Zoopresseschau

Zoo Hoyerswerda 29.01.2021
Inventur 2020: Das große Zählen im Zoo Hoyerswerda – Erfolgsnachzucht und possierliche Frackträger
Der Zoo Hoyerswerda blickt auf ein erfolgreiches Zuchtjahr 2020 zurück. Bei 21 von 120 Arten gab es Nachwuchs. Insgesamt leben derzeit 910 Individuen im Zoo Hoyerswerda. Das hat die diesjährige Inventur ergeben, bei der die Mitarbeiter in den vergangenen Wochen alle Zoobewohner unter die Lupe genommen und statistisch erfasst haben. Dabei wird auch gemessen, gewogen und der Gesundheitszustand der tierischen Bewohner überprüft. Im Vergleich zum Jahr 2019 sind es drei Arten weniger und 114 Individuen mehr im Zoo Hoyerswerda. „Das liegt vor allem an den erfolgreichen Nachzuchten im vergangenen Jahr und auch am Zugang der zehnköpfigen Humboldt-Pinguingruppe“, erklärt Eugène Bruins. Leopardenjungtier Nala war die Erfolgsnachzucht im Zoo Hoyerswerda. Das China Leopardenmädchen war die einzige Nachzucht diese Art im vergangenen Jahr in Deutschland. Aber auch bei den Südlichen Kugelgürteltieren Gwendolyn & Günther sowie beim Baumstachlerpärchen Mandy & Monty gab es Nachwuchs. Beides Arten die überhaupt erst seit 2019 im Zoo Hoyerswerda leben. Weitere Nachzuchten gab es unter anderem bei den Bennett-Kängurus. Drei kleine Hüpfer hatten die Kängurudamen des Zoos im Beutel. Genauso lebhaft war das Geschwisterpärchen bei den Erdmännchen. Gleich mehrfachen Nachwuchs gab es bei den Felsenhörnchen (9), Igeltanreks (6) und Steinkäuzen (6). Jungtiere zogen auch auf die Mandschurenkranichen (2), Steinböcken (3), Totenkopfaffen (1), Afrikanischen Zwergziegen (4), Ouessantschafe (3), Schönhörnchen (2), Tropenhausvögel (3), Königspythons (4), Sinaloa Milchschlange (1), Riesenlaubfröschen (sehr viele) und Hühnern. Viele der Nachzuchten bereichern nun andere Zoos. So leben beispielsweise auch die zwei Mandschurenkraniche in Tschechien und Deutschland und die drei Kängurus sind innerhalb Sachsens umgezogen. „Aber auch Nachzuchten, die noch bei uns im Zoo leben, haben bereits ein Zuhause, wenn sie dann erwachsen sind. Wie der Steinbock-Bock zieht nach Österreich und seine Schwestern bleiben in Deutschland“, sagt Eugène Bruins. Neue Partnerinnen haben das Schneeeulen-Männchen Harry und Kolkrabe Krabat bekommen und für die Mongolische Steinadler-Dame Tshari gab es ebenfalls einen neuen Partner. Leider gab es 2020 auch einige Abgänge zu verzeichnen. So betrauert der Zoo unter anderem den Verlust einer Rappenantilope, Esel Sternchen und Schneeeulen-Dame Hedwig. Alle haben im Zoo Hoyerswerda ihren Lebensabend verbracht. In 2020 ist auch baulich im Zoo Hoyerswerdas einiges passiert. Im Mai konnte China Leoparden-Männchen San seine neue großzügige Anlage beziehen. Ein Bau, der ohne zahlreiche Großsponsoren und privaten Spendern nicht möglich gewesen wäre. Genauso wie die Sanierung und Neugestaltung der Pinguin-Anlage. Komplett neu im Zoo ist die durch den Sächsischen Mitmachfonds geförderte Insektenlounge. Sie bietet zahlreichen heimischen Insektenarten ein Zuhause. Auch ein Dinosaurier ist im Zoo Hoyerswerda eingezogen. Die naturgetreue Plastik steht in der Anlage von Emu-Hilde und den Bennett-Kängurus und hat neben Emu Hilde eine wichtige pädagogische Rolle. Sie erklärt, dass es immer noch Dinos auf der Welt gibt: nämlich die Vögel. Für den Naturschutz hat sich der Zoo Hoyerswerda auch im vergangenen Jahr stark gemacht. So kann die Naturschutzstation Neschwitz wieder mit einer Spende unterstützt werden. Der Zoo beteiligte sich als Bronze-Förderer an der Kampagne Zootier des Jahres. Außerdem sind vier Hoyerswerdaer Steinkauz-Jungtiere Teil eines Auswilderungsprojektes im Naturschutzpark Nuthe-Nieplitz in Brandenburg. Für die Zooschule war das Jahr 2020 ein Jahr der Einschränkungen. Trotzdem nutzen insgesamt 1.544 Besucher die Bildungs- und Privatangebote, wie Kindergeburtstag und Führungen. Im September startete mit acht Kindern die zweite Gruppe der Zoo-AG, die Zoo-Teens. Die Zoo-Kids und Zoo-Teens lernen innerhalb der Zoo-AG alles über die heimische und exotische Flora und Fauna. Hauptprojekte sind Ökozoonien ein Platz für heimische Vögel, Amphiben und Kleinsäugern mit Nist- und Unterschlupfmöglichkeiten und die Insektenlounge. Ausblick auf 2021: Vergrößerung der Serval-Anlage. An der Neugestaltung der Serval-Anlage wird seit Dezember 2020 gearbeitet. Die beiden kleinen Raubkatzen erhalten ein größeres Areal. Ihre jetzige Anlage wird nach vorn hin fast um das doppelte vergrößert und erhält ein Badebecken. Neue Voliere für das Kolkrabenpärchen. Die Bauarbeiten für die neue Voliere haben ebenfalls im Dezember schon begonnen. Die Anlage entsteht auf dem ehemaligen Areal der Kolkraben und des Rosakakadus in der Fasanerie. Mit einem Rohrstecksystem und Volieren-Netz wird das neue Zuhause der Raben dreimal so groß sein wie die bisherige Anlage.
Tierpark und Tropen-Aquarium Hagenbeck 29.01.2021
Zuchtpaar der Nordchinesischen Leoparden vereint
Der Nordchinesische Leopard ist eine der am stärksten gefährdeten Leoparden-Unterarten weltweit. Als Koordinator des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) für diese Leopardenart verantwortet Hagenbecks Zootierarzt Dr. Michael Flügger die Zucht dieser Tiere in den europäischen Zoos und hilft so, die seltenen Raubkatzen zu erhalten. Da die meisten Leoparden dieses Zuchtprogramms miteinander verwandt sind, machte sich Flügger auf die Suche nach blutsfremden Tieren und wurde nach über zehn Jahren jetzt in Korea fündig. „Unser Zuchtprogramm für diese Unterart ist das einzige weltweit. Deshalb war ich sehr glücklich, mit Bum-I ein neunjähriges Männchen zu finden, das im Oktober 2020 im Tierpark ankam.“ Mit Naoli, einem zweijährigen Weibchen aus dem französischen Thoiry, das am 12. Dezember 2020 in den Tierpark Hagenbeck umsiedelte, ist das neue Leoparden-Traumpaar jetzt perfekt. Für eine sanfte Eingewöhnung verbrachte die junge Katze die ersten Wochen allein im kleineren Mutter-Kind-Bereich, bevor sie ins große Gehege umzog. Kater Bum-i verbrachte diese Zeit nebenan erst im großen und dann im kleinen Gehege. Auf diese Weise konnten sich beide Raubkatzen sehen, hören und riechen und so langsam aneinander gewöhnen. „Naoli ist ein sehr schüchternes Weibchen und sollte sich im Gehege erst soweit zurechtfinden, damit sie den Annäherungsversuchen Bum-is aus dem Weg gehen konnte“, erklärt Reviertierpfleger Volker Friedrich die Strategie der Zusammenführung. Anfang des Jahres war es dann soweit: Die beiden Nordchinesischen Leoparden trafen zum ersten Mal aufeinander, und Bum-verpasste Naoli erwartungsgemäß ein paar Prankenhiebe auf die Nase, um zu demonstrieren, wer das Sagen hat. „Für Raubkatzen eine normale Reaktion, auf die wir vorbereitet waren“, so Dr. Flügger, „spätestens, wenn die Katze rollig wird, kommen sie sich näher.“ Nach einer erfolgreichen Paarung bringt die Leopardin nach einer kurzen Tragzeit von 90 bis 105 Tagen meist zwei bis vier Jungtiere auf die Welt. Jetzt heißt es warten.

