Zoo Hof 03.04.2026
Der Osterhase im Zoo? Zootier des Monats April: Kaninchen
Ein Hase, der bunte Eier legt? Die Idee vom „Osterhasen“ hat eine lange Tradition und mehrere mögliche Ursprünge. Das Ei gilt seit Jahrhunderten als Symbol für Leben und Neubeginn. Während der christlichen Fastenzeit waren Eier früher tabu – die Hühner legten jedoch weiter. Um sie haltbar zu machen, wurden sie gekocht und zur Unterscheidung oft eingefärbt. Der Hase wiederum stand schon früh als Symbol für Fruchtbarkeit. Einer der ersten schriftlichen Hinweise stammt aus dem Jahr 1682: Darin wird beschrieben, wie ein „Osterhase“ Eier versteckt, die Kinder anschließend suchen dürfen – ein Brauch, der sich bis heute gehalten hat. Zoologisch gesehen ist das Ganze allerdings ein kleines Missverständnis: Der Osterhase ist in der Vorstellung zwar ein Hase – im Alltag hoppelt er aber meist als Kaninchen durchs Bild. Das liegt schlicht daran, dass Feldhasen echte Wildtiere sind und – im Gegensatz zu Kaninchen – nicht domestiziert wurden. Sie lassen sich weder halten noch für Fotos inszenieren. Kaninchen sind da deutlich unkomplizierter und damit die eigentlichen Stars jedes Oster-Shootings. Im Zoo Hof stehen in diesem Monat zwei besondere, bedrohte Hauskaninchenrassen im Mittelpunkt: Sachsengold-Kaninchen und Deutsche Riesen. Das Sachsengold-Kaninchen ist eine kompakte, kräftige Rasse mit auffälligem, warmem rotgoldenem Fell. Mit einem Gewicht von rund 2,5 bis 3 Kilogramm gehört es zu den kleineren Vertretern. Besonders erfreulich: Aktuell gibt es bei unseren Sachsengold-Kaninchen Nachwuchs zu beobachten – passend zur Osterzeit ein echtes Highlight. Die Deutschen Riesen machen ihrem Namen alle Ehre. Sie zählen zu den größten Kaninchenrassen überhaupt und erreichen häufig Gewichte von acht Kilogramm und mehr – unser Bock bringt sogar über 10 Kilogramm auf die Waage. Entsprechend imposant wirken die Tiere. Warum sich der Zoo Hof mit solchen Rassen beschäftigt? Weil viele alte Haus- und Nutztierrassen zunehmend selten werden. Verschwinden sie, geht auch ein Stück genetische Vielfalt verloren. Mit der Haltung und Zucht unserer Kaninchen leisten wir einen Beitrag zum Erhalt dieser besonderen Rassen und zur Bewahrung genetischer Vielfalt. Über die Osterfeiertage ist bei uns richtig was los: Durchgehend finden kommentierte Fütterungen mit spannenden Einblicken statt. Am Ostersonntag und Ostermontag warten zusätzlich Osterhase, Hüpfburg, Spielmobil, Bastelaktionen und Kinderschminken auf unsere kleinen Gäste. Ein Besuch lohnt sich gerade jetzt: Wer dem „Osterhasen“ einmal ganz genau auf die Pfoten schauen möchte, hat im Zoo Hof die beste Gelegenheit dazu.
Alpenzoo Innsbruck 03.04.2026
Glück im Unglück: Brand am Fröschlhaus des Alpenzoo
Heute, am Freitag den 3.4. kam es am Fröschl-Haus des Alpenzoo zu einem Brandereignis. Dank des raschen Eingreifens der Mitarbeiter und Einsatzkräfte konnte Schlimmeres verhindert werden. Die meisten der betroffenen Tiere, Seefrosch & Dreistacheliger Stichling haben den Brand glücklicherweise unbeschadet überstanden. Dennoch bleibt das Fröschl-Haus bis auf Weiteres aus Sicherheitsgründen für Besucherinnen und Besucher gesperrt. Der Alpenzoo arbeitet derzeit intensiv an der Klärung der Brandursache sowie an den notwendigen Maßnahmen zur Wiederherstellung des betroffenen Bereichs. Wir danken allen beteiligten Einsatzkräften für ihren schnellen und professionellen Einsatz. Weitere Informationen folgen, sobald neue Erkenntnisse vorliegen.
Zoo Hof 02.04.2026
in Hof gibt es ein neues Highlight für Familien: Passend zum Start der Osterferien ist im Zoologischen Garten Hof ein neuer Spielplatz entstanden, der ab sofort von kleinen Besuchern erobert werden kann.
