Zoopresseschau

Tiergarten Nürnberg 03.06.2022
Nachwuchs bei Bisons, Wisenten und Kaffernbüffeln
Im Tiergarten der Stadt Nürnberg gibt es Nachwuchs bei den Wisenten und ihren amerikanischen Verwandten, den Prärie-Bisons. Bei den Wisenten wurde am 26. April und am 24. Mai 2022 je ein Jungtier geboren. Die Bison-Kälber kamen am 28. April und am 11. Mai zur Welt. Nachwuchs gab es auch bei den Kaffernbüffeln neben der Afrika-Weide. Besucherinnen und Besucher können die Jungtiere mit ihren Herden bereits auf den jeweiligen Außenanlagen beobachten. Bisons und Wisente gehören zur selben Gattung und sind beide ein Beleg dafür, dass Erhaltungszucht Tierarten vor der Ausrottung bewahren und einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz leisten kann. Der Bison (Bison bison) ist das größte noch lebende Landsäugetier Nordamerikas. Er zeichnet sich unter anderem durch einen massigen Kopf und eine besondere Art des Haarwechsels aus. Das Winterfell wird im Frühjahr abgeworfen und hängt dabei in großen Fetzen vom Körper herab. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft Bisons heute als „potenziell gefährdet“ ein. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das noch anders: Durch eine nicht nahhaltige Bejagung gingen die Bestände stark zurück. Um das Jahr 1900 lebten nur noch wenige hundert Bisons der ursprünglich geschätzten 60 Millionen Tiere in der nordamerikanischen Prärie. Durch eine gezielte Erhaltungszucht ist die Bisonpopulation in den Schutzgebieten der USA wieder angewachsen. Die Schutzmaßnahmen in Privatbesitz begannen bereits in den 1860er Jahren. Im heutigen Yellowstone Nationalpark, dem ersten Nationalpark der Welt, überlebten die letzten wilden Bisons. Der Wisent (Bison bonasus) ist der europäische Verwandte des Bisons und das größte Landsäugetier Europas. Auch er war einst weit verbreitet, stand in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts jedoch kurz vor der Ausrottung. Mit Gründung der „Internationalen Gesellschaft zur Erhaltung des Wisents“ in Berlin 1923 wurden die letzten rund 50 in Zoos verbliebenen Wisente erfasst. Die Population ging auf nur zwölf Gründertiere zurück. Durch eine gezielte Erhaltungszucht entstand daraus eine stabile Population. In den 1950er Jahren wurde aus den Nachzuchten die erste Gruppe im angestammten Gebiet im Bialowieza Nationalpark wieder angesiedelt. Heute leben in der Natur wieder mehr als 6.000 Wisente. Die größten Vorkommen gibt es derzeit in Polen und Weißrussland. Laut IUCN gelten Wisente heute nur noch als „potentiell gefährdet“. Die wiederangesiedelten Bestände vermehren sich gut, sodass die Gesamtpopulation weiter steigt. Im Jahr 2000 galt der Wisent noch als „stark gefährdet“. Durch gezielte Erhaltungszucht vor der Ausrottung bewahrt Seite 2 von 2 „Bisons und Wisente haben viel gemeinsam. Beide Arten sind nicht nur eng miteinander verwandt, sondern teilen auch eine ähnliche Geschichte. Sie sind bestes Beispiel dafür, wie Tierarten durch nicht nachhaltige Jagd oder den Verlust von Lebensraum beinahe ausgerottet wurden und zeigen, dass Erhaltungszucht durchaus ein effektives Mittel im Arten- und Naturschutz ist. Gezielten Zuchtprogrammen und Wiederansiedlungsprojekten ist es zu verdanken, dass die Arten überlebt haben und ihre Bestände heute wieder stabil sind oder sogar steigen – ein großartiger Erfolg für den internationalen Artenschutz“, sagt Jörg Beckmann, Biologischer Leiter und stellvertretender Direktor des Tiergartens. Die Bison-Anlage befindet sich am östlichen Ende des Tiergartens in der Nähe des Kinderzoos. Die Herde besteht aktuell aus sieben Tieren. Die Wisente sind in der Mitte des Tiergartengeländes neben den Schneeleoparden zu finden. Hier hält der Tiergarten aktuell acht Tiere. Nachwuchs auch bei Kaffernbüffeln Nachwuchs gab es auch bei den Kaffernbüffeln. Nachdem bereits Anfang März ein kleiner Bulle zur Welt gekommen war, ist am 12. Mai ein zweites Jungtier geboren. Damit ist die Herde auf sieben Tiere angewachsen. Beide Jungtiere lassen sich auch schon häufig auf der Anlage neben der Afrika-Weide blicken. Kaffernbüffel (Syncerus caffer) kommen in den Savannen und Wäldern südlich der Sahara vor. Charakteristisch sind ihre gewaltigen Hörner, die in der Kopfmitte aneinanderstoßen. Sie zählen zu den bekanntesten Tieren Afrikas und fungieren demensprechend als Botschafter für den Arten- und Naturschutz in den afrikanischen Savannen. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft den Kaffernbüffel als „potentiell gefährdet“ ein. Neben der Rinderpest führten auch Lebensraumverluste und die teils illegale Jagd zu Rückgängen. Die Zucht der Nürnberger Kaffernbüffel wird im Europäischen Zuchtprogramm EEP (EAZA ex situ[1]Programm) koordiniert. In diesen Programmen züchten Zoos koordiniert Tierarten, um stabile Populationen außerhalb ihres natürlichen Lebensraums aufrechtzuerhalten.

Zoo Salzburg 03.06.2022
Willkommen Fiamma: Beherzter Sprung in ein neues Leben
„Nach der langen Anreise aus Rom stand die junge Zebrastute zunächst ein paar Minuten auf der Rampe des Transportfahrzeugs und musterte vorsichtig ihre neue Umgebung, bevor sie mit einem beherzten Sprung erstmals Salzburger Boden betrat“, berichtet Kuratorin Lisa Sernow von der gestrigen Ankunft der nicht ganz drei Jahre alten Fiamma, die nun die kleine Herde der Grevy-Zebras komplettiert. Anschließend inspizierte Fiamma mit bedächtigen Bewegungen den Außenbereich. Als sie sich in Ruhe etwas umgesehen hatte, wurden nacheinander die beiden anderen Stuten Crikey und Misa dazu gelassen. Die beiden alteingesessenen Stuten taten allerdings so, als sei alles ganz normal und widmeten sich lieber ihrer Extraportion Futter. „Spannender wurde es am nächsten Tag, als Hengst Nio die neue Stute kennenlernen durfte“, sagt Lisa Sernow. Aber auch diese Hürde nahm Fiamma mit Bravour. „Nachdem wir mit dieser stark gefährdeten Tierart am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm beteiligt sind, freuen wir uns umso mehr über den Zuwachs bei den Grevy-Zebras“, erklärt Geschäftsführerin Sabine Grebner. Derzeit leben in freier Wildbahn nur noch an die 2000 Exemplare, nachdem die Bestände seit den achtziger Jahren drastisch zurückgegangen waren. Aufgrund ihres feinen Streifenmusters wurden Grevy-Zebras stark bejagt. Heute macht ihnen vor allem der schwindende Lebensraum zu schaffen. „Zwar wird es noch eine Weile dauern, aber wir freuen uns schon jetzt auf den ersten Nachwuchs des bei uns in Salzburg geborenen Hengstes Nio und seinen Damen“, schließt Sabine Grebner.

Erlebnis-Zoo Hannover 03.06.2022
ZOO-RUN hilft Schutz der Giraffen – Über 1.500 Laufbegeisterte meisterten Strecke von Afrika bis Kanada im Erlebnis-Zoo
Es war ein Lauf um die Welt: Beim ZOO-RUN am 02. Juni durchquerten über 1.500 sportbegeisterte kleine und große Läuferinnen und Läufer Afrika, Indien, Australien und Kanada im Erlebnis-Zoo Hannover. Als Giraffe, Löwe, Eisbär und Co. schlafen gingen, wurde der Erlebnis-Zoo wieder zur exotischen Laufstrecke! Nach zwei Jahren coronabedingter Pause rannten, gingen, hüpften und schlenderten die zum Teil tierisch verkleideten Läufer wieder durch die Themenwelten des Zoos. Mit einem Teil ihrer Startgebühren unterstützten sie dabei das Projekt „Neues Giraffenhaus“ im Erlebnis-Zoo, zudem kamen 8.077 Euro über freiwillige Beiträge beim ZOO-RUN für das Projekt zusammen. Zoo-Geschäftsführer Andreas M. Casdorff bedankte sich bei allen Teilnehmenden für ihren Einsatz und ihre Rolle als Botschafter für den Artenschutz. „Die Giraffen brauchen dringend unsere Hilfe“, so Casdorff, „die Bestände sind seit den 1985er-Jahren um rund 40 Prozent zurückgegangen!“ Der Zoo plant, den Rotschild-Giraffen in der Themenwelt Sambesi in den kommen Jahren eine neue Heimat zu schaffen und dann wieder am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm teilnehmen zu können. Das Herzstück der Anlage wird das Giraffenhaus – die Laufhalle – sein, die den Tieren auch bei schlechtem Wetter viel Bewegungsfreiheit, verschiedene Futterangebote zu jeder Tages- und Nachtzeit bietet. Auch besondere Ruhezonen sind geplant, in die sich die Giraffen selbstständig zurückziehen können. Zudem werden Zoo-Besucher auf spielerische Weise Wissenswertes über die Lebensweise und Biologie dieser eindrucksvollen, aber auch gefährdeten Tierart erfahren. Die außergewöhnliche Lauf-Strecke des ZOO-RUN führte über 2 km vom Zoo-Eingangsbereich nach Afrika, hinauf zum Gipfel des Afi Mountain, durch die kanadische Hafenstadt Yukon Bay und weiter über den majestätischen Dschungelpalast durch das australische Outback bis zum idyllischen Meyers Hof – die Strecke konnte ein bis vier Mal, solange die Beine trugen, gelaufen werden. Bärenstarke Unterstützung – Der Erlebnis-Zoo bedankt sich bei seinen Partnern Gehrke Econ, LOTTO Niedersachsen, dem Einbecker Brauhaus, dem Eventcatering Hagedorn, dem Verein der Zoofreunde Hannover e.V., der Johanniter Unfallhilfe für die bärenstarke Unterstützung sowie der Agentur eichels:Event für die Umsetzung des ZOO-RUN. Tipp: ZOO-RUN by Night – Das nächste Laufevent im Erlebnis-Zoo steht schon in den Startlöchern: Am 20. Oktober geht es beim ZOO-RUN by night von 18:45-21:30 Uhr durch die illuminierten Themenwelten. Auf dem ca. 2,8 km langen geheimnisvoll beleuchteten Rundkurs erleben Läuferinnen und Läufer den Zoo mal ganz anders – tierische Soundeffekte inklusive. Startplätze sind in Kürze buchbar unter erlebnis-zoo.de/zoo-run-by-night

