Zoopresseschau

Zoo Heidelberg 18.12.2020
Ein neues Domizil für Schweine, Rinder, Ziegen & Co. – Neuer Streichelzoo im Zoo Heidelberg nimmt Form an
Während der Schließung geht das Leben im Zoo Heidelberg weiter. Auf der Fläche neben der Explo-Halle arbeiten Bauleute und Handwerker mit großem Einsatz. Dort entsteht der neue Streichelzoo, wo sich die Zoo-Besucher künftig über Nutztierhaltung informieren können. Herzstück des rund 3300 qm großen Areals ist ein moderner Fertigstall. Hier finden Schweine, Rinder, Ziegen, Schafe, Esel und Ponys ein neues Zuhause. Eine besondere Didaktik rundet das Thema anschaulich ab: An der interaktiven Erlebnisausstellung „Vom Alltagsbraten zum Sonntagsbraten“, die bereits im Eingangsbereich des Zoos zu sehen war, erfahren große und kleine Besucher Spannendes zum Thema Fleischkonsum und das Leben der Tiere, von denen wir Menschen leben. Im begehbaren Kontaktgehege kommen Besucher den Schafen und Ziegen ganz Nahe und können die Tiere dort füttern oder streicheln. An den erhöhten Liege- und Spielflächen stellen die kleinen Wiederkäuer ihre Kletterkünste unter Beweis. Im angrenzenden Gehege erhalten die Schweine ein neues Domizil. Gleich zwei Besonderheiten bietet die Anlage den Tieren: Ein 0,9 Meter tiefes Becken und eine großzügige Suhle laden zum Baden und Spielen ein. „Schweine lieben es, sich im Schlamm zu suhlen und gehen gerne ins Wasser. Besonders an warmen Tagen regulieren sie dadurch ihre Körpertemperatur“, erklärt Dr. Barbara Bach, die das Projekt begleitet. Zudem können die Besucher im Stall Bekanntschaft mit neuen Zoo-Bewohnern machen. Die Shetland-Ponys und Hausesel teilen sich ihr Gehege ab Sommer 2021 mit zwei Hinterwäldler-Rindern, die als Vertreter einer alten, bedrohten Haustierrasse in die Anlage einziehen werden. Neben den Begegnungen mit den Tieren stehen in diesem neuen Zoo-Areal die Themen Ernährung und Fleischkonsum im Fokus. An der interaktiven Ausstellung „Vom Alltagsbraten zum Sonntagsbraten“, die von der Klaus Tschira Stiftung gefördert wurde, setzen sich Besucher spielerisch mit den Themen Fleischkonsum, den Lebensbedingungen der Nutztiere und den unterschiedlichen Gütesiegeln auseinander. Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann erklärt das Konzept: „Wir möchten die Besucher zum Nachdenken anregen. Es geht darum, Fleisch und tierische Produkte bewusst zu konsumieren. Wenn wir mit der Ausstellung jeden zweiten Besucher dazu bewegen könnten, in der Woche zum Beispiel ein Schnitzel weniger zu essen, könnten über drei Millionen Kilogramm Fleisch im Jahr eingespart werden. Wir möchten zeigen, dass man sich als Zoo trauen kann, auch gesellschaftliche Probleme aufzugreifen und hoffen, als Vorreiter ein gutes Beispiel für andere Zoos und Institutionen zu sein.“

Thüringer Zoopark Erfurt 18.12.2020
Wie soll der neue Nashorn-Nachwuchs im Thüringer Zoopark Erfurt heißen?
Am 28. November 2020 brachte Nashorndame „Marcita“ im Thüringer Zoopark Erfurt ihr zweites Junges zur Welt, einen kleinen Bullen. Nun sucht der Zoopark den passenden Namen für das kleine Nashörnchen. Zusammen mit Bereichsleiterin Saskia Fiebig hat Zoopark-Direktorin Dr. Dr. Sabine Merz 3 Vorschläge ausgewählt. „Tayo“ – geboren zum Glücklichsein, „Matarr“ – der Auserwählte und „Kimara“ – es macht Spaß, stehen zur Auswahl. Die Entscheidung treffen die Besucher. Unter www.zoopark-erfurt.de/nashornname kann noch bis zum 27. Dezember 2020, 12 Uhr abgestimmt werden. Der Name mit den meisten Stimmen gewinnt.