Zoo Osnabrück 28.01.2021
Erste Tiergeburt des Jahres im Zoo Osnabrück – Kirk-Dikdik Weibchen Nyah kam Anfang Januar zur Welt
Die erste Tiergeburt des Jahres 2021 gab es im Zoo Osnabrück bei den Kirk-Dikdiks, eine der kleinsten Antilopenarten der Welt. Das kleine Säugetier ist ein Weibchen und hat auch schon einen Namen bekommen. Besucher werden sich leider noch gedulden müssen, bis sie das flinke Jungtier zu Gesicht bekommen. Denn der Zoo Osnabrück muss weiter geschlossen bleiben und ist nach wie vor für die Versorgung seiner Tiere auf Hilfe angewiesen. Ein Weg, den Zoo und auch seine neueste Bewohnerin zu unterstützen, ist die Jahreskarte 2021 schon jetzt zu erwerben, die bis zum 1. April 2022 gültig ist. Spätestens im April 2021 hofft der Zoo wieder Besucher empfangen zu dürfen. Mit etwas Glück können sie dann das junge Kirk-Dikdik Weibchen beobachten, das am 6. Januar zur Welt kam. „Kirk-Dikdiks gehören mit einer Schulterhöhe von bis zu 40 Zentimetern zu den kleinsten Vertretern der Antilopen“, erklärt Andreas Wulftange, zoologische Leitung im Zoo Osnabrück. „Sie haben eine braune Fellfarbe und ganz kleine Hörner, die sogar kürzer als ihre Ohren sind. Eine Besonderheit ist ihr Sozialverhalten: Denn im Gegensatz zu vielen anderen Säugetieren leben Kirk-Dikdiks monogam und bleiben in der Regel ein Leben lang als Paar zusammen.“ Das Pärchen im Zoo Osnabrück hatte bereits im vergangenen Juli ein männliches Jungtier bekommen. Dass nun bereits eine weitere Geburt folgte, hat den Zoo zunächst vor eine Herausforderung gestellt. „In der Natur werden Jungtiere nach etwa acht bis neun Monaten von ihren Eltern entwöhnt und müssen das Zuhause verlassen. Im Zoo geben wir sie zu diesem Zeitpunkt an einen anderen Zoo ab. Allerdings warten wir zurzeit auf eine Empfehlung des europäischen Zuchtprogramms, in welchem Zoo das Männchen am besten aufgehoben ist. Deshalb ist es noch bei seiner Familie und wir beobachten jetzt ganz genau, ob es auch mit dem neuen Nachwuchs weiterhin von seinen Eltern akzeptiert wird. Bisher verträgt sich die Gruppe glücklicherweise weiterhin sehr gut,“ so Wulftange. Harmonische Kirk-Dikdik-Familie – Auch bei den Tierpflegern sorgt die Harmonie in der Gruppe für Erleichterung. „Wir haben hier jetzt eine kleine Kirk-Dikdik Familie im Zoo“ freut sich Kerstin Seifert, Revierleiterin und Tierpflegerin im Zoo Osnabrück. „Mit der Geburt des Weibchens im Januar hatten wir erst die Sorge, dass das ältere Männchen weiter bei der Mutter trinken möchte und die Kleine nicht genug abbekommt, aber das ist zum Glück nicht passiert. Das Neugeborene trinkt ganz ohne brüderliche Konkurrenz und ist wohl auf. Wir haben ihr den Namen ‚Nyah‘ gegeben. Das bedeutet ‚kleine Schwester‘ und erschien uns sehr passend. Denn so häufig gibt es bei Kirk-Dikdiks schließlich keine Geschwister, die zusammen bei ihren Eltern leben.“ Kirk-Dikdiks sind sogenannte Ableger, das heißt, dass sie die ersten zwei Wochen an einer Stelle liegen bleiben und dort von der Mutter gesäugt werden. Aber Nyah ist recht munter und erkundet auch schon gerne ihre Umgebung. Aktuell sind die kleinen Antilopen in ihrem Winterquartier, das in Hanglage unterhalb des Löwenbereichs liegt, wie Kerstin Seifert erklärt: „Wir haben dort ein Gehege mit einer Art Wintergarten. Im Winter ist das ideal für unsere Kirk-Dikdiks, denn draußen ist es ihnen zu kalt. Drinnen können wir es ihnen schön warm machen und sie bekommen dort auch viel Tageslicht. Allerdings können Besucher dort nicht hinunter, die Tiere leben aktuell sozusagen hinter den Kulissen.“ Wenn im Frühjahr die Besucher zurück in den Zoo dürfen, können sie die Kirk-Dikdiks in ihrer Außenanlage beobachten. Bis dahin benötigt der Zoo jedoch weiterhin Unterstützung. Denn ohne Eintrittsgelder fehlen die wichtigen Einnahmen, um die Tiere weiterhin versorgen zu können. Unter www.zoo-osnabrueck.de kann weiterhin für den Zoo gespendet oder auch die verlängerte Jahreskarte 2021 erworben werden.

Tierpark Gotha 28.01.2021
Mit tapsigen Schritten in eine neue Welt – Leoparden-Zwillinge aus dem Tierpark Gotha erkunden die Außenanlage
Der Leopardennachwuchs aus dem Gothaer Tierpark hat in den vergangenen Tagen die ersten Schritte im Freigehege gewagt. Nach der erfolgreichen zweiten Impfung im Dezember dürfen sie hier nun gemeinsam mit ihrer Mutter Sunny auf Entdeckungstour gehen und das für sie neue Gelände erkunden. Die scheuen Raubkatzen haben ordentlich an Größe und Gewicht zugelegt und sind durch ihr dickes Fell gut gegen die derzeitigen Temperaturen geschützt. Natürlich können sie sich auch jederzeit in ihre gemütliche Höhle zurückziehen. Derzeit nutzen sie noch jede mögliche Deckung, um sich vor den Blicken der Pfleger zu verstecken. Bis zur Wiederöffnung des Tierparks haben sie dann möglicherweise genug Mut gefasst, um von den Besuchern mit etwas Geduld beim Spielen und Toben beobachtet zu werden. Der Tierpark Gotha bleibt aufgrund der Thüringer Verordnung zur teilweisen weiteren Verschärfung außerordentlicher Sondermaßnahmen zur Eindämmung einer sprunghaften Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 und gefährlicher Mutationen (vom 25. Januar 2021) weiterhin vorübergehend geschlossen.