Alpenzoo Innsbruck – Tirol 03.06.2022
Babyboom geht weiter – 2 Elche und 3 Zwergdommeln als Nachwuchs im Alpenzoo zu sehen
Der Babyboom im Alpenzoo geht weiter. Traditionell gibt es im Frühjahr immer zahlreiche Jungtiere, heuer sind es aber besonders viele und dazu auch ganz spezielle. Es haben nämlich zwei Tierarten für Nachwuchs gesorgt, bei denen es sehr selten Nachwuchs gibt und die als zoologische Highlights gelten. Unsere Zwergdommeln haben in diesem Frühjahr gleich zweimal Nachwuchs bekommen und es gibt aktuell drei flügge Jungvögel bei uns im Auwald zu sehen. Zwergdommeln sind ganz besondere Vögel, sie leben normalerweise sehr versteckt und gelten als sehr aggressiv untereinander. Umso mehr freuen wir uns über diesen Nachwuchs, der sich dem Publikum im Auwald nun präsentiert. Ebenso erfreulich ist eine Zwillingsgeburt bei den Elchen. Am 26.05. wurden zwei putzmuntere Elche geboren, die sich die ersten Tage nur im Stall aufgehalten haben. Seit kurzem sind sie aber für unsere Gäste zu sehen. Elchbulle „Luke“ ist damit zum zweiten Mal Vater geworden. Er wurde 2020 aus Schweden geholt, um die Tradition der Elchhaltung – schon unter Prof. Pechlaner trafen die ersten Elche als Geschenk von Königin Silvia von Schweden im Alpenzoo ein – wieder in Schwung zu bringen. „Mit seinem Weibchen „Ronja“ hat er erneut Zwillinge bekommen, keine Selbstverständlichkeit, da Elche doch heikle Zöglinge sind“, freut sich Zoodirektor Dr. André Stadler. Die angehängten Dateien dürfen kostenfrei verwendet werden. Als Quelle ist der Alpenzoo zu nennen. Wir würden uns sehr über eine Berichterstattung freuen.

Wildpark Assling 03.06.2022
Tierisches Glück im Wildpark Assling
Schweine galten schon vor über 100 Jahren als Glücksbringer und sind es auch heute noch. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass sich die Mitarbeiter des Wildparks über den neuesten Zugang besonders freut. Gleich im Doppelpack stellte sich innerhalb einer Woche bei den Minischweinen und bei den Wildschweinen Nachwuchs ein. Aufgeweckt erkunden die kleinen Racker ihr Zuhause und suchen, mit der Nase im Boden, schon das ein oder andere Leckerchen zum Fressen. Vom Wildschwein, welches sich vor allem in Europas Wäldern zuhause fühlt, stammen alle Arten der heutigen Hausschweine ab. Zu diesen zählen auch die Minischweine, welche vielerorts sogar als Haustier, ähnlich wie andere Haustiere z.B. Hunde, gehalten werden. Minischweine sind sehr intelligente und verschmuste Tiere. Obwohl Frischlinge (so nennt man die Jungtiere der Wildschweine) und Ferkel (Jungtiere der Hausschweine) in den ersten sieben Wochen auf Muttermilch angewiesen sind, beginnen sie in der zweiten Woche mit der Aufnahme fester Nahrung.

Zoo Landau in der Pfalz 02.06.2022
Landauer Zooschule erhält das Qualitätssiegel „BNE zertifiziert – Zukunft bilden!“ – Bildungszentrum Zooschule Landau im Rahmen der Qualitätsentwicklung und Zertifizierung in der außerschulischen Bildung in Rheinland-Pfalz und im Saarland ausgezeichnet
„Ich kann etwas tun, um die Welt zu verändern! Mein Handeln hat Konsequenzen, nicht nur für mich und mein Umfeld, sondern auch für andere.“ Diese wichtige Einstellung können Kinder, Jugendliche und Erwachsene seit vielen Jahren in der Landauer Zooschule entwickeln und gleichzeitig lernen, ihre Lebenswelt nachhaltig und gerecht zu gestalten. Dabei nutzt die Zooschule als Erfahrungs- und Lernort das besondere Umfeld des Landauer Zoos mit seiner beeindruckenden exotischen Tiervielfalt. „Der Schutz der Arten und der vielfältigen Lebensräume stellt einen wesentlichen Schwerpunkt in der Bildungsarbeit dar,“ sagt die Gründerin und Leiterin der Zooschule, Dr. Gudrun Hollstein. Wie können wir die Tropischen Regenwälder mit ihrer Artenviervielfalt schützen? Was können wir tun, damit weniger Kunststoffabfall in unsere Ozeane und Meere gelangt? Wie können wir sorgsam mit unseren begrenzten Ressourcen und Rohstoffen umgehen? Das sind nur einige der vielen Fragen, mit denen sich Alt und Jung in der Zooschule aktiv und forschend befassen können. Die Förderung einer Bildung für nachhaltige Entwicklung ist breit im Leitbild und im pädagogischen Konzept der Zooschule verankert. Bis zu 15.000 Personen nutzen jährlich die vielfältigen Bildungsprogramme der Zooschule. Im Jahre 1992 gegründet, hat sich die Zooschule im Laufe der Jahre zu einem Bildungszentrum mit einem weiten Einzugsgebiet entwickelt. Sie wurde in den Jahren 2007-2013 u.a. bereits fünf Mal von der UNESCO im Rahmen der internationalen Bildungsoffensive „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet. „Nun kann sich das Team der Zooschule, im Jahr ihres 30igsten Jubiläums, über eine weitere Anerkennung freuen,“ berichtet Hollstein mit Stolz. Die Landauer Zooschule wurde im Rahmen der „Qualitätsentwicklung und Zertifizierung in der außerschulischen Bildung in Rheinland-Pfalz und Saarland“ ausgezeichnet und hat das Qualitätssiegel „BNE zertifiziert – Zukunft bilden!“ erhalten. Die Auszeichnungsveranstaltung findet am 19. Juli 2022 statt. Mehr Informationen zur Landauer Zooschule und ihren vielfältigen Angeboten sowie zum Förderverein der Zooschule Landau e.V. finden sich unter: www.zooschule.landau.de

Tiergarten Kleve 02.06.2022
Tiergarten Kleve startet Crowdfunding für eine der seltensten Affenarten der Welt
Zweifarbtamarine sollen als zoologische Besonderheit noch im Spätsommer diesen Jahres in Kleve Einzug halten. Hierfür hat der Familienzoo am Niederrhein eine Crowdfunding-Aktion gestartet, bei der man neben Postkarten, Magneten und Backstageführungen auch einen exklusiven Abend im Zoo erhalten kann. „Die Entwicklungen in der Neuausrichtung des Klever Tiergartens zu einem modernen Natur- und Artenschutzzentrum gehen mit großen Schritten voran“, freut sich Tiergartenleiter Martin Polotzek. „Derzeit bauen wir eine neue Anlage für Zweifarbtamarine, die aktuell als „vom Aussterben bedroht“ auf der IUCN Roten Liste gelistet werden und damit eine der seltensten Affenarten der Welt sind. Hierfür sind wir allerdings auf Spenden angewiesen und so haben wir eine Crowdfunding-Aktion gestartet, bei der jeder einfach und unkompliziert für unsere neue Affenanlage spenden und so seinen Beitrag zum Artenschutz leisten kann.“ Unter www.viele-schaffen-mehr.de/projekte/tiergarten-kleve kann jeder, der den Tiergarten Kleve bei dieser Aktion unterstützen möchte, einen Betrag seiner Wahl spenden. Zu jeder Spende gibt die Volksbank Kleverland noch einmal zehn Euro obendrauf. Polotzek: „Wer bei unserer Crowdfunding-Aktion mit macht, erhält nicht nur eine steuerwirksame Spendenquittung und tut mit seiner Spende etwas Gutes, er hat auch die einmalige Möglichkeit, tolle Goodies aus dem Tiergarten zu erhalten: So gibt es neben Postkarten und Magneten der neuen, seltenen Affen auch Backstageführungen, exklusive Namensrechte an der neuen Anlage sowie einen exklusiven Abend im Tiergarten Kleve.“ Zweifarbtamarine kommen ursprünglich aus dem brasilianischen Bundesstaat Amazonas und gelten als „vom Aussterben bedroht“. Gründe hierfür sind vor allem die Abholzung der Wälder sowie die Fragmentierung des Lebensraums. Deutschlandweit werden diese seltenen Affen lediglich von nur zwei zoologischen Einrichtungen gehalten. Daher ist es Tiergartenleiter Martin Polotzek eine Herzensangelegenheit, bald der dritte deutsche Zoo zu sein, in dem man diese Affenart bewundern kann: „Im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms wurden uns zwei Tiere zugeteilt, die noch im Spätsommer diesen Jahres nach Kleve ziehen sollen. Damit halten wir dann nicht nur eine der seltensten Affenarten der Welt, sondern wir möchten uns langfristig auch an der Erhaltungszucht dieser faszinierenden Primaten beteiligen. Daher bedanken wir uns bei allen Spenderinnen und Spendern, die unsere Crowdfunding-Kampagne unterstützen und uns so den Bau einer Anlage für diese seltenen Affen ermöglichen!“ Unter www.viele-schaffen-mehr.de/projekte/tiergarten-kleve kann man sich an der Crowdfunding-Aktion beteiligen und für die neue Zweifarbtamarinanlage im Tiergarten Kleve spenden.