Mitten im Zoo, gegenüber dem Café auf der großen Spielwiese, lädt der neue Spielbereich mit vielfältigen Elementen zum Klettern, Entdecken und Austoben ein – und das alles in einem sicheren Umfeld. Besonders ist, dass der Spielplatz gezielt in die Zoopädagogik eingebunden wird und bei interaktiven Führungen für Kinder genutzt werden kann. So wird Spielen und Lernen auf ganz natürliche Weise miteinander verbunden. Über die Osterfeiertage hinweg finden durchgehend Fütterungen statt, bei denen Tierpfleger spannende Einblicke in die Tierwelt geben. Am Ostersonntag und Ostermontag sorgen außerdem Osterhase, Hüpfburg, Spielmobil, Bastelaktionen und Kinderschminken für besondere Erlebnisse. Auch im neuen Café gibt es viel zu entdecken . Ein Besuch im Zoo Hof lohnt sich damit gerade jetzt besonders.
Zoo Leipzig 02.04.2026
Vogelwelten Amazonien und Loriversum sind eröffnet
Einzigartiger Lebensraum für Aras und Loris Im Loriversum, der Gemeinschaftshaltung von südost- und ostasiatischen Vogelarten, werden die in ihrem asiatischen Lebensraum stark gefährdeten Forstenloris mit bis zu 100 Individuen den Ton angeben. Die 540 qm große und 10 Meter hohe Voliere befindet sich inmitten der Erlebniswelt Asien und ist auch ein Zuhause für Blaukappenhäherlinge, Seram-Edelpapageien, Rosakopf-Fruchttauben und Rotbug-Krontauben, die größten Tauben der Welt. Die vom Aussterben bedrohten Blaukehlaras stellen die Leitvogelart der Gemeinschaftsvoliere Amazonien. Die Gestaltung der 830 qm großen Voliere ist dem südamerikanischen Regenwald nachempfunden, betreten wird sie durch einen Urwaldriesen. Im 10 Meter hohen Flugraum lassen sich unter anderem Grünflügelaras, Blaulatzsittiche, Schwarzohrpapageien, Jamaikaamazonen und Sonnensittiche aus verschiedenen Perspektiven beobachten. Als Besonderheit dieser Voliere gilt die Hochzeitsvoliere, in der Blaukehlaras auf Partnersuche gehen können. Die neuen Vogelwelten, die innerhalb von 16 Monate entstanden sind, liegen im zentralen Bereich des Zoos anstelle der ehemaligen Sittich-, Pinguin- und Bartaffenanlagen und fügen sich nahtlos in den als Gesamtkonzept entworfenen „Zoo der Zukunft“ ein. Als verbindendes Element werden sie zukünftig einen Übergang zwischen den geplanten Asiatischen Inselwelten und der Erlebniswelt Südamerika bilden. Die Baukosten belaufen sich auf 5,4 Millionen Euro. Die Eröffnung der Vogelwelten ist zugleich auch der Auftakt in das Osterwochenende und die sich anschließenden Osterferien. In diesem Zeitraum erwarten zahlreiche Aktionen rund um die neuen Volieren unsere Gäste bei ihrem Zoobesuch.
Opel-Zoo Kronberg 02.04.2026
Osterkamel statt Osterhase
Trampeltier ‚Chuck‘ am 29. März 2026 geboren Pünktlich zu den Osterferien wurde im Opel-Zoo nach dem Jungtier bei den Elefanten „‘Kaja‘, geboren am 27. Mai 2025, und den Netzgiraffen ‚Mumbi‘, geboren am 22. Februar 2026, ein weiteres Jungtier bei den Großtieren geboren: Am Sonntag, dem 29. März brachte das Muttertier Emily ihren männlichen Nachwuchs zur Welt, dem die Tierpfleger den Namen ‚Chuck‘ gaben. Die Geburt verlief problemlos und das Hengstfohlen trinkt gut. Es ist nun regelmäßig im Vorgehege auf der Außenanlage zu sehen – oftmals noch liegend und schlafend, um Kräfte zu sammeln, häufig aber auch bereits neugierig die Umgebung erkundend, stets gut beschützt von seiner Mutter.
Das Trampeltier war ursprünglich in großen Teilen der asiatischen Steppe verbreitet. Wie auch die Wildform des Dromedars wurden die Trampeltiere bereits vor mehreren tausend Jahren vom Menschen domestiziert. So entstanden Haustierrassen, die bis heute als Reit- und Lastentiere, aber auch zur Produktion von Milch, Wolle und Fleisch genutzt werden. Zugleich wurden die domestizierten Rassen von Dromedar und Trampeltier weltweit verbreitet und sind teilweise wieder verwildert. Um die wilden Verwandten steht es leider nicht ganz so gut. Das wilde Dromedar ist vermutlich schon vor über 2000 Jahren ausgestorben, während die Wildform des Trampeltiers heute mit nur ca. 1000 lebenden Individuen in China und der Mongolei eine der am stärksten bedrohten großen Säugetierarten ist. Umfassende Informationen über Kamele im Allgemeinen und die Altweltkamele Dromedar und Trampeltier im Besonderen finden die Zoobesucher auf großen Tafeln an den Gehegen. Auch die Anpassung an ihre unwirtlichen Lebensräume in Wüsten und Halbwüsten ist auf diesen Tafeln anschaulich dargestellt.
