Zoopresseschau

Zoopark Erfurt 20.07.2018
Löwenkater Bagani unerwartet verstorben
Der Thüringer Zoopark Erfurt trauert um seinen Löwenkater Bagani. Heute Morgen fanden die Tierpfleger den regungslosen Löwen in seinem Gehege. Ohne vorhersehbare Kennzeichen ist Bagani in der Nach zum Freitag völlig unerwartet verstorben. Der knapp 3-jährige Angola-Löwe erfreute sich bis gestern bester Gesundheit und spielte viel mit seiner Gefährtin Junglöwin Bastet (auch knapp 3-jährig). Bagani wurde bereits zur intensiven Untersuchung in das Institut für Veterinär-Pathologie der Universität Leipzig gebracht. Aktuell kann der Thüringer Zoopark Erfurt noch keine Auskunft zu den Ursachen des plötzlichen Todesfalls geben. Es wird in alle Richtungen ermittelt. Auch die Kriminalpolizei ist involviert. Löwe Bagani kam am 17. Februar 2018 aus dem französischen Zoo Parc de Félins in Lumigny-Nesles-Ormeaux in den Thüringer Zoopark Erfurt. Da Löwen in der Wildnis z.B. durch Bejagung und Lebensraumverlust immer seltener werden, übernehmen Zoologischen Einrichtungen hier wichtige Aufgaben für Tierschutz und Artenerhalt. Die Mitarbeiter der Thüringer Zoopark sind über die Nachricht des plötzlichen Todes sehr bestürzt. Mit Bagani hoffte das gesamte Team des Zoopark auf eine eigene Löwenzucht.

Zoo Osnabrück 20.07.2018
Seehund-Nachwuchs im Zoo Osnabrück
Weibchen Greetje in der Nacht zu Montag geboren. Zuwachs bei den Seehunden im Zoo Osnabrück: Seit Montagmorgen, 16. Juli schwimmt Jungtier Greetje neben Mutter Biene durch das Wasserbecken. Für die Seehund-Eltern Biene und Max ist Greetje bereits das vierte gemeinsame Jungtier. „Zum Ende der Schwangerschaft war Biene schon deutlich anzusehen, dass sie Nachwuchs erwartet – sie war schon recht rund und träge in den letzten Tagen“, schmunzelt Tierpflegerin Priska Hennig-Lippe. Kurz vor der Geburt habe sich die werdende Mutter zunehmend zurückgezogen und auch nicht mehr viel gefressen: „Als wir Tierpfleger dann am Montagmorgen zu den Seehunden kamen, schwamm der Nachwuchs bereits aufmerksam neben seiner Mutter durch das Wasser“, freut sich Hennig-Lippe. „Die Geburt verläuft bei den Seehunden in der Regel sehr schnell und unkompliziert. Außerdem ist Biene bereits eine erfahrene Mutter: Gemeinsam mit Männchen Max zog sie bereits drei weitere Jungtiere bei uns auf.“ In der Wildbahn bringen Seehunde ihre Jungtiere während der Ebbe auf Sandbänken zur Welt. Deshalb verläuft die Geburt recht zügig, denn wenn die Flut zurückkommt, müssen die Jungtiere direkt schwimmen können. Familie in der Eingewöhnungsphase. Auch der Nachwuchs im Zoo Osnabrück fühlt sich im Wasser schon richtig wohl: Die meiste Zeit schwimmt das Jungtier mit Mutter Biene im Becken und steckt immer wieder den Kopf aus dem Wasser, um Luft zu holen. Alle paar Stunden trinkt es an Land bei seiner Mutter. Einen Namen hat der neue Zoobewohner auch schon: „Wir gehen momentan davon aus, dass der Nachwuchs ein Weibchen ist und haben uns für den Namen Greetje entschieden“, berichtet Hennig-Lippe. „Jetzt geben wir der jungen Familie erstmal Zeit, um sich aneinander zu gewöhnen. Das sogenannte Medical-Training, das wir täglich mit den Tieren für tierärztliche Untersuchungen üben, führen wir in etwas abgeschwächter Form aber weiter durch, weil es für die Seehunde zum Alltag gehört. Biene ist momentan noch etwas zurückhaltend, aber in den kommenden Tagen wird sie sicherlich wieder etwas engagierter mitmachen, wenn sie Lust hat.“ Greetje schaut dann vermutlich vom Wasser aus zu oder kommt vielleicht schon mit an Land: „Fenja, unser Seehundnachwuchs aus dem letzten Jahr, war besonders neugierig und kam zum Training oft mit an den Beckenrand, um sich alles ganz genau anzuschauen“, erzählt die Tierpflegerin. Seehund-Vater Max (11 J.) zeigt immer wieder Interesse an seinem vierten Jungtier, aber noch möchte Mutter Biene (19 J.) Ruhe haben und scheucht ihn meistens weg. Das sei laut Hennig-Lippe normal: „Mutter und Jungtier brauchen erst eine kurze Zeit, um sich an die neue Situation zu gewöhnen. Max zeigt immer wieder Interesse an Greetje, aber Biene schottet sie noch etwas ab. Das wird sich aber in der nächsten Zeit ändern und dann schwimmen die drei auch zu dritt durch das Becken. In der Zwischenzeit stören wir sie möglichst wenig.“ Deshalb werde auch zurzeit das Wasser in den Becken nur langsam und nach und nach gewechselt, weswegen es momentan auch etwas trübe sei. In wenigen Wochen Gewicht verdoppeln. Jetzt heißt es für Greetje erstmal zunehmen: In den ersten sechs Lebenswochen werden kleine Seehunde von der Mutter gesäugt. Danach müssen sie lernen, wie man Fisch frisst. Da das gar nicht so einfach ist und einige Zeit dauern kann, brauchen die Jungtiere Fettreserven und verdoppeln anfangs ihr Geburtsgewicht von etwa 10 bis 12 Kilo. „Deswegen ist die Muttermilch mit einem Fettanteil von rund 45 Prozent besonders reichhaltig. Bei dem Umstieg auf Fisch unterstützen wir die Jungtiere: In dieser Phase halten wir sie einzeln und bewegen den Fisch vor ihrem Maul, um sie so zum Fressen zu animieren“, erklärt Priska Hennig-Lippe. Besucher können die junge Familie besonders gut bei den täglichen Fütterungen um 10:40 und 15:30 Uhr beobachten. Dann erzählen die Zoopädagogen außerdem allerhand Wissenswertes zu den Raubtieren. Während der Ferien finden täglich viele weitere Fütterungen und Kommentierungen statt: Die genauen Zeiten und Programmpunkte bekommen Besucher an der Zookasse oder online unter www.zoo-osnabrueck.de.

Zoo Landau 20.07.2018
Ausgerottet in der Wildnis – zum ersten Mal nun auch im Zoo Landau in der Pfalz nachgezogen
Socorrotaube geschlüpft und ausgeflogen! Zum ersten Mal ist seit ihrer Haltung dort nun auch im Zoo Landau in der Pfalz die Nachzucht einer in der Wildnis bereits ausgerotteten Tierart gelungen! Am 1. Juli schlüpfte eine kleine Socorrotaube, die glücklicherweise, wie es sich gehört, von beiden Eltern vorbildlich umsorgt wurde und inzwischen aus dem Nest ausgeflogen ist. Wer als Zoobesucher nach dem Jungvogel Ausschau halten möchte, der sollte auch auf dem Boden der Volieren suchen. Socorrotauben sind flugfähig, halten sich aber auch sehr viel am möglichst deckungsreichen Boden auf. Es handelt sich um eine evolutionäre Anpassung an das Leben auf einer abgelegenen Pazifikinsel, der Insel Socorro vor der Westküste Mexikos, auf der es ursprünglich keine natürlichen Feinde der Tauben gab. Dieses wurde der Tierart zum Verhängnis, als im Jahr 1957 eine Station der mexikanischen Marine auf der Insel errichtet wurde. Eingeschleppte Räuber wie Katzen oder Ratten aber auch Ziegen, die durch Beweidung die Vegetation der Insel sehr stark veränderten, führten binnen weniger Jahrzehnte zur kompletten Ausrottung der wenig scheuen Taube auf Socorro. Da die Tierart auf dieser Insel endemisch war, also weltweit nur dort zu finden, wird sie seit 1994 auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) als „Ausgerottet in der Wildnis“ geführt. Glücklicherweise hatten Wissenschaftler der kalifornischen Akademie der Wissenschaften bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts einige Socorrotauben nach Kalifornien gebracht. Nachzuchttiere gelangten nach England, und diese Tiere bilden die Basis des Europäischen Ex-Situ-Programms (EEP), das seit 1995 vom Zoo Frankfurt koordiniert wird. Der koordinierten Nachzucht der Art kommt ganz besondere Bedeutung zu, und das Team des Zoo Landau ist hocherfreut, das Programm nun mit dem ersten Küken unterstützen zu können! Der Zoo Landau hält seit dem Sommer 2016 Socorrotauben, zunächst zwei männliche Tiere. Im Mai dieses Jahres kam ein Weibchen aus dem Zoo Edinburgh dazu, mit dem die Nachzucht bereits wenige Wochen nach der Ankunft nun gelang. Auf der Insel Socorro laufen intensive Bemühungen, den Lebensraum für eine Auswilderung zoogeborener Tauben wiederherzustellen. Im September 2013 wurden die ersten drei Pärchen aus den USA zurück in die Heimat, zunächst aufs mexikanische Festland gebracht. Die Renaturierung der Insel und die Ausrottung eingeschleppter, schädlicher Arten kommen natürlich nicht nur der Socorrotaube sondern vielen weiteren Tier- und Pflanzenarten zugute. Doch der eher unscheinbaren zimtbraunen und grauen kleinen Taube kommt eine wichtige Funktion als Flagschiffart für dieses Projekt zu!

Güstrower Wildpark-MV 20.07.2018
Tierisch gute Eisspezialitäten
Gelungene Abkühlung für die Tiere im Güstrower Wildpark-MV. Eis mit Rindfleisch, Kohlrabi oder wahlweise auch Weintrauben – die ausgefallenen Eiskreationen im Wildpark-MV können sich sehen lassen. Wer jetzt denkt, dass hier besonders experimentierfreudige Besucher angesprochen sind, irrt sich. Denn die Abkühlung ist eine gelungene Abwechslung und Beschäftigung für die Wildpark-Bewohner. Nicht nur die Braunbären Fred und Frode freuen sich regelmäßig über ihr Eis, auch andere Tiere haben die Leckereien für sich entdeckt. Sogar die Jungtiere bei den Frettchen und Zwergziegen haben ihre Scheu verloren und ordentlich geschlemmt. „Die Eisbomben kommen richtig gut an – bei der Hitze kein Wunder. Der ein oder andere beäugt die Nascherei zwar noch etwas kritisch, aber am Ende siegt die Neugier“, so Tierpflegerin Petra Koppe.