Tierpark Nordhorn 02.06.2022
Nationale Auszeichnung: Die Zooschule des Nordhorner Tierparks ist Vorbild für Nachhaltigkeit Nationale Auszeichnung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Deutschen UNESCO-Kommission für Bildung für nachhaltige Entwicklung
Vor kurzem haben das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Deutsche UNESCO-Kommission im neuen UNESCO-Programm „BNE 2030“ die Nationale Auszeichnung – Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) vergeben. Andrea Ruyter Petznek, Leiterin des Referats Bildung in Regionen, Bildung für nachhaltige Entwicklung im Bundesministerium für Bildung und Forschung, und der Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission Dr. Roman Luckscheiter zeichneten 29 Akteurinnen und Akteure aus dem gesamten Bundesgebiet für ihr herausragendes Engagement für Bildung für nachhaltige Entwicklung aus. Die 29 ausgezeichneten Initiativen erreichen Menschen mit innovativen Bildungsangeboten, Inhalten und Ideen und befähigen Lernende, aktiv und verantwortungsvoll an der Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft mitzuwirken. Die Zooschule des Tierparks Nordhorn überzeugte die Jury durch ein beispielhaftes Engagement für BNE und einen besonderen Einsatz für die Globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals) der Vereinten Nationen. „Wir sind sehr stolz auf diese Auszeichnung und motiviert uns, den eingeschlagenen Kurs weiter fortzuführen!“ so Zoodirektor Dr. Nils Kramer und seine Zooschulleiterin Ina Deiting. „Wir sind froh, dass der Tierpark als außerschulischer Lernort so eine Strahlkraft für die Region entwickelt!“ Nach der Anerkennung der Zooschule als außerschulischer Lernort BNE durch das niedersächsische Kultusministerium Anfang 2020 ist dies nun die zweite Auszeichnung, die die Zooschule des Nordhorner Tierparks für ihr Engagement im Rahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung erhält. Das Programm der Zooschule fokussiert sich vor allem darauf, ihren Besuchern die Natur und ihre Bewohner näher zu bringen und für sie zu begeistern – denn nur was man kennt ist man bereit zu schützen! Es gibt Angebote für Besucher jeden Alters und für jeden Bildungshintergrund. Egal ob Kindergartenkinder oder Studenten, egal ob im Unterricht oder in der Freizeit, im umfangreichen Angebot Zooschule ist für jeden etwas dabei. Der nahe Kontakt zu Tieren, viel Anschauungsmaterial und das Erleben verschiedener Ökosysteme wie Wald, Heide oder Vechte unterstützen hierbei den Lernerfolg und begeistern für die Natur. Natürlich kommen auch nachhaltigkeitsrelevante Themen wie das Artensterben und der Artenschutz, das Thema Müll oder bedrohte Haustierrassen nicht zu kurz. Aber auch jeder Tierparkbesucher, der kein Programm der Zooschule bucht, kann im Tierpark dank verschiedenster Infotafeln viel Lernen. Bereits vor Corona nahmen rund 13.000 Teilnehmer im Jahr an den Angeboten der Zooschule teil. Nach dem Bau des Zooschulgebäudes, der Einrichtung der Grafschafter Naturschutzranger und der Anerkennung als außerschulischer Lernort nach BNE geht die inhaltliche Entwicklung im Tierpark weiter. „Wir arbeiten gerade am Projekt „Zooschule to go““, berichten Kramer und Deiting. „Wir hoffen, im Sommer bereits konkrete Details nennen zu können!“ Hintergrund 2020 riefen die Vereinten Nationen die „Dekade des Handelns“ aus, um die globalen Nachhaltigkeitsziele bis 2030 zu erreichen. Die UNESCO startete ihr Programm „Bildung für nachhaltige Entwicklung: die globalen Nachhaltigkeitsziele verwirklichen“ (kurz „BNE 2030“) im Anschluss an das UNESCO-Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung (2015-2019). Im neuen UNESCO-Programm „BNE 2030“ zeichnen das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Deutsche UNESCO-Kommission Initiativen aus, die die Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele fördern und Menschen befähigen, Veränderungen zu bewirken. Eine Auszeichnung bescheinigt erfolgreichen Bewerberinnen und Bewerbern die Förderung qualitativ hochwertiger Bildungsangebote sowie wirkungsvolles und zukunftsorientiertes Engagement mit Tragweite für eine nachhaltige Entwicklung. Die ausgezeichneten Initiativen stellen sich auf der BNE[1]Akteurskarte vor. Sie profitieren von Austausch und Vernetzung in einem Netzwerk hochwertiger Bildungsinitiativen zur nachhaltigen Entwicklung. Bildung für nachhaltige Entwicklung Nachhaltige Entwicklung bedeutet, Menschenwürde und Chancengerechtigkeit für alle in einer intakten Umwelt zu verwirklichen. Bildung ist für eine nachhaltige Entwicklung zentral. Sie versetzt Menschen in die Lage, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen und abzuschätzen, wie sich eigene Handlungen auf künftige Generationen oder das Leben in anderen Weltregionen auswirken. In der globalen Nachhaltigkeitsagenda 2030 der Vereinten Nationen ist die Umsetzung von BNE als Ziel für die Weltgemeinschaft festgeschrieben. Im Anschluss an das UNESCO-Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung (2015 – 2019) beteiligt sich Deutschland am UNESCO-Folgeprogramm „BNE 2030“, das eng an die Agenda und ihre 17 globalen Nachhaltigkeitsziel geknüpft ist. Tierpark Nordhorn Der Tierpark Nordhorn ist als wissenschaftlich geführter Zoo seinen Hauptaufgaben Erholung, Arten[1]und Naturschutz, Bildung und Forschung verpflichtet. Hinzu kommt sein Engagement als Präsentationsort der Geschichte und Traditionen der deutsch-niederländischen Grenzregion. Als drittgrößter Zoo Niedersachsens begrüßt der Familienzoo jährlich rund eine halbe Millionen Gäste, die rund 200 Mitarbeiter betreuen rund 2000 zum Teil hochbedrohte Tiere in mehr als 100 Arten. Als Archepark und regionales Arten- und Naturschutzzentrum betreut der Zoo mit den seltenen alten Nutztierrassen zudem rund 170 Hektar regionaltypischer seltener Lebensräume wie Hochmoor, Hutewald und Wachholderheiden. Als einziger vom Niedersächsischen Kultusministerium anerkannter außerschulischer Lernort nach BNE im Landkreis betreut er mit seinen Angeboten rund 13.000 Teilnehmer pro Jahr. Zudem werden pro Jahr mehrere wissenschaftliche Forschungsarbeiten verschiedener deutscher und niederländischer (Fach-)Hochschulen aus den unterschiedlichsten Fachgebieten wie Umweltwissenschaften, Biologie, Tiermedizin, Lehramt, Marketing, etc. betreut.

Kölner Zoo 02.06.2022
Willkommen „Izani“: Weiblicher Ringelschwanzmungo im Kölner Zoo geboren – Wichtiger Erfolg, um diese besondere madagassische Art zu erhalten
Auf der Anlage für Ringelschwanzmungos im Kölner Zoo hat sich hochwillkommener Nachwuchs eingestellt. Hier wurde Mitte März ein weibliches Jungtier geboren. Um die in der frühen Phase sensible Mutter-Kind-Beziehung nicht zu stören, haben die Tierpfleger erst nach einigen Wochen die Geschlechtsbestimmung vorgenommen und nun den Namen „Izani“ vergeben. Mutter ist die neunjährige „Tiffy“. Sie kam 2013 aus dem Zoo Saarbrücken an den Rhein. Vater „Ron“ kam 2019 aus Großbritannien nach Köln. Er stammt direkt aus Madagaskar, der Heimat der wuseligen Kleinsäuger. „Rons“ Gene sind bisher im Zuchtprogramm noch nicht besonders ausgeprägt vorhanden und daher für die Anstrengungen von Zoologischen Gärten zum Erhalt dieser Tiere äußerst wichtig. Der Kölner Zoo freut sich daher sehr über die Geburt des kleinen Ringelschwanzmungos. Ringelschwanzmungo-Weibchen bringen pro Jahr ein Jungtier zur Welt. Neben dem Kölner Zoo halten in Deutschland nur die Zoologischen Gärten in Berlin, Heidelberg und Saarbrücken diese bei den Besuchern sehr beliebten Raubtiere. Die Artenvielfalt Madagaskars, der Heimat der Ringelschwanzmungos, ist einzigartig. 90 Prozent der Wirbeltiere, die auf der vor Afrika liegenden Insel leben, sind nur hier zu finden. Dieser Artenschatz ist massiv bedroht. Grund ist vor allem der Lebensraumverlust durch Abholzung und Brandrodung für die lokale Wirtschaft oder kommerzielle Plantagen. Hinzukommen die immer stärker spürbaren Auswirkungen des Klimawandels, die die Insel besonders heftig betreffen, sowie die Bejagung von Tieren durch die bitterarme und oft hungernde madagassische Bevölkerung. Auftrag Arche: Der Kölner Zoo setzt sich nachhaltig für die Bewahrung der madagassischen Artenvielfalt ein. Drei Beispiele • In seinem Aquarium betreibt der Kölner Zoo Erhaltungszuchtprogramme für verschiedene, hochbedrohte madagassische Tierarten, darunter das Grüne Marmorkrötchen oder der Mangarahara-Buntbarsch. Letzterer zählt zu den seltentesten Fischen der Erde. Den Kölner Aquariums-Experten gelang 2020 erstmals die Nachzucht dieser auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) als vom Aussterben bedroht eingestuften Fischart. Auf dieser Basis konnte inzwischen sogar Nachwuchs an andere Zoos in Deutschland und Europa abgegeben werden. So soll das Haltungsnetzwerk und dadurch der ex situ Schutz dieser Arten erweitert werden – also der Schutz in Menschenhand durch Aufbau von Reservepopulationen. • In seinem traditionsreichen Madagaskarhaus beherbergt der Kölner Zoo seit vergangenem Jahr das Coquerel-Sifaka-Paar „Ziggy“ und „Justa“. Der Kölner Zoo ist einer der ersten in Europa, der die in der Haltung sehr aufwendigen und viel biologische Expertise erfordernden Lemuren in Europa zeigt. Ziel ist, nun sukzessive ein zwischen den Zoos eng abgestimmtes europäisches Erhaltungsprogramm bei dieser hochbedrohten Art zu begründen. • Der Kölner Zoo ist aktives Mitglied der „Madagaskar Fauna and Flora Group“. Der Zusammenschluss verschiedener Zoos und weiterer Wildtierexperten bündelt Expertise und Engagement für die madagassische Tier- und Pflanzenwelt.