Tiergarten Kleve 02.04.2026
Große Sprünge in Kleve
Tiergarten Kleve begrüßt erste Bennettkängurus – Australisches Outback pünktlich zu Ostern eröffnet Pünktlich zu Ostern gibt es im Tiergarten Kleve tierischen Zuwachs: Die ersten Bennettkängurus sind eingezogen. Die beiden weiblichen Tiere stammen aus dem Tierpark Altenfelden in Österreich und sind am Sonntag, den 29. März, wohlbehalten in ihrem neuen Zuhause angekommen. In den vergangenen Wochen wurde intensiv an der Umgestaltung der ehemaligen Przewalskianlage gearbeitet. Handwerker, Gärtner sowie das ehrenamtliche „Team Tiergarten“ haben die Anlage mit viel Engagement in eine naturnahe australische Outback-Landschaft verwandelt. Diese bietet den neuen Bewohnerinnen nun ein passendes und attraktives Zuhause. „Mit den Bennettkängurus holen wir ein Stück Australien nach Kleve und schaffen für unsere Besucher ein ganz besonderes Erlebnis“, erklärt Tiergartenleiter Dr. Martin Polotzek. „Mein großer Dank gilt allen Beteiligten, die mit viel Einsatz diese neue Anlage möglich gemacht haben.“ Bennettkängurus, auch Rotnackenwallabys genannt, stammen ursprünglich aus dem südöstlichen Australien und Tasmanien. Sie gehören zu den mittelgroßen Känguruarten und können Sprünge von mehreren Metern Länge erreichen. Charakteristisch ist ihr rötlich gefärbter Nacken, der ihnen ihren Namen verleiht. Als Pflanzenfresser ernähren sie sich hauptsächlich von Gräsern, Kräutern und Blättern und sind besonders in den frühen Morgen- und Abendstunden aktiv. Die beiden Känguru-Weibchen befinden sich aktuell noch in der Eingewöhnungsphase. Sobald diese abgeschlossen ist, wird die Anlage für Besucher begehbar sein. „Dann können unsere Gäste gewissermaßen nach Down Under reisen und die Kängurus hautnah erleben“, so Dr. Polotzek weiter. Bereits jetzt sind die Tiere jedoch für die Besucher des Tiergartens sichtbar und können aus nächster Nähe beobachtet werden. In den kommenden Wochen ist zudem weiterer Zuwachs geplant: Weitere Bennettkängurus aus anderen Zoos sollen nach Kleve kommen und die Gruppe verstärken. „Wir freuen uns sehr, unseren Besucherinnen und Besuchern dieses neue Highlight präsentieren zu können – besonders jetzt zur Osterzeit“, sagt Dr. Polotzek. „Die Kängurus sind ein wunderbarer Botschafter für die Tierwelt Australiens.“
Zoo Zürich 02.04.2026
BALZEN, BAGGERN, BRÜTEN – DIE VOGELWELT IM ZOO STEHT DERZEIT KOPF
Die Natur folgt dem Rhythmus der Jahreszeiten. Im Frühling herrscht Aufbruchsstimmung. Das gilt auch für die Vogelwelt im Zoo Zürich, die zurzeit besonders aktiv ist. Überall wird gebalzt, genestelt, gebrütet und aufgezogen. Faszinierend zu beobachten ist dabei der Aufwand, den die Tiere teilweise betreiben. Mit prall geschwellter Brust tänzelt das Blaubrust-Krontauben-Männchen laut gurrend um das Weibchen herum. Seinen mit einer Federkrone geschmückten Kopf wirft er dabei immer wieder schwungvoll Richtung Boden. Beide Tiere stehen mitten im Freiflugbereich der Forschungsstation. Die zahlreichen Zoogäste, die das Spektakel mit gebührendem Abstand und sichtlich fasziniert beobachten, scheint der imposante Vogel – mit rund 75 cm Gesamtlänge gehört die Art zu den grössten Tauben der Welt – gar nicht wahrzunehmen. Er ist völlig in seine beeindruckende Performance vertieft. Teils immenser Aufwand Solche und ähnliche Balzrituale lassen sich derzeit häufiger beobachten. Die viel zitierten «Frühlingsgefühle» wecken nicht nur die Lebensgeister bei uns Menschen. Wenn die Temperaturen langsam steigen und die Tage wieder länger werden, beginnen auch im Zoo viele Vogelarten mit der Balz, dem Nestbau und der Jungenaufzucht. Um ihre Gene zu verbreiten und den Fortbestand der Art durch die erfolgreiche Aufzucht möglichst vieler gesunder Küken zu