Wisentgehege Springe 20.07.2018
Zera aus Tambach verstärkt das Team
Zweijährige Wisentkuh ist Hoffnungsträger für die Herde der Flachland-Kaukasus-Wisente. Am Donnerstag, den 19. Juli um die Mittagszeit ist die Wisentkuh Zera im Wisentgehege angekommen. Sie soll zukünftig in Springe für Nachwuchs sorgen. Zera stammt aus dem Wildpark Tambach, der im direkten Tausch den Wisentbullen Spox aus Springe erhalten hat. Zera wurde unter anderem nach genetischen Gesichtspunkten ausgewählt. Sie gehört der seltensten Mutterlinie der gesamten Wisentzucht an und hat keine enge Verwandtschaft zu den anderen Herdenmitgliedern in Springe. Das Kennenlernen war, wie nicht anders erwartet, freundlich. Neugierig hat sich Zera sofort der Herde angeschlossen. Gegenseitiges Beschnuppern gehört zur Begrüßung bei Wisenten. Freundlich aber bestimmt, haben die älteren Kühe aber auch signalisiert, dass man sich als Neuling in der Herde hinten anstellen muss. Eine Wisentherde hat eine Rangordnung, die immer von einer erfahrenen, älteren Kuh angeführt wird. Die vollständige Integration in die Herde wird ein paar Wochen dauern. Zera wird im nächsten Jahr geschlechtsreif sein und sich dann hoffentlich an der Erhaltung ihrer immer noch stark bedrohten Art beteiligen. In der Springer Flachland-Kaukasus-Herde leben jetzt neben Zera vier erwachsene Kühe und der Zuchtbulle Eggeherrscher. Dazu kommt der Nachwuchs aus diesem und dem vergangenen Jahr. In Springe geborene Wisente haben gute Chancen ihr Leben in Freiheit zu verbringen. Das Wisentgehege beteiligt sich regelmäßig an Wiederansiedlungsprojekten. Spectra, Spilla und Spresa, der Nachwuchs dieser Herde aus 2017, wird im kommenden Jahr in den rumänischen Karparten ausgewildert werden. Ziel ist, dass zukünftig auch Nachwuchs von Zera den Weg zurück in die Natur findet. Aktuell gibt es 6500 Wisente auf der Welt, ca. 4000 leben wieder frei. Das ist eine tolle Erfolgsgeschichte, wenn man bedenkt, dass vor 90 Jahren, als das Wisentgehege in Springe gegründet wurde, nur noch 54 Tiere ausschließlich in Menschenhand lebten. Die Bedrohung der Art ist aber immer noch akut. Dem Wisent geht es objektiv betrachtet nicht besser als dem Sibirischen Tiger oder dem Spitzmaulnashorn.

Tiergarten Nürnberg 20.07.2018
Veranstaltung zum Christopher Street Day im Tiergarten
Am Sonntag, 29. Juli 2018, bietet Zoopädagoge Christian Dienemann im Tiergarten der Stadt Nürnberg anlässlich des Christopher Street Days um 11 und um 15 Uhr je eine Sonderführung zum Thema „Homosexualität im Tierreich – Ein Streifzug durch den Tiergarten“. Die etwa zweistündige Führung für jedermann und -frau hält einige amouröse Kuriositäten bereit. Die maximale Teilnehmerzahl je Führung beträgt 30 Personen. Es fällt der reguläre Eintritt in den Tiergarten Nürnberg an. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Homosexuelles Verhalten ist bei mehr als 1 500 Tierarten – ob zu Lande, in der Luft oder im Wasser – bekannt. Bei Giraffen beispielsweise finden viele Paarungsakte im Freiland zwischen Männchen statt. Auch bei Pinguinen oder Flamingos sind homosexuelle Pärchen keine Seltenheit. Und im Meer werden Delfinmännchen bei sexuellen Kontakten mit anderen Männchen beobachtet.

Zoo Wuppertal 19.07.2018
Okapi auf „Hochzeitsreise“ im Grünen Zoo Wuppertal
Zebra-Hengst auf der Afrikaanlage, Himalaya-Agamen neu im Zoo. Ein neues Okapi ist heute im Grünen Zoo Wuppertal angekommen. Das 12-jährige Weibchen „Hakima“ stammt aus dem Kölner Zoo und wird nun vorübergehend im Grünen Zoo Wuppertal leben. Für die Okapi-Stute ist es eine Art „Hochzeitsreise“ mit dem Ziel, hier mit dem 16-jährigen Okapi-Bullen „Deto“ zusammengebracht zu werden. Wenn sich die beiden gut verstehen, besteht die Hoffnung, das „Hakima“ in Wuppertal trächtig wird. „Deto“ hat bereits mehrmals erfolgreich für Nachwuchs gesorgt, seine jüngste Tochter „Elani“ ist erst im Frühjahr dieses Jahres von Wuppertal nach Italien umgezogen. Auch für „Hakima“ wäre es nicht das erste Jungtier. Vorerst muss sich „Hakima“ aber erst einmal in der neuen Umgebung eingewöhnen und ihre Anlage, die Tierpfleger und ihre „tierischen Mitbewohner“ kennen lernen. Die Okapis sind im Grünen Zoo mit Gelbrückenduckern vergesellschaftet, außerdem lebt mit der 14-jährigen „Lomela“ ein weiteres Okapi-Weibchen im Grünen Zoo Wuppertal. Den Zoobesuchern wird sich „Hakima“ erst nach erfolgreicher Eingewöhnung zeigen können. Die Phase der Eingewöhnung fast abgeschlossen hat unterdessen ein anderes Huftier, das Anfang Juni in den Grünen Zoo gekommen ist. Zebra-Hengst „Seth“ wurde heute erstmals zusammen mit den beiden Stuten auf die Afrikaanlage gelassen. Im Vorfeld hatte er die Anlage bereits alleine erkunden dürfen und auch die beiden Zebrastuten „Fadila“ und „Dumi“ schon kennengelernt. Die drei Zebras sollen nun dauerhaft gemeinsam auf der Afrikaanlage zu sehen sein. Die sogenannten „Schattenleinen“, die den Tieren die Gehegegrenzen sichtbar machen sollen, werden aber noch eine Zeitlang hängen bleiben. Der einjährige „Seth“ stammt aus Burgers Zoo in Arnheim und soll, wenn er mit etwa 2 Jahren geschlechtsreif geworden ist, im Grünen Zoo Wuppertal für Zebranachwuchs sorgen. Eine ganz neue Tierart gibt es ebenfalls seit heute in der Nähe der Schneeleopardenanlage zu sehen, wo eine Himalaya-Agame in das benachbarte ehemalige Maushamster-Gehege eingezogen ist. In Kürze soll noch ein zweites Tier in das Gehege, dessen Errichtung vom Zoo-Verein Wuppertal e.V. finanziert worden war, einziehen. Himalaya-Agamen sind deutschlandweit aktuell nur im Grünen Zoo Wuppertal zu sehen. Über eine Berichterstattung würden wir uns freuen. Die beigefügten Fotos dürfen im Zusammenhang mit einer Berichterstattung kostenlos verwendet werden. Das Okapi-Foto stammt aus dem Kölner Zoo, als Quelle ist dieser anzugeben. Bei den beiden anderen Fotos ist als Quelle der Grüne Zoo Wuppertal anzugeben. Die Namen der Fotografen lauten Nadine Hess (Himalaya-Agame) und Andreas Haeser-Kalthoff (Zebra).

Tierpark + Fossilium Bochum 19.07.2018
Kea-Küken im Tierpark + Fossilium Bochum
Die Keas im Tierpark + Fossilium Bochum haben wieder Nachwuchs bekommen! Die beiden Papageien gelten als das neue Traumpaar im Bochumer Zoo, denn nichts scheint ihr Liebesglück zu stören. Ihr allererstes Ei legte Weibchen Elpheba zu Beginn des Spielplatzbaus in 2016 und legte damit die Baustelle vorübergehend lahm. Das zweite Jungtier zog das Paar im vergangenen Jahr in einer Übergangsvoliere groß, als die neue Anlage der Keas noch fertig gestellt werden musste. Nun wurden die beiden Vögel erneut Eltern, obwohl der Umzug in das neue Heim erst wenige Monate zurückliegt. „Der Umbau der Kea-Voliere war ein langgeplantes und nötiges Projekt im Rahmen der Neugestaltung des Spielplatzes. Wir wurden damals sehr durch das Erstgelege unserer Keas überrascht. Doch während der gesamten Bauphase stand das Wohl der Tiere immer an erster Stelle. Wir haben alles dafür getan, damit die Vögel bei ihrer Familienplanung möglichst ungestört bleiben und das offensichtlich mit Erfolg“, freut sich Zoodirektor Ralf Slabik. „Wir sind sehr zufrieden, dass unser Kea-Paar die neue Voliere sofort angenommen hat und uns somit in diesem Jahr eine weitere Nachzucht geglückt ist!“ Die Voliere der in Neuseeland beheimateten Nestorpapageien ist der dortigen alpinen Landschaft nachempfunden. Steine, Geröll, Wurzeln und Äste laden die verspielten Vögel zum Klettern und Erkunden ein. Im angeschlossenen Warmhaus wurde im Frühjahr eine verwinkelte Bruthöhle für die am Boden brütenden Vögel eingebacht, die für den Nestbau und die anschließende Jungtieraufzucht ausreichend Rückzugsmöglichkeiten bietet. Dort legte Weibchen Elpheba schließlich ihr Ei, aus dem Anfang Juni ein gesundes Küken schlüpfte. Mittlerweile sind zwischen den Daunen schon die ersten grünen Federn zu entdecken, die sich schon bald zu dem charakteristischen Federkleid entwickeln werden. Für Besucher ist der junge Kea zurzeit noch nicht zu sehen. Denn als Nesthocker verlassen Keas die geschützte Höhle erst nach etwa drei Monaten.