Tiergarten Nürnberg 28.01.2021
Bilanz 2020: Tiergarten in Zeiten von Corona
Auch für den Tiergarten der Stadt Nürnberg endete das Jahr 2020 mit wirtschaftlichen Einbußen und einem deutlichen Rückgang bei den Besuchen. Die insgesamt viermonatige (115 Kalendertage) Schließung mit je zwei Monaten im Frühjahr und im Winter infolge derPandemie brachte den städtischen Zoo in eine angespannte Situation, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter forderte. Großen Rückhalt erfuhr der Tiergarten vom Verein der Tiergartenfreunde Nürnberg e.V. Die Zahl der Mitgliedschaften entwickelte sich sehr erfreulich wie auch die Unterstützung durch die Tierpatenschaften. Bundesweite Aufmerksamkeit erreichte der Tiergarten Nürnberg durch die von Tiergartendirektor Dr. Dag Encke angestoßene Debatte um das mögliche Töten von Tieren im Rahmen des Populationsmanagements. Die Medien richteten ihren Fokus auf den Umgang mit dem möglicherweise unfruchtbaren Asiatischen Löwen Subali. COVID-19 Zum Schutz vor Ansteckung mit dem Corona-Virus ergriff der Tiergarten Nürnberg nach der ersten Schließung ab dem 11.Mai umfangreiche Hygieneanstrengungen wie auch Maßnahmen, um die Besucherströme zu kanalisieren. Bis 22. Juni war die maximale gleichzeitige Besucherzahl auf 3 250 Gäste begrenzt, danach wurde sie auf 6 500 (laufende Zählung) verdoppelt. Um Wartezeiten zuvermeiden, wurde die Anzahl der Besucherinnen und Besucher stets aktuell auf der Internetseite des Tiergartens veröffentlicht. Die coronainduzierten Kosten, etwa für die Anschaffung von Leitgittern und Vorrichtungen zum Schutz der Mitarbeitenden sowie die Kosten für zusätzliches Kontrollpersonal belaufen sich mit Stand 18. Januar 2021 auf 128 000 Euro. Zum 1. Juli führte der Tiergarten einen Online-Ticketverkauf ein. Die Eintrittskarten und Gutscheine für den Tiergarten können über die Internetseite des Tiergartens unter tiergarten.nuernberg.de erworben werden. Bis Ende 2020 gingen insgesamt 16 520 Bestellungen über den Onlineshop ein. Besucher-und Geschäftszahlen Im abgelaufenen Jahr verzeichnete der Tiergarten Nürnberg 803 528 Besuche und damit einen Rückgang von einem Drittel (34 Prozent) gegenüber dem Vorjahr (1,22 Millionen Besuche im Jahr 2019). Das Umsatzminus beläuft sich im Jahresvergleich auf 3,3 Millionen Euro. Im Jahr 2020 belief sich der Jahresertrag auf 7,27 Millionen Euro (2019: 11,73 Millionen Euro, Stand: 27. Januar 2021). Entstanden ist das Minus durch Eintrittsausfälle (2,8 Millionen Euro), entgangene Pachteinnahmen (240 000 Euro) und Vermietungen (107 000 Euro) wie auch fehlende Zootouren (229 000 Euro). Das Spendenaufkommen betrug 2020 gut 1,1 Millionen Euro und wurde vor allem durch einen großen Nachlass getragen. Einen bedeutenden wirtschaftlichen Rückhalt stellt der Verein der Tiergartenfreunde Nürnberg e.V. dar. Dieser konntezum Jahresende 2020 insgesamt 4 572 Mitgliedschaften (2019: 4 113) und damit ein Plus von zehn Prozent zählen. Hinter einer Mehrfach-Mitgliedschaft (Familien) stehen gemittelt 3,5 Menschen, sodass rein rechnerisch gut 10 750 Menschen den Tiergarten und seine Arbeit fördern. 2020 verzeichnete der Verein mit 669 Neueintritten einen Rekordwert. Im vergangenen Jahr konnte durch insgesamt 1 233 Tierpaten (2019: 917) eine Spendensumme von 203 571 Euro (2019: 161 551 Euro) eingesammelt und damit ein Zuwachs von 20,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielt werden. Tierbestand und Artenschutz Der Tierbestand erreichte 2020 zum Jahresende 6 824 Tiere (2019: 6 414) aus 310 Arten (2019: 320), davon 232 Wirbeltierarten (2019: 239) mit 2 708 Individuen (2019: 2 982). Zu den bedeutenden Veränderungen im Tierbestand zählen die Geburt des zweiten Gorilla-Jungtiers, die ersten Geburten bei den Kulanen seit acht Jahren, der Zugang eines Moschustieres aus dem Zoo Leipzig, zweier Kronenmakis, sowie der Zugang eines jungen Harpyien-Paars aus einer Zuchtstation in Brasilien. Freud und Leid liegen jedochauch bei der Haltung von Tieren oft dicht beieinander, so sind im vergangenen Jahr auch einige Charaktertiere des Tiergartens gestorben. Dazu gehört das Flachlandtapir-Weibchen Daisy, das im Mai 2020 mit 38 Jahren als ältester Flachlandtapir in europäischen Zoos verstarb. Mit Daisy endet die Haltung dieser Tierart im Tiergarten Nürnberg, ihr Partner wird demnächst im Rahmen des Erhaltungszuchtprogramms an einen anderen Zoo abgegeben. Ebenfalls zu Todesfällen zählen die beiden Hirscheber, die erst Ende 2019in den Tiergarten gekommen sind. Beide Tiere starben innerhalt sehr kurzer Zeit an einer bakteriellen Infektion. Zukünftig werden aber wieder Hirscheber im Tiergarten gehalten werden. Mit dem 37-jährigen Großen Tümmler Anke und dem 1976 in Kamerun geborenen Gorillaweibchen Lena verstarben 2020 weitere Charaktertiere des Tiergartens. Am 13. Oktober 2020 brachte Gorillaweibchen Louna ihren Sohn Akono zur Welt. Die Gorillagruppe um den Silberrücken Thomas harmoniert sehr gut. Außerdem hat der Tiergarten Nürnberg bis Frühjahr 2020 seine Gorillaaußenanlage komplett saniert und für die Gorillagruppe wie auch die Berberaffen wieder geöffnet. Besonders der Ende 2019 geborene Gorilla Kato wurde hier zu einem der Besucherlieblinge schlechthin. 2020 schloss der Tiergarten den Umbau der Anlage für Mendesantilopen und Somaliwildesel ab und vergesellschaftete die beiden Arten im November. In der umgebauten Anlage leben nun beide Arten auf einer weitläufigen Fläche mit neuem Unterstand und neu angelegtem Wasserlauf. Vor allem der unmittelbare Zugang für die Besucherinnen und Besucher zu den Wüstentieren ist neu. Ermöglicht wurde er durch eine Schranke über die Kleinbahnstrecke. Direkt vor einer Besucherplattform wurde ein für die Tiere zugänglicher Teich angelegt. Die neue Anlage greift das Thema Wüste des Wüstenhauses auf, in dessen Außenanlagen ein paar Streifenwiesel, eine nur sehr selten in Zoos gehaltene Art, gezogen sind. Ganz passend zur Wüste, quasi als eine Art „Oase“, wurde an der Anlage ein neuer Rastplatz mit Sandkasten als weiterer Spielplatz für Kleinkinder im Tiergartengelände angelegt. Kronenmakis kamen als neue Tierart in den Tiergarten und die erste Nachzucht wurde verbucht. Mit der Haltung dieser bedrohten Lemurenart möchte der Tiergarten auch auf die prekäre Situation der Tierart auf Madagaskar aufmerksam machen. Denn rund 30 Prozent der nur dort lebenden Lemuren werden als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft. Der Tiergarten hält Harpyien. Allerdings ist die Verpaarung von Harpyien sehr kompliziert. Umso erfreulicher ist es, dass das Weibchen Evita sich gut mit seinem Partner Jorge