sichern, betreiben Vögel teilweise einen immensen Aufwand. So investieren sie einerseits viel Ressourcen in ihre Optik. Das gilt für Männchen – aber auch einige Vogelweibchen verändern zur Brutzeit ihr Aussehen. Ebenfalls kräftezehrend ist der möglichst perfekte Auftritt: Es wird getänzelt, gewackelt, das Federkleid aufgeplustert, der Kopfschmuck in Szene gesetzt, gegurrt, gesungen und geflattert. All das, um sicherzustellen, dass der oder die Vitalste des anderen Geschlechts sie auserwählt. Denn das verspricht den grössten Fortpflanzungserfolg. Mehr ist mehr So wächst die Schleppe bei Pfauen – bei uns im Zoo leben Blaue Pfauen (Pavo cristatus) – jedes Jahr neu. Immer nach der Balz fallen die Federn mit der Mauser aus und müssen neu produziert werden. Je fitter und gesünder die Männchen sind, desto üppiger die Federn und grösser die Augenflecken am Ende jeder Feder. Eine Beobachtungsstudie konnte zeigen, dass Weibchen sich im Schnitt mehrere Partner anschauen und sich dann oft für denjenigen mit dem grössten Rad und den grössten Augenflecken entscheiden. Auf Optik setzt auch der im Masoala Regenwald lebende und in der Natur stark bedrohte Dickschnabelreiher (Ardeola idae). Jeweils zur Brutzeit tauschen sowohl Männchen als auch Weibchen ihr komplettes Federkleid. Aus unscheinbarem Braun wird dann prächtiges Weiss. Sogar der Schnabel wechselt seine Farbe und leuchtet dann knallig blau. Auch hier gilt: Je strahlender die Farben und je imposanter der Gesamtauftritt, desto klarer signalisiert der Vogel, dass er vital und damit eine Paarung und Brut mit ihm vielversprechend ist. Verschiedene Konzepte, ein Ziel Doch nicht nur in Optik und Auftritt wird investiert. Nestbau, Brut und Jungenaufzucht müssen auch erfolgreich sein, damit am Ende die eigenen Gene weiterverbreitet werden. Mähnenibisse (Lophotibis cristata) beispielsweise bauen verhältnismässig grosse Nester und schleppen dafür Unmengen an Ästen heran. Weil das Material im Masoala Regenwald dafür knapp werden kann, stellt das Tierpflege-Team während der Brutzeit an verschiedenen Stellen abgenagte Zweige aus anderen Tierbereichen, beispielsweise von den Giraffen, zur Verfügung. Zudem teilen sich Mähnenibisse die Arbeit. Beide bauen, beide brüten, beide versorgen den Nachwuchs – echtes Teamwork. Aufgabenteilung herrscht auch bei den Madagaskarturteltauben (Nesoenas picturatus). Allerdings mit unterschiedlicher Gewichtung. Das Männchen brütet tagsüber. Das Weibchen nutzt die Zeit, sich nach dem Eier legen, wieder Kraftreserven anzufressen. Ihm bleibt so nur ein kleines Zeitfenster zum Fressen am Morgen und am Abend – nachts sehen Tauben schlecht und es lauern Fressfeinde. Volle Aufopferung für den Nachwuchs also. Rotstirn-Blatthühnchen (Jacana jacana) dagegen setzen auf Masse. Nicht das Männchen paart sich mit möglichst vielen Weibchen, sondern das Weibchen hält sich einen Harem mit bis zu vier Männchen. Sie paart sich mit allen, alle Männchen paaren sich nur mit ihr. Im Idealfall entstehen vier Nester mit je vier Eiern. Wird ein Gelege zerstört, legt sie direkt nach. Eier legen im Akkord, ein unglaublicher Kraftakt. Weil da keine Reserven mehr übrigbleiben, sind die Männchen der Rotstirn-Blatthühnchen wahre Super-Papas. Der Bau der Schwimmnester, das Ausbrüten und die Aufzucht – alles reine Männersache. Win-Win auf allen Ebenen Die Vogelwelt des Zoos bietet aktuell täglich viele spannende Erlebnisse und Momente zum Staunen. Was Zoogäste fasziniert, ist für die Tiere dagegen schlicht natürliches Verhalten. Und für den Zoo ist Nachwuchs die Basis einer stabilen Reservepopulation als Versicherung für die wildlebenden Artgenossen ausserhalb des natürlichen Lebensraumes und damit relevant für den Arterhalt und die gesteckten Artenschutz-Ziele.