Opel-Zoo 02.06.2022
Erstmals Nachwuchs in der Madagaskar-Voliere bei den Roten Varis! Öffentliche Führung „Jungtiere im Opel-Zoo“ am 11. Juni um 15 Uhr
Die Roten Varis im Opel-Zoo haben erstmals Nachwuchs! Das Jungtier wurde am 9. Mai geboren und ist nicht nur das erste Jungtier in der im Mai 2021 eröffneten Madagaskar-Voliere, sondern auch für seine Mutter eine Erstgeburt. Der Rote Vari zählt zu den Lemuren und kommt ausschließlich auf der Masoala-Halbinsel an der Ostküste Madagaskars vor. Das Fell der Roten Varis ist fuchsrot mit einem hellen Fleck im Nacken. Zudem haben sie Backenbärte und Büschel an den Ohren. Rote Varis können sehr gut springen und klettern und halten sich meist hoch oben in den Bäumen auf. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Früchten, Blüten und Blättern. Mit ihren langen Zungen können sie auch Nektar lecken und spielen damit eine wichtige Rolle bei der Bestäubung mancher Pflanzen. Sie leben in kleinen Gruppen, welche von den Weibchen geführt werden. Das Revier wird durch ein Sekret aus Duftdrüsen markiert. Durch Gruppengesänge machen Rote Varis zusätzlich auf ihr Revier aufmerksam. Die Tragzeit der Roten Varis beträgt rund 100 Tage und sie bringen in der Regel 2-4 Jungtiere zur Welt. Der Rote Vari wird von der International Union for Conservation of Nature (IUCN) als eine vom Aussterben bedrohte Art eingestuft. Große Gefahren stellen Waldrodungen und die illegale Jagd dar. Der Bestand der Roten Varis hat innerhalb von 24 Jahren um mehr als 80 % abgenommen. „Wir freuen uns natürlich ganz besonders über dieses erste Jungtier in der neuen Voliere, die mit 2 Pärchen Roter Varis und einer Gruppe weiblicher Kattas besetzt ist“, so Zoodirektor Dr. Thomas Kauffels. Er ergänzt, dass zwei Mal täglich für die Zoobesucher Führungen in die Madagaskar-Voliere von den Zoopädagogen angeboten werden, die aber zuvor über die Homepage www.opel-zoo.de gebucht werden müssen. Sie sind kostenfrei, ebenso wie die Öffentlichen Führungen, die es zwei Mal im Monat zu verschiedenen Themen gibt und an denen die Zoobesucher ohne Anmeldung teilnehmen können. Die nächste Öffentliche Führung startet am Samstag, dem 11. Juni um 15 Uhr an der Statue des Zoogründers mit Elefant gegenüber dem Haupteingang und geht zu den Jungtieren, die es jetzt bei zahlreichen Tierarten im Opel-Zoo gibt.

Tierpark Bern 02.06.2022
Jungtiere bei den Wölfen von Bern
Die Wölfin im Tierpark Bern hat am 28. April 2022 drei Jungtiere geboren. Es ist der erste Wurf des neuen Zuchtpaares, welches seit 31. August 2021 gemeinsam in der Anlage lebt. Die Wölfin kam Ende August aus St. Croix in Frankreich. Wölfe sind soziale Tiere, leben in Familienverbänden – sogenannten Rudeln – und sind sehr anpassungsfähig. In einem Wolfsrudel haben in der Regel nur der Leitwolf und die Leitwölfin Nachwuchs. Nach einer Tragzeit von ca. 63 Tagen bringt die Wölfin meist 3 bis 9 blinde Jungen zur Welt. Mit ca. zwei Wochen können die Welpen dann sehen und hören, auch die ersten Zähne stossen durch. Die ersten Wochen verbringen die Jungtiere im Tierpark geschützt in einer der bereitgestellten Höhlen, wobei es vorkommen kann, dass die Fähe die Welpen immer wieder zügelt. So sind die Welpen in einer Höhle im BärenWald geworfen worden, bevor sie vom Muttertier in die Wolfsanlage gebracht wurden. Mit sechs bis zwölf Wochen erkunden die jungen Wölfe allmählich ihre nähere Umgebung. Die Gäste brauchen noch Geduld, um die scheue Wolfsfamilie entdecken und die Welpen mitten in Bern beobachten zu können. Denn wittern die Elterntiere eine mögliche Gefahr, werden die jungen Wölfe in ihre Höhle oder ein Versteck in der weitläufigen Anlage mit vielen Versteckmöglichkeiten getragen und müssen dort ausharren, bis die Eltern wieder Entwarnung geben. Der Wolf wurde in der Schweiz und in weiten Teilen Europas Ende des 19. Jahrhunderts ausgerottet. 1995 wanderten die ersten Wölfe aus Italien in die Schweiz ein. Bis zur Bildung des ersten Schweizer Rudels dauerte es aber bis 2012 (Stiftung KORA, Raubtierökologie und Wildtiermanagement). Laut Monitoring von KORA leben heute 148 Wölfe in 16 Rudeln in der Schweiz (Stand 2021). Der Wolf ist ein scheues Tier und Angriffe auf Menschen sind extrem selten. Im Tierpark Bern leben Wölfe und Bären in einer Gemeinschaftshaltung. Während der Jungaufzucht sind die Wölfe von den Bären aber getrennt, dies zum Schutz der beiden Bären vor dem sehr dominant auftretenden, jungen Wolfspaar.

Zoo Osnabrück 01.06.2022
Zoo Osnabrück bangt um Elefant Minh-Tan Lebensbedrohliche Erkrankung mit Herpesvirus
Innerhalb der Zoowelt ist es gefürchtet: das Herpesvirus bei Asiatischen Jungelefanten. Denn diese Infektion ist lebensbedrohlich für die Tiere, die in jungen Jahren noch nicht über Antikörperschutz verfügen. Im Zoo Osnabrück ist nun der fast fünfjährige Bulle Minh-Tan betroffen. Die Zoomitarbeiter geben alles für die bestmögliche Behandlung des Tieres, die jedoch Herausforderungen birgt. „Für uns war die Diagnose am Montagabend ein großer Schock“, berichtet Andreas Wulftange, Zoologische Leitung im Zoo Osnabrück und zuständig für die fünf Asiatischen Elefanten. „Wir hatten Minh-Tan erst vor zwei Wochen auf andere Krankheitserreger testen lassen, da er bald in eine Junggesellengruppe in einen anderen Zoo umziehen sollte. Er kommt nun in das Rüpel-Alter, in dem auch die Elefanten in der Natur die Mutterherde verlassen und sich mit anderen Jungbullen zusammentun.“ Nun zeigte Minh-Tan erste Symptome einer Erkrankung mit kleinen Blutungen im Maul, sodass die Zootierärzte Thomas Scheibe und Jannis Göttling sofort einen erneuten Bluttest veranlassten. Dieses Mal fiel er positiv auf Herpesviren aus. „Das bedeutet für uns nun quasi eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung, denn bei einer Herpes-Infektion handelt es sich um eine sehr ernstzunehmende Erkrankung unter Asiatischen Elefanten“, so Göttling. „Wir haben sofort die notwendigen antiviralen Medikamente verbreicht, die sehr kostspielig sind. Zusätzlich erhält Minh-Tan regelmäßige Flüssigkeitszufuhr und nach Möglichkeit Blutplasma-Transfusionen von anderen Elefanten, die bereits Antikörper gebildet haben.“ Die Behandlung ist in etwa einem Drittel der Fälle erfolgreich. Auch in der Wildbahn erkranken Tiere an dem Virus, das es bereits seit der Entstehung der Tierart gibt und keine Zookrankheit ist. Behandlung mit vielen Herausforderungen Bei der intensiven Behandlung scheut das Zooteam keine Mühen und Fahrtwege zu anderen Zoos, dennoch müssen die Mitarbeiter mit vielen Herausforderungen kämpfen: „Medikamente und Flüssigkeit werden rektal verabreicht, sodass eine Sedierung notwendig ist. Per Schlauch werden bis zu 40 Liter Wasser eingeführt, damit das Tier nicht austrocknet“, erläutert Göttling. „Bei der Plasmatransfusion ist sowohl die Gewinnung des Blutes mit Antikörpern als auch die Verabreichung eine Herausforderung. Wir arbeiten hier mit dem Allwetterzoo Münster zusammen, die von einem ihrer Elefanten die passende Menge Blut nehmen konnten. Unsere Elefanten sind grundsätzlich durch das medizinische Training kleinere Blutabnahmen gewöhnt, allerdings dauert bei der aktuellen Behandlung sowohl die Blutabnahme als auch die Transfusion länger. Deswegen ist auch eine Sedierung notwendig.“ Bei der Behandlung folgt der Zoo Osnabrück einem genau festgelegten wissenschaftlichen Leitfaden für Erkrankungen mit dem Herpesvirus. Aktuell geht es dem Patienten noch den Umständen entsprechend gut, aber das kann sich bei einer Herpes-Infektion innerhalb weniger Tage ändern. Das Virus kann zahllose kleine Blutungen unter anderem im Dünndarm und im Herzen verursachen. Was ist mit den anderen Elefanten? Den anderen Elefanten Leitkuh Douanita (35 J.), Tochter Sita (9 J.), Nachwuchs Yaro (1,5 J.) und Bulle Luka (49 J.) geht es soweit gut. „Sehr wahrscheinlich haben sich die Tiere angesteckt, aber wir gehen davon aus, dass die Krankheit bei ihnen nicht ausbricht. Douanita hat im Laufe ihres Lebens bereits genug Antikörper gebildet, die sie über die Muttermilch auch an Yaro weitergibt, sodass er geschützt ist. Sita ist hoffentlich bereits alt genug, damit das Immunsystem entsprechend reagieren kann. Bulle Luka ist auch schon früher mit dem Virus in Kontakt gekommen und hat entsprechende Antikörper gebildet. Deswegen sind wir erstmal zuversichtlich“, so Zootierarzt Göttling. Die nächsten Tage werden im Elefantenrevier im Zoo Osnabrück für das Team aus Zootierpflegern, Zootierärzten und Zoologischer Leitung sehr kräftezehrend. „Aber für uns ist klar, dass wir alles uns mögliche für Minh-Tan tun werden“, betont Biologe Wulftange. So muss auch täglich eine Blutprobe in ein spezielles Labor im Zoo Rotterdam gebracht werden, um den Verlauf der Krankheit zu untersuchen. Dafür hat das Team inzwischen bereits ein Charterflugzeug beauftragt. Damit das Team in Ruhe arbeiten kann, bleibt das Elefantenhaus, in dem Minh-Tan behandelt wird, nun vorerst geschlossen. Die übrigen Elefanten sind meistens auf den Außenanlagen zu sehen. Menschen sind durch das spezielle Elefanten-Herpesvirus nicht gefährdet, da jede Säugetierart eigene Herpesviren hat. Wissenswertes zu Herpesviren bei Elefanten Elefanten sind vom sogenannten Endotheliotropen Elefanten Herpesvirus betroffen. Jede Säugetierart hat spezifische Herpes-Erreger. Selbst Asiatische und Afrikanische Elefanten haben unterschiedliche Virustypen. Elefanten können Träger sein, ohne zu erkranken. Meistens sind Jungtiere bis zum 9. Lebensjahr von ernsthaften Krankheitsverläufen betroffen. Herpes ist keine Zookankheit. Die Herpesviren der Elefanten setzten sich etwa zeitgleich von allen anderen Herpesviren ab, als die Elefanten sich von anderen Säugetierarten abspalteten. Auch in der Wildbahn sind Erkrankungsfälle bekannt. Das Virus verursacht zahllose kleine, aber in der Summe massive Blutungen im gesamten Gefäßsystem, einschließlich des Dünndarms und des Herzens. Elefanten können nicht gegen Herpes geimpft werden, da die Herpesviren noch nicht klassifiziert und sich noch nicht züchten lassen, wodurch die Forschung zur Entwicklung eines Impfstoffs erschwert wird. Die Universität Utrecht forscht an der Entwicklung eines Impfstoffs. Die Krankheit kann mit dem schnellen Einsatz von antiviralen Medikamenten behandelt werden, aber dies ist nur bei rund einem Drittel der Fälle erfolgreich. Quellen: Verband der Zoologischen Gärten, Universität Zürich