Zoo Osnabrück 18.12.2020
Ein Waschbären-Superhelden-Trio im Zoo Osnabrück – Drei zutrauliche Waschbären begeistern Tierpfleger
Rocket, Hancock und Jean – so heißen die drei neuen Waschbären, die die Herzen ihrer Pflegerinnen und Pfleger im Sturm erobert haben. Sie haben zwar keine Superkräfte wie ihre Namensgeber, sorgen aber für ziemlich viel Trubel in ihrem neuen Zuhause im Zoo Osnabrück. „Die drei kamen bereits im Juli als Jungtiere aus der Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen zu uns. Dort waren sie kurz nach ihrer Geburt im Frühjahr als Fundtiere abgegeben worden“, berichtet Andreas Wulftange, Zoologische Leitung im Zoo Osnabrück. „Wir möchten in Zoos Handaufzuchten möglichst vermeiden, sodass die Wildtiere auch ihre natürlichen Verhaltensweisen behalten. Diese Jungtiere konnten jedoch nur so überleben und da sie zu dritt sind, zeigen sie auch ein für Waschbären normales Sozialverhalten – anders als Tiere, die alleine in Menschenobhut aufwachsen und sich nur am Menschen orientieren.“ Nachdem Rocket, Hancock und Jean zunächst im Quarantänegehege hinter den Kulissen des Zoos weiter großgezogen und später wie vorgeschrieben kastriert worden sind, leben sie nun auf der großen Waschbärenanlage in der nordeuropäischen Tierwelt „Kajanaland“ gemeinsam mit den zwei älteren Artgenossen Rosie und Lieselotte. „Die beiden sind nicht so zutraulich und auch sehr viel ruhiger als diese Rasselbande. Beim Füttern steigen die Drei gerne auf unseren Schoß oder eben auch gleich in den Futtereimer“, lacht Tierpfleger Janis Schröder. „Wir freuen uns schon sehr, wenn wir den Besuchern hoffentlich bald das Trio vorstellen können, sobald wir wieder öffnen dürfen.“ Drei Allesfresser auf geschickten Pfoten – Bis dahin wachsen die maskierten Superhelden noch und testen ihre Beschäftigungsangebote im Gehege. „Waschbären lieben es, ihre Vorderpfoten einzusetzen, daher stammt auch ihr Name. Denn wenn sie damit im Boden oder im Wasser nach Nahrung suchen, sieht es aus, als würden sie waschen. Damit die aktiven Raubtiere gut beschäftigt sind, haben wir verschiedene Gefäße und Behälter installiert, in denen wir ihr Futter verstecken – das holen sie dann mit viel Geschick wieder heraus“, erklärt Kerstin Seifert, Tierpflegerin und Revierleiterin in „Kajanaland“. Besonders gern fressen die Rabauken alles, was süß ist. „Waschbären sind Allesfresser, sie bekommen Fleisch und Fisch, Gemüse und Obst. Beliebt sind vor allem Weintrauben, Melone, Apfel oder auch mal Zwieback.“ Der Zoo musste die drei Waschbären kastrieren, da sie zu den sogenannten invasiven Arten gehören, wie Andreas Wulftange erklärt: „Das sind Tierarten, die eigentlich nicht bei uns heimisch sind, hier aber überleben und sich aufgrund von fehlenden Fressfeinden unkontrolliert vermehren können. So können große Schäden für die heimische Flora und Fauna entstehen. Deswegen dürfen Zoos Waschbären auch nur noch mit Ausnahmegenehmigung und kastriert, also ohne Zucht halten.“ Capybara-Nachwuchs kuschelt durch den Winter – Ebenfalls ein ganzes Stück gewachsen in Abwesenheit der Besucher ist der doppelte Nachwuchs der Capybaras, auch Wasserschweine genannt. Mütter Gaga und Jenna sowie Vater Fred kuscheln sich im Südamerikahaus mit ihren sechs Jungtieren durch das graue Winterwetter und genießen hier die Wärme. Der Nachwuchs kam Ende Oktober und Anfang November zur Welt, zusätzlich tummeln sich vier Jungspunde, geboren im Mai, in der Gruppe. Da Wasserschweinjungtiere Nestflüchter sind, fressen sie bereits ab dem zweiten Tag feste Nahrung und so genießen die Kleinen bereits Möhren, Rote Beete, Paprika, Fenchel sowie Heu, Laub und Müsli. Die Familienbande, bestehend aus 13 Tieren, lebt harmonisch zusammen und insbesondere Vater Fred ist sehr geduldig mit seinem Nachwuchs, der auch mal über ihn hinwegklettern darf. Wer die Waschbären und die Wasserschweine im seit dem 1. November Corona-bedingt geschlossenen Zoo unterstützen möchte, kann auf der Homepage des Zoos unter www.zoo-osnabrueck.de ganz einfach für das Futter der Tiere spenden. Auch Patenschaften helfen den Tieren. Weitere Informationen hierzu gibt es ebenfalls auf der Homepage. Zusätzlich warten im Zoo-Online-Shop tierisch schöne Geschenkideen für die Bescherung unter dem Weihnachtsbaum. Als Dankeschön für die Unterstützung veröffentlicht der Zoo zahlreiche Video-Podcasts vom Leben der Tiere im geschlossenen Zoo auf der Homepage und den Social-Media-Kanälen. Wissenswertes zu den Waschbären (Procyon Lotor) -.Die ursprüngliche Heimat des Waschbären ist Nord- und Mittelamerika. Inzwischen ist er aber auch in weiten Teilen Europas und im westlichen Asien verbreitet. Waschbären bevorzugen Wälder in Gewässernähe, sind aber auch in Siedlungsbereichen zu finden. Waschbären sind Allesfresser. Neben pflanzlicher Nahrung ernähren sie sich auch von Insekten, Vogeleiern, Nestlingen, kleinen Säugetieren, Fröschen und Fischen. Sogar Abfälle stehen auf ihrem Speiseplan. Sie sind vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv und halten in sehr strengen Wintern Winterruhe. In menschlicher Obhut können sie bis zu 20 Jahre alt werden, in der Wildbahn liegt ihre Lebenserwartung bei durchschnittlich fünf Jahren. Wissenswertes zu den Capybaras/Wasserschweinen (Hydrochoerus hydrochaeris) Wasserschweine leben im östlichen Teil Südamerikas (östlich der Anden). Sie bevorzugen Wälder mit dichtem Unterbewuchs, sowie offene Flächen in der Nähe von Seen, Flüssen und Sümpfen, da sie eine semiaquatische (teilweise im Wasser) Lebensweise auszeichnet. Sie leben gesellig in kleinen Herden mit drei bis 30 Tieren. Der Speiseplan besteht aus vegetarischer Kost. An Land werden Kräuter, Gräser und Baumrinde gefressen, im Wasser weiden sie Wasserpflanzen. Nach einer Tragzeit von 15 bis 18 Wochen werden zwei bis acht Junge geboren. Neugeborene Wasserschweine wiegen circa 1000 Gramm und sind schon so weit entwickelt, dass sie ihrer Mutter folgen können. Sie werden nur zwei Monate gesäugt und müssen dann schnell selbstständig werden. Wasserschweine können sehr gut schwimmen und bei Gefahr minutenlang tauchen. Zwischen den Zehen sind Schwimmhäute ausgebildet und ihre Nasenlöcher sind verschließbar.