Zoologisch-Botanischer Garten Wilhelma Stuttgart 01.04.2026
Nachwuchs bei den Emus in der Wilhelma Gestreifte Osterküken aus dunkelgrünen Eiern
Kurz vor dem Osterfest sind in der Wilhelma Osterküken der außergewöhnlichen Art zur Welt gekommen: Die frisch geschlüpften Küken gehören zum Emu, der nach dem Afrikanischen Strauß zweitgrößten lebenden Vogelart der Erde. Die dunkelgrün gefärbten Eier, aus denen die Küken geschlüpft sind, entsprechen in Größe und Gewicht in etwa dem 10-bis 15-fachen eines Hühnereis. Charakteristisch für Emu-Küken ist ihr gestreiftes Gefieder, welches in den natürlichen Lebensräumen der Art eine überlebenswichtige Tarnfunktion mit sich bringt. Anders als bei den meisten Vogelarten übernimmt ausschließlich das Emu-Männchen die Bebrütung der Eier, die oft von mehreren Weibchen in die gleiche Nistmulde gelegt werden. Über einen Zeitraum von rund acht Wochen verlässt der Hahn das Gelege kaum, reduziert seine Nahrungsaufnahme stark und sorgt kontinuierlich für die notwendige Temperatur und den Schutz der Eier. In der Wilhelma mussten dieses Frühjahr aber die Tierpflegerinnen und Tierpfleger nachhelfen. Vogel-Kurator Andreas Frei erklärt: „Unser Emu-Hahn ist ein erfahrener Vater. Er hat schon erfolgreich gebrütet und Jungvögel großgezogen. Wir waren daher sehr überrascht, als er seine Brut dieses Mal nach mehreren Wochen aufgab. Daher mussten wir die bereits angebrüteten Eier in unsere Obhut nehmen und in der Brutmaschine ausbrüten. Da wir für die Jungvögel im Innenbereich der Freiflugvolieren ein Aufzuchtgehege eingerichtet haben, können unsere Besucherinnen und Besucher die Emu-Küken durch eine Fensterscheibe aus nächster Nähe beobachten.“ In ihrer australischen Heimat besiedeln Emus vor allem offene Landschaften wie Savannen, Buschland und lichte Wälder. Als flugunfähige Laufvögel haben sie sich evolutionär an ein Leben am Boden angepasst. Ihre Nahrung ist vielfältig und umfasst neben pflanzlichen Bestandteilen auch Insekten.
Tiergarten Nürnberg 01.04.2026
Delfinlagune wieder geöffnet: Außenbecken erfolgreich saniert
Die Sanierung der Außenbecken der Lagune im Tiergarten Nürnberg ist erfolgreich abgeschlossen. Nach dem Rückbau der Bauschutzhalle sind die Großen Tümmler wieder in der Lagune zu sehen und die Besuchertribünen stehen wieder vollständig zur Verfügung. Im Zuge der Arbeiten wurden zudem Beleuchtungs und die Audioanlagen modernisiert: Sie entsprechen nun den aktuellen Arbeitsrichtlinien und wurden zusätzlich um eine Beleuchtung für das große Becken erweitert. Die für die Sanierung der Außenbecken vorgesehenen Kosten in Höhe von rund zwei Millionen Euro wurden eingehalten. Die Arbeiten haben nicht nur Mängel aus der Entstehungszeit der Lagune behoben, sondern bringen einen sicht und hörbaren Mehrwert für die Besucherinnen und Besucher des Tiergartens. Begleitend zu den Sanierungsarbeiten haben Tiergartenmitarbeitende neben der Installation der Beleuchtungs und Audioanlagen auch die Bepflanzung an der Besuchertribüne neugestaltet. Neue Handläufe an den Besuchertribünen erleichtern zudem deren Nutzung für Menschen mit Gehbeeinträchtigungen. Ebenso haben sie tiergärtnerische Veränderungen umgesetzt, welche die – in Deutschland einzigartige – gemeinsame Haltung von Seelöwen und Delfinen nach höchsten Standards ermöglicht. Die Lagune für Delfine und Seelöwen im Nürnberger Tiergarten wurde 2011 eröffnet. In den Folgejahren zeigten sich jedoch verschiedene bauliche Mängel an den Lagunenbecken, insbesondere am undicht ausgeführten Beckenkopf. Um die langfristige Funktionsfähigkeit zu gewährleisten, waren daher umfassende Sanierungsmaßnahmen erforderlich. Diese wurden vom städtischen Hochbauamt in enger Zusammenarbeit mit dem Tiergarten sowie unter veterinärmedizinischer Abstimmung und Aufsicht umgesetzt. Bereits 2022 wurde im Vorfeld der Arbeiten eine temporäre Bauschutzhalle über den Trainingsbecken errichtet. Den Auftakt der eigentlichen Sanierungsarbeiten bildete 2024 die Pilotsanierung des Beckens 6, gefolgt von der Beckenkopfsanierung der übrigen Außenbecken im Jahr 2025. Für die Sanierung fanden im Vorfeld intensive Voruntersuchungen statt und es wurden Versuchsaufbauten für die Sanierung des Beckenkopfs erprobt. Dies ermöglichte eine günstigere Sanierung der restlichen Becken. Die Sanierung der Außenbecken stellte eine von mehreren Maßnahmen an der Lagune dar. Abschließende Arbeiten an den Außenanlagen und im Technikgebäude finden noch hinter den Kulissen statt. Nach Abschluss aller Arbeiten belaufen sich die Gesamtkosten wie ursprünglich geplant auf rund 5,9 Millionen Euro. „Entgegen vieler Befürchtungen ist es dem Hochbauamt in akribischer Kleinarbeit gelungen, den notwendigen Umfang der Arbeiten an der Lagune so zu gestalten, dass über die Jahre hinweg gesehen der Kostenrahmen eingehalten wurde. Am Ende waren die Aufwendungen sogar nicht wesentlich höher als der ohnehin notwendige Bauunterhalt gewesen wäre. Wenn auch Planungsprozesse ihre Zeit benötigen, so war diese Zeit hier doch sehr gut angelegt“, sagt Planungs und Baureferent Daniel F. Ulrich.