Wildpark Lüneburger Heide 19.07.2018
Seltener Nachwuchs mit großen, flauschigen Lauschern
Im Wildpark Lüneburger Heide ist ein Poitou-Esel-Fohlen zur Welt gekommen – Name wird gesucht. Der Wildpark Lüneburger Heide in Hanstedt Nindorf freut sich über tierischen Nachwuchs einer seltenen Rasse: vor kurzem hat Esel-Dame „Undine“ nach einer Tragzeit von 360 Tagen einen kleinen Poitou-Hengst zur Welt gebracht. Die Tierpfleger Silke Lohmann und Torben Lemmel sind sehr stolz und glücklich über den Nachwuchs, denn Poitou-Esel stehen auf der Liste der stark gefährdeten Tierarten, waren vor wenigen Jahrzehnten fast ausgestorben und werden zur Zeit hauptsächlich in Tierparks und von einigen privaten Züchtern gehalten. Diese Esel-Rasse hat ihren Namen von der gleichnamigen Region in Frankreich. Dort sind die schwersten Esel der Welt ursprünglich als Last- und Zugtiere gezüchtet worden. Ein Poitou-Hengst kann bis zu 450 Kilogramm auf die Waage bringen und mit einer Widerristhöhe von bis zu 1,50 Metern hat er durchaus Pferdegröße. Weltweit gibt es auch heute nur sehr wenige reinrassige Poitous. „Spock“, der Vater des kleinen Hengstes, ist einer von ihnen. Damit setzt der Wildpark Lüneburger Heide das Zuchtprogramm für die seltene Eselrasse mit Erfolg fort. Dem Wildpark ist sehr daran gelegen, eine gesunde Zucht aufzubauen und dem weltweiten Genpool langfristig möglichst reinrassige Tiere zur Verfügung zu stellen. Tierpflegerin Silke Lohmann, die für die Pflege der Poitou-Herde im Wildpark zuständig ist, hat den Nachwuchs sofort ins Herz geschlossen. „Der kleine Hengst ist total gelassen im Umgang mit Menschen und lässt fast alles mit sich machen“, sagt Lohmann. Ihr Kollege Torben Lemmel beweist das gleich eindrucksvoll, indem er das Fohlen auf den Arm nimmt. Was dem Nachwuchs nun noch fehlt, ist ein Name. Der Wildpark lädt alle Fans dazu ein, auf der Wildpark Facebook-Seite (https://www.facebook.com/wildparklh/) Namensvorschläge zu posten. Einzige Bedingung ist, dass der Name mit einem „I“ (wie Ida) anfängt. Die Tierpfleger suchen am 30. Juli einen Namen aus den Vorschlägen aus. Unter allen Teilnehmern werden 2 Tageskarten für den Wildpark verlost. Den Wettbewerb um die längsten Ohren im Wildpark haben die Poitou-Esel übrigens um Längen gewonnen. Bis zu 40 Zentimeter werden die flauschigen Lauscher lang, der kleine Nachwuchs bringt es immerhin schon auf 25 Zentimeter. Viele weitere Informationen über den Wildpark Lüneburger Heide gibt es im Netz unter www.wild-park.de.

Kölner Zoo 19.07.2018
Rosarote Sommerzeit: Acht kleine Kubaflamingos im Kölner Zoo geschlüpft
Was gestern das Einhorn, ist jetzt der Flamingo. Die rosaroten Vögel sind die Trendtiere des Jahres: Es gibt sie als überdimensionale Schwimmreifen, gedruckt auf T-Shirts und Hosen, Kissen und Tassen sowie als stilvolle Wohndekoration oder Steh-Skulptur für den eigenen Garten. Der Kölner Zoo präsentiert die lebendigen Originale. Acht putzmuntere Kuba-Flamingos sind kürzlich in der Brutmaschine geschlüpft und werden derzeit liebevoll von den engagierten Tierpflegern umsorgt. Täglich vier Mal erhalten sie einen nährstoffreichen Brei aus Eigelbpulver, der sie schnell wachsen lässt. In wenigen Wochen werden sie dann, noch ganz in grau gefärbt, gemeinsam mit Ihren rot leuchtenden Eltern den Flamingoweiher bewohnen. Die Geschlechter der Jungtiere können erst in den nächsten Wochen bestimmt werden, denn außer durch die Größe unterscheiden sich Männchen und Weibchen nicht voneinander. Flamingos fühlen sich nur in der Gruppe wohl. 103 der eleganten Tiere, die gern widerlegen, dass man auf einem Bein nicht stehen kann, leben derzeit bei uns im Kölner Zoo. Kubaflamingos kommen hauptsächlich in Mittelamerika vor. Sie ernähren sich von Plankton, das sie mit Hilfe ihres siebartigen Schnabels aus dem Wasser filtern. Im Freiland nehmen Flamingos Krebstierchen auf, deren Farbstoff ihr Gefieder rot einfärbt. Im Kölner Zoo geben die Tierpfleger ein Futter, dem sie Rotfarbstoffe beimengen. So bleiben die Vögel auch hier intensiv gefärbt. Übrigens: Die Flamingos lassen sich gut von der Sonnenterrasse des Zoorestaurants beobachten – als farbenfroher Hingucker für die ganze Sommerferienzeit.

Zoo Halle 19.07.2018
DER BABYBOOM HÄLT an
Ob’s am schönen Sommerwetter liegt? Den Tieren im Bergzoo scheint die Wärme gut zu bekommen, denn gleich drei neue Jungtiere lernen dort gerade die Welt kennen. Eines hat die Herzen der Tierpfleger im Sturm erobert: Der kleine Yakbulle Yadigâr. Er ist seinem Papa Iceman wie aus dem Gesicht geschnitten und rührt deshalb alle Zoomitarbeiter. Denn Bulle Iceman, das Patentier der Saalebulls, starb leider Anfang des Jahres. Deshalb bedeutet der Name des Söhnchens auch „Andenken“. Am 8. Juli hat Yakkuh Yuri ihn zur Welt gebracht und Yadigâr ist heute schon der ganze Stolz des Zoos. Aber Yadigâr hat gleich doppelt Konkurrenz, denn auch bei den Erdmännchen gibt es endlich Nachwuchs. Nachdem es letztes Jahr gleich zweimal geklappt hatte, wurden die kleinen Racker schon sehnsüchtig erwartet. Diese Woche war es endlich soweit: zwei neue Mitglieder der Halleschen Erdmannfamilie steckten die Nasen aus dem Bau und bestätigten den vermuteten Geburtstermin vom 23. Juni. Denn Erdmännchen tun sehr geheimnisvoll, wenn es um ihren Nachwuchs geht. Als wüssten sie, dass alle schon inständig hoffen. Frühestens nach ca. 14 Tagen dürfen sich die Kleinsten den Zoomitarbeitern und Besuchern zeigen, erst dann sind sie nämlich groß genug, um ihr Gehege zu erobern. Und eines haben die kleinen Erdmännchen schon gelernt: In der Sonne faulenzen und sich von Mama Sally jede Menge Mehlwürmer bringen lassen.

Tierpark Hellabrunn 19.07.2018
Orang-Utan Bruno ist tot
Am heutigen Donnerstag, den 19. Juli ist Orang-Utan Bruno im hohen Alter von 49 Jahren gestorben. Der Gesundheitszustand des Orang-Utans, der 1969 in Hellabrunn gemeinsam mit Zwillingsschwester Hella zur Welt kam, verschlechterte sich in den letzten Tagen erheblich, sodass eine interne Kommission am frühen Donnerstagnachmittag entschied, Bruno zu erlösen und einzuschläfern. Zwar ging es Bruno in den letzten Wochen und Monaten seinem Alter entsprechend gut, jedoch erlitt er in den vergangenen Jahren bereits zwei Herzinfarkte, infolge derer er unter Kreislaufproblemen litt. Seit einem großen Gesundheitscheck im Jahr 2017, bei dem Bruno in Narkose gelegt und wortwörtlich auf Herz und Nieren untersucht wurde, ging es dem Orang-Utan-Männchen wieder besser. Jedoch stand er unter ständiger Beobachtung des Hellabrunner Tierärzteteams. Nachdem sich Brunos Gesundheitszustand im Laufe der Woche immer weiter verschlechterte und er immer schwächer wurde, beschloss eine gemeinsame Kommission aus der Tierpark-Direktion, den zuständigen Tierpflegern, der Bereichsleitung, der zoologischen Leitung und den Tierärztinnen, Bruno von seinen Beschwerden zu erlösen. Mit seinen 49 Jahren war Bruno einer der ältesten Orang-Utan-Männchen in menschlicher Obhut. Bruno wurde am 18.02.1969 in Hellabrunn geboren. Nachdem seine Mutter Kessi ihn und Zwillingsschwester Hella nicht annahm, wurden die beiden Jungtiere ins Schwabinger Krankenhaus gebracht und in den ersten Monaten auf der dortigen Frühgeborenen-Station versorgt. Später wurden die beiden Zwillinge im Tierpark Hellabrunn von Hand aufgezogen. Im Laufe seines Lebens sorgte Bruno für über dreißig Nachkommen in Hellabrunn. Tierpark-Direktor Rasem Baban: „Es ist sehr traurig, dass wir uns mit Bruno in diesem Jahr von einer weiteren Tier-Persönlichkeit verabschieden müssen, die Jahrzehnte in Hellabrunn lebte und für viele Besucher ein vertrauter Bewohner war. Die Entscheidung, den Orang-Utan-Mann zu erlösen, ist uns nicht leicht gefallen. Jedoch hat Bruno uns heute deutlich gezeigt, dass er nicht mehr konnte und nicht mehr wollte.“ Nach dem Tod von Bruno wird die Hellabrunner Orang-Utan-Gruppe nun erst einmal ohne männliches Oberhaupt bleiben. Die Orang-Utan-Familie im Tierpark besteht derzeit aus den drei erwachsenen Weibchen Matra, Sitti und Jahe, den Heranwachsenden Jolie und Isalie sowie den drei Jungtieren Quentin, Quinn und Ronda.

Alpenzoo Innsbruck 19.07.2018
Gämsen-Nachwuchs im Alpenzoo
Auch dieses Jahr haben uns die Gämsen mit Nachwuchs erfreut. Anfang Juni gab es nach 6 Monaten Tragzeit gleich doppelten Nachwuchs dieses schönen Paarhufers bei uns im Alpenzoo. Mit den beiden Jungtieren ist unsere Herde nun auf 9 Tiere angewachsen. Die beiden Kleinen, ein Männchen und Weibchen, ähneln den erwachsenen Tieren schon auffällig. Die kleinen Miniversionen der Erwachsenen haben schon verhältnismäßig lange Beine und einen schlanken Hals, der sich zur Schnauze hin stark verschmälert. Gamsböcke erreichen ein Alter von 15 Jahren, die Weibchen werden bis zu 20 Jahre alt und sind an das Leben im Hochalpinen perfekt angepasst, worauf die relativ großen Hufe hinweisen. Der Alpenzoo freut sich sehr über diesen Zuchterfolg, da Gämsen in Zoos eher selten gehalten und noch seltener nachgezüchtet werden.