Tiergarten Neumünster 17.12.2020
Hoffnung während schwerer Zeiten
Heute haben die in Neumünster geborenen Wisente „Hoima“ (*2017) und „Hope “ (*2019), den ersten Schritt in Richtung Auswilderung vollbracht. Beide Tiere wurden am heutigen Donnerstagin andere Betriebe abgegeben, wo sie von jetzt an mit ihren neuen Herden zusammen gewöhnt werden. „Hoima“ wird in eine Bullengruppe im Wisentgehege Donaumoos in Bayern integriert, „Hope “ wird im Wisentgehege Springe in Niedersachsen nun ihre neue Herde kennen lernen. Geplant sind dann im kommenden Jahr, dass beide Wisente gemeinsam mit dem WWF Rumä-nien in ihren neuen Herden, an zwei verschiedenen Stellen in Rumänien in die Auswilderung ge-bracht werden. Seit 2016 unterstützt der Tierpark Neumünster das Wisent-Auswilderungsprojekt des WWF Rumänien. Bereits zwei in Neumünster geborene Wisente: “Hokan “ und „Hogir “, konnten so in den rumänischen Karpaten ausgewildert werden und somit die Freilandpopulation Europäischer Wisente verstärken. Wisente zählen zu den größten Wildrinder Europas. 1921 wurde das letzte freilebende Wisent in Europa erlegt, somit galt en die Wisente als im Freiland als ausgestorben. Es gab jedoch noch eine kleine Population, vo n 54 Tieren in zoologischen Gärten. Diese Tierewurden in menschlicher Obhut, mit viel Fachverstand gezüchtet und bilden somit die Gründer-tiere der mittlerweile wieder etwa 6200 lebenden Europäischen Wisente. Dies ist eine der Erfolgsgeschichten von Zoologischen Gärten und der dort koordinierten Erhaltungszucht. Vor allem durch unseren, aus der Schweiz stammenden Zuchtbullen „Lurano-Anthony“, werden in Neumünster Wisente gezüchtet, die für die Freilandpopulation genetisch sehr wertvoll sind. Wir bedanken uns bei allen Spendern, die dem Aufruf des letztjährigen Spendenbriefes gefolgt sind, sowie allen Spendeneingängen über die Fressnapf-Filialen Neumünsters. Diese Spenden haben maßgeblich dazu beigetragen, dass dieses wichtige Projekt erneut umgesetzt werden konnte. Das Tierpark-Team ist sehr stolz darauf mit seinen Wisenten einen so wichtigen Beitrag zur Art-erhaltung im Freiland leisten zu können.