Zoo Innsbruck 01.04.2026
Alpenzoo startet nachhaltigen „Ziegen-Rasenmäher-Verleih“
Der Alpenzoo Innsbruck geht neue Wege in Sachen Nachhaltigkeit und präsentiert ein innovatives Pilotprojekt: den ersten „Ziegen-Rasenmäher-Verleih“ Tirols. Ab sofort haben Privatpersonen, Unternehmen und Gemeinden die Möglichkeit, sich Ziegen auszuleihen, um Grünflächen auf umweltfreundliche Weise pflegen zu lassen. „Unsere Ziegen sind wahre Multitalente“, erklärt Zoodirektor Dr. André Stadler augenzwinkernd. „Sie arbeiten emissionsfrei, sind äußerst gründlich und kümmern sich sogar um schwer zugängliches Gelände, wo der normale Rasenmäher versagt.“ Neben der ökologischen Komponente punktet der Service auch mit seinem Unterhaltungswert: „Unsere Ziegen sind nicht nur effizient, sondern auch sehr kommunikativ“, heißt es weiter. Interessierte können zwischen verschiedenen „Mähpaketen“ wählen: Basic: Eine Ziege für kleinere Flächen Pro: Zwei Ziegen für mittlere Herausforderungen Premium: Eine ganze Ziegen-Herde für besonders ambitionierte Projekte Einzige Voraussetzung: ausreichend frisches Grün und eine gewisse Toleranz gegenüber gelegentlichem Meckern. Der Alpenzoo weist darauf hin, dass es sich um ein streng limitiertes Angebot handelt und empfiehlt eine frühzeitige Reservierung. Kontakt für Rückfragen: Alpenzoo Innsbruck Abteilung „Ziegen-Rasenmäher-Verleih“ E-Mail: maehservice@alpenzoo.at
Zoo Berlin 31.03.2026
Zoo Berlin verabschiedet einen Giganten Flusspferd Kathi verstorben
Im hohen Alter von 50 Jahren ist Flusspferd Kathi am 30. März im Zoo Berlin gestorben. Über Jahrzehnte hinweg gehörte sie zu den bekanntesten Tieren des Zoos. In letzter Zeit stand sie unter verstärkter Beobachtung des Tierärzteteams, da sie altersbedingt Arthrose in den Gliedmaßen entwickelte. Durch eine optimale Versorgung mit passender Nahrung, eine angepasste Umgebung sowie umfassende veterinärmedizinische Betreuung erreichen Tiere in zoologischen Gärten häufig ein deutlich höheres Alter als in ihrem natürlichen Lebensraum. „Mit 50 Jahren erreichte Kathi ein Lebensalter, das für Flusspferde außergewöhnlich hoch ist“, erklärt Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem. „Ihr Verlust geht dem gesamten Team dennoch sehr nahe“, ergänzt er. In den letzten Tagen wirkte das Flusspferd geschwächt und verbrachte ungewöhnlich viel Zeit im Wasser. Die genaue Todesursache wird derzeit im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) untersucht. Kathi wurde am 17. Mai 1975 im Silesian Zoological Park in Chorzów (Polen) geboren und lebte seit 1997 in Berlin. Mit 50 Jahren zählte sie zu den ältesten Säugetieren im Zoo Berlin. Die Flusspferdkuh brachte in Berlin viermal Nachwuchs zur Welt: Emilio (geb. 2000), Witha (geb. 2008), Lotty (geb. 2010), und Max (geb. 2012). Damit trug sie entscheidend zur erfolgreichen Flusspferdhaltung in der Hauptstadt bei. Flusspferde nehmen einen besonderen Platz im Herzen der Berliner*innen ein und blicken auf eine lange Tradition im ältesten deutschen Zoo zurück, in dem die Tierart bereits seit 1874 gehalten wird. Die verbleibenden Flusspferde Bouli (13), Nala (14) und Willi (Jahrgang 2025) verweilten nach Kathis Tod kurzzeitig in ihrer Nähe. Flusspferde zählen zu den größten an Land lebenden Säugetieren und verbringen einen Großteil ihres Lebens im Wasser, wo sie ihren massigen Körper kühlen und ihre empfindliche Haut vor Austrocknung schützen. Trotz ihres oft ruhig wirkenden Erscheinungsbildes gelten sie als sehr territorial und zählen zu den gefährlichsten Tieren Afrikas. Auf der Roten Liste der IUCN gelten Flusspferde als „gefährdet“. Innerhalb der letzten zehn Jahre ist der Bestand der Flusspferde um schätzungsweise 10 bis 20 Prozent zurückgegangen. Hauptbedrohungsfaktoren sind Wilderei sowie der fortschreitende Verlust ihres Lebensraumes. Ihre sozialen Strukturen, ihr ausgeprägtes Kommunikationsverhalten und ihre enge Bindung innerhalb der Gruppe machen sie zu ebenso faszinierenden wie komplexen Tieren.