versteht und im April und im Oktober insgesamt drei Eier gelegt hat. Diese waren jedoch leider alle unbefruchtet. Das Gelege im April war das erste Gelege seit 18 Jahren im Tiergarten Nürnberg. Dennoch ist es ein sehr großer tierpflegerischer Erfolg, dass das Paar überhaupt gebrütet hat. Dies lässt hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Zum Aufbau eines internationalen Zuchtprogramms für die durch den massiven Verlust des Lebensraums immer stärker in Bedrängnis geratenen Habichtartigen gab der Tiergarten im vergangenen Jahr ein Männchen in eine Zuchtstation in Ecuador ab und erhielt im Gegenzug ein junges Pärchen aus einer brasilianischen Zuchtstation. Der Tiergarten engagiert sich in der in-situ Forschung an Harpyien in Brasilien zum Thema Genetik. In Kooperation mit der Universität Gießen forscht der Tiergarten an der künstlichen Besamung von Harpyien. Coronabedingt fanden weniger Tiertransporte sowohl bei den Zu-, als auch Abgängen statt. Besonders internationale Transporte im Rahmen von Erhaltungszuchtprogrammen waren von den Restriktionen durch das Virus betroffen. Die durchgeführten Transporte bedurften zum Teil mehrmonatiger Vorbereitungen mit zahlreichen kurzfristigen Änderungen. Lokale Artenschutzprojekte Beim Artenschutz vor der Haustür sind eine FeuersalamanderRettungsaktion für die Obere Naturschutzbehörde Oberfranken zu nennen. Dabei geht es um die Bekämpfung des Pilzes Bsal, einer tödlichen Tierseuche, die erstmalig im Steigerwald festgestellt wurde. Die ersten Feuersalamander befinden sich bereits im Tiergarten, zukünftig soll im Rahmen eines großenGemeinschaftsprojekts unter Einbeziehung auch privater Tierhalter und mehrerer Universitäten eine Erhaltungszucht in menschlicher Obhut für diese Tierart aufgebaut werden. In der Metropolregion Nürnberg hat der Tiergarten erstmalig am Schmausenbuck geschlüpfte Habichtskäuze in ein Auswilderungsprojekt im Naturpark Steinwald abgegeben. Geografisch etwas weiter weg liegt ein Wiederansiedelungsprojekt für Europäische Sumpfschildkröten, an dem sich der Tiergarten seit dem vergangenen Jahr beteiligt. Hierbei sollen im Zoo herangewachsene Sumpfschildkröten an der bayerisch-hessischen Grenze ausgewildert werden. Die Europäische Sumpfschildkröte ist die einzige Schildkröten-Art, die natürlicherweise in Deutschland vorkommt, hier allerdings akut vom Aussterben bedroht ist. Über die Landesgrenze hinaus haben es wieder Europäische Ziesel geschafft, die –fast schon traditionell für den Tiergarten –im Nachbarland Tschechien ausgewildert wurden. Als Teil einer umfassenden Arbeitsgruppe war der Tiergarten Nürnberg 2020 an der Entwicklung der „Baum-und Waldstrategie für die Stadt Nürnberg –Der Reichswald im Klimawandel“ beteiligt. Die Arbeitsgruppe besteht aus Vertretern der beiden Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Fürth und Roth, verschiedenen Stellen der Stadt Nürnberg –wie dem Umweltamt, dem für die städtischen Wälder zuständigen Tiergarten und dem Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg –sowie des Forstbetriebs Nürnberg der Bayerischen Staatsforsten. Forschung Im Mai stellten die Artenschutzgesellschaft Yaqu Pacha e.V, der Tiergarten Nürnberg und der Verein der Tiergartenfreunde e.V. ihre neue gemeinsame Internetplattform „Forschen-Handel-Erhalten.de“ online. Dort finden sich die Forschungs-und Artenschutzprojekte unter Beteiligung des Tiergartens Nürnberg. 2020 wurden im Tiergarten verschiedene Forschungsarbeiten durchgeführt: Fortführung folgender Projekte: Elektrorezeption bei Delfinen, Verhaltensstudien an Harpyien anhand von Bioakustik-und Präferenzstudien, Verhaltensbeobachtungen bei Eisbären, Verhaltensbeobachtungen bei Gorillas -Verhaltensentwicklung bei Jungtieren, Vitamin-E-Selen-Bedarfsermittlung bei Wildequiden und Wildwiederkäuern, Cortisol-Messung aus Speichel bei Delfinen zur Beurteilung von Stress, Messung von Cortisol in Haarproben von Eisbären in deutschen Zoos: Beurteilung und Bedeutung unter Einbeziehung von Tierschutzaspekten, Spurenelemente in der Nahrung beim Großen Tümmler, Retrospektive und prospektive Untersuchung zur AnthelminthikaResistenz (Wurmmittel) von Zoo-und Wildequiden in Deutschland, Corticosteron-Messung bei Pelikanen zur Beurteilung von Stress. Neue Projekte (ab 2020): Tattoo lesions in Bottlenose dolphins (Tursiops truncatus)(Läsionen bei Großen Tümmlern), Skin lesions in cichlids (Hautläsionen bei Barschen), Examination of neonatal deaths in Antillean manatees (Trichechus manatus manatus) in zoological facilities in Europe (Jungtiersterblichkeit bei Seekühen in europäischen Zoos), Dolphin WET (Welfare Evaluation Tool) (Instrument zur Evaluation des Wohlbefindens bei Delfinen), Corticosteron-Messungen im Vergleich zwischen geschnittenen und gezogenen Federn bei Enten und Gänsen, sowie bei Stockenten und wildlebenden Flamingos, Spermagewinnung und Analyse bei Harpyien. Yaqu Pacha im Einsatz für den Artenschutz Der Tiergarten Nürnberg war auch 2020 in Kooperation mit der im Tiergarten beheimateten Artenschutzgesellschaft für Meeressäugetiere in Lateinamerika, Yaqu Pacha, sehr aktiv im Bereich Forschung und Artenschutz. Im Jahre 2020 wurde an folgenden Projekten gearbeitet: Rehabilitationsprotokoll für gestrandete La-Plata-Delfine in Zusammenarbeit mit fünf verschiedenen Institutionen aus Brasilien, Uruguay, Argentinien und den USA, Sotalia Delphin Monitoring im See von Maracaibo, Venezuela, Entwicklung von umweltpädagogischen Programmen für Schulkinder mit dem Schwerpunkt Schutz von Habitaten und der Tierwelt Venezuelas, Projekt „Großer Tümmler“ in Rio Grande, Brasilien (Genetik, Populationsstudien, Gefährdung), Koordination des Consorcio Franciscana (Brasilien, Uruguay und Argentinien), Entwicklung neuer Fischereimethoden mit dem Ziel, Beifang zu minimieren, im Vaquita Projekt in Mexiko. Lernen im Zoo Durch die notwendigen Hygienemaßnahmen zum Schutz vor Ansteckung mit dem COVID-19-Virus und infolge der Schließungen des Tiergartens konnten auch viele zoopädagogische Angebote nur eingeschränkt oder gar nicht durchgeführt werden. Daher wurden von der Abteilung Zoopädagogik lediglich 2 953 Teilnehmende (2019: 16 614) in 359 Führungen (2019: 1 577) über Zoothemen informiert und mit Umweltbildung ausgerüstet. Die zoopädagogische Arbeit im Tiergarten Nürnberg fußt als Angebot zur Bildung für nachhaltige Entwicklung auf den Führungen der Zooschule und der Zoobegleiter („Besondere Augenblicke“). Die Zoopädagogen betreuten im Rahmen von Führungen für Schulklassen und Kindergärten, bei Übernachtungen im Blauen Salon, Zeltlagern und dem ZooSchullandheim lediglich 