Zoo Heidelberg 19.07.2018
Es wird heiß im Zoo Heidelberg – Sommerhitze kein Problem für die Zootiere
Mit vielen schattigen Plätzen, die zum Verweilen einladen, ist der Zoo Heidelberg im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel für Jung und Alt. Der Wasserspielplatz am Raubtierhaus, der Spielbrunnen am großen Spielschiff und leckeres Eis sorgen bei den Zoobesuchern für Erfrischung. Die Tiere im Zoo haben ebenfalls – vom Badebecken bis zur Wasserdusche –unterschiedliche Möglichkeiten, sich bei heißen Temperaturen abzukühlen. Wasserstellen in den Gehegen sind im Sommer besonders beliebt: Von einem Beobachtungspunkt an der Elefanten-Außenanlage können Zoobesucher jetzt wieder häufig die vier Jungbullen Tarak, Yadanar, Gandhi und Ludwig beim gemeinsamen Baden beobachten. Im großen Außenpool ist Platz für alle vier Dickhäuter. Die jungen Elefantenbullen sind hierbei nicht zimperlich: Es wird getunkt, gespritzt und geprustet, was das Zeug hält – oftmals guckt nur noch der Rüssel aus dem Wasser. In allen Gehegen spenden Büsche und Bäume ausreichend Schatten, sodass sich die Zootiere jederzeit in kühlere Gehegebereiche zurückziehen können. Dieses Angebot nutzen vor allem die Tiere, die aus weniger warmen Gebieten stammen. So auch die Roten Pandas: In freier Natur findet man sie in der Himalayaregion, wo vorwiegend kühlere Temperaturen herrschen. Bei Hitze liegen die Roten Pandas daher gerne in schattigen Baumkronen und bewegen sich kaum. An besonders heißen Tagen gibt es für einige der Tiere im Zoo noch einen ganz besonderen „Service“: Abkühlung per Wasserdusche. Die Alpakas lieben es, unter dem kühlen Wasserstrahl zu stehen. Von allen Seiten lassen sie sich von den Tierpflegern das Fell und die Haut nass machen. Das kühlt wunderbar von außen. Kühlung von innen versprechen außergewöhnliche „Eisbomben“: So ein leckeres Eis ist für manche Tiere im Zoo Heidelberg ebenfalls eine willkommene Abwechslung: Der Syrische Braunbär Martin freut sich von Zeit zu Zeit über gefrorene Eisblöcke, in denen die Tierpfleger schmackhafte Fleischstückchen oder Obst versteckt haben. Vielen Zootieren macht die Hitze allerdings kaum zu schaffen. Sie stammen teils aus wärmeren Regionen und können die heißen Tage bei uns daher problemlos aushalten. Die Berberlöwen, deren Heimat die trockenen, heißen Steppen und Halbwüsten Nordafrikas sind, genießen ausgiebige Sonnenbäder. Die Zwergotter sind in den tropischen Regionen Südasiens zuhause und wissen sogar, wie sie die trockene Hitze für sich nutzen können: Finden sie im Wasserbecken eine Muschel, bringen sie diese an Land und legen sie in die Sonne. Durch die Wärme öffnen sich die Muscheln von selbst und die Otter gelangen ohne große Mühe an das schmackhafte Fleisch. Einen Vorgeschmack zum Thema „Tiere in der Hitze“ gibt es per Video in der neuen Folge „Neulich im Zoo“ (Youtube-Chanel Zoo Heidelberg). Wer die Tiere beim Wasser- und Sonnenbaden im Zoo Heidelberg selbst beobachten möchte, hat auch nach Feierabend noch Gelegenheit dazu. Bis 19.00 Uhr ist der Zoo im Sommer geöffnet, letzter Einlass ist um 18.30 Uhr. Informationen zu den Öffnungszeiten, Veranstaltungsterminen und weiteren Angeboten im Zoo gibt es auf der Zoo-Webseite unter www.zoo-heidelberg.de.

Zoo Heidelberg 19.07.2018
Welt-Elefantentag im Zoo Heidelberg – Vorverkauf für exklusive Abendveranstaltung gestartet
Am Sonntag, 12. August 2018, dürfen sich Elefantenfreunde auf ein ganz besonderes Abendevent freuen: Auch dieses Jahr lädt der Zoo Heidelberg wieder zum Welt-Elefantentag ein. Einen Blick hinter die Kulissen des Elefantenhauses, persönliche Gespräche mit Tierpflegern und Zoo-Team sowie eine Versteigerung der begehrten Heidelberger Elefantenkunstwerke machen diesen Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis. Ab sofort sind die Veranstaltungstickets an der Zoo-Kasse erhältlich. Der Welt-Elefantentag, der jährlich am 12. August stattfindet, stellt die akute Gefährdung der grauen Riesen in den Fokus. Schrumpfende Lebensräume und rücksichtslose Wilderei lassen die Bestände stetig kleiner werden. Etwa 35.000 Elefanten werden jedes Jahr wegen ihres Elfenbeins getötet. Um die Erhaltungszucht Asiatischer Elefanten zu unterstützen, entschied sich der Zoo Heidelberg 2010 für die Haltung von jungen Elefantenbullen. Derzeit leben vier Jungbullen in Heidelberg: Gandhi, Tarak, Ludwig und Kin Yadanar Min. Mit rund fünf Jahren verließen sie – wie in freier Wildbahn auch – ihre Geburtsgruppe und kamen in den Zoo am Neckar. Dort leben die vier Halbstarken nun in einer Junggesellengruppe. Häufig sieht man sie mit vollem Körpereinsatz beim gegenseitigen „Kräftemessen“. Durch diese Rangeleien üben sie den sozialen Umgang miteinander und lernen, wie sie sich als erwachsene Elefanten verhalten müssen. Sobald die Bullen dies gelernt haben, meist mit 10 bis 12 Jahren, können sie Heidelberg verlassen, um in anderen Zoos eine eigene Zuchtgruppe zu übernehmen. Für dieses deutschlandweit einmalige Projekt im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) wurde ein spezielles Elefantenhaus mit weitläufiger Freianlage errichtet. Im Juni erhielt der Zoo Heidelberg für das innovative Gesamtkonzept der Elefantenhaltung den BdZ-Biber. Dieser Preis wird jährlich vom Berufsverband der Zootierpfleger (BdZ) vergeben und ist einer der bedeutendsten Preise in der deutschsprachigen Zoolandschaft. Ein weiterer Ausbau der Anlage ist mit einer zusätzlichen Trainingswand geplant. Die Teilnehmer der exklusiven Abendveranstaltung können sich am Sonntag, 12. August 2018, persönlich über diese Projekte im Zoo Heidelberg mit dem Zoo-Team unterhalten und viel über die vier Jungs in der Elefantenbullen-WG erfahren. Tickets an der Zoo-Kasse erhältlich Die Teilnehmerzahl für die Abendveranstaltung sind begrenzt. Tickets gibt es ab sofort und ausschließlich im Vorverkauf für 35 € (Kinder 25 €) an der Zoo-Kasse zu erwerben. Zooeintritt inklusive: Teilnehmer können mit dem Ticket am Veranstaltungstag bereits früher den Zoo betreten und die Zeit vor Veranstaltungsbeginn für einen Rundgang nutzen. Letzte Zutrittsmöglichkeit ist um 18:30 Uhr. Info zum Programm. Treffpunkt für alle Gäste ist um 18.30 Uhr am Elefantenhaus. Nach einem Empfang mit Begrüßungsgetränk stehen die Tierpfleger für Fragen rund um die sympathisch Dickhäuter Rede und Antwort. Bei einer Führung hinter die Kulissen erhalten die Teilnehmer Einblick in für Zoobesucher gesperrte Bereiche. Auch das ansonsten strikte Fütterungsverbot wird unter Aufsicht der Tierpfleger an diesen Abend aufgehoben: Gandhi, Tarak, Ludwig und Yadanar werden sich mächtig über einen Extra-Snack in Form von Äpfeln freuen, die die Gäste ihnen zuwerfen dürfen. Als Abschluss der etwa dreistündigen Veranstaltung erwartet die Besucher eine besondere Versteigerung: Sie können ein von den Heidelberger Elefanten selbst gemaltes Bild ergattern. Das besondere an den Werken erklären die Tierpfleger gerne: „Die einmaligen Kunstwerke werden mit Pinsel und Acrylfarbe ganz professionell auf Leinwänden gefertigt. Mit rund 40.000 Muskeln im Rüssel ist es für die Elefanten kein Problem, den Pinsel sicher zu führen.“ Einer der Käufer darf sich sogar auf ein zusätzliches Highlight freuen: Der Käufer des Bildes, das den höchsten Preis erzielt, bekommt die einmalige Gelegenheit, eine Malstunde bei den Elefanten zu besuchen!

Zoopark Erfurt 19.07.2018
Voller Erfolg – Sommerferienspiele im Zoopark
In der Zoo- und Naturschule im Thüringer Zoopark Erfurt findet aktuell ein Rundum- Programm für Kinder in der Ferienzeit statt. Von Montag bis Freitag, immer ab 9:00
Uhr, gehen die Kids als Forscher den Zoo erkunden, heimische und exotische Tierarten kennen lernen, als Reporter die Neuigkeiten des Zoos recherchieren und spannende Dinge für Tiere basteln. Die Nachfrage war so hoch, das bereits alle Plätze belegt sind. In den ersten 3 Ferienwochen haben ca. 90 Kinder, zwischen 6 und 12 Jahren, an den Sommerferienspielen teilgenommen. Die meisten Kids im Rahmen einer Ganztagsbetreuung. Die Begeisterung bei den Kindern ist riesig. Viele Teil- nehmer/innen wollen gar nicht mehr gehen und ihre gesamten Ferien am liebsten im Zoopark verbringen. So auch Tom, 9 Jahre alt: „Wir haben heute die Zeitung fertig gemacht, durften eine Vogelspinne auf die Hand nehmen und durften auch ein wandelndes Blatt auf die Hand nehmen und haben Fangen gespielt und gemalt.“ Die nächsten Ferienspiele im Thüringer Zoopark Erfurt finden in den Herbstferien, vom 8. bis 12. Oktober, statt. Anmeldungen hierfür sind ab dem 20. August möglich. Wer an den Ferienspielen teilnehmen möchte, meldet sich bitte beim Sekretariat unter 03 61/6 55 41 61 oder zoopark@erfurt.de. Das Anmeldeformular und alle weiteren Informationen stehen auf der Website www.zoopark-erfurt.de unter „Angebote“.

Vivarium Darmstadt 19.07.2018
Neu: Zoo-Jugendclub für Kinder im Zoo Vivarium
Nach den diesjährigen Sommerferien können Kinder im Alter von 10 bis 14 Jahren im neuen Zoo-Jugendclub des Zoo Vivariums mitmachen. Einmal im Monat werden sich die Kinder für drei Stunden treffen und unter Anleitung der Zoomitarbeiterinnen und Zoomitarbeiter unter anderem ein Aquarium einrichten oder einen Nistkasten bauen. Jährlich werden zehn Termine angeboten. Die Mitgliedschaft im Zoo-Jugendclub läuft zwölf Monate und beginnt immer nach den Sommerferien. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 40 Euro pro Jahr. Die Termine für den Zeitraum 2018/19 wird der Zoo Vivarium nach den Sommerferien bekannt geben. Weitere Informationen rund um den Zoo-Jugendclub gibt es unter der Telefonnummer 06151 / 13 46 900 oder per E-Mail vivarium@darmstadt.de.