Zoo Hoyerswerda 01.06.2022
Neues Familienglück für Königin Heidi Nachwuchs bei den Erdmännchen im Zoo Hoyerswerda
Seit Montag zeigt sich der erste Nachwuchs von Königin Heidi und ihren Berliner Buben Fritz und Willi. Das kleine Erdmännchen-Jungtier ist wahrscheinlich bereits Anfang Mai geboren und verbrachte die ersten drei Wochen in der Wurfhöhle. Ganz tapsig und mit vielen Nickerchen zwischendurch fängt der Nachwuchs langsam an die Anlage zu erkunden, natürlich unter den wachsamen Augen von Königin Heidi und ihren Männern. Wer der Vater ist lässt sich nicht sagen. Aber so viel ist sicher: Beide kümmern sich liebevoll um das Jungtier. „Wir freuen uns sehr, dass Heidi der Neuanfang mit den beiden Berliner Jungs geglückt ist. Es ist schön zu sehen, dass sie den schweren Verlust Anfang des Jahres gut weggesteckt hat“, erzählt Tierpflegerin Sandra Künzel. Ende Januar waren sechs der siebenköpfigen Erdmännchengruppe bei einem unterirdischen Erdrutsch verschüttet worden. Bevor jedoch neue Erdmännchen einziehen konnten, wurde die Substratschicht der Anlage geprüft, komplett ausgehoben und neu verfestigt. Mit einem Bagger wurde Schritt für Schritt die komplette Erde ausgehoben und an die natürlichen Verhaltensweisen der Tiere bestmöglich angepasst. Da Erdmännchen in großen Familienverbänden leben und sich nicht für eine Vergesellschaftung mit einer ihnen unverwandten Gruppe eignen, wurden schnellstmöglich nach neuen männlichen Partnern für eine passende Vergesellschaftung für die Erdmännchen-Dame gesucht. Mitte Februar bekam Heidi dann schon Gesellschaft aus Berlin und als neue Familienbande konnten sie die optimierte Anlage im März beziehen.

Zoo Vivarium Darmstadt 01.06.2022
„Fressen und gefressen werden“: Abendführung im Zoo Vivarium am 11. Juni
Im Rahmen der „Darmstädter Exkursionen“ bietet der Zoo Vivarium am Samstag, 11. Juni, die Abendführung „Fressen und gefressen werden“ an. Anhand des Tierbestandes in Darmstadts Tiergarten werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer darüber informiert, welche Strategien sich Raub- und Beutetiere im Laufe der Evolution haben einfallen lassen, um zu fressen und um selbst nicht gefressen zu werden. Die Führung beginnt um 20 Uhr am Zooeingang, Schnampelweg 5.

Naturschutz-Tierpark Görlitz 1.6.2022
Klettern wie ein Alpensteinbock Auf dem neuen Kletterpfad im Naturschutz-Tierpark Görlitz-Zgorzelec
Am Pfingstsamstag (04.06.2022) ist der Görlitzer Tierpark um einen weiteren Spielplatz reicher. In der Nähe des Känguruspielplatzes lockt dann ein Niederflurkletterpfad unter dem Titel „Klettern wie ein Alpensteinbock“. Hier dürfen ab sofort auf den Spuren verschiedener tierischer Kletterkünstler wie den Alpensteinböcken im benachbarten Gehege, den Roten Pandas, Waschbären oder Rhesusaffen insgesamt zehn verschiedene Hindernisse absolviert werden. Das fördert nicht nur das Verständnis für die unterschiedlichen Voraussetzungen und Herausforderungen verschiedener Tierarten, sondern bereitet auch großen Spaß und fördert Geschicklichkeit, Motorik und Konzentration. Möglich wurde der Bau vor allem durch zahlreiche Spenden, unter anderem über die GörlitzCrowd. Dabei wurde das ursprüngliche Spendenziel von 5000€ sogar um 1700€ übertroffen. „Wir haben uns riesig über die positive Resonanz auf das Crowdfunding gefreut – das ist euer Spielplatz!“, so die Zoopädagogin und Projektverantwortliche Isa Plath. „Ein großer Dank gilt daher den Stadtwerken Görlitz, die die GörlitzCrowd ins Leben riefen sowie allen, die uns dabei finanziell unterstützt und auch im Anschluss Geduld mit uns hatten.“ Denn der Bau sollte planmäßig bereits 2021 abgeschlossen werden. Da die Gestaltung und Umsetzung in Eigenleistung durch die Tierparkmitarbeiter gestemmt wurden und zum Teil längere Lieferzeiten für diverse Materialien in Kauf genommen werden musste, verzögerte sich das Vorhaben jedoch. Eine weitere Aktion ist am Pfingstmontag geplant: zum internationalen Tag der Zooförderer präsentiert sich der Freundeskreis des Tierparks mit seinem beliebten Schokoladenspiel und steht Interessenten Rede und Antwort. Der Görlitzer Tierpark ist mittlerweile weit über die Region hinaus bekannt für seine Familienfreundlichkeit sowie die Vielzahl von Lernspielen und Themenspielplätzen und wurde als sächsisches Ausflugsziel des Jahres 2022 mit dem familienausflug.info-Award ausgezeichnet.

Zoo Basel 01.06.2022
Nachwuchs bei den Indischen Panzernashörnern
Am 13. Mai 2022, kurz vor Mitternacht, ist im Zoo Basel ein Panzernashorn-Bulle geboren. Mutter Quetta (28) und der kleine Tarun sind gesund und munter. Tarun ist Quettas fünftes Kalb und das 36. Panzernashorn-Jungtier in der Geschichte des Zolli. Der Zoo Basel führt das internationale Zuchtbuch der Indischen Panzernashörner, koordiniert das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) und engagiert sich darüber hinaus als strategischer Partner der International Rhino Foundation (IRF) für diverse Artenschutzprojekte. Nach 16 Monaten Tragzeit – oder genauer nach 498 Tagen – brachte Nashornkuh Quetta am 13. Mai um 23.35 Uhr im Zoo Basel einen Panzernashorn-Bullen zur Welt. Vater des Jungen ist Jaffna. Muttertier und Kalb sind wohlauf. Um Quetta nach der Geburt Ruhe zu geben, blieb das Nashornhaus bis heute für das Zoo-Publikum geschlossen. Ab sofort ist es wieder für die Besucherinnen und Besucher geöffnet, wobei zeitweise Schliessungen aus Rücksicht auf das Mutter- und Jungtier vorbehalten bleiben. Ein Tag im Leben von Tarun Quetta ist eine erfahrene Mutter; Tarun ist ihr fünftes Kalb. Entsprechend reibungslos verlief die Geburt: Das Jungtier konnte am Tag danach mehrmals beim Trinken beobachtet werden und entwickelt sich gut. Es nimmt pro Tag etwa zwei Kilogramm an Gewicht zu. Momentan trinkt Tarun nur Muttermilch, später kommt auch feste Nahrung hinzu. Gesäugt wird der Jungbulle rund zwölf Monate. Wie bei Panzernashörnern üblich, bestimmt Tarun über den Tagesablauf. Die Mutter richtet sich nach seinem Tempo. Tarun war in den ersten Tagen scheu und zurückhaltend. Es dauerte also ein bisschen, bis er im Stall – immer gefolgt vom Muttertier – auf «Entdeckungsreise» ging. Mittlerweile bewegt er sich problemlos zwischen den Stallungen hin und her. In einem nächsten Schritt wird Tarun lernen müssen, sich nach draussen zu begeben und abends wieder nach drinnen. Im Alter von zwei bis vier Monaten wird Tarun in die Nashorn-Gruppe eingeführt. Bis dahin bleiben Mutter und Kalb unter sich. 66 Jahre Panzernashorn-Zucht in Basel Der Zoo Basel hat eine lange Tradition und Expertise in der Zucht von Panzernashörnern. 1956 wurde das erste Indische Panzernashorn in Basel geboren. Rudra, 1987 verstorben, war der erste Panzernashorn-Bulle weltweit, der in einem Zoo zur Welt kam. Mit Tarun sind im Zolli nun 36 Geburten registriert. Seit 1972 führt der Zoo Basel das internationale Zuchtbuch der Panzernashörner und koordiniert seit 1990 das Europäische Erhaltungszuchtprogramm, genannt EEP (Ex-situ-Programm der European Association of Zoos and Aquaria EAZA). Um die genetische Vielfalt der Zoo-Population so divers wie möglich zu erhalten, ist es das Ziel eines EEP, dass die Anzahl verwandter Tiere jedes Individuums in der Population so ausgeglichen wie möglich ist. Im Zolli leben zurzeit fünf Nashörner: Quetta (28) und Tarun, Vater Jaffna (28), Bruder Orys (5) und Shakti (5), die 2019 aus dem Zoologischen Garten Pilsen (Tschechien) hierherkam. Strategischer Partner der International Rhino Foundation (IRF) Indische Panzernashörner leben im offenen Grasland und in den Feuchtgebieten Nepals und Indiens. Ihr natürlicher Lebensraum beschränkt sich auf Nationalparks. Die International Union for Conservation of Nature (IUCN) stuft die Panzernashörner als bedroht ein – genauso wie die anderen vier Nashornarten in Afrika (Breit- und Spitzmaulnashorn) resp. Asien (Java- und Sumatra-Nashorn). Gründe für die Gefährdung sind Lebensraumverlust und illegale Wilderei. Seit 2005 unterstützt der Zoo Basel daher das Projekt «Indian Rhino Vision 2020». Die erste Projektphase hatte die Absicht, die Panzernashörner im indischen Bundesstaat Assam unter besseren Schutz zu stellen und deren Population bis Ende 2020 auf 3’000 Tiere anwachsen zu lassen. Dieses Vorhaben ist geglückt; heute besteht die Population aus rund 4’000 Individuen. Um sicherzustellen, dass die Population weiterhin gut gedeihen kann, arbeitet die IRF zurzeit an einer nächsten Projektphase. Mit der «Sumatran Rhino Survival Alliance» wurde 2018 ein ähnliches Projekt in Sumatra lanciert. Das Sumatra-Nashorn ist aufgrund seines rapiden Rückgangs durch Wilderei die am stärksten gefährdete Nashornart weltweit. Auf Sumatra und Borneo leben heute weniger als 80 Tiere. In Partnerschaft mit der IRF unterstützt der Zoo Basel seit 2017 deren gezielte Nachzucht in Sumatra. Ziel der indonesischen Regierung ist es, mit wenigen Individuen eine genügend grosse Ausgangspopulation aufzubauen, aus der Tiere eines Tages wieder in die Wildbahn entlassen werden können. Im Idealfall genauso, wie das auch für Zoo-Populationen gilt. Die koordinierte Zucht im Rahmen eines EEP erlaubt, dass Tiere bei Bedarf ausgewildert und in ihrer Heimat wieder angesiedelt werden können.