827 Teilnehmende (2019: 6 003) in 42 Führungen (2019: 287). Infolge der Pandemie brach auch die Zahl der durch die Zoobegleiterinnen und -begleiter durchgeführten Führungen ein und belief sich lediglich auf 317 Führungen (2019: 1 290) mit 2 126 Teilnehmenden (2019: 10 611). Futterbedarf Die Tiere im Tiergarten Nürnberg hatten einen äußerst vielfältigen und reichlichen Nahrungsbedarf. Die Futtermittel-Statistik erfasst Obst wie 8,3 Tonnen Äpfel, 210 Stück Ananas, 1,6 Tonnen Bananen, 632 Kilogramm Orangen, 7 600 Kiwi, außerdem Gemüse wie 2,4 Tonnen Fenchel, 848 Kilogramm Broccoli, 1,5 Tonnen Chinakohl, 42,2 Tonnen Karotten, 13 050 Köpfe Salat, 17 600 Köpfe Endiviensalat, 3,3 Tonnen Paprika, 1,8 Tonnen Kartoffeln, 7,5 Tonnen Rote Rüben und beinhaltet neben 4 000 Eiern, 23 Tonnen Fleisch (davon Eigenversorgung durch 3,8 Tonnen verfütterter Zootiere) und 75,3 Tonnen Fisch sowie 270 Kilogramm Garnelen auch 65 300 Küken, 14 700 Mäuse und 4 500 Ratten sowie Grillen, Mehlwürmer, Obstfliegen und Quark. Unter den selbst angebauten Futtermitteln spielten 58 Tonnen Runkelrüben (Eigenanbau in Mittelbüg) und 178,3 Tonnen Heu (90 Prozent aus eigenem Anbau) wieder eine bedeutende Rolle in der Gesamtversorgung. Zusätzlich wurden auf Gut Mittelbüg 821 Tonnen Grünfutter und 7 Tonnen Grünmais angebaut und 85 Silage-Ballen gewonnen (Hafer und Weizen wurden in 2020 nicht angebaut). Neben 17,7 Tonnen Kraftfutter für Wildtiere wurden 1,4 Tonnen Salzlecksteine eingekauft. Personalie Am 30. Juni ging Dr. Helmut Mägdefrau, stellvertretender Direktor und zoologischer Leiter, nach knapp 30-jähriger Dienstzeit im Tiergarten Nürnberg in den Ruhestand. Jörg Beckmann, Biologe und bislang Mägdefraus Stellvertreter als zoologischer Leiter, übernahm die Aufgabe des Vizedirektors. Öffentlichkeitsarbeit2020 lud der Tiergarten Nürnberg Medienvertreterinnen und -vertreter zu sieben Presseterminen ein und veröffentlichte entsprechende Tiergartenmitteilungen (2019: 15 Termine). Hinzu kamen 44 Tiergarteninformationen (2019: 52) und 22 Internetkommunikationen (2019: 9). Im Durchschnitt wandte sich der Tiergarten mit diesen insgesamt 73 (2019: 76) Veröffentlichungen mindestens einmal wöchentlich an die interessierte Öffentlichkeit. Im Februar präsentierte sich der Tiergarten auf der Freizeitmesse. Im Mai veröffentlichte der Tiergarten mit der Tiergartenzeitung Nr. 20 aufgrund einer Neuausrichtung der Kommunikationsstrategie die vorläufig letzte Ausgabe seiner Beilage der lokalen Tageszeitungen. Alle bislang erschienenen Ausgaben der Tiergartenzeitung sind auf der Internetseite des Tiergartens abrufbar. Die Kennzahlen zum Internetauftritt des Tiergartens Nürnberg unter www.tiergarten.nuernberg.de entwickelten sich parallel zu den Monaten, in denen der Tiergarten geschlossen war, negativ. Vom 1. Januar bis 31. Dezember wurden 1 975 999 und damit nur die Hälfte der Seitenansichten des Vorjahrs (2019: 3 923 516) gezählt, davon 1 521 381 einmalige Seitenansichten (2019: 3 005 915). Bei den Besuchen auf der Internetseite ging der Wert um knapp ein Drittel des Vorjahrs auf 687 347 Besuche zurück (2019: 996 323 Besuche). In den sozialen Netzwerken verzeichnete die Facebook-Seite des Tiergartens am 31. Dezember genau 48 789 Abonnierende und damit ein Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr (31. Dezember2019: 42 202 Abonnierende). Unter den Facebook-Followern, die interagieren, stellen Frauen zwischen 55 und 65 Jahren die größte Gruppe. Insgesamt folgen 68 Prozent Frauen und 32 Prozent Männer dem TiergartenAccount. Der Instagram-Account des Tiergartens wurde ab dem 25. Dezember 2019 aktiv betrieben und begann mit knapp 3 000 Followern und insgesamt 30 geposteten Beiträgen bei einer Reichweite von etwa 1 000 Konten je Beitrag. Ende 2020 erreicht der Instagram-Auftritt mit mehr als 15 400 Followern gut fünf Mal so viele Menschen wie zu Jahresbeginn. Die Beiträge summierten sich auf knapp 480 Beiträge. Durch jeden Beitrag (Posting) wurden mindestens 1 000 „Gefällt mir“Angaben erzielt. Die erfolgreichsten Posts erreichten bis zu 50 000 Konten. Die Zahlen entwickeln sich weiter nach oben.

Zoo Basel 27.01.2021
Lookdown im Lockdown
Im zurzeit für das Publikum geschlossenen Vivarium des Zoo Basel schwimmt ein halbes Dutzend Bodengucker. In Zeiten, in denen Anglizismen wie Home-Office, Social Distancing oder Lockdown Hochkonjunktur haben, reiht sich der Bodengucker mit dem englischen Artnamen Lookdown bestens ein. Weite Verbreitung Die sechs Bodengucker (Selene vomer) leben seit achteinhalb Jahren im Schaubecken 16. Das Aquarium illustriert den Lebensraum der Karibik und es ist bei 25-27 °C angenehm warm. Bodengucker haben aber ein viel grösseres Verbreitungsgebiet: Es reicht von Neuschottland im südlichen Kanada entlang der US-Küste bis Bermuda und in den gesamten karibischen Raum und den Golf von Mexiko sowie entlang der brasilianischen Küste bis ins Mündungsgebiet des Rio de la Plata zwischen Uruguay und dem nördlichen Argentinien. Im Norden und im Süden dieser Regionen erfahren Bodengucker mit 12 °C auch deutlich kältere Temperaturen. Bodengucker sind meistens in Küstennähe über Sand und Felsböden bis in 50 Meter Tiefe anzutreffen. Jüngere Fische schwimmen in das Brackwasser von Mündungen grosser Flüsse. Sie sind meist in grossen Schwärmen anzutreffen, die sich mit zunehmendem Alter auflösen. In den meisten Teilen des riesigen Verbreitungsgebietes sind die Bestände nach wie vor intakt, auch wenn pro Jahr in den USA geschätzte 15 bis 20 Tonnen Bodengucker gefischt werden. Zieht einen «Lätsch» hat aber nicht unbedingt schlechte Laune Bodengucker können bis zu 50 Zentimeter lang werden, messen aber in der Regel nicht mehr als 35 Zentimeter. Die silbrig glänzende Farbe entsteht durch Guaninfarbstoffe in der Haut. Der Bodengucker gehört zur etwa 150 Arten umfassenden Familie der Stachelmakrelen. Typisch ist der sehr lange, steile Kopf, der dem Fisch den alternativen deutschen Namen Pferdekopffisch eingebracht hat. Sein wissenschaftlicher Gattungsname ist Selene, in Anlehnung an eine Mondgöttin in der griechischen Mythologie. Bodengucker bzw. der englische Begriff Lookdown bezieht sich auf das sehr weit untenliegende Maul mit den herabgezogenen Mundwinkeln, das dem Fisch nach menschlichem Dafürhalten einen übellaunigen Ausdruck verschafft. Mit schlechter Laune hat die Schnute des Bodenguckers aber nichts zu tun. Die Maulform hilft ihm beim Fangen und Fressen von kleinen Fischen, Krebstieren, Weichtieren und Würmern. Daher werden die Mundwinkel des Lookdown auch dann unten bleiben, wenn der Lockdown eines Tages aufgehoben wird.