Zoo Köln 17.12.2020
Seltenstes Krokodil der Erde: Meilenstein für Arterhalt – Kölner Zoo gelingt Rückführung von Philippinenkrokodil-Nachwuchs zur Wiederauswilderung
„Hulky“ und „Dodong“ sollen natürliche Populationen stärken Biologen des Kölner Zoos ist die Rückführung zweier Philippinenkrokodil-Nachzuchten in ihr Ursprungsgebiet gelungen. „Hulky“ und „Dodong“ kamen Mitte dieser Woche nach einem Transportflug wohlbehalten in der philippinischen Hauptstadt Manila an. Die beiden Panzerechsen zählen zu einer der seltensten Krokodilarten der Erde: dem massiv vom Aussterben bedrohten Philippinenkrokodil. „Hulky“ und „Dodong“ sollen nach ihrer Eingewöhnung in einer Wildtierauffangeinrichtung der philippinischen Regierung eine reinerbige Population begründen. In Schritt zwei sollen ausgewählte Vertreter dieser Zucht im Süden des südostasiatischen Inselreichs ausgewildert werden, um die stark bedrohten natürlichen Bestände zu stärken.„Hulkys“ und „Dodongs“ Ankunft in Manila sorgte dort für ein großes Medienecho –philippinische TV-Teams warteten auf die Krokodil-Exoten aus Köln. Beide Panzerechsen sind echte Rheinländer. Sie schlüpften im Juli 2015 im Aquarium des Kölner Zoos. Der Regionale Vorsitzende (Philippinen) für Ost- und Südostasien der IUCN Crocodile Specialist Group, Rainier I. Manalo, wählte mit Crocodylus porosus Philippines Inc (CPPI) „Hulky“ und „Dodong“ aus. Sie haben die passende Reisegröße für die Transportkisten und entstammen einer Naturbrut. Das bedeutet, dass ihre Eier nach dem Legen im Gehege belassen und die Schlüpflinge nach dem Schlupf von der Mutter ins Wasser getragen wurden. Dort konnten sie gemeinsam aufwachsen. Solch eine natürliche Sozialisierung ist Grundvoraussetzung für ein späteres Auswildern. Dabei konnte das Kölner Krokodilteam rund um Reviertierpflegerin Anna Rauhaus erstmals den Maultransport, das Nestbewachen und generell das Sozialverhalten dieser hochseltenen Panzerechsenart beobachten und erforschen. Dies ist eine weitere wissenschaftliche Pioniertat des Kölner Aquariums. Bereits zwei Jahre vor „Hulkys“ und „Dodongs“ Schlupf war dort auch die weltweite Erstnachzucht eines Philippinenkrokodils in Menschenhand überhaupt gelungen. Rückführung hatte sich zunächst verzögert – Ursprünglich sollten „Hulky“ und „Dodong“ bereits Mitte März 2020 aus Köln abreisen. Aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie und den Unterbrechungen im internationalen Logistikwesen musste die Rückführung jedoch verschoben werden. Nachdem das Bundesamt für Naturschutz (BfN) in Bonn und die philippinischen Behörden nun Grünes Licht gegeben hatten, organisierte Bernd Marcordes, Transferkoordinator des Kölner Zoos, den Transport gemeinsam mit Sandra Wedel von der am Frankfurter Flughafen basierten, auf Exotentransporte spezialisierten Firma Gradlyn. Läuft weiterhin alles so wie geplant, werden weitere Rückführungen von Krokodilnachwuchs aus dem Europäischen Zuchtprogramm auf die Philippinen folgen. Auswilderungsgebiet ist der Süden der Philippinen. „Hier gibt es ausreichend Lebensraum für das Auswildern von Philippinenkrokodilen. Dann wäre der jetzt stattgefundene Transfer von Köln aus sozusagen der Eisbrecher für weitere Transfers auch von anderen europäischen Zoos“, so Vicente P. Mercado und Rainier I. Manalo von Crocodylus porosus Philippines Inc (CPPI), einer philippinischen NGO, die sich für den Krokodilschutz auf den Philippinen einsetzt und mit der der Kölner Zoo kooperiert. Weltnaturschutzunion unterstützt Zoo-Artenschutz-Strategie – „Das ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, wie von Zoos koordinierte Erhaltungszuchtprojekte aktiv zu in situ-Schutzmaßnahmen beitragen oder, wie in diesem Fall, überhaupt erst möglich machen“, sagt der Kölner Aquariumsleiter und europäische Erhaltungszuchtprogramm-Koordinator für das Philippinenkrokodil, Prof. Dr. Thomas Ziegler, der auch Regionaler Vorsitzender für Europa der IUCN Crocodile Specialist Group ist. Prof. Theo B. Pagel, Kölner Zoodirektor und Präsident des Weltzooverbands, fasst zusammen: „Das ist ein weiteres erfolgreiches Beispiel für den ,One Plan Approach’ von Zoos. Er wird von der Weltnaturschutzunion unterstützt und zielt darauf ab, für den Artenschutz verstärkt integrative Strategien zu entwickeln, die das Zusammenwirken von in situ und ex situ Maßnahmen und Expertengruppen fördern.“ Das Philippinenkrokodil (Crocodylus mindorensis) ist eine mittelgroße Krokodilart, die es nur auf den Philippinen gibt. Mit nur noch etwa 100 Tieren in freier Wildbahn zählt es zu den seltensten Krokodilen der Welt. Deswegen wird die Art in der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) als „vom Aussterben bedroht“ geführt. Sie hat den höchsten Schutzstatus (Anhang I) auf dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen. Aufgrund dieser besorgniserregenden Lage in der Natur und um die Art nicht zu verlieren, hat die IUCN Crocodile Specialist Group (CSG) ex situ Maßnahmen empfohlen, d. h. den Aufbau von Erhaltungszuchten in Zoos. Internationale Erhaltungszuchtprogramme, geregelt durch Verträge mit der Philippinischen Regierung, wurden zunächst in den USA und Australien aufgebaut, später auch in Europa. Das Erhaltungszuchtprogramm (ESB) in Europa wurde im April 2012 von der Europäischen Vereinigung der Zoos und Aquarien (EAZA) ins Leben gerufen. Koordiniert wird das europäische Programm vom Kölner Zoo. Ziel war der Aufbau einer Reservepopulation in Europa. Dazu wurden 2006 15 junge Philippinenkrokodile aus dem Palawan Wildlife Rescue & Conservation Center (PWRCC) nach Europa eingeflogen. Sie sind eine Leihgabe des Department of Environment and Natural Resources (DENR) der Philippinischen Regierung. Kurz darauf gelang im Kölner Zoo im Juli 2013 die Erstzucht des Philippinenkrokodils für Europa – ein Meilenstein. Es folgten weitere Nachzuchterfolge im tschechischen Krokodil-Zoo Protivin, im englischen ZSL London Zoo und im dänischen Krokodille Zoo. So wuchs die Anzahl an Philippinenkrokodilen in Europa stetig an, sodass es jetzt insgesamt 52 Tiere sind, verteilt auf mittlerweile doppelt so viele Institutionen wie zu Beginn des Erhaltungszuchtprogramms. Reinerbigkeit ist Voraussetzung für Erhaltungszucht – Im Rahmen jüngster Feldforschungen konnte das Team von CPPI eine zuvor übersehene Philippinenkrokodil-Population im Süden des Landes entdecken. Um die wenigen verbleibenden natürlichen Populationen in ihrem Lebensraum zu stärken, machte sich CPPI auf die Suche nach auswilderbaren Philippinenkrokodilen. In Köln wurden sie fündig. Zwar werden auch in philippinischen Farmen Krokodile gehalten, doch ist über die Herkunft dieser Tiere wenig bekannt. So fehlen z.B. verlässliche Informationen über die Reinerbigkeit der Farm-Krokodile. Das bedeutet, dass es nicht ausgeschlossen werden kann, dass auf philippinischen Farmen gehaltene Panzerechsen sich mit anderen dort gehaltenen Krokodilen vermischt haben, wie das in einigen Fällen jüngst bekannt wurde. Reinerbige Tiere sind eine Grundvoraussetzung für Erhaltungszuchtprogramme zur Wiederauswilderung. Bei fragwürdiger Herkunft von Ursprungstieren führen wissenschaftlich geführte Zoos genetische Untersuchungen durch. Gemeinsam mit Genetikern des Omaha’s Henry Doorly Zoo (USA) und des Zoologischen Instituts der Technischen Universität Braunschweig wurden die Kölner und darüber hinaus auch alle anderen in Europa gehaltenen Philippinenkrokodile schon vor Jahren getestet und als reinerbig bestätigt.