Tiergarten Schönbrunn 19.07.2018
Alle Stars des Tiergartens in einem Kalender
Von den Elefanten über die Giraffen bis hin zu den Eisbären: Der neue Tierkalender „Zoostars 2019 – Schönbrunner Berühmtheiten“ von Fotograf Daniel Zupanc zeigt 12 Besucherlieblinge aus dem Tiergarten Schönbrunn. Das Cover ziert das vier Monate alte Leoparden-Jungtier Inga. Die Auswahl der Tiere fiel Zupanc nicht leicht. Eines war aber von Anfang an klar: Ein Besucherliebling-Kalender kommt nicht ohne Große Pandas aus! „Natürlich dürfen die Panda-Zwillinge Fu Feng und Fu Ban mit ihrer Mutter Yang Yang in meinem Kalender nicht fehlen. Sie sind auch meine Lieblinge. Genauso wie die Gewinner der letzten Lieblingstierwahl, die quirligen Erdmännchen“, so Zupanc. Aber der Fotograf wollte auch Zoostars zeigen, an die man vielleicht nicht gleich im ersten Moment denkt: wie den cleveren Kraken oder das aufgeweckt springende Vikunja-Jungtier. Tiergartendirektorin Dagmar Schratter erklärt, welche Tiere das Zeug zum Besucherliebling haben. „Es sind vor allem kuschelig aussehende, meist große Säugetiere. Beliebt sind auch Tiere, bei denen immer Action angesagt ist, wie die Erdmännchen. Unter den Vögeln sind die Pinguine und die Rosa Flamingos sicher die beliebtesten.“ Und auch diese beiden Tierarten sind im Kalender vertreten. Der Kalender ist um 14,90 Euro im Tiergarten, im Onlineshop des Zoos unter www.zoovienna.at/shop und im Buchhandel erhältlich. KIKO-Verlag, ISBN 978-3-902644-34-3

Zoo Schwerin 18.07.2018
Helmkasuar Fritz fühlt sich wohl in seiner neuen Anlage
Mit der Fertigstellung der Kasuaranlage zeigt der Zoo Schwerin eine weitere interessante und in Deutschland selten gehaltene neue Tierart. Der einjährige Helmkasuar Fritz, der Anfang des Jahres aus dem niederländischen Dierenpark Ammersfort nach Schwerin kam und sich hinter den Kulissen an die Tierpfleger/innen gewöhnen konnte, kann ab sofort in seiner neuen Anlage beobachtet werden. Die naturnahe Kasuaranlage hat eine Gesamtfläche von rund 2.100 m2 und befindet sich zwischen den Bennett-Kängurus und den Weißschwanz-Stachelschweinen. Kasuare sind übrigens nicht wasserscheu, sondern gute Schwimmer, weshalb in der Anlage ein Teich angelegt wurde. „Damit uns dieser hübsche Laufvogel nicht ausbüchst, musste der Außenzaun des Geheges über 1,5 m hoch sein,“ so Tierpfleger Thomas Engelhardt, der sich sehr über den Neuzugang freut. Da Fritz seine neue Anlage noch kennenlernt, müssen die Besucher manchmal genau hinschauen, um den Helmkasuar in den hohen Gräsern und Sträuchern zu entdecken. Namensgebend für den Helmkasuar ist das auf dem Kopf eines erwachsenen Tieres sitzende Horngewebe, das als „Helm“ bezeichnet wird. Zudem wird das Gefieder von Fritz im Erwachsenenalter in verschiedensten Schwarz-Blautönen schimmern. Helmkasuare sind die drittgrößten Laufvögel der Welt und leben in den tropischen Regenwäldern Neuguineas und Nordaustraliens, wo sie eine wichtige ökologische Rolle einnehmen, indem sie Früchte fressen und deren Samen durch ihren Kot verbreiten. Als ob das nicht schon rekordverdächtig genug wäre, tanzen sie auch bei der Aufzucht der Jungen aus der Reihe: bei den Kasuaren kümmert sich das Männchen um das Ausbrüten der grasgrünen Eier sowie um die Aufzucht des Nachwuchses. Mit der Aufnahme des potenziell gefährdeten Helmkasuars in den Tierbestand, knüpft der Zoo Schwerin an seinen Wandel zum Artenschutz-Zoo an. Durch Wilderei und dem Verlust seines Lebensraumes beläuft sich die Population aktuell auf ca. 20.000 wild lebende Tiere. Weiterhin ist der Helmkasuar Bestandteil eines Europäischen Zuchtbuchprogramms, an dem sich der Zoo Schwerin aktiv beteiligt.

Zoologisch-Botanischer Garten Wilhelma Stuttgart 18.07.2018
Auf den Spuren der Tiere – Sommerabenteuer im Zoo
Wenn sich ein Tag dem Ende neigt und die Dunkelheit heraufzieht, begeben sich auch die Tiere zur Ruhe. Doch flattert da nicht etwas leise durch die Finsternis? Wessen Augen glänzen so geheimnisvoll im Zwielicht? Wer bei Mondschein erst richtig aktiv wird, erleben junge Zoofans während der Sommerferien in der Wilhelma. „Nachts im Zoo“ lautet das Motto eines der Programme: Hier dürfen die Kinder zu später Stunde ihr Lager in der Wilhelmaschule aufschlagen und den Papageien gute Nacht sagen. Freie Plätze für einige mutige Kinder gibt es noch, auch bei den anderen Ferienkursen sind zurzeit Anmeldungen möglich. Den Fledermäusen folgen die Mädchen und Jungen beispielsweise bei „Schatten der Nacht“. Kurz vor Sonnenuntergang führt sie ihr Streifzug durch die abendlichen Parkanlagen. Eine Fledermausexpertin zeigt, wie man die Ultraschalllaute dieser faszinierenden Tiere mit einem Gerät hörbar machen kann und welche Besonderheiten deren Leben in finsterer Nacht mit sich bringt. Bei „Aus die Maus!“ dreht sich dagegen alles um die Lebensweise der Eulen. Die Teilnehmer besuchen die charismatischen Vögel bei der Fütterung und forschen in einem Eulengewölle selbst nach Mäuseknochen. Und woher die tierischen Bewohner der Wilhelma ihr Futter bekommen, ist Thema bei „Prost Mahlzeit“. Die tägliche Versorgung von über 1200 Tierarten kommt schließlich einer organisatorischen Meisterleistung gleich. Hier erfahren die Kinder, warum Tierpfleger dabei manchmal ziemlich einfallsreich sein müssen und assistieren dem Futtermeister. Beim „Workshop Figurentheater“ spielen die Singvögel die Hauptrolle. Ihnen widmet die Wilhelma aktuell eine Sonderausstellung, weil viele Singvögel in Asien für Gesangswettbewerbe gefangen werden. Unter Anleitung der Experten vom Orpheus-Theater basteln die Kinder eigene Figuren und inszenieren eine Geschichte, in der ein mutiges Kind die Vögel aus ihrer Gefangenschaft befreit. Als Dank schaffen sie ihrem Retter einen wunderschönen Garten. Das Stück wird am Ende des Kurses für die Eltern aufgeführt. Abhängig von den Inhalten eignen sich die Programme für Kinder von sechs bis 14 Jahren, die Kosten liegen zwischen fünf und 30 Euro. Eintritt für die Wilhelma fällt bei Teilnahme am Kurs nicht zusätzlich an. Alle Angebote werden pädagogisch betreut. Die vollständige Übersicht ist auf der Internetseite (www.wilhelma.de) unter dem Stichwort „Sommerferienprogramm“ in der Rubrik „Wilhelmaschule“ zu finden. Die Anmeldung ist telefonisch unter 0711 / 54 02-136 möglich.

Otterzentrum Hankensbüttel 18.07.2018
Junge Frettchen im OTTER-ZENTRUM
Im OTTER-ZENTRUM herrscht seit einigen Tagen wieder reges Treiben im Frettchengehege. Die Gäste können acht junge Frettchen beim Spielen und Toben beobachten. Die gerade einmal acht Wochen alten Tiere ersetzen die vorherige Frettchengruppe. Genauso wieselflink wie ihre wilden Verwandten, die Iltisse, flitzen die jungen Frettchen durch die Anlage, testen die vielen Verstecke und probieren alle Spielmöglichkeiten aus, die die Tierpfleger ihnen anbieten. „Wir freuen uns sehr, dass die acht Racker sich so gut eingewöhnt haben“, berichtet Tierpflegerin Katharina Ruhs, „nachdem die Kleinen anfangs noch etwas schüchtern waren, können unsere Besucher sie nun wunderbar den ganzen Tag beim Spielen beobachten!“. Täglich, direkt vor der Fütterung der Iltisse um 11.30 Uhr, erhalten auch die kleinen Frettchen ihre Portion Futter. Auch bei den pädagogischen Angeboten werden die Frettchen zum Einsatz kommen: „Frettchen sind Haustiere und können sehr zahm werden“, weiß Thomas Lucker, Leiter der Pädagogik im OTTER-ZENTRUM, „bei unseren Führungen dürfen die Kinder den Frettchen ganz nah kommen – so wollen wir bei ihnen Begeisterung für diese besonderen Tiere und ihre wilden Verwandten entfachen.“ Frettchen wurden ursprünglich als Helfertiere bei der Kaninchenjagd eingesetzt. Heutzutage sind sie als Haustiere sehr beliebt und werden gerne in Privathand gehalten. Im OTTER-ZENTRUM werden sie neben den wildlebenden heimischen Marderarten als domestizierte Haustierform gezeigt.