Zoo Frankfurt 27.01.2021
Den Zoobesuch wertvoller machen mit dem freiwilligen Naturschutz-Euro
Am 1. März führt der Zoo Frankfurt den Naturschutz-Euro ein. Mit dieser freiwilligen und zweckgebundenen Spende beim Kauf der Eintrittskarten können Zoobesucherinnen und Zoobesucher einen kleinen aber sehr wirksamen Beitrag zum Natur- und Artenschutz leisten – Hilfe für die freilebenden Artgenossen der Zootiere, die ankommt. Moderne, wissenschaftlich geführte Zoologische Gärten sind weit mehr als Freizeiteinrichtungen – sie sind leistungsstarke Zentren für den Natur- und Artenschutz. Dabei ist die fundierte Kenntnis von Haltung und Zucht unterschiedlichster Tierarten nur eine ihrer Stärken. Große Potenziale liegen ebenso in ihrer weltweiten Vernetzung und der intensiven Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Institutionen und Naturschutzorganisationen auf allen Kontinenten. Mit der enormen Zahl an Besucherinnen und Besuchern und den vielfältigen Bildungsangeboten sind Zoos aber vor allem bedeutende Multiplikatoren für Umwelt- und Naturschutzthemen. Um aber nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern auch finanzielle Ressourcen für konkrete Naturschutz-Aktivitäten zu generieren, haben Zoos eine Reihe von Initiativen entwickelt. So hat in den letzten Jahren und Monaten bereits eine stetig wachsende Zahl deutscher Zoos auf freiwilliger Basis einen Natur- oder Artenschutz-Euro etabliert, namentlich die Zoos von Leipzig, Dresden, Karlsruhe, Stuttgart, Augsburg, Marlow, Heidelberg und Rostock. „Dem Beispiel anderer Zoos folgend, wird ab dem 1. März der freiwillige Naturschutz-Euro auch im Zoo Frankfurt eingeführt“, erklärt Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig. „Alle Zoobesucherinnen und Zoobesucher können ihren Besuch dann noch wertvoller machen, indem sie sich an der Kasse oder im Online-Shop des Zoos für den Naturschutz-Euro entscheiden. Mit dieser freiwilligen Spende ist es möglich, jeden Besuch mit einem eigenen kleinen Beitrag zum Erhalt der bedrohten Lebensräume der im Zoo gezeigten Tiere zu verbinden. Und dies ist, das hat uns die Pandemie in den letzten Monaten sehr deutlich vor Augen geführt, notwendiger denn je“, so Hartwig. „Die Unterstützung der sechs Projekte, die der Zoo zur Förderung ausgewählt hat, ist weit mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein: Allein im Zoo Frankfurt können – in normalen Jahren – weit über 800.000 Gäste mit dem Naturschutz-Euro viel bewirken und damit gemeinsam mit uns, der Stadt Frankfurt, Verantwortung übernehmen.“ Über die Einführung des Naturschutz-Euro freut sich besonders Prof. Dr. Jörg Junhold, Präsident des Verbandes der Zoologischen Gärten e. V. (VdZ) und Direktor des Leipziger Zoos: „Über 90 Prozent der Befragten sehen laut einer Forsa-Studie[1], die wir als Verband 2020 in Auftrag gegeben haben, Natur- und Artenschutz auch außerhalb der Zoos als eine der wichtigsten Aufgaben der Zoos. Im Zoo Leipzig haben wir den Artenschutz-Euro bereits im Januar 2017 eingeführt und die Akzeptanz war von Beginn an sehr groß. Mehr als zwei Drittel der Besucherinnen und Besucher entschieden sich für den Artenschutz-Euro. Über 700.000 Euro konnten allein in 2019 in die von uns unterstützten Projekte fließen.“ „Zoos erreichen Menschen und Menschen wollen helfen“, sagt Zoodirektor Dr. Miguel Casares, „das zeigt sich in der großen Bereitschaft, Zoos in ihrer Arbeit mit einem Beitrag zu unterstützen. Den meisten ist mittlerweile bewusst: Hinter dem Zoo geht es weiter! Die globalen Probleme der Gegenwart können wir nur gemeinsam lösen. Wenn wir die wildlebenden Artgenossen unserer Zootiere und ihre Lebensräume bewahren, dann erhalten wir damit auch unsere eigene Lebensgrundlage; dazu bedarf es der Unterstützung vieler Menschen.“ Mit dem Frankfurter Naturschutz-Euro werden sechs ausgewählte Projekte im In- und Ausland unterstützt. Das Ziel: Lebensräume und Artenvielfalt zu bewahren. Mit dem Geld werden zum Beispiel Ranger ausgebildet und für ihre Arbeit ausgestattet, Aufklärungs- und Bildungsmaßnahmen vor Ort finanziert, ökologisches Monitoring durchgeführt sowie Auffangstationen und Auswilderungszentren betrieben. Diese sechs Projekte wird der Zoo Frankfurt mit Mitteln aus dem freiwilligen Naturschutz-Euro unterstützen: Artenvielfalt im Manu-Nationalpark, Peru Der Manu-Nationalpark im Südosten Perus ist eine der artenreichsten Regionen überhaupt. Er erstreckt sich vom Amazonas-Regenwald bis in die Anden, wo der Brillenbär lebt. Projektpartner: Zoologische Gesellschaft Frankfurt Humboldt-Pinguine in Chile und Peru Damit wildlebende Humboldt-Pinguine überleben, müssen ihre Brutkolonien und ihre marinen Nahrungsgründe bewahrt werden. Zugleich werden nachhaltige Arbeitsmöglichkeiten für die Menschen in der Region geschaffen. Projektpartner: Sphenisco – Schutz des Humboldt-Pinguins e. V. Honigbienen und Insekten in Hessen Für wildlebende Bienenschwärme gibt es kaum noch natürliche Behausungen und Nistplätze. Das zu verbessern nützt nicht nur den fleißigen Bestäubern, sondern dem gesamten Ökosystem. Projektpartner: Die BIENENBOTSCHAFT Naturwaldentwicklung im Wispertaunus, Hessen Die Artenvielfalt in deutschen Wäldern braucht einen Verbund von Naturwäldern, damit bedrohte und seltene Tierarten hierzulande weiterleben können. Projektpartner: Zoologische Gesellschaft Frankfurt Schutz der Serengeti in Tansania Der Nationalpark Serengeti ist ein Weltnaturerbe. Hier leben Spitzmaulnashörner, die nur durch den Einsatz der Naturschützer vor der Ausrottung bewahrt wurden. Ihr Schutz und der vieler anderer Arten muss auch zukünftig sichergestellt werden. Projektpartner: Zoologische Gesellschaft Frankfurt Bukit-Tigapuluh-Schutzprogramm auf Sumatra, Indonesien Im Tieflandregenwald auf Sumatra gefährden großflächige Rodungen die Existenz vieler Arten. Im Bukit-Tigapuluh-Nationalpark sollen sie geschützt werden. Projektpartner: Zoologische Gesellschaft Frankfurt

Zoologisch Botanischer Garten Wilhelma Stuttgart 27.01.2021
Geburt während der Corona-Schließung – Nachwuchs der Zweifingerfaultiere erkundet Amazonienhaus
Ungerührt von der Corona-Schließung der Wilhelma gehen die Faultiere im Zoologisch-Botanischen Garten in Stuttgart ihrem gemächlichen Leben nach. Ihre ganze Aufmerksamkeit gilt dem jüngsten Nachwuchs. Zum Jahresende waren Mutter Edeka und Vater Flash Eltern ihres zweiten Nachkommens geworden, der neuerdings immer vorwitziger aus dem langen Fell der Mutter hervorlugt. Das Kleine interessiert sich inzwischen auch für feste Kost und lässt sich von dem Trubel im Gehege um ihn herum nicht aus der Ruhe bringen. In dem kleinen Reich geht es nämlich nicht weniger quirlig zu als sonst – auch wenn derzeit keine Gäste dabei zuschauen. Die Familie der Zweifingerfaultiere teilt sich das Gehege im Amazonienhaus mit anderen südamerikanischen Tieren: Goldkopflöwenäffchen, Weißkopfsakis und Waldschildkröten. In der Natur sind die Zweifingerfaultiere im Norden Südamerikas und in Mittelamerika beheimatet, wo sie die Baumkronen der Regenwälder selten verlassen. Pro Tag bewegen sie sich nur wenige hundert Meter, indem sie sich betont langsam von Ast zu Ast hangeln. Meist hängen sie kopfüber herab und schlafen bis zu 15 Stunden täglich. Raubtiere oder Greifvögel können sie so im dichten Laub schwer entdecken. Auch die Verdauung der Faultiere arbeitet im Zeitlupentempo: Nur einmal die Woche klettern sie vom Baum, um sich zu erleichtern. Denn sie ernähren sich vor allem von Laub und Knospen. Um aus der energiearmen Kost genug Nährstoffe zu ziehen, verwertet der Körper das Futter durch eine hohe Fermentation langsam und gründlich. In der Wilhelma besteht der Faultier-Speiseplan hingegen vor allem aus Gemüse, wie Möhren oder Sellerie. Auch das Jungtier, das mit der Geburt ein vollständiges Gebiss hat, untersucht bereits neugierig den Inhalt der Futterschüsseln. „Schon in der ersten Woche hat es an den gekochten Kartoffeln geschnuppert, die unsere Faultiere besonders mögen“, berichtet Tierpflegerin Kerstin Beigang. „Bis es richtig mitisst, wird es aber ein wenig dauern.