Tiergarten Nürnberg 16.12.2020
Tiergarten an europaweitem Wisent-Transport beteiligt
Die Corona-Beschränkungen wirken sich auch im Tiergarten der Stadt Nürnberg auf das tägliche Leben aus, auch auf die Tiertransporte. Nach mehrmonatiger Planung und zahlreicher, coronabedingter kurzfristiger Änderungen konnte nun Anfang Dezember 2020 ein umfangreicher innereuropäischer Transport von Wisenten durchgeführt werden. Daran waren acht europäische Zoos und mit Deutschland, Polen und Spanien drei Länder beteiligt. In den Tiergarten Nürnberg kam auf Empfehlung des Erhaltungszuchtprogramms des Europäischen Zooverbands (EEP) ein neuer Zuchtbulle aus dem Zoo Danzig. Mit demselben Transport wurden zwei, 2018 in Nürnberg geborene junge Wisent-Bullen nach Spanien abgegeben. Einer von ihnen ging als neuer Zuchtbulle in den Zoo Cabárceno, der andere an ein Beweidungsprojekt in Segovia. Aus diesem Projekt soll zukünftig ein Auswilderungsprojekt hervorgehen. Um Inzucht zu vermeiden, wurde der bisherige, über zehn Jahre alte Zuchtbulle im Tiergarten Nürnberg zuvor per Kugelschuss getötet und an die Raubtiere im Tiergarten verfüttert. Der Erhalt genetisch vielfältiger und gesunder Populationen ist nicht nur eine gesetzliche Aufgabe von Zoos, sondern auch das Ziel von EEP. Kürzlich wurde in Kooperation mit dem Tiergarten eine Studie über die Genetik von in Europa lebenden Wisenten erstellt. Das Fleisch des getöteten Tiers ging zum Beispiel an die vom Aussterben bedrohten Schneeleoparden, Asiatischen Löwen und Bartgeier. Die Fruchtbarkeit bei männlichen Wisenten lässt ab dem Alter von ungefähr zwölf Jahren stark nach. Darüber hinaus ist der Transport adulter Bullen aufgrund ihrer Größe und Kraft sehr aufwendig. Der bisherige Zuchtbulle war der Vater der beiden zuletzt geborenen Weibchen. Ursprünglich waren Wisente über ganz Eurasien verbreitet, so auch in Spanien, Polen und Deutschland. Die größten Vorkommen gibt es derzeit in Polen und Belarus, wo Wisente auch wieder nachhaltig bejagt werden. Die IUCN empfiehlt explizit die Regulierung von Wisent-Populationen in Auswilderungsgebieten durch Abschuss und damit Jagd, wenn die Tragfähigkeit des Lebensraums erreicht ist. Denn ein weiter ansteigender Bestand würde die Lebensgrundlage der Wisente selbst sowie anderer Arten gefährden. Die Regulation von Wildtierbeständen stellt bei Arten, die oft zu Konflikten mit dem Menschen führen, ein unverzichtbares Mittel für deren Erhalt dar. So wird es beispielsweise auch mit dem Biber in Bayern gehandhabt, für den Umgang mit dem Wolf wird teilweise dasselbe gefordert.

Zoo Frankfurt 16.12.2020
Neuzugang bei den Trampeltieren
Die zwei Trampeltiere im Zoo haben Gesellschaft bekommen: Ein junges Männchen vervollständigt seit Mitte November die kleine Gruppe auf der Kamelanlage. Der im April 2019 geborene COOPER kam aus dem Opel-Zoo in Kronberg nach Frankfurt. Mit den beiden weiblichen Trampeltieren versteht er sich bereits gut. Vor allem die knapp zwei Jahre alte ARYA nimmt häufig Kontakt zu ihm auf. Stute HIRA mit ihren 19 Jahren ist etwas zurückhaltender. Kein Wunder, denn in ihrem stolzen Alter zeigen sich Altersbeschwerden, die auch Menschen plagen – zum Beispiel Arthrose. Aus diesem Grund wurde im Sommer auch die Bodenstruktur der Anlage verändert und ein großes Sandbad eingebaut. Der weiche Untergrund wirkt gelenkschonend. Trampeltiere, die bereits seit 1858 im Frankfurter Zoo zu sehen sind, spielen aufgrund ihrer physiologischen Besonderheiten vor allem eine bedeutende Rolle bei der Bildungsarbeit des Zoos. Die Zucht der nicht gefährdeten Haustierart plant der Zoo allerdings nicht. Die Anlage aus den 1950er Jahren ist für die Haltung einer größeren Gruppe nicht geeignet.

Tiergarten Schönbrunn 16.12.2020
Erste Bilder der neuen Orang-Utans
Sie balgen ausgelassen miteinander, schlagen Purzelbäume und kuscheln: Der Tiergarten Schönbrunn zeigt erste Bilder der Orang-Utan-Gruppe, die im Oktober Zuwachs bekommen hat. Die zwei neuen Weibchen, die siebenjährige Surya aus dem Zoo Rostock und die zwölfjährige Sari aus dem Zoo Dublin, haben sich gut eingelebt. „Schritt für Schritt haben sie uns Tierpfleger, die neuen Abläufe und ihre Artgenossen kennengelernt und wurden erfolgreich in die Gruppe integriert“, erzählt Tierpfleger Sascha Grasinger. Besonders herzerwärmend: Die 56-jährige Mota, eigentlich ein eher schrulliger Charakter, hat Surya sofort ins Herz geschlossen. „Mota und Surya sind immer zusammen. Sie halten sich sogar beim Gehen gegenseitig am Fell. Die beiden gibt es nur mehr im Doppelpack.“ Die Innenanlage der Orang-Utans gleicht einem Indoor-Spielplatz. Mit Jute-Säcken, Papierrollen, Schachteln, Schaufeln und Rohren gefüllt mit Leckereien sorgen Grasinger und seine Kollegen bei ihren Schützlingen für jede Menge Beschäftigung. Die schlauen Menschenaffen wollen stets Neues entdecken. „Unsere zwei Neuzugänge sind ihrem Alter entsprechend sehr verspielt. Vor allem Sari ist sehr aufgeweckt, sie klettert gerne und bewegt sich auch oft auf zwei Beinen fort.“ Surya verhält sich in der Gruppe etwas zurückhaltender. Sie hat in Sari aber eine tolle Spielgefährtin gefunden. Auch für Vladimir beginnt mitten im Winter „der zweite Frühling“. Er hat bereits ein Auge auf eines der Weibchen geworfen. „Sari sucht gerne die Nähe zu Vladimir und umgekehrt. Die beiden dürften sich gut verstehen.“