Zoo Zürich 18.07.2018
DIE BEHÄNDE LEICHTIGKEIT BEI DER FORTBEWEGUNG IM FELS – Agile junge Kap-Klippschliefer im afrikanischen Semien Gebirge des Zoo Zürich.
Klippschliefer ist nicht gerade ein Tiername, der klare Vorstellungen auslöst. Vom Erscheinungsbild her wird das Tier am ehesten mit einem Nagetier assoziiert – mit einem Murmeltier etwa. Oder – und das geschah in der Wissenschaft um 1780 – es wird in die Nähe der Meerschweinchen gestellt und daraus ein entsprechender Familienname abgeleitet: Procaviidae (Cavia ist der Gattungsname des Meerschweinchens). Etwas später kam als weitere wissenschaftliche Bezeichnung Hyrax hinzu, abgeleitet vom Griechischen für «Spitzmaus». Eine etwas spezielle Verwandtschaft – Die Schliefer bilden systematisch eine eigene Ordnung und umfassen rezent die drei Gattungen der Klipp-, Baum- und Buschschliefer. Ihre verwandtschaftliche Nachbarschaft, abgeleitet von morphologischen Eigenheiten und Merkmalen fossiler Arten und bestätigt durch genetische Untersuchungen, ist etwas verblüffend: Es sind dies Elefanten und Seekühe. Diese drei Ordnungen werden zur Gruppe der Paenungulata («Beinahe-Huftiere») zusammengefasst. Und wenn wir den Kreis der Verwandtschaft noch etwas weiter ziehen, rücken Erdferkel (Röhrenzähner), Tenrekartige und Rüsselspringer in die Nähe. Eine wahrlich illustre Gesellschaft! Die sechs genannten Ordnungen bilden die Überordnung Afrotheria, eine Gruppe von in Afrika entstandenen Arten. Ausser dem Asiatischen Elefanten und den Seekühen haben die heutigen Vertreter dieser Gruppe ihre Verbreitung immer noch in Afrika. Unterschiedliche Lebensräume, aber felsig muss es sein – Klippschliefer besiedeln Afrika im Süden und in einem Band zwischen dem Kongobecken und nördlich der Sahara sowie im Nordosten. Zudem kommen sie insbesondere in Küstenregionen Arabiens vor. Einige Autoren ordnen die Tiere dieses grossen Verbreitungsgebietes einer Art zu, wobei nicht weniger als siebzehn Unterarten beschrieben wurden. Andere Autoren unterteilen den Bestand in mehrere Arten. Die Klippschliefer besiedeln ganz unterschiedliche Lebensräume – von trockener Wüste bis Regenwald – und Höhenlagen – vom Meeresspiegel bis zu afroalpinen Zonen auf 4000 bis 4200 m ü.M. am Mount Kenya. Allen genutzten Lebensräumen gemeinsam ist das Vorhandensein von Felspartien oder Geröllhalden. Spalten und Höhlen bieten den Tieren Unterschlupf und Schutz vor extremen klimatischen Bedingungen. Das kurze und dichte Fell der Klippschliefer ist schwarzbraun bis sandfarben. Auf der Rückenmitte befindet sich eine Drüse, die kranzförmig von aufrichtbaren Haaren umgeben ist. Das Drüsensekret dient der individuellen Unterscheidung und vermittelt Informationen über den Status des Individuums. Der Körperbau ist insgesamt gedrungen, die Gliedmassen sind kurz. Die Vorderbeine haben vier, die Hinterbeine drei Zehen. Diese sind – mit Ausnahme der inneren Hinterzehe, die eine lange Putzkralle trägt – mit flachen Nägeln versehen. Die nackten und gummiartigen Fusssohlen haben zahlreiche Schweissdrüsen. Sie verleihen den Schliefern ausgezeichnete Klettereigenschaften sowohl im Fels wie auch auf Bäumen. Das mittlere Körpergewicht bewegt sich um zweieinhalb bis drei Kilogramm. Spezielle Zähne und eine effiziente Verdauung – Die oberen beiden eckzahnähnlichen Schneidezähne, die auch bei geschlossenem Maul sichtbar sind, wachsen zeitlebens. Beim Männchen haben sie einen dreieckigen Querschnitt, beim Weibchen einen runden. Klippschliefer sind Pflanzenfresser und ernähren sich vorwiegend von Gräsern und Kräutern, gelegentlich auch von Laub. Ihre Nahrung beissen sie mit den Backenzähnen ab. Der Unterkiefer ist massiv, hier setzt auch eine kräftige Kaumuskulatur an. Der pflanzliche Nahrungsbrei wird an drei unterschiedlichen Stellen des Verdauungssystems durch Bakterien zersetzt: im Vormagen, im Blinddarm und in paarigen Anhängen des Dickdarms. Kot und Urin setzen die Klippschliefer in Latrinen ab. Das auskristallisierende Kalziumkarbonat des Urins kann solche Stellen weithin sichtbar weiss färben. Hohe Investition in den Nachwuchs – Klippschliefer haben eine streng saisonale Fortpflanzung. Zur Paarungszeit vergrössern sich die im Körperinnern liegenden Hoden der Männchen um bis das Zwanzigfache. Aggressiv werden andere Männchen vom Territorium vertrieben und ferngehalten. Nach einer für die Grösse des Tieres sehr langen Tragzeit von rund 225 Tagen kommen 2 bis 4 Jungtiere zur Welt. Ihr Geburtsgewicht liegt etwa zwischen 180 und 250 Gramm. Als Nestflüchter sind sie schon kurz nach der Geburt sehr mobil. Das Weibchen hat drei Zitzenpaare, jede Zitze ist fest einem Jungtier zugeordnet. Schon im Alter von wenigen Tagen beginnen die Jungen, feste Nahrung zu sich zu nehmen. Mit etwa drei Monaten werden sie entwöhnt, ihre Geschlechtsreife erreichen sie mit sechszehn bis siebzehn Monaten. Gesellige Tiere – Klippschliefer sind tagaktiv und leben in Kolonien. Territoriale Männchen verteidigen einen felsigen Bereich, der sich etwa mit dem Streifgebiet einer untereinander verwandten Gruppe von etwa drei bis sieben adulten Weibchen deckt. Weitere Männchen leben peripher als Einzelgänger. Junge Männchen wandern entweder im Alter von 16 bis 24 Monaten oder dann spätestens vor Erreichen von 30 Monaten aus. Während der Nahrungssuche hält meist ein Mitglied der Kolonie Ausschau nach möglichen Gefahrenquellen. Insbesondere Adler machen Jagd auf Klippschliefer, aber auch Löwen, Leoparden, Schakale oder Schlangen. Mit Rufen werden die Artgenossen auf Gefahren aufmerksam gemacht. Da auswandernde Tiere oft offenes Gelände durchqueren müssen, sind sie einem erhöhten Räuberdruck ausgesetzt. Klippschliefer im Zoo Zürich – Der Zoo Zürich zeigte Klippschliefer erstmals in den Jahren 1954 bis 1958. 1971, bei der Eröffnung des Elefantenhauses, zogen sie dort als Verwandte der Rüsseltiere auch ein. Diese Haltung dauerte bis 1993. 2007 kamen erneut Tiere nach Zürich, um ab 2008 das afrikanische Semien Gebirge zu besiedeln, zusammen mit Dscheladas, Nubischen Steinböcken und Blauflügelgänsen. Das aktuelle Klippschliefer-Paar stammt aus England. Das Männchen kam 2015 aus dem Chester Zoo nach Zürich, das Weibchen folgte 2017 aus Edinburgh. Am 10. Juni dieses Jahres kamen nun drei Jungtiere zur Welt. Ein Jungtier verstarb Ende Juni. Die verbleibenden beiden Jungen – ein Pärchen, wie sich vor ein paar Tagen herausstellte – bewegen sich schon sehr selbständig in der Anlage, erkunden spielerisch Spalten und Höhlen und verschieben sich agil und wieselflink. Es ist eher selten, dass sich die ganze Familie am gleichen Ort aufhält. Zurück zum Anfang. Eine Kurzbeschreibung des Klippschliefers: Ein kleiner Pflanzenfresser mit Stosszahn-ähnlichen Schneidezähnen, kleinen Hufen, Schweissfüssen und einer mit Elefanten und Seekühen illustren Verwandtschaft.

Zoo Basel 18.07.2018
Das Kinderwagenprinzip – Babytransport im Vivarium
Ein ganz spezieller Fall von Brutpflege ist derzeit im Vivarium zu sehen: Ein Fisch ohne deutschen Namen, Bujurquina oenolaemus, fährt mit seinen Kindern regelrecht Schlitten. Brutpflege bei Fischen ist sehr vielfältig und reicht von einer einfachen Laichgrube bis zur Maulbrut; bei Säugern und manchen Fischen sogar bis zur Lebendgeburt. Der «Bujurquina-Buntbarsch» aus Bolivien geht bei der Fortpflanzung ganz eigene Wege. Das Weibchen legt bis zu 400 Eier, die es am Flussgrund auf abgefallene Laubblätter klebt. Zunächst suchen die Buntbarsch-Eltern ein Blatt aus und säubern es gründlich. Das hat seinen Grund: Die Eier selbst sind klebrig und haften beim sorgsamen Ablegen und gleichzeitigen Befruchten sofort auf dem «sauberen» Untergrund. Derart fixiert können die Eier bestens bewacht werden und sie werden von der Strömung nicht weggetragen. Gleichzeitig bleiben die Eier mobil: Droht Ungemach, zum Beispiel in Form eines Fressfeindes, packen die Bujurquina-Buntbarsche das mit Eiern bepackte Blatt und machen sich damit aus dem Staub. Fast sieht es aus wie ein fröhlicher Familienausflug mit Kinderwagen oder Schlitten. Eine aussergewöhnliche Art, seine Brut-Winzlinge zu schützen – In Tat und Wahrheit ist dies eine bei Fischen einzigartige Verhaltensweise! Nach wenigen Tagen haben sich die Eier so weit entwickelt, dass winzige Larven schlüpfen. Noch haben sie einen grossen «Sack» voll Dotter als Nahrungsreserve unter dem Bauch. Die Eltern kümmern sich nun noch intensiver um die Brut: Sie beobachten die Winzlinge und nehmen sie ins Maul. Dort sind sie vor hungrigen anderen Fischen geschützt und können in Mutters Maul heranwachsen, bis sie selbständig geworden sind! Der Bestand ist vermutlich gefährdet – Die Bujurquina-Buntbarsche wurden 1977 von König Leopold III. von Belgien (!) entdeckt und erst 1987 wissenschaftlich beschrieben. Sie kommen bloss in einem kleinen Verbreitungsgebiet in Bolivien vor und sind in ihrem Bestand vermutlich gefährdet. Die DCG (deutsche Cichliden-Gesellschaft) hat deshalb ein Arterhaltungs-Programm ins Leben gerufen. Mit Ausnahme weniger lebendgebärender Arten legen alle Fische Eier. Meist werden die Eier einfach ins Wasser abgegeben – und dann sich selbst überlassen. Ohne Schutz werden die allermeisten dieser Eier und die später schlüpfenden Jungen gefressen. Deshalb produzieren Arten ohne Brutpflege eine grosse Anzahl Eier. Je mehr Eier gelegt werden, desto grösser ist die Chance, dass einige wenige sich bis zu einem erwachsenen Fisch entwickeln können. Andere Arten investieren in ganz unterschiedliche, zum Teil exotische Formen von Brutpflege. Je intensiver die Brutpflege gestaltet ist, desto höher ist der Fortpflanzungserfolg und desto weniger Eier müssen gelegt werden. Die verschiedenen Brutpflegeverhalten – Fische zeigen eine unglaubliche Fülle von verschiedenem Brutpflegeverhalten: Lachse und Forellen heben im Flussboden flache Gruben aus, in welche die Eier abgelegt werden und worin sie befruchtet werden – und wo sie sich danach alleine weiterentwickeln. Skalare «montieren» selbstklebende Eier an Wasserpflanzen; danach bewachen und reinigen sie diese dauernd. Schneckenbuntbarsche ziehen ihre Jungen in leeren Schneckenhäuschen auf und Kardinalfische brüten die nur wenigen Eier im Maul aus. Die Bujurquina-Buntbarsche sind im Aquarium 34 zu sehen und Dutzende weiterer Brutpflegebeispiele lassen sich in den anderen Aquarien im Zolli jederzeit entdecken!

