatte über Kohleverstromung, Klimaschutz und Strukturwandel aus.
Es gibt mehrere Aussichtsmöglichkeiten. Der bekannteste Aussichtspunkt ist terra nova bei Elsdorf. Dort gibt es eine Besucherplattform mit Infotafeln und Gastronomie. Von hier blickt man direkt in die riesige Grube. Sitzgelegenheiten laden ein dem Abbau einen genaueren Blick zu würdigen … allerdings sollte das Wetter besser sein, ich glaube wir wären festgefroren wenn wir uns hineingesetzt hätten.

Tagebau Hambach

Lustigerweise waren wir nicht die einzigen Besucher der Abbaustellen, ein paar Slowaken waren ebenfalls vor Ort … an beiden Stellen … wie wir.

Den Tierpark Birkenheide hatte ich in guter Erinnerung, aber der Besuch war schon lange zurück und es hat sich einiges verändert. Nicht unbedingt zum Positiven (s. u. a. hier)
Natürlich waren auch Vorkehrungen zu Vogelgrippe und Schweinepest getroffen worden.

Blaumeise in der Wildsauschenke (Wildparadies Trippsdrill)

Und dann … Trippsdrill. Gegessen haben wir in der Wildsauschenke, das bietet sich einfach an. Urig gemütliches Hüttenfeeling …. mit Blaumeise (?) Nach einem Abstecher bei den Mufflons und dem traditionellen Glühweintrinken ging es mit Benny unserem Führer zu den Wölfen. Bei den beiden Rudeln erfuhren wir einiges über die Wölfe im Wildparadies und die Wölfe in Deutschland. Nun ja, was soll ich negatives sagen, die Führungen sind immer interessant und informativ auch wenn ich das Gefühl hatte, dass verhältnismäßig viele Kinder anwesend waren, aber dafür kann das Wildparadies ja nichts.
Aber … die Wolfsführungen in den Faschingsferien und das Übernachten im Baumhaus … irgendwie immer wieder ein Erlebnis.
Unseren Abend haben wir in unserem Baumhaus mit verschiedenen ESC Vorentscheidungen (Estland, Lettland und Dänemark) verbracht … die moderne Technik macht’s möglich.



Vanilla Ninja hat übrigens schon 2005 am ESC teilgenommen, damals für die Schweiz. Der erste Versuch Estland beim ESC zu verteten war 2003, scheiterte aber.
Das aber nur am Rande …

Wildpark Tannenbusch
Tierpark Birkenheide
Wildparadies Trippsdrill

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