Zoo Zürich 16.12.2020
GESCHLECHT UND NAME DES KOALA-JUNGTIERS BESTIMMT
Das Geschlecht des ersten Koala-Jungtiers im Zoo Zürich ist bestimmt.
Ebenso steht der Name fest, den das Jungtier von Pippa erhält. Der Zoo Zürich konnte das Geschlecht des inzwischen acht Monate alten Koala-Jungtiers bestimmen. Es ist ein Männchen und erhält den Namen Uki. Den Namen hat der Zoo im Rahmen einer Online-Abstimmung auf zoo.ch ermittelt, an der sich rund 9500 Personen beteiligten. Der Name Uki erhielt dabei knapp 70 Prozent der Stimmen. Uki ist eine Ortschaft in New South Wales im Verbreitungsgebiet der Koalas in Australien. Alle Tiere, die im Zoo Zürich im Jahr 2020 zur Welt kommen, tragen einen Namen mit dem Anfangsbuchstaben U. Erstes Koala-Joey im Zoo Zürich Uki ist das erste Jungtier des Koalaweibchens Pippa und der erste in der Schweiz geborene Koala überhaupt. Koalas kommen in einem sehr frühen Entwicklungsstadium zur Welt und wachsen dann rund ein halbes Jahr lang verborgen im Beutel der Mutter heran. Pippa ist eines von aktuell zwei Koalaweibchen in der Australienanlage des Zoo Zürich. Sie kam im Februar 2018 zusammen mit dem anderen Weibchen Maisy aus dem Australian Reptile Park nach Zürich. Latente Virusgefahr Ein Damoklesschwert, das über allen Koalas hängt, ist das sogenannte Koala-Retrovirus. Nahezu alle Tiere, auch die wildlebenden, tragen es in sich. Die Ansteckungswege sind vielfältig und noch wenig erforscht. Ein bestimmter Typus des Virus hat sich aber bereits dauerhaft im Erbgut der Koalas eingenistet. Das Retrovirus wird dem Koala vor allem dann gefährlich, wenn es sich massenhaft zu vermehren beginnt. Dann schwächt es das Immunsystem und es kommt zu Folgeerkrankungen. Die beiden Koalamännchen des Zoo Zürich, Mikey und Milo, starben im Dezember 2019 und März 2020 beide an den Folgen eines solchen heftigen Retrovirenschubs. Die Möglichkeit, einen Koala vom Retrovirus zu «heilen» gibt es derzeit nicht.

Tierpark Görlitz 15.12.2020
Görlitzer Tierpark freut sich über staatlichen Corona-Zuschuss Die SAB vergab 50.000€ Soforthilfe-Zuschuss für Härtefälle Kultur
Auf eine derartige Nachricht hat Tierparkdirektor Dr. Sven Hammer lange gehofft, diese Woche ist sie endlich eingetroffen. Die Sächsische Aufbaubank unterstützt den Naturschutz-Tierpark Görlitz-Zgorzelec mit 50.000€. Dieser Betrag ist die bisher größte Corona-bedingte finanzielle Unterstützung für den Tierpark und hilft, die aktuelle Schließzeit zu überbrücken. Des Weiteren erhält der Tierpark regelmäßig Zuschüsse von Stadt und Landkreis Görlitz sowie dem Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien, um seine kulturellen Aufgaben erfüllen zu können. „Wir sind sehr dankbar, dass Stadt, Landkreis und Kulturraum zuverlässig zu ihren jährlichen finanziellen Zusagen stehen“, meint Sven Hammer. Nachdenklich stimmt ihn der Blick in die Zukunft. „Hoffen wir, dass dies auch im neuen Jahr weiterhin so möglich sein wird. Diese herausfordernde Zeit können wir nur gemeinsam bewältigen.“ Wer indessen den Tierpark unterstützen will, kann momentan eine Futterpatenschaf für die Zootiere abschließen (https://zoo-goerlitz.tivents.app/futter-patenschaften). Zu jeder Patenschaft gibt es spannende Hintergrundinformationen, Einblicke in Diätpläne und Infos zu den tierartspezifischen Bedürfnissen. Bereits mit einem Betrag von 5€ ist beispielsweise die Verpflegung der beiden Goldkopflöwenaffen Sima und Fuego für einen Tag gesichert. Alle Patenschaften sind auch als besonderes Weihnachtsgeschenk mit Urkunde erhältlich. Obwohl es nur „Kleckerbeträge“ sind, bewirken sie in der Masse Großes.