Opel-Zoo Kronberg 18.07.2018
Gefiederter Nachwuchs im Opel-Zoo: Jungtiere bei Nandus und Schnee-Eule
Vor etwa einer Woche, am 9. Juli, schlüpften im Opel-Zoo zwei Nandu-Küken. Ein Küken war es bereits am 25. Juni bei den Schnee-Eulen. Nachdem der weibliche Altvogel es zunächst vor den Blicken der Besucher verborgen hatte, ist es nun ebenso wie die jungen Laufvögel für die Zoobesucher meist gut zu sehen. Gemeinsam haben die beiden Vogelarten, dass sie ihre Eier am Boden ausbrüten. Doch darüber hinaus überwiegen die Unterschiede: Nandus sind flugunfähige Laufvögel, die bis zu 1,5 m groß werden und in den Grassteppen Südamerikas leben. Ein Nandu-Hahn schart mehrere Hennen um sich, die ihre Eier in einem gemeinsamen Nest ablegen. Diese bebrütet der Hahn allein, bis nach 35-40 Tagen die Küken schlüpfen. Die Schnee-Eule brütet dagegen in Ermangelung höher gelegener Nistplätze am Boden. Sie lebt in der arktischen Tundra, wo Bäume fehlen. Hauptnahrung der Schnee-Eulen sind Lemminge. Gibt es genügend dieser kleinen Nager, gehen die Eulen eine Saison-Partnerschaft ein und beginnen mit der Brut. Dabei brütet nur das Weibchen, das mit seinem von braunen Flecken durchzogenen Gefieder am Boden gut getarnt ist. Das Männchen versorgt das Weibchen und später auch die zunächst dunkel gefärbten Jungvögel mit Nahrung. Die natürlichen Lebensräume von Nandu und Schnee-Eule trennen ganze Kontinente, im Opel-Zoo sind es nur wenige Meter. Beide Arten sind im schattigen Waldbereich des Opel-Zoo zu finden, wo es bei den aktuellen Temperaturen auch für die Besucher besonders angenehm ist. Noch bis zum Ende der Hessischen Sommerferien gibt es zudem ein besonderes Ferienprogramm für Zoobesucher: Dienstags um 11 Uhr gibt es eine Führung zu den Jungtieren, großen Tieren oder zu den Elefanten. Mittwochs von 10-13 Uhr können Kinder in der „offenen Zooschule“ Exponate anschauen, basteln und malen. Und donnerstags von 10-13 Uhr kann man den Streichelzoo-Führerschein absolvieren und dabei erfahren, was im Umgang mit den Tieren des Streichelzoos zu beachten ist.

Tiergarten Nürnberg 17.07.2018
Nachwuchs bei den Steinhühnern – In der großen Bartgeiervoliere des Tiergartens der Stadt Nürnberg
tummeln sich seit einigen Tagen neun Steinhühner-Küken. Die ersten Küken haben am 11. Juli 2018 angepickt. Bis zum 13. Juli 2018 sind insgesamt zehn Jungvögel geschlüpft und haben den Platz unter dem schützenden Gefieder der Mutter verlassen. Ein schwächliches Küken ist gestorben. Ein weiteres Küken, das noch im Ei festgeklebt war, konnte zwar befreit werden, überlebte aber nur einen Tag. Vermutlich werden nicht alle der derzeit lebenden Küken durchkommen, auch wenn bestens für ihr Wohlergehen mit reichlich Futter und Schutz vor Feinden gesorgt wird. Denn die individuelle Nahrungsaufnahme der Tiere kann ebenso wenig kontrolliert werden wie der tägliche Gesundheitszustand. Der Stress, die Tiere zur täglichen Kontrolle einzufangen, wäre eher schädlich und würde insgesamt die Überlebenschancen nicht erhöhen. Bei einer natürlichen Lebenserwartung von rund fünf Jahren ergeben sich bei Steinhühnern vier Bruten. Bei je zehn Eiern (bekannt sind Bruten mit bis zu 40 Eiern) ergäbe das 40 Küken. Unter natürlichen Bedingungen werden selbst nur wieder zwei der Nachwuchstiere zur neuen Elterngeneration. Die übrigen werden gefressen, verhungern, sterben an Krankheiten oder an Parasiten. Besucher müssen Geduld mitbringen, wenn sie die Henne mit ihren Jungen in der Voliere beobachten wollen. Die Mutter versteckt den Nachwuchs noch häufig unter ihrem Gefieder und sucht meist zwischen den Felsen Deckung. Steinhühner leben in den Alpen, Italien und dem Balkan in steinigen, überwiegend südexponierten Hängen mit niedriger Vegetation. Aus Deutschland gibt es nur einzelne Brutnachweise. In Österreich leben immerhin noch etwa 1 000 Brutpaare und in der Schweiz immerhin 3 000 bis 4 000. Neben dem Rückgang extensiver Almwirtschaft und den damit verbundenen Lebensraumstrukturen für die Hühner sind die ausgedehnten Wintersportgebiete Hauptursache für den Rückgang dieser Vogelart im Alpenraum.

Wisentgehege Springe 17.07.2018
Mini-Polarwolf Malo erkundet das Gehege – Vor 9 Wochen hat Lomasi den kleinen Rüden zur Welt gebracht
Das Team des Wisentgeheges freut sich über Nachwuchs bei den handaufgezogenen Polarwölfen. Unternehmenslustig streicht der kleine Wolf im Gehege herum, liebevoll begleitet von Mutter Lomasi und Vater Makui sowie den Zieheltern Birgit und Matthias Vogelsang. Erst seit dem Wochenende ist Malo wieder bei seinen Wolfseltern im Wisentgehege. „Es war rührend zu sehen, wie die Familie vereinigt wurde. Die Eltern haben ihn sofort akzeptiert und sich um ihn gekümmert“, sagt der Wolfsexperte. Auf jeden Fall ist Malo einfach nur niedlich. Bereits jetzt ist an den großen Pfoten zu erkennen, dass er später ein stattlicher Polarwolf werden wird. Mit Spannung hatten Matthias und Birgit Vogelsang die Paarung wie auch die Schwangerschaft der Wölfin Lomasi verfolgt. „Lomasi hatte gleich zwei Höhlen gegraben – wie es auch Wölfe in freier Natur tun, um bei Gefahr ihre Kleinen in Sicherheit bringen zu können“, erläutert Vogelsang. Eine von den Höhlen stürzte im April wegen des vielen Regens ein. Birgit Vogelsang baute daraufhin am Zukunftstag mit einigen Kindern, die einen Tag beim Wolfsprojekt verbrachten, ein Dach für die Wolfshöhle. Genau diese Höhle nutzte Lomasi für die Geburt ihres kleinen Rüden am 17. Mai. Das Vertrauen der Wölfin zu Vogelsangs ist so groß, dass sich diese der Wolfshöhle nähern durften, um den Wolfswelpen anzuschauen. Er bekam den Namen Malo. Damit der kleine Wolf in die Fußstapfen seiner Eltern tritt und genauso viele Vertrauen zu Vogelsangs aufbaut, haben sie Malo am 12. Tag aus der Geburtshöhle entfernt und ihn bei sich zu Hause mit der Flasche aufgezogen. Alle drei Stunden bekam er die Flasche gereicht – rund um die Uhr. Mittlerweile frisst er Fleisch und Welpenmilch bekommt er nur noch in der Schüssel. Ganz entspannt kuschelt Malo sich an seinen Ziehvater und lässt sich kraulen. Gut, dass Matthias Vogelsang zwei Hände hat: Mama Lomasi braucht auch Streicheleinheiten. Seit acht Jahren läuft mittlerweile das Wolfsprojekt. Matthias Vogelsang lebt mit vier Timberwölfen im Wisentgehege. Im Jahr 2012 kamen die Polarwölfe dazu. Sie wurden von Hand aufgezogen und werden dauerhaft von ihm und seiner Frau Birgit betreut. Für unsere Besucher bietet das die einmalige Gelegenheit tatsächlich hautnah Wölfe zu erleben. In seinen Präsentationen berichten Matthias und/oder Birgit Vogelsang über die Tiere, ihre Entwicklung und ihr Leben mit den Wölfen. Matthias und Birgit Vogelsang werden diese Tiere ihr Leben lang betreuen. Seit Februar 2018 ist das Wolfsprojekt für seine Umweltbildungsarbeit vom Deutschen Wildgehege Verband zertifiziert nach Stufe 2 als „Tiergarten mit Bildungssiegel“

Wildpark MV Güstrow 17.07.2018
Willkommen, kleine Schnee-Eule! Gefiederter Nachwuchs im Güstrower Wildpark-MV
Das Team des Wildpark-MV in Güstrow kann sich nach vielen Jahren wieder über Nachwuchs bei den Schnee-Eulen freuen. Mittlerweile ist der Jungvogel schon ca. vier Wochen alt und gut zu beobachten. Bis zu den ersten Flugübungen dauert es jedoch noch eine Weile. Stück für Stück entwickelt sich das Gefieder und Tierpflegerin Liane Kasch ist sich nun fast sicher: „Unsere kleine Schnee-Eule ist vermutlich ein Weibchen. Das erkennt man an den vielen dunklen Linien und Punkten im weißen Gefieder, die an einigen Stellen schon sichtbar sind.“ Bei den Schnee-Eulen sind die Geschlechter recht einfach zu unterscheiden, denn die Männchen sind fast weiß. Ende August etwa wird die junge Schnee-Eule ausgewachsen sein.

Zoo Berlin 17.07.2018
Einstand mit einer Party – Neue Bonobo-Dame im Zoo Berlin feiert Geburtstag
Wer in den vergangenen Tagen die Menschenaffen im Zoo Berlin besucht hat, hat bestimmt bereits das neue Gesicht entdeckt: Am 10. Juli zog „Monyama“ in die Hauptstadt und ist seitdem Teil der Berliner Bonobo-Familie. Heute feiert sie Geburtstag. Mit ihrer humorvollen Art und ihrem leicht verträumten Blick hat sie sich bestens integriert. Nach nur einer Woche ist die Neu-Berlinerin schon nicht mehr aus der Gruppe wegzudenken. „Die Zusammenführung von einzelnen Tieren und bestehenden Gruppen führt häufig zu Unruhen, da die Rangordnung neu festgelegt wird“, erklärt Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem. „Umso mehr freut es uns natürlich, dass die Integration von Monyama so problemlos abgelaufen ist.“ Ebenfalls erfreulich ist, dass Monyama so ihren achten Geburtstag – und gleichzeitig ihren ersten Ehrentag in Berlin – ganz harmonisch im Kreise ihrer neuen Familie verbringen kann. Die Bonobo-Dame wurde am 17.07.2010 im Zoo Apenheul geboren, wo sie bis zu ihrem Umzug als Tochter des Alpha-Weibchens heranwuchs. Bonobo-Gruppen werden stets von Weibchen angeführt. Neben den Schimpansen zählen sie zu den nächsten Verwandten des Menschen. Monyama ist im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) in den Zoo Berlin gezogen, wo Bonobos bereits seit 1987 Zuhause sind. Dafür wird die in Berlin geborene Likemba voraussichtlich noch in diesem Herbst in einen anderen Zoo umziehen. Bedrohung und Schutz – Das EEP hat stets das Ziel eine stabile Reservepopulation für bedrohte Tierarten zu schaffen. Bonobos gehören zu den stark gefährdeten Tierarten der Erde. Sie kommen ausschließlich in der Demokratischen Republik Kongo vor. Dort unterstützt der Zoo Berlin den Schutz der Bonobos im Salonga Nationalpark, einem der wenigen Orte, an dem noch eine größere Zahl an Tieren lebt. Die größte Bedrohung für Bonobos ist die Wilderei für den Buschfleischhandel. Da Bonobos eine extrem niedrige Fortpflanzungsrate haben, stellt jedes getötete Tier eine ernsthafte Gefahr für das Überleben der gesamten Art dar.

