- „Ein Bericht für eine Akademie“ (ChatGPT)
- „Forschungen eines Hundes“ (ChatGPT)
- „Josephine“ (ChatGPT)
Denkt man an Kafka und Tiergeschichten, muss man unweigerlich an DIE VERWANDLUNG denken. Aber genau diese, vielleicht Kafkas bekannteste Geschichte überhaupt, ist in TIERGESCHICHTEN nicht enthalten.

Franz Kafka ist zweifellos einer der maßgeblichen deutschsprachigen Schriftsteller der Moderne. Seine oft dunklen, rätselhaften Geschichten und Parabeln mit ihrer unverwechselbaren Sprache fordern und faszinieren uns immer wieder aufs Neue. Der vorliegende Band versammelt Erzählungen, die von Tieren handeln oder aus deren Sicht geschrieben sind; z. B. die »Kleine Fabel«, »Forschungen eines Hundes«, »Ein Bericht für eine Akademie« und »Der Geier«. Ergänzt werden die Texte durch Fragmente aus Kafkas Tagebüchern.
Aber abgesehen von DIE VERWANDLUNG sind (meines Wissens) alle bekannten Tiergeschichten Kafkas vertreten:
Bericht für eine Akademie
Tier: Affe (genannt „Rotpeter“)
Inhalt: Ein Affe erzählt vor einer wissenschaftlichen Akademie, wie er sich durch Anpassung an den Menschen „zivilisiert“ hat.
Themen: Assimilation, Identitätsverlust, Anpassung als Überlebensstrategie.
Josephine, die Sängerin oder Das Volk der Mäuse
Tier: Mäuse (anthropomorphisiert)
Inhalt: Die Geschichte beschreibt die einzige Sängerin unter einem Volk von Mäusen.
Themen: Kunst, Individualität, Gemeinschaft, Erinnerung.
Forschungen eines Hundes
Tier: Hund
Inhalt: Ein Hund beschreibt seine philosophischen Überlegungen und die „Forschung“ nach den Ursprüngen seines Daseins.
Themen: Erkenntnistheorie, Isolation, religiöse oder wissenschaftliche Sinnsuche.
Kleine Fabel
Tier: Maus
Inhalt: Eine kurze Parabel über eine Maus, die merkt, dass sie in eine Falle läuft, je weiter sie voranschreitet.
Schlusssatz: „Dann muß ich mich also in die Falle setzen?“ – „Du brauchst nur die Richtung zu ändern.“
Schakale und Araber
Tiere: Schakale
Inhalt: Ein Europäer wird von Schakalen gebeten, ihnen bei der Vernichtung der Araber zu helfen.
Themen: Kulturkonflikt, Zivilisationskritik, Projektion von Feindbildern.
Ein Kreuzung
Tier: Fabeltier (Mischwesen, teils Lamm, teils Kätzchen)
Inhalt: Der Erzähler beschreibt ein tierisches Wesen, das er besitzt – halb Tier, halb Monster.
Themen: Unheimlichkeit, Hybridität, Verantwortung.
Der Bau
Tier: Nicht näher benanntes Tier, vermutlich ein Dachs oder Maulwurf
Inhalt: Ein Wesen berichtet von seinem komplexen unterirdischen Bau und seinen paranoiden Verteidigungsmaßnahmen.
Themen: Angst, Kontrolle, Selbstisolation.
Der Geier
Tier: Geier
Inhalt: Der Erzähler berichtet, dass ein Geier ihm die Füße zerhackt. Ein Passant bietet Hilfe an und will ein Gewehr holen, um den Vogel zu erschießen.