Tierpark Hellabrunn München 01.06.2022
Hellabrunner Löwen Max und Benny erkunden ihre neue Außenanlage
Nachdem am vergangenen Freitag die neue Löwenanlage im Tierpark Hellabrunn bei einem Festakt im Beisein zahlreicher Vertreterinnen und Vertreter aus Presse und Stadtpolitik ihrer Bestimmung übergeben wurde, gehen die beiden Löwenbrüder Max und Benny immer mehr auf Tuchfühlung mit ihrem neuen Domizil. Bereits am vergangenen Wochenende und den darauffolgenden Tagen streifen die beiden Großkatzen über die angelegten Bäche und Hügel, steigen auf ihre Kletterbäume und zeigen sich den Besuchern ganz nah an den Scheiben der savannenartigen Außenanlage. Da kommt kein Zweifel auf, wer hier ‚die Herren im Haus und drum herum‘ sind…. Die neue Löwenanlage ist auch fast drei Wochen nach ihrem Umzug immer noch eine ganz neue Welt für Max und Benny, die sie aktuell peu à peu für sich erschließen. Kletterbäume, Aussichtshügel, Bachläufe und neue Pflanzen sowie beheizte Höhlen und Liegeplätze sind allesamt Annehmlichkeiten und Ausstattungen, die von den beiden erst mal inspiziert und markiert werden müssen. Und dann sind da noch die vielen begeisterten Tierparkgäste, die die Löwen aus vielen, aber nicht aus allen Perspektiven bewundern können. „Max und Benny können sich – je nach Lust und Laune – in voller Pracht und Herrlichkeit präsentieren, aber eben auch für Besucher uneinsehbar zurückziehen, wenn sie ihre Ruhe haben möchten. Besondere Nähe zu den Hellabrunn-Fans bekommen die beiden Kater an den Glasscheiben der Außenanlage und an der erstmals geschaffenen ‚Kontaktmembran‘. Hier können sich Max und Benny – vollkommen gefahrlos für die Besucher – aber ganz intensiv mit ihrer Lautstärke, mit ihrer Körperwärme und ebenso ihrem prägnanten Geruch den Tierparkgästen nähern.“, erklärt Rasem Baban, Tierparkdirektor in Hellabrunn. Niels Richter, Teamleiter der Hellabrunner Raubtierpfleger ist mit seinen Mitarbeitern ganz nah dran am täglichen Geschehen: „Besonders Max hat sich gleich in den ersten Tagen als wahrer „Klettermaxe“ gezeigt und freut sich über die aufgestellten Kletterbäume, von denen er geradezu majestätisch Richtung Publikum blickt. Heute hat ihm das erstmals sein Bruder Benny nachgemacht, allerdings noch etwas zögerlicher.“ Der Tierpfleger freut sich: „Die Löwen beobachten mittlerweile die benachbarten Elche von ihrer erhöhten Aussichtsplattform im linken Anlagenbereich. Huftiere sind für Löwen eben immer ‚interessant‘ – auch wenn diese hier für die Löwenbrüder natürlich unerreichbar bleiben.“ Die neue Löwenanlage entpuppt sich in den letzten Tagen erwartungsgemäß als Publikumsmagnet und wird begeistert von den Hellabrunn-Fans angenommen. Insbesondere die unterschiedlichen Einblicke auf die Außenanlage sowie die umfangreiche, teils interaktive und digitale Edukationsbeschilderung wird interessiert von den Tierparkgästen angenommen, was den Anspruch Hellabrunns als Ort der zeitgemäßen Umwelt- und Artenschutzbildung unterstreicht. Ernährungstipp zu Pfingsten, denn nicht nur Löwen haben Hunger: Unser Hauptrestaurant in Hellabrunn bietet am kommenden Pfingstsonntag und -montag einen leckeren Feiertagsbrunch für die ganze Familie an.

Zoo Frankfurt 31.05.2022
Wieder da, nach über 40 Jahren – Pinselohrschweine leisten den Bongos Gesellschaft
Nach 41 Jahren sind nun wieder zwei Pinselohrschweine im Frankfurter Zoo zu sehen. Die farbenprächtigen Tiere werden nach der Eingewöhnung mit den Bongo-Antilopen zusammenleben. Mit den beiden Neuzugängen ist nun wieder eine – noch dazu besonders attraktive – Schweineart im Frankfurter Zoo zu sehen. „Im Mai 1954, also vor 68 Jahren, brachte Bernhard Grzimek ein Pinselohrschwein in den Frankfurter Zoo – zusammen mit EPULU, dem allerersten Okapi überhaupt, das die Reise nach Deutschland antrat. Schon das alleine macht die Tiere zu einer Besonderheit für den Zoo“, sagt Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Dr. Ina Hartwig. Künftig werden die beiden Pinselohrschweine den Bongos Gesellschaft leisten. Die im Juni 2021 geborene ABBY kam aus dem Kölner Zoo nach Frankfurt. Die ebenfalls einjährige HELENE kam aus dem Zoo von Chorzów in Polen. Ihren Namen hat sie erst in Frankfurt bekommen. Er ist eine Anspielung auf die Zoogeschichte, denn diesen Namen trug eben dieses erste Pinselohrschwein, das mit Grzimek nach Frankfurt kam. „Die beiden weiblichen Pinselohrscheine werden sich nach einer Eingewöhnungsphase die Anlage mit den Ostafrikanischen Bongos teilen, einer ebenfalls schön gezeichneten Antilopenart. Hierfür wurde das Gehege eigens umgebaut. Vor allem wurden kleinere Schieber eingesetzt, damit Schweine und Bongos auch mal voneinander getrennt werden können. Die Vergesellschaftung verschiedener Arten bringt Abwechslung in den Alltag der Tiere und auch die Besucherinnen und Besucher profitieren, denn es gibt mehr zu beobachten“, erklärt Zoodirektorin Dr. Christina Geiger. Pinselohrschweine (Potamochoerus porcus) sind sehr farbenprächtig. Ihr Fell leuchtet Mahagonirot. Den Kopf schmücken eine schwarz-weiße Maske, die namengebenden Ohrpinsel und Backenbärte. Der Rückenkamm ist weiß, Beine und Schwanzquaste sind schwarz. Die nachtaktiven Allesfresser sind vor allem in West- und Zentralafrika verbreitet. Dort leben sie in Regen- und Galeriewäldern, Trockenwäldern oder Feuchtsavannen. Die Art wird laut Roter Liste der Weltnaturschutz Union IUCN zwar als nicht gefährdet eingestuft, die Bestände in den Ursprungsländern nehmen aber, u.a. durch Bejagung, ab. Andere Schweinearten, für die die Frankfurter Pinselohrschweine eine Botschafterfunktion übernehmen sollen, sind deutlich schlechter dran: So ist beispielsweise das asiatische Pustelschwein durch den Verlust seines Lebensraumes, durch illegalen Holzeinschlag, Ausbreitung der Landwirtschaft sowie Brandrodungen, extrem bedroht. Um auf diese Bedrohung aufmerksam zu machen, wurde das Pustelschwein von der Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz e.V. (ZGAP) und ihren Partnern zum „Zootier des Jahres 2022“ gewählt (www.zootierdesjahres.de/).