Zoo Magdeburg 17.07.2018
Elefantenbulle Kando sehr gut in Magdeburg eingelebt: „Dicke Elefantenfreundschaft“
Eine ziemlich „dicke Jungenfreundschaft“ zeigt sich dem Zoobesucher auf der AFRICAMBO-Anlage. Die neue Afrikanische Elefanten-Jungbullengruppe hat sich seit der Ankunft von Kando erstmals am 13. Juli 2018 sowohl auf der Innenanlage als auch auf der Außenanlage miteinander bekannt gemacht. „Das Kando (11) sich so perfekt mit den ebenfalls „Neuen“ – Uli (7) und Moyo (5) – eingewöhnt hat, überrascht uns ganz positiv“, erklärt Zoodirektor Dr. Kai Perret. Wie selbstverständlich haben sich die jüngeren Elefantenbrüder Uli und Moyo dem Neuling Kando angeschlossen und sind ihm gefolgt. Sichtlich viel Spaß hat das Elefanten-Trio an der Schlammsuhle und beim Ausprobieren der unterschiedlichen Geländestrukturen. Im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms für Afrikanische Elefanten baut der Zoo Magdeburg die erste größere Junggesellengruppe Europas auf. Bald schon soll aus dem französischen Zoo Beauval der Jungbulle Rungwe das Junggesellen-Quartett komplettieren. Auf jeden Fall lohnt sich das längere Beobachten der Elefanten-Junggesellengruppe, die in Nachbarschaft zu den zwei Elefantenkühen Mwana und Birma unterwegs sind.

Zoologisch-Botanischer Garten Wilhelma Stuttgart 16.07.2018
Sommerzeit ist Hochsaison bei den Robben – Ein Monat voller Geburtstage: Generationswechsel bei den Seelöwen
Für ihre Familienplanung brauchen Kalifornische Seelöwen keinen Mondkalender. Mit einer erstaunlichen Regelmäßigkeit gebären sie sämtliche Jungtiere jeweils im Juni. Das gilt für ihren jüngsten Nachwuchs in der Wilhelma wie für alle Seelöwen im Zoologisch-Botanischen Garten in Stuttgart. Am 3. Juni kam der kleine Fiete auf die Welt: exakt am gleichen Tag wie seine Mutter Evi 17 Jahre zuvor im Zoo Wuppertal. Die ersten Wochen hat der Neugeborene – noch unsicher auf den Flossen – im Rückzugsgehege hinter den Kulissen verbracht. Jetzt wagt er sich regelmäßig nach draußen und spielt mit seiner Halbschwester Samantha, die gerade Geburtstag hatte und – natürlich im Juni – ein Jahr alt geworden ist. Sie ist die Tochter von Mercedes, die 2002 im Zoo Krefeld geboren wurde. Mutter Evi kümmert sich naturgemäß kaum um den Sohn. Wie alle Artgenossinnen nutzt sie den Tag zum Schwimmen, Fressen und Ausruhen, um Kraft zu tanken für das Stillen des Säuglings. „Weil Fiete ein Einzelkind ist, lernt er die Tipps und Tricks von Samantha“, berichtet Tierpfleger Stefan Deibert. „Sie geht in ihrer Rolle als große Schwester voll auf. Samantha zeigt ihm, an welcher Stelle ein kleiner Seelöwe am leichtesten aus dem Becken kommt. Sie führt ihm die Schwimminsel vor und was man mit den verschiedenen Spielsachen, die im Wasser treiben, anstellen kann.“ Vater von beiden Jungtieren ist der Bulle Unesco. Der Haremschef stellt den jungen Müttern kurz nach der Geburt schon wieder nach. Und so schlagen derzeit, wie jeden Sommer im Juli, die Wogen im Wasserbecken doppelt hoch: durch die tobenden Jungtiere und die Paarungseskapaden der Elterntiere. Wenn es einmal zu ruppig zugeht, teilen die Tierpfleger das Becken auf, damit Unesco zum Beispiel Bella mit ihren 26 Jahren nicht zu sehr auf den Leib rückt. Denn ein Seelöwen-Mann kann bis zu 300 Kilo schwer werden, während die Weibchen meist nicht mehr als 70 Kilo wiegen. Auch die zweite alte Dame, Suzan, wurde im Juni 26 Jahre alt, ein für Seelöwen stolzes Alter. Sie hatte jedoch die Gebrechen einer Seniorin und musste wegen eines altersbedingten Nierenversagens eingeschläfert werden. So hat sich der Kreis des Generationenwechsels im für die Robben bewegtesten Monat des Jahres geschlossen. Für Fiete heißt es jetzt, schnell zu wachsen und zu lernen. Als Säuglinge verdoppeln die Jungtiere dank der fettreichen Milch ihrer Mütter das Geburtsgewicht von etwa sieben Kilogramm schon im ersten Monat. Mit sechs bis acht Monaten werden sie von ihren Müttern entwöhnt und müssen sich selbstständig ernähren. Dann gilt das Augenmerk der Mütter schon der nächsten Generation, die in ihnen heranwächst. Deshalb ist es nach gut einem Jahr für den Nachwuchs an der Zeit, weiterzuziehen. Die Wilhelma vermittelt ihn dann an andere Zoos oder Einrichtungen. Für Samantha hat die Zuchtbuch-Koordinatorin der europäischen Zoos empfohlen, dass sie nach Rom kommen soll, sobald der Zoo in der italienischen Hauptstadt seine neue Anlage für die Robben fertiggestellt hat.

Zoo Landau in der Pfalz 16.07.2018
Kinder und Ranger in Ruanda freuen sich über gespendete Ferngläser – Landaus Zoodirektor besucht Schutzprojekt für bedrohte Kronenkraniche
„So ganz Urlaub ist nie!“… so lautet mit Augenzwinkern ein Fazit des Direktors des Zoo Landau in der Pfalz, Dr. Jens-Ove Heckel, nach seinem knapp zweiwöchigen Aufenthalt im afrikanischen Partnerland von Rheinland-Pfalz, … in Ruanda. Gerne nutzte er die jüngste private Rundreise mit Familie Anfang Juli auch um mehrere Projektgebiete einer ruandischen Naturschutz-Gesellschaft, der Rwanda Wildlife Conservation Association (RWCA), zu besuchen und sich mit deren Vorstand und Mitarbeitern über Fortschritte und Herausforderungen beim Schutz der in ganz Ostafrika gefährdeten Östlichen Grauen Kronenkraniche zu informieren. Bereits bei einem ersten Kurzaufenthalt in Ruanda im Januar 2017 bahnte sich eine längerfristige Naturschutzzusammenarbeit zwischen dem Zoo Landau und den ruandischen Naturschützern der RWCA an. Auch als Partner mit im Boot ist der Landauer Zoofreundeskreis und die Bundesarbeitsgruppe Afrika des Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) unter Leitung von Werner Schröder. Schon damals wurden erste konkrete Maßnahmen vereinbart. Mit Unterstützung von Zoo Landau und NABU International konnte durch die RWCA ein Grundstück unmittelbar am nördlichen Rand des Rugezi-Sumpfgebietes, in Richtung der Grenze zu Uganda, erworben werden. Hier wird jetzt ermöglicht, dass sich u.a. einstige Kranichfänger in der Region, die nun als Kranichbeobachter und –schützer engagiert wurden, durch Anbau von Gemüse und Bienenhaltung alternative Einkommens- und Ernährungsquellen für sich und ihre Familien erschließen. Als ein weiterer Schritt ist der Bau eines einfachen, zweckmäßigen Gemeindetreffpunkts, eines sog. community meeting room, auf diesem Grundstück geplant. Die Räumlichkeiten sollen dann auch, geschützt vor Sonne oder Niederschlag, als Wirkungsstätte für die Kinder von lokalen Umweltclubs dienen. Mitglieder von RWCA vermitteln den Kindern hier spielerisch wichtige Umweltthemen, wobei der Schutz der inzwischen sehr seltenen Grauen Kronenkraniche und ihres nahen verbliebenen Lebensraums eine besondere Bedeutung haben. Hier kommen nun auch die 20 von Bürgerinnen und Bürgern aus und um Landau gespendeten gebrauchten, aber noch voll funktionsfähigen Ferngläser zum Einsatz. Der Landauer Zoo hatte in den letzten Monaten dazu aufgerufen, entsprechende Ferngläser zu spenden. Diese hatte Heckel mit einigen anderen nützlichen Utensilien wie Buntstiften in seinem Reisegepäck. „Es ist immer auch ein besonders emotionales Erlebnis zu sehen, wieviel Freude und Begeisterung mit letztlich einfachen Mitteln bei Kindern erzeugt werden kann,“ berichtet Heckel in Erinnerung an die gutgelaunte Begrüßungs- und Übergabezeremonie vor Ort. Einige etwas leistungsfähigere Fernglasexemplare werde nun zudem von den Rangern genutzt. „Eine Aktion, die wir so sicher noch die nächsten Jahre gut und sinnvoll weiterführen können,“ sagt Heckel und freut sich damit weiterhin über die Abgabe geeigneter Ferngläser im Zoo Landau. Zoo Landau, Zoofreunde und NABU International haben jedoch darüber hinaus noch deutlich ambitioniertere Ziele einer gemeinsamen Zusammenarbeit mit den Kranichschützern von RWCA. Im Zuge eines sehr interessierten Austauschs mit dem Leiter des Partnerschaftsbüros Rheinland-Pfalz/Ruanda in Kigali, Franz Eichinger, und dem RWCA-Vorsitzenden, Olivier Nsengimana, wurden weitere Unterstützungsmöglichkeiten eruiert. „Es wäre wichtig und großartig, wenn es gelänge, noch weitere Fördermöglichkeiten für Umweltbildung und Kranichschutz in Ruanda zu vermitteln,“ sind sich Heckel vom Zoo und Schröder vom NABU International einig. So konnte von der RWCA jüngst ein mehrere Hektar großes Grundstück am Stadtrand von Kigali gesichert werden. Hier ist beabsichtigt u.a. einen artgerechten Lebensraum für nicht mehr flugfähige, aus illegaler Haltung konfiszierte Kronenkraniche zu schaffen. Angegliedert werden soll ein Besucherinformations- und Umweltbildungszentrum. Hierfür ist die Finanzierung jedoch bisher nur in Teilen gesichert. Es gibt demnach längerfristig noch viel Raum und Bedarf für zusätzliche finanzielle und beratende Hilfe, in die auch sehr gut die Erfahrungen der Zooschule Landau einfließen können. Ein erfolgreiches Zuchtpaar der attraktiven Vogelart lebt im Landauer Zoo quasi als Botschafter ihrer in der Wildbahn inzwischen seltenen Verwandten. Mehr Info zur Arbeit der RWCA unter https://www.facebook.com/rwandawildlife/

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