Zoologisch-Botanischer Garten Wilhelma Stuttgart 15.12.2020
Neue Kooperation mit Inselstaat Palau zum Überleben der Pflanzenwelt Wilhelma holt schützenswerte Südsee-Flora nach Stuttgart
Mit einer außergewöhnlichen Kooperation macht sich die Wilhelma daran, der einmaligen Pflanzenwelt eines Inselstaats in der Südsee das Überleben zu sichern. Der Zoologisch-Botanische Garten schlägt mit dem neuen Projekt einen weiten Bogen, der 12.000 Kilometer überspannt, um eine einst enge persönliche Verbindung auf Forscherebene von Bad Cannstatt zu Palau nach über 100 Jahren wieder mit Leben zu füllen. Fachkräfte der Wilhelma assistieren vor Ort bei der Katalogisierung von nur dort wachsenden Pflanzenarten und züchten in Stuttgart diese exotischen Gewächse aus Samen nach, die sie für die Kooperation mit Sondergenehmigung exportieren dürfen. „Die Mehrschichtigkeit spiegelt exakt den typischen Ansatz der Wilhelma“, sagt Direktor Dr. Thomas Kölpin. „Die seltenen Pflanzen werden nicht nur spannend anzusehen sein für die Besucherinnen und Besucher. Sie sind auch umweltpädagogisch wertvoll für die Wilhelma als außerschulischer Lernort. Und in einer Erhaltungssammlung können wir den einmaligen Ausschnitt der Flora für die Welt lebend bewahren.“ Das ist ein entscheidender Fortschritt gegenüber dem Ursprung des Stuttgarter Bezugs zu Palau. Da ging es ausschließlich um die Beschreibung der Pflanzen und so genannte Herbar-Belege, also getrocknete Samen sowie gepresste Blüten und Blätter, die das Naturkundemuseum archiviert hat. Augustin Krämer, Sohn einer alteingesessenen Cannstatter Familie, die hier die Stadtmühle betrieben hatte, gilt als der größte Gelehrte, was die Inselgruppe in Mikronesien betrifft. Sie besteht aus 356 Inseln, hat jedoch mit 18.000 Einwohnern nur ein Viertel der Bevölkerung des Stuttgarter Stadtteils. Ab 1889 hatte Krämer als Marinearzt die Welt bereist und eine Leidenschaft für Zoologie, Botanik und Ethnologie entwickelt. Später als Leiter des Linden-Museums für Völkerkunde in Stuttgart und Gründer eines ethnologischen Instituts an der Universität Tübingen dokumentierte er Land und Leute, Tiere und Pflanzen Palaus für die Nachwelt, weil ihn das zunehmende Verschwinden der Inselkulturen sorgte. Er liegt auf dem Uffkirchhof in Bad Cannstatt begraben. Für Dr. Björn Schäfer, Leiter des Fachbereichs Botanik, hat das Projekt ein besonderes Gewicht: „Wir können mit Palau die Problematik des globalen Klimawandels veranschaulichen anhand eines einzelnen konkreten Orts, der nicht nur die Auswirkungen spürt, wie verstärkte Wetterextreme, sondern im Wortsinne vom Untergang gefährdet ist. Und wir übernehmen dabei auch selbst Verantwortung, um den Totalverlust der endemischen Pflanzen, die auf der ganzen Welt nur dort heimisch sind, zu vermeiden.“ Die Eilande sind meist aus Korallenriffen entstanden, die Kontinentalbewegungen wenige Meter aus dem Wasser gehoben haben. Durch steigende Meeresspiegel drohen sie wieder zu versinken. 134 solcher endemischen Arten sind auf Palau bisher bekannt. Es gibt noch etliche namenlose Arten, die Ann Hillmann Kitalong, Kuratorin des Fachbereichs für Naturkunde im Nationalmuseum Belau, bisher dokumentierte und die auf ihre wissenschaftliche Beschreibung warten. Sie leitet dort auch einen Botanischen Garten. Ihr Sohn Dr. Chris Kitalong analysiert in der Forschungsabteilung des Palau Community-Colleges derweil die in der traditionellen Inselmedizin genutzten Pflanzen. Mit Nationalmuseum und College hat die Wilhelma die dauerhafte Partnerschaft abgeschlossen. Gärtnerin Jasmin Langhammer, die in der Wilhelma die Sammlung aufbaut, hat bei einem dreimonatigen Forschungsaufenthalt Anfang 2020, den ihr die „Stiftung internationaler Gärtnertausch“ ermöglicht hatte, bereits von über 90 der Palau-Raritäten Samen zusammentragen können. „Inzwischen habe ich 20 Arten davon zum Keimen gebracht“, sagt sie. „Die Quote geht, ohne die Original-Klimabedingungen zu haben, in Ordnung. Es bedeutet aber sicher sechs bis acht Jahre Arbeit, bis die Sammlung steht.“ Die 27-Jährige aus Weinstadt bringt dafür Begeisterung und Geduld mit. „Das beidseitige Engagement motiviert mich“, sagt Langhammer. „Palau ist vor allem bei Touristen für sein aquamarines Leben bekannt: Meer und Tiere stehen immer im Blickpunkt. Als wir von außen kommend jetzt auf einmal Interesse an der Pflanzenwelt zeigten, waren die Einheimischen sehr angetan und kooperationsbereit.“ In traumhafter Umgebung bleibt der Beruf Arbeit an einem Ort, wo andere Urlaub machen. „Darin ist es aber mit der Wilhelma vergleichbar“, sagt die Gärtnerin, die im Alltag hier unter anderem die Bepflanzung im Menschenaffenhaus pflegt. „Beruflich ist für mich spannend, was es für eine Vegetation auf Palau gibt – und nur dort: zum Beispiel auf den vorgelagerten Rock Islands den Strauch Bikkia palauensis mit trompetenförmigen Blüten, die ganz fein duften.“ Aufschlussreich sei zudem, wie die Menschen mit dem Ökosystem umgehen und es nutzen. „Bei gesundheitlichen Beschwerden wissen sie genau, wo sie das passende Kraut finden, welches ihnen Linderung verschafft. Nur wenige Pflanzen werden wie in einem Kräutergarten unter riesigen Bäumen gezielt angepflanzt. Die größte Apotheke ist aber die Natur.“ In der Natur an den geeigneten Ort zu kommen, ist aber nicht immer leicht. Ist man erst einmal nacheinander mit dem Jeep, dem Boot und zu Fuß an die unwegsame Fundstelle gelangt, braucht es noch Geschick, um „ernten“ zu können. „Manchmal ging das mit Teleskopscheren, manchmal mussten wir mit Stöcken nach den Früchten werfen“, erzählt Langhammer. „Aber ich musste auch mal per Räuberleiter den Kollegen auf die Schulter klettern, um hoch genug zu kommen, wie beim Calophyllum-Baum.“ Im Gegenzug hat sie in dem rund vier Hektar großen Botanischen Garten Palaus mitgearbeitet und das Konzept der Wilhelma für die Gestaltung von Pflanzenschauen als attraktive Landschaften vermittelt, um mehr Interesse der Besucher zu wecken. Dieses Wissen soll auch in Stuttgart die Anzuchten aus Palau zur Geltung bringen, wenn sie eine ansehnliche Größe erreicht haben und künftig die Südseelandschaft im Aquarium prägen oder eine eigene Schau bekommen.