Themen: Sinnlose Gewalt, Schuld, Selbstzerstörung
Dazu noch Fragmente und Notizen mit Tierbezug (wobei der Tierbegriff oft auch sehr abstrakt ist und man auch bei seinen Geschichten nicht immer erkennen kann, welches Tier Kafka im Kopf vorschwebt, manches bleibt der Fantasie des Lesers überlassen)
Franz Kafka (* 3. Juli 1883 in Prag, Österreich-Ungarn; † 3. Juni 1924 in Kierling, Österreich) war ein österreichisch-tschechoslowakischer Schriftsteller. Er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Prager deutschen Literatur und der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts…
Meine erste Berührung mit Kafka hatte ich in der Schule … damals ging es um DIE VERWANDLUNG. Wirklich etwas anfangen konnte ich mit der Geschichte nichts, weshalb ich mich jahrzehntelang nicht weiter um kafka gekümmert habe. Bis … es eine Verfilmung seines Lebens gab, die mich dann doch wieder zu Kafka führte. Und die Verbindung von Kafka und Tieren fand ich interessant … bis ich die TIERGESCHICHTEN (und danach DIE VERWANDLUNG) gelesen habe. So ganz konnte ich mit dem Stil der Geschichten und den Geschichten selbst wenig anfangen. Und da ich kein abgeschlossenes Literaturstudium habe ergibt sich mir Kafkas Ruhm nicht. Manche seiner Geschichten mögen absurd wirken (eigentlich alles, was man in den TIERGESCHICHTEN findet, manches ist schon sehr seltsam), gleichzeitig dafür auch für den modernen Leser nicht wirklich greifbar. Wer von Kafka noch nie gehört hat und niedliche Tiergeschichten erwartet sollte die Finger davon lassen. Kafkaesk ist alles, nur nicht niedlich.
Ein Buch für alle, die Kafka aus einer ungewöhnlichen Perspektive lesen wollen – verstörend, klug und nachhaltig beeindruckend. Aber eben auch schwer einzuordnen und begreifbar.
Kafkas Sprache ist klar, fast nüchtern. Die scheinbar sachliche Erzählweise kontrastiert mit den existenziellen Abgründen, die sich in den Texten auftun. Besonders eindrucksvoll ist, wie Kafka das Verhältnis von Individuum und Gemeinschaft beleuchtet: In „Josefine“ bleibt etwa ungewiss, ob die Sängerin tatsächlich außergewöhnlich ist – oder ob die Gemeinschaft sie erst dazu macht.
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(Rezensionsexemplar)
Der Vollständigkeit halber habe ich danach auch DIE VERWANDLUNG gelesen.
Die Verwandlung ist eine im Jahr 1912 entstandene Erzählung von Franz Kafka. Die Geschichte handelt von Gregor Samsa, dessen plötzliche Verwandlung in ein „Ungeziefer“ die Kommunikation seines sozialen Umfelds mit ihm immer mehr hemmt, bis er von seiner Familie für untragbar gehalten wird und schließlich zugrunde geht.
Mit einem Umfang von rund 70 Druckseiten handelt es sich um die längste der von Kafka für abgeschlossen gehaltenen und zu seinen Lebzeiten veröffentlichten Erzählungen. Der Text wurde zunächst 1915 im Oktoberheft der Zeitschrift Die weißen Blätter unter der Redaktion von René Schickele veröffentlicht. Die Erstausgabe in Buchform erschien im Dezember 1915 in der Reihe Der jüngste Tag, herausgegeben von Kurt Wolff. Von Kafkas übrigen Werken wurden nur dessen Romanfragmente in vergleichbarem Ausmaß rezipiert.
Die Geschichte von Gregor Samsa, der sich eines Morgens in ein Ungeziefer verwandelt, entfaltet in nüchterner Sprache eine beklemmende Welt der Entfremdung. Besonders erschütternd ist nicht die (unerklärte) Verwandlung selbst, sondern die Reaktion seiner Familie, die ihn zunehmend als Last empfindet. Kafka zeigt, wie schnell menschliche Beziehungen unter Druck zerbrechen. Die klare, präzise Erzählweise verstärkt die Wirkung des Absurden. Es ist eine tragische Erzählung, eine Parabel über Isolation, Identität und den Verlust von Würde. Im Vergleich zu den anderen Tiergeschichten vielleicht jene, die am zugänglichsten ist.
KAFKA wird wohl nicht mein Lieblingsautor. Auch wenn einige seiner Werke interessant klingen, so fürchte ich, dass die Umsetzung weniger meiner Geschmack trifft.
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Absurde, surreale Geschichten … eigentlich genau das, was mich anspricht, doch KAFKA gehört nicht dazu.