Zoo Dresden 31.05.2022
Von Dresden nach Bolivien – Artenschutzarbeit für Aras im Zoo Dresden
Zum heutigen Welt-Papageien-Tag möchten wir unsere Aras im Zoo in den Fokus rücken und unser künftiges Engagement für den Artenschutz für die von uns gehaltenen Aras vorstellen. Papageien gehören zu den farbenprächtigsten und beliebtesten Vögeln in Zoos überhaupt. Die Aras im Zoo Dresden sind ein echtes Highlight für unsere Zoobesucher und sowohl optisch ein Hingucker als auch akustisch beeindruckend. Während in der Vergangenheit eine große Auswahl verschiedener Arten gehalten und präsentiert wurde, haben wir im vergangenen Jahr eine Umstellung im Bestand dieser südamerikanischen Großpapageien vorgenommen. Der Fokus liegt nunmehr auf der Schwarmhaltung einer Art, da dies dem natürlichen Verhalten dieser und generell der meisten Papageien entspricht. Die Wahl fiel auf den Rotohrara, eine kleine Art aus den trockenen Dornbusch- und Kakteensavannen im zentralen Bolivien. Die Art ist akut vom Aussterben bedroht und die Weltnaturschutzunion IUCN gibt den Bestand im Freiland mit weniger als 300 ausgewachsenen Tieren an. Der europäische Zooverband EAZA hat die Art daher auch als eine Prioritätsart für die künftige Haltung in Europa ausgewählt. In Deutschland halten derzeit nur drei weitere Zoos diese seltene Art. Zudem lebt ein Paar Blaulatzaras in der großen Flugvoliere. Optisch unterscheidet sich diese Art deutlich durch ihr blau-gelbes Federkleid von den rot-grünen Rotohraras. Mit nur 300 ausgewachsenen Tieren ist auch diese Papageienart akut vom Aussterben bedroht. Blaulatzaras bewohnen anders als die Rotohraras die eher tropischen, feuchten und saisonal überfluteten Baumsavannen im nördlichen Bolivien. Auch diese Art wurde von der EAZA als Prioritätsart für ein Zuchtprogramm in Europa festgelegt. Die Art wird derzeit in Deutschland in acht Zoos gehalten. Aktuelle Schätzungen sagen, dass etwa 1/3 der 350 bekannten Papageienarten in ihrem Wldbestand bedroht sind. Um auf diesen Zustand aufmerksam zu machen, wurde 2004 vom World Parrot Trust der Welt-Papageien-Tag ins Leben gerufen. Die Hauptursachen sind meist menschengemacht. So sind die Zerstörung und Umwandlung von Lebensräumen für urbane oder landwirtschaftliche Zwecke und der Wildtierhandel dabei die wichtigsten Einflussfaktoren. Wir haben uns daher entschieden, unser Artenschutzengagement auf diese Vogelarten auszuweiten. Nach Recherche und Rücksprache mit Kollegen aus anderen Zoos haben wir in der Asociación Armonía einen Projektpartner gefunden, der sich für den Erhalt der Vogelwelt in Bolvien einsetzt. Die Asociación Armonía ist eine NGO (Non-Government-Organisation), die in Zusammenarbeit mit der lokalen und indigenen Bevölkerung landesweit Programme zum Schutz von Wildtieren und Lebensräumen startet und durchführt. Das ausgegebene Ziel ist dabei die Harmonie (spanisch: Armonia) zwischen bedrohten Arten und Lebensräumen und den Menschen. Die Arbeit umfasst klassische Feldarbeit wie das Anbringen von Nisthilfen und Brutkästen und Forschung, Bildungs- und Aufklärungskampagnen in Medien und Schulen und die Etablierung alternativer Einnahmequellen für die Bevölkerung, um beispielsweise Wildtierhandel zu unterbinden. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Ökotourismus. Die Schaffung und Bewahrung großer Naturräume, die

Zoo Osnabrück 31.05.2022
Die herausfordernde Partnersuche der Feldhamster Nachzucht und Auswilderung für den Artenschutz im Zoo Osnabrück
Im Zoo Osnabrück werden vom Aussterben bedrohte Feldhamster für die Auswilderung gezüchtet. Die Verpaarung der kleinen Nager ist allerdings selbst für die Experten im Zoo Osnabrück eine Herausforderung, denn so harmlos wie sie aussehen, sind die flauschigen Einzelgänger nicht. Besucher können die Feldhamster auch an Pfingsten im „Unterirdischen Zoo“ entdecken. „Wenn ein Feldhamstermännchen in der Natur ein Weibchen für die Verpaarung sucht, ist das nicht immer ungefährlich“, erklärt Andreas Wulftange, Zoologische Leitung im Zoo Osnabrück. „Denn wenn die Weibchen keinen Besuch möchten, vertreiben sie ungebetene Gäste äußerst rabiat aus ihrem Nest.“ Der Biologe ist vor Ort im Zoo Osnabrück verantwortlich für ein Auswilderungsprojekt, das Feldhamster wieder in Deutschland ansiedeln möchte. „Wir kooperieren dafür mit dem Opel-Zoo in Kronberg, bei dem das Projekt angesiedelt ist“, erklärt Wulftange. Vergangenes Jahr kamen die ersten jungen Feldhamster zur Aufzucht in den Zoo Osnabrück. „Jetzt ist für uns die erste Paarungssaison, die in etwa von April bis Juli geht“, so Wulftange. Jeder Feldhamster hat ein eigenes Gehege, denn paarweise leben sie nicht gerne zusammen. Auch wenn Besucher einige der kleinen Nager im „Unterirdischen Zoo“ entdecken können, so liegt der Bereich zur Fortpflanzung und Auswilderung hinter den Kulissen, damit sich die Tiere nicht zu sehr an die Menschen gewöhnen. Den richtigen Zeitpunkt erkennen Die abgetrennte Lage hat auch für die Verantwortlichen Vorteile, denn so können sie das Verhalten der Tiere zur Paarungszeit ungestört beobachten. „Wir müssen genau erkennen, dass sich zwei Tiere verstehen, bevor wir sie zusammenlassen“, sagt Oliver Schüler, Tierpfleger und Revierleiter des „Unterirdischen Zoos“. „Wenn wir zwei Feldhamster einfach zusammensetzten, bestünde die Gefahr, dass sie sich angreifen und im schlimmsten Fall sogar töten.“ Um dem vorzubeugen, muss Schüler ganz genau beobachten, wie sich die Nager verhalten. „Wir haben extra eine zusammenhängende Anlage gebaut, in der sich die Feldhamster an einem sogenannten Schmusegitter kennenlernen. Hier können sie sich sehen und riechen, ohne dass es zum Konflikt kommen kann. Wenn sie gegenseitiges Interesse zeigen, lassen wir sie zusammen“, so Schüler. Interesse zeigen Feldhamster vor allem, indem sie sich interessiert beschnuppern und mit einem Genitalsekret einreiben. „Das ist eine Art Hamsterparfüm, mit dem sie ihre Paarungsbereitschaft signalisieren“, erklärt Schüler. Läuft die Zusammenführung gut, verbringen die Feldhamster in der Regel einen Tag und eine Nacht miteinander. „Nach der Paarung ist es mit der Zweisamkeit dann aber auch schnell wieder vorbei und die Konfliktgefahr steigt erneut“, erklärt Schüler. „Wir trennen sie deshalb wieder, denn auch in der Natur gehen die Tiere nach der Paarung schnell getrennte Wege.“ Nun heißt es: abwarten. Ob die Verpaarung geklappt hat, werden die Zoomitarbeiter nach Pfingsten erfahren, denn schon dann würden Jungtiere zur Welt kommen. Vom Aussterben bedroht Insgesamt leben im Zoo Osnabrück aktuell noch ein männlicher und drei weibliche Feldhamster, denn drei männliche und fünf weibliche Feldhamster sind letztes Wochenende zur Auswilderung nach Hessen gebracht worden. „Bis zu drei Tiere halten wir auch im ‚Unterirdischen Zoo‘, wo sie von unseren Besuchern entdeckt werden können. So vermitteln wir neben dem Artenschutz auch Wissen zu den Tieren, damit sie von den Menschen in der Natur erkannt und geschützt werden“, ergänzt Wulftange. Bei erfolgreicher Paarung bringt ein Weibchen nach einer Tragzeit von 20 Tagen vier bis sechs Jungtiere auf die Welt. Zum nächsten Frühjahr sollen dann erneut Feldhamster aus Osnabrück nach Hessen gebracht werden, wo sie von der Hessischen Naturschutzbehörde in ausgewiesenen Gebieten ausgewildert werden. Noch in den 1980er Jahren galten Feldhamster in Teilen Deutschlands als Plage und es wurden Prämien auf ihre Felle ausgesetzt. Heute sind sie laut Weltnaturschutzorganisation IUCN vom Aussterben bedroht und Auswilderungsprojekte zum Erhalt der seltenen Nager dringend notwendig. Wer die Feldhamster im Zoo Osnabrück besuchen möchte, entdeckt sie dort im „Unterirdischen Zoo“. Auch an Pfingsten hat der Zoo an allen Tagen wie üblich von 9 Uhr bis 18:30 Uhr geöffnet (letzter Einlass 17:30 Uhr). Wissenswertes über Feldhamster (Cricetus cricetus) Mit seinem bunten Fell ist der Feldhamster einzigartig unter den einheimischen Nagetieren. Feldhamster wachsen ihr Leben lang, werden bis zu 500 Gramm schwer und etwa vier Jahre alt. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Sibirien bis an den Rhein. In Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Österreich gibt es jedoch nur noch wenige isolierte Vorkommen. Weil Feldhamster große Vorräte für den Winterschlaf anlegen, wurden sie in Mitteleuropa intensiv verfolgt. Mittlerweile gelten Feldhamster laut Weltnaturschutzorganisation IUCN als vom Aussterben bedroht. Feldhamster sind Einzelgänger, die sich nur zur Paarung zusammentun. Ein- bis zweimal im Jahr bringen Weibchen nach einer Tragzeit von 20 Tagen vier bis sechs Junge zur Welt. Sie leben in selbstgebauten Erdhöhlen, ihre Nahrung suchen sie während der Nacht und in der Dämmerung oberirdisch.