Tierpark Nordhorn 31.03.2026
Erfolgreicher Liebesurlaub in Tschechien – Hochbedrohter Amurleopard Baikal Vater von drei Welpen
Der Amurleopard Baikal aus dem Tierpark Nordhorn war in den letzten Monaten im Zoo Olomouc in Tschechien und sollte dort mit einem Leopardenweibchen für Nachwuchs sorgen. Der Amurleopard ist die bedrohteste Großkatze der Welt. Nur noch knapp über 120 Tiere leben im angestammten Lebensraum im Grenzgebiet zwischen China und Russland. Die Zoos in Europa führen zusammen ein Erhaltungszuchtprogramm, um diese faszinierende Art vor dem Aussterben zu retten. So nahm im letzten Jahr der Zuchtbuchkoordinatorin aus Berlin Kontakt mit dem Tierpark Nordhorn mit der Bitte auf, dass der Nordhorner Kater Baikal sich in Tschechien vermehren soll. Dort war eine Katze aus Kanada frisch eingetroffen. „Das ist quasi Tinder für bedrohte Arten, nur sehr viel professioneller, weil hier nach Artenschutzkriterien entschieden wird“, so Nordhorner Kurator Dr. Dirk Wewers. Denn für bedrohte Arten betreiben die europäischen Zoos gemeinsam sogenannte Europäische Erhaltungszuchtprogramme (EEP), in denen die einzelnen Tiere mit ihren individuellen Daten erfasst sind. Ziel ist die Erhaltung eines breiten und genetisch überlebensfähigen Tierbestandes. Ein oder mehrere Koordinatoren erfassen die Daten aus den einzelnen Zoos und koordinieren die Erhaltungszucht. So auch bei den Amurleoparden. Über dieses Zuchtbuch wurde insbesondere auch genetisch geprüft, welche der rund 200 Tiere im Zuchtbuch gut zueinander passen würden. Und dann gab es im vergangenen Jahr die Reiseempfehlung für Baikal nach Tschechien. Nun sind drei Jungtiere erfolgreich zur Welt gekommen und damit steht – voraussichtlich im Mai – auch die Rückreise von Kater Baikal in seinen Heimatzoo Nordhorn an. Im Nordhorner Familienzoo ist man „super happy“ und in Olomouc natürlich noch viel mehr, dass dieser Liebesurlaub so erfolgreich verlaufen ist. Es ist immerhin auch die erste Nachzucht, sowohl für den Kater als auch für die Katze. Im Tierpark Nordhorn arbeitet man derweil weiter unter Hochdruck an dem Neubau der Leopardenanlage, um auch selbst in den nächsten Jahren wieder aktiv an der Erhaltungszucht teilnehmen zu können und so, quasi als Arche-Noah-Funktion, diese faszinierenden Tiere vor dem Aussterben zu retten. Dies betont auch Zoodirektor Dr. Nils Kramer: „Die Notwendigkeit von Zoos und Zuchtbüchern wird leider immer größer angesichts der Ausrottung vieler Arten weltweit. Der Artenschutz ist einer der Grundpfeiler der Arbeit moderner Zoos!“
Tierpark Berlin 31.03.2026
Kunst trifft Vielfalt Buddy Bären ziehen in den Tierpark Berlin ein
Der Tierpark Berlin ist ab sofort um eine besondere kulturelle Attraktion reicher: Bis Oktober dieses Jahres sind auf der Schlossallee rund 70 individuell gestaltete Buddy Bären zu bestaunen. Die farbenfrohen Unikate wurden im Rahmen des Projekts „Art & Culture“ von Teilnehmenden mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen gestaltet und laden die Tierpark-Gäste dazu ein, sich mit Themen wie Vielfalt, Zusammenhalt und gesellschaftlicher Teilhabe auseinanderzusetzen. „Der Tierpark Berlin ist nicht nur ein Ort für Tierbegegnungen, sondern auch ein Raum für Bildung und kulturellen Austausch. Projekte wie die Buddy Bären bereichern unser Angebot und eröffnen neue Perspektiven auf gesellschaftliche Themen“, sagt Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem. Bereits in den vergangenen Jahren waren die großen United Buddy Bears im Tierpark Berlin zu Gast. Drei Jahre hinweg vermittelten rund 150 Bären entlang der Schlossallee eindrucksvoll ihre Botschaft von Toleranz und Verständigung zwischen