“ Denn im Moment bleibt die Muttermilch die Hauptnahrung für das kleine Faultier. Und ab und an probiert es vorsichtig von dem Salat, den Edeka vertilgt. So lernt es, welche Nahrung genießbar ist, und wird Schritt für Schritt auf ein selbstständiges Leben vorbereitet. Auch das Klettern muss es erst noch meistern. Im Alter von etwa acht Wochen verlässt ein junges Faultier zum ersten Mal den Logenplatz auf dem Bauch der kopfüber hängenden Mutter und versucht, sich an Ästen entlang zu hangeln. „Wir müssen dann ein wenig darauf achten, dass Edeka ihren Nachwuchs nicht verliert“, erzählt Beigang. „Bei ihrem ersten Jungtier Espa war sie unerfahren und hat es anfangs manchmal bei ihren Ausflügen allein hängen lassen. Erst auf dem Rückweg hat sie es wieder eingesammelt.“ Bis zu zehn Monate genießt der Nachwuchs den Schutz der Mutter und kehrt immer wieder zu seinem Platz auf ihrem Bauch zurück. Wenn er selbstständig wird, geht er eigene Wege. So konnte die Wilhelma Espa im Juli mit 15 Monaten an den Zoo Rostock abgeben. Während Edeka sich fürsorglich zeigt, kümmert sich Vater Flash naturgemäß wenig um den Sprössling. Da Zweifinger-Faultiere Einzelgänger sind und vorwiegend zur Paarung zusammenfinden, beteiligt er sich nicht an der Aufzucht. Das Geschlecht des Jungtiers ist mit bloßem Auge nicht festzustellen. Erst wenn die Gen-Analyse einer Haarprobe Klarheit schafft, erhält es einen Namen.

Tiergarten Schönbrunn Wien 27.01.2021
So groß ist das kleine Koala-Mädchen schon
Der Tiergarten Schönbrunn muss nach wie vor geschlossen bleiben. Das ist besonders für alle Koala-Fans traurig, die das Aufwachsen des ersten Koala-Nachwuchses in der Geschichte des Wiener Zoos derzeit nicht miterleben können. Die kleine Millaa Millaa ist mittlerweile neun Monate alt und bereits ordentlich gewachsen. „Millaa Millaa ist schon etwa halb so groß wie ihre Mama Bunji und bringt 1,9 Kilogramm auf die Waage. Sie lässt sich gerne von ihr am Rücken herumtragen, kuschelt sich vorne ins Bauchfell und unternimmt schon erste Kletterversuche allein“, berichtet Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck. Koalas sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Auch Millaa Millaa ist in der Nacht oft fleißig unterwegs und schlummert tagsüber vor sich hin. Etwa ein Jahr lang wird Millaa Millaa gesäugt. Die Kleine frisst aber auch schon Eukalyptus. Revierleiterin Simona Gabrisova: „Anfangs hat Millaa Millaa mit den großen Blättern etwas gekämpft. Sie hatte Mühe damit, sie in ihr kleines Maul zu bekommen. Mittlerweile ist sie darin schon sehr geübt.“ Koalas zählen zu den Nahrungsspezialisten im Tiergarten. Sie fressen ausschließlich Eukalyptus, der wöchentlich aus England eingeflogen wird. Mit bis zu 2.000 Euro pro Woche macht der Eukalyptus 10 Prozent der gesamten Futterkosten des Zoos aus. Die Pandemie und der Brexit verschärfen die Situation. Weniger Flüge und mehr Bürokratie schlagen sich in höheren Kosten für den Tiergarten nieder.

Tierpark Chemnitz 27.01.2021
Neue Bewohner im Tierpark
Es gibt den ersten Nachwuchs in diesem Jahr im Tierpark zu vermelden. Anfang Januar sind zwei Küken bei den Edelpapageien geschlüpft. Da es sich bei den Jungtieren wie bei allen Papageien um Nesthocker handelt, werden sie momentan noch von beiden Elternteilen in der Bruthöhle versorgt. Edelpapageien können sich das komplette Jahr über fortpflanzen und brüten unter günstigen Voraussetzungen auch zweimal im Jahr. Die zwei bis drei Eier werden alleine vom Weibchen drei bis vier Wochen lang bebrütet. Das Männchen versorgt es in dieser Zeit mit Futter. Nachzuchten sind bei Papageien immer eine Besonderheit. Papageien sind zwar sehr sozial, aber ein harmonierendes Paar muss sich auch erst finden. Insofern kann es passieren, dass sie nicht für Nachwuchs sorgen. Hat sich ein Paar allerdings gefunden, so bleibt die Bindung ein Leben lang bestehen. Papageien sind weitestgehend monogam. Außerhalb der Brutzeit leben viele Arten in großen Schwärmen. Im Tierpark Chemnitz gelingt die Nachzucht bei den Edelpapageien dagegen regelmäßig. Als Jungvögel sind Papageien unscheinbar. Sie werden erst im Alter so farbenfroh. Edelpapageien weisen bezüglich der Farbenpracht eine Besonderheit auf: bei ihnen unterscheiden sich die Geschlechter farblich voneinander: Die Männchen haben ein überwiegend grünes, die Weibchen ein rotblaues Gefieder. Der Geschlechterunterschied zeigt sich auch schon bei den Jungvögeln. Beim Nachwuchs im Tierpark sind bisher aber erst die dunkel gefärbten Daunenfedern ausgeprägt.

Förderverein Tierpark Nordhorn 26.01.2021
Förderverein Tierpark Nordhorn e.V. wirbt weiter um Unterstützung – Tierpark Nordhorn bis mindestens 14.02. weiterhin geschlossen
Die neue Verordnung zwingt des Tierpark Nordhorn weiterhin dazu seine Pforten für Besucher geschlossen zu lassen. „Wir können nicht davon ausgehen, dass wir mit Ende der geltenden Verordnung bereits am 15.2. wieder öffnen dürfen“, so Tierparkleiter Dr. Nils Kramer. Wahrscheinlich frühestens im März wird es eventuell eine erste Öffnungsphase für Kultur- und Freizeiteinrichtungen geben, wenn sich die Coronasituation bis dahin entspannt!“ so Kramer weiter und hofft, dass der Zoo zumindest in diesem Jahr zu Ostern seinen Besuchern einen blühenden Tierpark mit vielen Jungtieren präsentieren kann. Jeden Tag fallen im Tierpark rund 10.000 Euro Kosten an, denn insbesondere an der Versorgung seiner Tiere will der Tierpark keine Abstriche machen. „Wir haben den Betrieb weitestgehend runtergefahren, aber unsere Tiere können wir weder in Kurzarbeit noch ins Homeoffice schicken!“ Damit es nicht zu einschneidenden Veränderungen kommen muss, wirbt der Förderverein Tierpark Nordhorn e.V. wieder verstärkt um Unterstützung. „Wir sind begeistert von der bisherigen Unterstützung für den Verein und damit den Tierpark“, freut sich der 1. Vorsitzende Dietmar Brookmann. „Seit Beginn der Pandemie konnten neben zahlreichen neuen Mitgliedern im Verein auch großzügige Geldspenden verzeichnet werden!“ so Brookmann weiter. „Spenden oder die Übernahme einer Patenschaft, helfen dem Tierpark in dieser schwierigen Zeit sehr!“ Da die Krise weiter andauert und der finanzielle Verlust mit jedem Tag Schließung größer wird, ruft der Förderverein nun wieder verstärkt zu Hilfsaktionen auf. Unter „#wirsindzoo – Gemeinsam mit dem Tierpark“ finden sich verschiedene Möglichkeiten den Verein und damit den Zoo zu unterstützen. Dass sich die Unterstützung mitunter lohnt, konnten aktuell zwei der Neumitglieder erfahren. Unter den Neumitgliedern des Jahres 2020 wurden zwei Jahrespatenschaften für die Europäischen Wildkatzen verlost. Die glücklichen Gewinner durften jeweils einem der im vergangenen Jahr geborenen Jungtiere einen Namen geben. Hermine und Jan Grüppen gaben der weiblichen Katze den Namen „Kira“. Der kleine Kater wurde von den Mitarbeitern der Tischlerei Egbers aus Osterwald auf den Namen „Karlo“ getauft. In der vergangenen Woche nahmen die Neupaten ihre Urkunden von den Vorsitzenden Dietmar Brookmann und Jenny Nienaber entgegen.