Tierpark Hellabrunn München 15.12.2020
Elefant Otto beim Schlammbaden
Was gibt es Schöneres, als sich im Matsch zu suhlen? Richtig –Nichts! Das denkt sich auch der kleine Otto: Eine etwa zwei Quadratmeter kleine Pfütze bereitet Elefantenkind Otto die größte Freude. Hier suhlt sich der Kleine ausgiebig im Schlammwasser, lässt es ordentlich spritzen und rollt sich anschließend durch den Sand. Wenn die Tierpfleger das Tor zur großen Sandanlage im Hellabrunner Elefantenhaus öffnen, dauert es nicht lange und Otto macht sich im Laufschritt auf den Weg zu „seiner“ kleinen Schlammpfütze. Die kleine Sandmulde, die die Tierpfleger regelmäßig mit Wasser auffüllen, ist Ottos größter Spaß aktuell – er suhlt sich ausgiebig im Matsch und kann gar nicht genug vom Schlamm bekommen. Dabei spritzt es wild und der kleine Elefantenbulle sieht danach entsprechend schmutzig aus. Und als ob dies noch nicht genug wäre, rollt sich Otto danach genüsslich durch den Sand. Dieses Ritual ist auch für erwachsene Elefanten eine wahre Wellness-Behandlung. Elefanten lieben es, zu baden und sich anschließend mit Sand zu bewerfen. Das sorgt für eine gesunde Haut und schützt vor Sonne. Elefanten haben eine sehr sensible und pflegebedürftige Haut: An manchen Stellen kann die Haut bis zu drei Zentimeter dick sein, an anderen ist sie ganz dünn und der Struktur von menschlicher Haut sehr ähnlich. Außerdem spielt die Haut auch durch Berührungen in der Kommunikation mit anderen Artgenossen eine wichtige Rolle. Im Tierpark Hellabrunn gibt es für die Elefantenherde insgesamt drei große Badebecken, davon zwei auf den Außenanlagen und eines im Haus. Außerdem werden die Elefanten täglich von den Tierpflegern mit einem Wasserschlauch abgespritzt – oft bewerfen sie sich anschließend mit Sand und Stroh.

Zoo Gelsenkirchen 14.12.2020
ZOOM Erlebniswelt Gelsenkirchen freut sich über große Unterstützung Übernahme von Tierpatenschaften hat sich mehr als verdoppelt
In der ZOOM Erlebniswelt hat sich die Zahl der Tierpatenschaften im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Über diese große Unterstützung freut sich der Zoo sehr. „Für die enorme Hilfsbereitschaft möchten wir uns bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern bedanken“, sagt Dr. Hendrik Berendson, Leiter der ZOOM Erlebniswelt. Wer eine Tierpatenschaft übernimmt, leistet einen wichtigen Beitrag für die Tiere und die Arbeit in der ZOOM Erlebniswelt.Aufgrund der coronabedingten Schließungen sowie für die Zeit der Öffnung eingeschränkten Besucheranzahl musste der Zoo in Gelsenkirchen wie auch andere zoologische Einrichtungen erhebliche Einnahmeverluste hinnehmen. „Dass Zoos in dieser schwierigen Zeit von so vielen Menschen Unterstützung erfahren, zeigt die Wertschätzung gegenüber zoologischen Einrichtungen“, so Berendson weiter. Jede Tierpatenschaft erfülle ihren Zweck und das bereits ab 30 Euro.Seit kurzem lassen sich Tierpatenschaften schnell und unkompliziert über den Online Shop der ZOOM Erlebniswelt abschließen. Wer dies bis einschließlich 17. Dezember 2020 tut, sollte seine Urkunde noch pünktlich zum Fest bekommen, da sie am nächsten Tag in die Post geht.Neben den Tierpatenschaften gibt es im Online Shop auch andere tolle Ideen für Weihnachtsgeschenke – etwa Wertgutscheine, Jahreskarten und seit kurzem auch wieder Tageseintrittskarten für die Sommersaison ab 15. März 2021. Diese haben ab Kaufdatum eine Gültigkeit von drei Jahren.Das Team der ZOOM Erlebniswelt wünscht allen Besucherinnen und Besuchern eine schöne Advents- und Weihnachtszeit und freut sich auf ein hoffentlich gesundes Wiedersehen, wenn es wieder möglich ist.

Zoo Hannover 14.12.2020
Au Revoir, Jungs! Tiger-Drillinge ziehen nach Südfrankreich
Es hieß Abschied nehmen im Erlebnis-Zoo Hannover: Die am 12. April 2019 im Dschungelpalast geborenen Tiger-Drillinge Kyan, Jaro und Maxim sind in den Ecozonia Zoo in Salses-le-Château (Südfrankreich) gezogen. Mit ihren 1,5 Jahren haben sich die Jungtiger zu stattlichen Katern entwickelt, die etwa 160 Kilogramm auf die Waage bringen und schon fast die Größe von Tiger-Vater Aljoscha erreicht haben. Zeit, dass die drei nun auf eigenen Pfoten stehen. In Südfrankreich erwartet die Drillinge eine neu gebaute, weitläufige Außenanlage, die sie schon bald erkunden können.„Es ist ein Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, berichtet Tierpfleger Ronny Häusler, der die jungen Tiger von klein auf kennt und begleitet hat. „Wir freuen uns, dass die Jungs ein so schönes neues Zuhause bekommen. Aber wir werden die Rabauken auch vermissen.“ Die Drillinge reisten auf Empfehlung des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) nach Salses-le-Château.Zum Abschied stellten die Tierpfleger Kartons mit dem Schriftzug „Au Revoir“ auf und garnierten sie mit einem Hauch strengen Parfüms, das die drei Tiger besonders gerne riechen. Drum herum verteilten sie Bälle (das Lieblingsspielzeug der jungen Raubkatzen) auf der Außenanlage im Dschungelpalast. Die Kartons hielten nicht lange und wurden in Windeseile umgestoßen. Die Bälle hingegen zeigten sich langlebiger: Jeder Kater versuchte sie auf ganz eigene Weise zu „erlegen“: sie wurden beknabbert, zwischen den Pfoten herumgekugelt, ins Wasser geworfen und untergetaucht, ausdauernd beleckt und durch die Gegend getragen.Kyan, Jaro und Maxim waren der erste Nachwuchs bei den Sibirischen Tigern seit 2003 im Erlebnis-Zoo und der erste Nachwuchs für ihre Eltern, Alexa und Aljoscha. Die beiden kamen auf Empfehlung des EEP nach Hannover und sollten zum Erhalt ihrer bedrohten Art beitragen – taten sie.Sibirischer Tiger – gefährdetDer Sibirische Tiger, auch Amur-Tiger genannt, ist auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als „gefährdet“ eingestuft. In Russland leben nur rund 550 Tiere in der Wildbahn. Die größte Bedrohung für den Sibirischen Tiger ist die Wilderei, der Verlust des Lebensraumes und der Mangel an Beutetieren – Schuld daran ist der Mensch.

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