Opel Zoo Kronberg 31.5.2022
Wildkatzen aus dem Opel-Zoo zur Freisetzung übergeben Begleitung durch Forschungsteam der Justus-Liebig-Universität Gießen
Zwei männliche Wildkatzen aus dem Opel-Zoo sind in den letzten Tagen zur Wiederansiedelung ins hessische Freiland gebracht worden. Die beiden Tiere kamen als sechs Wochen alte Fundkatzen Anfang September 2021 in den Opel-Zoo nach Kronberg im Taunus, wo sie seitdem versorgt wurden. Wie bereits in den beiden vorangegangenen Jahren wird die Freisetzung der Tiere aus dem Opel-Zoo von Wildbiologinnen und -biologen sowie Tierärzten und Tierärztinnen der AG Wildtierforschung der Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) wissenschaftlich begleitet. Sie statteten die Kater mit modernsten GPS-Senderhalsbändern aus, um den Erfolg einer Wiederansiedlung von im Zoo aufgezogenen Wildkatzen zu untersuchen. Mitte Mai wurden die Tiere in das Übergangsgehege des Forstamts Weilrod gebracht. Dort wurde jeglicher Kontakt zu Menschen vermieden, der über eine Fütterung hinausgeht. Nun haben die Wildkatzen die Möglichkeit, ihr Gehege zu verlassen und in die umliegenden Wälder zu ziehen. Anfangs wird ihnen dann durch das Forstamt Weilrod noch Futter bereitgestellt; in früheren Jahren im Rahmen des Projekts ausgewilderte Wildkatzen waren dann aber nicht mehr zum Fressen zurückgekehrt, sie konnten sich offensichtlich selbständig ernähren. Die Bewegungen der freigesetzten Tiere werden von den Wissenschaftlern der JLU anhand der Standortdaten beobachtet und analysiert. Die Wildkatze ist eine geschützte Art und darf nicht einfach aus ihrem Lebensraum entfernt werden. „Leider passiert es oft, dass aufgefundene Wildkatzenjunge fälschlicherweise als verlassen und mutterlos wahrgenommen werden, obwohl das Muttertier nur kurz auf Jagd ist oder sich sogar in nächster Nähe befindet“, sagt Teresa Nava von der AG Wildtierforschung an der JLU. „Auch wenn sichergestellt werden kann, dass das Muttertier nicht zurückkehrt, dürfen verwaiste Jungkatzen nur mit entsprechender professioneller Begleitung aufgenommen werden.“ Eine anschließende Aufzucht und Freisetzung sind sehr aufwändig. Zootierärztin Dr. Uta Westerhüs aus dem Opel-Zoo ergänzt: „Damit die Wildkatzen nach ihrer Zeit in menschlicher Obhut auch im Freiland gut zurechtkommen, ist in der Tierpflege einiges zu beachten. Im Opel-Zoo haben wir bereits zahlreiche Fundtiere erfolgreich versorgt und aufgezogen, die später wieder ausgewildert wurden.“ Über die Erfolgschancen dieser Tiere im Freiland soll das laufende Forschungsprojekt der JLU Auskunft geben. Es findet im Zuge des Projekts „Raumnutzungsverhalten der Wildkatze im Waldgebiet Hörre als Grundlage für die Raum- und Verbundplanung“ der AG Wildtierforschung der Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische der JLU statt. Hier werden in Kooperation mit dem Landesverband Hessen des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sowie mit dem Institut für Tierökologie und Naturbildung Laubach und mit Unterstützung des Forstamts Wetzlar bereits seit Anfang 2020 Wildkatzen im Lahn-Dill-Kreis mit einem GPS-Halsband ausgestattet und telemetrisch verfolgt. Auch das Forstamt Weilrod ist als Kooperationspartner maßgeblich an dem Projekt beteiligt. Das Forschungsprojekt wird vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) aus dem Hessischen Biodiversitätsforschungsfonds gefördert. Da die gewonnenen Daten eine wichtige Grundlage für die zukünftige Raum- und Verbundplanung darstellen, beteiligt sich auch das Regierungspräsidium Gießen mit Mitteln aus der Biodiversitätsstrategie des Landes Hessen.

Zoo Hoyerswerda 30.05.2022
Fischotterweibchen Fibi verstorben
Das Eurasische Fischotterweibchen Fibi im Zoo Hoyerswerda ist verstorben. Das gesamte Zoo-Team ist tief betroffen über diesen Verlust. Sie musste letzte Woche nach intensiver Abwägung mit dem behandelnden Tierarzt aufgrund einer Herzerkrankung eingeschläfert werden. Fibi war seit letztem Herbst in intensiver tierärztlicher Behandlung und erhielt eine spezielle Medikation. In den vergangenen Tagen verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand jedoch zunehmend. Die Fischotter-Dame zeigte weder Appetit noch Bewegungsdrang. Nachdem erste medizinische Maßnahmen keine Besserung zeigten, wurde sie vergangenen Montag eingeschläfert. Fibi kam als Findling am zweiten Weihnachtsfeiertag 2007 in den Zoo Hoyerswerda. Aufgewachsen ist sie nicht nur im Zoo, sondern auch bei Tierpflegerin Gisela Kößler. Sie betreute die kleine Otterdame 24 Stunden am Tag. Dort wuchs sie mit dem damaligen Familienhund auf, hatte damit einen Spielpartner gefunden und schaute sich auch das Apportieren ab. Dies und ihre Neugier behielt Fibi auch im Zoo Hoyerswerda bei und brachte gern Stöckchen oder schmuste mit ihren Tierflegerinnen. „Fibi war eine ganz besondere, sie suchte gern die Nähe zu uns Pfleger*innen und spielte gern. Ihr Verlust schmerzt sehr. Im Raubtierrevier ist so eine enge Bindung nicht mit allen Tieren möglich“, erzählt Tierpflegerin Saskia Schroll. Mit ihren fast fünfzehn Jahren gehörte Fibi zu den ältesten Fischottern, die in den europäischen Zoos leben. Trotz dieses Alters konnte Sie die Besucher*innen des Zoo bis zu Letzt mit ihrer quirligen Art begeistern. Fibis Partner Baltazar orientierte sich sehr an ihr. Damit er nicht lang ohne Gesellschaft bleiben muss, wird sich nach einer geeigneten Partnerin umgeschaut.

Tierpark Hagenbeck Hamburg 30.05.2022
Tigerbabys bei Hagenbeck Zwei Jungtiere vor den Augen der Besucher gesäugt
Für die Besucher war es eine riesengroße Überraschung, als Tigerdame Maruschka am vergangenen Freitag plötzlich zwei muntere Tigerbabys in ihrer Anlage säugte. Normalerweise gebären Raubkatzen ihren Nachwuchs im Schutz der Nacht. Auch die elf Jahre alte Tigerdame hätte ihre Jungtigere nachts im ungestörten Innenbereich zur Welt bringen können, doch sie entschied sich, die Kätzchen auf der Außenanlage zu bekommen. „Um jede Gefahr von den Jungkatzen abzuwenden, haben wir versucht, Maruschka mit einem Huhn in den sicheren Innenbereich ihrer Anlage zu locken. Hier kann sie ihre Babys in Ruhe säugen. Gerade der große Wassergraben ist für die noch blinden Jungtiere sehr gefährlich“, weiß Dr. Guido Westhoff, Zoologischer Direktor bei Hagenbeck. Die kommenden Wochen wird Maruschka mit ihrem Nachwuchs noch im Innengehege verbringen und für die Besucher nicht zu sehen sein. Erst wenn die Jungtiere stabil genug sind, geht es für ausgiebige Erkundungsgänge in das kleinere und speziell auf Jungtiere angepasste Mutter-Kind-Gehege. „Über den Nachwuchs freuen wir uns außerordentlich. Yasha und Maruschka haben bei Hagenbeck bereits zum zweiten Mal erfolgreich für Nachwuchs gesorgt. Für die Arterhaltung dieser seltenen Tiere ist die Zucht innerhalb des EEP von großer Wichtigkeit. Hagenbeck beteiligt sich bereits seit Jahrzehnten am europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP)“, so Dr. Michael Flügger, Tierarzt und Säugetierkurator bei Hagenbeck. „Für unsere Besucher freue ich mich sehr, dass wir ihnen in rund sechs bis acht Wochen Tigerjungtiere auf der Anlage präsentieren können. Nachwuchs ist ja auch immer eine Bestätigung und der Erfolg guter Haltung und guter Pflege der Tiere“, so Dr. Dirk Albrecht, Tierpark Geschäftsführer. Den letzten Tigernachwuchs gab es 2017 im Tierpark Hagenbeck. Damals brachte Maruschka vier gesunde Tigerjungtiere auf die Welt, die heute in verschiedenen Zoos in Europa leben.

Zoo Krefeld 30.05.2022
Beginn der Bauarbeiten am Schimpansen-Außenbereich – Baustart ist ein wichtiger Meilenstein zum „ArtenschutzZentrum AffenPark“
Der Bagger für den Bau des Außengeheges von Bally und Limbo rollt. Der Baustart markiert gleichzeitig den Baubeginn des „ArtenschutzZentrums Affenpark“ im Zoo Krefeld, denn noch in diesem Sommer soll als Bauabschnitt 0 die Erweiterung des GorillaGarten erfolgen. Für das Schimpansen-Außengehege liegen seit Dezember 2021 Baugenehmigung und Planung vor. Durch den Ukraine-Krieg unterbrochene Lieferketten für Baumaterialien wie Stahl, Stahlnetze und Palisadenhölzer machten langwierige Nachverhandlungen mit den ausführenden Firmen notwendig und verzögerten den Baubeginn um Monate. Nun sollen die Bauarbeiten an diesem vorübergehenden Außengehege für die beiden Schimpansen zügig durchgeführt werden. Zunächst werden für die Holz-Palisadenwand und die Netzkonstruktion Fundamente ausgehoben und gegossen. Nach einer circa vierwöchigen Aushärtung des Betons wird die Wand errichtet. Aufgrund der Stärke und Geschicklichkeit von Schimpansen wird das Gehege von einer Stahlnetz-Konstruktion abgedeckt, die von einer Schweizer Spezialfirma angefertigt und montiert wird. Die Bauphase wird etwa zehn Wochen dauern. Bei den Planungen berücksichtigte der Zoo, dass die Außenanlage nach dem Umzug der Schimpansen in ihr neues Haus langfristig gesehen auch von den Gorillas genutzt werden kann. Dies bedeutet zwar eine Preissteigerung um etwa 70.000 Euro, aber macht die Gesamtinvestition von 395.000 Euro sinnvoll. Für die Gorillas mussten Besonderheiten wie der Einbau von Stahlschiebern und stabilen Kletterbäumen berücksichtigt werden. Derweil sind die Vorplanungen für das neue Schimpansen-und Gorilla-Warmhaus mit zwei Außenanlagen (Bauabschnitt 1) fast abgeschlossen. Der Bauantrag wird im Sommer gestellt. Aufgrund des finanziellen Volumens von rund zehn Millionen Euro wird die Ausschreibung für diesen Bauabschnitt europaweit erfolgen. Ein Beginn der Arbeiten ist für 2023 geplant.

Zoo Innsbruck 30.05.2022
60 Jahre Alpenzoo – „Trinken für den Artenschutz“
der Alpenzoo feiert bekanntlich heuer seinen 60. Geburtstag. Nachdem vor kurzem der streng limitierte Geburtstagswein vom Alpenzoo präsentiert wurde, kommt jetzt der Geburtstagsschnaps. In Zusammenarbeit mit der Firma AlpPine Spirits GmbH gibt es eine Jubiläumsabfüllung des handgefertigten Latschenkieferlikörs. Sämtliche Zapfen des Latschenlikörs werden oberhalb des Alpenzoos auf der Innsbrucker Nordkette gesammelt und danach direkt händisch verarbeitet. Ganz unter dem Motto „Trinken für den Artenschutz“ soll mit dieser Sonderabfüllung die Artenschutzarbeit vom Alpenzoo unterstützt werden, indem 10% des Verkaufserlöses in die Natur- und Artenschutzprojekte fließen. Passend dazu übernahm die AlpPine Spirits GmbH auch die Patenschaft für den Tannenhäher.

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