Tiergarten Nürnberg 26.01.2021
Tiergarten engagiert sich für Kamerunflussdelphine
Der Tiergarten der Stadt Nürnberg unterstützt ein Konsortium zum Schutz des vom Aussterben bedrohten Kamerunflussdelfins (Sousa teuszii). Um die Notlage dieser Delfinart ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken und finanzielle Mittel zu ihrem Schutz zu sammeln, haben weltweit agierende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wie auch Naturschutzorganisationen die dreisprachige Internetpräsenz sousateuszii.org entwickelt und umgesetzt. Dr. Lorenzo von Fersen, Kurator im Tiergarten Nürnberg für Forschung und Artenschutz, leitet die Arbeitsgruppe „Fundraising“ des Konsortiums mit dem Namen Consortium for the Conservation of the Atlantic Humpback Dolphin (CCAHD). Mit Englisch, Französisch und Portugiesisch deckt die als dynamische Informationsquelle angelegte Plattform die drei am häufigsten gesprochenen Sprachen des Verbreitungsgebiets des auch als Sousa bekannten Delfins ab. Das Gebiet erstreckt sich über 19 afrikanische Länder von der Westsahara im Norden bis Angola im Süden. Inhaltlich bietet die Internetplattform fundiertes Wissen über die Ökologie, die Verbreitung, das Vorkommen und den Bedrohungsstatus des Kamerunflussdelfins. Eine interaktive Karte ermöglicht es den Nutzerinnen und Nutzern, sich einen Überblick über den Kenntnisstand der Forschung dieser Delfinart und die beteiligten Forschenden zu verschaffen. Die Website wurde mit finanzieller Unterstützung des Tiergartens Nürnberg und des Vereins der Tiergartenfreunde Nürnberg e.V. entwickelt. Im CCAHD sind mehr als 60 Forschende und über 40 Organisationen vertreten. Deren gemeinsames Ziel ist es, „durch Forschung, Bewusstseins- und Kapazitätsbildung und verschiedene Maßnahmen auf den langfristigen Erhalt der Populationen des Kamerunflussdelfins und ihrer Lebensräume hinzuarbeiten“, sagt Biologe von Fersen. Laut Schätzungen gibt es nur noch weniger als 3 000 Individuen im gesamten Verbreitungsgebiet und internationale Naturschutzorganisationen, darunter die Weltnaturschutzunion (IUCN), die Convention on Migratory Species (CMS) und die International Whaling Commission (IWC) haben große Bedenken über die Zukunft der Tierart geäußert. Der Kamerunflussdelfin ist, anders als sein Name erwarten lässt, kein Flussdelfin, sondern lebt hauptsächlich im Meer. Er hält sich in flachen Küstengewässern auf, in denen auch Menschen tätig sind. Es ist davon auszugehen, dass die hohe Sterblichkeit der Sousa vor allem daran liegt, dass sich die Tiere in Fischernetzen verfangen. Durch Bauprojekte zerstören Menschen die küstennahen Lebensräume der Sousa. Ohne dringende Schutzmaßnahmen könnten die Kamerunflussdelfine anderen Walarten, wie dem Vaquita, an den Rand des Aussterbens folgen. Aktuell arbeitet das CCAHD daran, einen Bericht zur systematischen Evaluation und Bewertung von Wissens-, Ressourcen- und Kapazitätslücken zu erstellen. Weiterhin listet der Bericht eine Reihe von Maßnahmen auf, die in den nächsten fünf Jahren umgesetzt werden müssen, um den Kamerunflussdelfin vor der Ausrottung zu bewahren.

Zoo Hoyerswerda 25.01.2021
Zoo & Schloss Hoyerswerda verzeichnen Besucherminus
In Zoo & Schloss Hoyerswerda sind 2020 insgesamt 113.468 Besuche gezählt worden. Im Vergleich zum Jahr 2019 sank die Anzahl der Besuche somit um 19 % (knapp 27.000 Besuche). Durch die coronabedingte zwangsweise Schließung konnten der Zoo Hoyerswerda an 107 Tagen und das Schloss & Stadtmuseum an 142 Tagen im Jahr 2020 nicht besucht werden. Zahlreiche Veranstaltungen der beiden zusammengehörenden Einrichtungen mussten ausfallen, darunter auch der besucherstarke Stadtkindertag und die Tierische-Halloween-Party genauso wie HISTORICA, das große Familienfest, und der Weihnachtliche Hofzauber im Schloss und Stadtmuseum Hoyerswerda. Die Bildungs-und Erlebnisangebote der Zoopädagogik waren nur stark eingeschränkt nutzbar und die Projekte der Museumspädagogik fanden gar nicht statt. Während der Zoo Hoyerswerda seit dem viertem Mai wieder öffnen konnte, musste das Museum Hoyerswerda vorerst geschlossen bleiben. Fast einen Monat länger war das Schloss & Stadtmuseum Hoyerswerda für Besucher nicht zugänglich. Mit Engagement feilten die Mitarbeiter an einem umfangreichen Hygienekonzept, um das Museum auch in vollem Umfang und mit allen interaktiven Mitmach-Stationen erlebbar zu machen. Ausstellungseröffnungen, Führungen, Feierlichkeiten, Vortragsreihen und andere Veranstaltungen waren im vergangenen Jahr ebenfalls nur begrenzt oder gar nicht möglich. „Wir haben dennoch Wege gefunden, um Geschichtsinteressierten die Schätze unseres Museums zu zeigen. So wurden in sozialen Medien ausgewählte Objekte unter der Rubrik „Museum digital“ präsentiert. Die Resonanz, die wir anhand der Kommentare und Reichweite messen konnten, kann sich sehen lassen. Auch wenn „Museum digital“ unsere Arbeit in Zukunft weiter begleiten wird, können Bilder und Texte den Anblick eines authentischen Objektes sowie das Erlebnis eines Besuches bei uns natürlich nicht ersetzen“, fasst Kerstin Noack, Leiterin des Schloss & Stadtmuseums, das Jahr 2020 zusammen. Das neue Jahr beginnt wie das alte geendet hat: mit Einnahmeausfällen und einer ungewissen Perspektive. Dennoch können sich Besucher im Jahr 2021 auf neue Anziehungspunkte in Zoo und Schloss Hoyerswerda freuen. So wird unter anderem die Anlage der Servale erweitert und die Kolkraben bekommen eine komplett neue Voliere. Eine sehr interessante Sonderausstellung im Schloss, geplant für den Herbst 2021, beschäftigt sich mit dem Thema „Was ist erhaltenswert?“ Dabei steht die Frage im Fokus, welche Gegenstände es wert sind, bewahrt zu werden und was historische Sammlungen auszeichnet. Diese Sonderausstellung begleitet den aktuellen Prozess des Depotumzugs.

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