Kulturen und Religionen. Nach dem Ende der Sommerferien 2023 zogen die über zwei Meter großen Statuen weiter, um ihre Mission für ein friedliches Miteinander an anderen Orten fortzuführen. Die nun ausgestellten „kleinen Geschwister“ dieser weltbekannten Botschafter bringen das verbindende Motto erneut in den größten innerstädtischen Tierpark Europas. Das Projekt „Art & Culture“ der Buddy Bear Berlin GmbH verbindet künstlerische Arbeit mit integrativen Ansätzen. Im Zentrum des Projekts stehen kreative Workshops, in denen die Teilnehmenden eigene Buddy Bären gestalten. Dabei können sie ihre persönlichen Geschichten, Wünsche und Erfahrungen künstlerisch ausdrücken. Begleitet werden sie von transkulturellen Culture Coaches und Kunstpädagoginnen, die sowohl sprachlich als auch fachlich unterstützen. Gleichzeitig fördern die Workshops soziale Integration, stärken das Selbstbewusstsein der Teilnehmenden und eröffnen einen Raum, in dem sie ihre individuellen Erfahrungen sichtbar machen können. Seitens der Initiatoren wird die gute Zusammenarbeit hervorgehoben. Zohre Esmaeli, Geschäftsführerin von Buddy Bear Berlin, erklärt: „Die Ausstellung Art & Culture im Tierpark Berlin macht sichtbar, was lange unsichtbar war.“ Die Ausstellung entlang der Schlossallee lädt Groß und Klein dazu ein, den Tierpark aus einer neuen Perspektive zu entdecken und dabei ein Zeichen für Offenheit und kulturelle Vielfalt zu setzen.
Zoo Osnabrück 31.03.2026
„Dinoversum“ im Zoo Osnabrück: Lebensgroße Dinosaurier ziehen ab Mai ein
Ab dem 1. Mai erwachen mit dem „Dinoversum“ im Zoo Osnabrück die Dinosaurier zum Leben. Besucher können im Rahmen des regulären Zoobesuchs in die Welt der Urzeit eintauchen und Wissenswertes über die faszinierenden Kreaturen erfahren. Dinosaurier haben ihre eigene Faszination: riesige Körper, mächtige Klauen, lange Hälse und Zähne, die Geschichten aus einer längst vergangenen Zeit erzählen. Bis zum Ende der Kreidezeit waren sie auf allen Teilen der Erde heimisch, bevor sie vor rund 66 Millionen Jahren von der Erde verschwanden. Doch schon bald kehren die Giganten der Urzeit zurück und ziehen in den Zoo Osnabrück ein. „Wir wollten unseren Zoobesuchern gerne etwas Neues, Spannendes bieten. Gerade durch meine Kinder weiß ich, wie beliebt und faszinierend Dinosaurier sind. Ich freue mich sehr, dass wir jetzt im Rahmen unseres Jubiläumsjahres mit so einer großen Ausstellung begeistern können“, so Zoogeschäftsführer Philipp Bruelheide. Ab dem 1. Mai eröffnet mit dem „Dinoversum“ eine große Erlebniswelt mit 22 lebensgroßen und detailgetreuen Dinosaurierfiguren, die im gesamten Zoo zu entdecken sind. Über das Zoogelände verteilt entsteht so eine Reise durch die Urzeit: vom kleinen Velociraptor bis hin zum imposanten Brontosaurus, der mit rund neun Metern Höhe die größte Figur bildet. Einige der Modelle sind mit moderner Technik ausgestattet, zeigen typische Bewegungsabläufe und geben Geräusche von sich, wodurch ein besonders lebendiger Eindruck entsteht. Dinosaurier gelten bis heute als Symbol für ausgestorbene Tierarten und lenken zugleich den Blick auf ein hochaktuelles Thema: das Artensterben. Weltweit sind zahlreiche Tierarten bedroht, sodass die Erlebniswelt bewusst eine Brücke zwischen Urzeit und Gegenwart schlägt und zum Nachdenken über den Schutz der heutigen Tierwelt anregt. „Es ist spannend, alles zusammenzubringen. So bieten wir unseren Besuchern die Möglichkeit, auch etwas über die Tiere aus vergangenen Zeiten zu lernen und verbinden das mit dem Zoo. Aktuell planen wir noch ein Rahmenprogramm zur Ausstellung, welches genau das vermitteln soll“, erklärt Nico Korte, Bereichsleiter Besuchererlebnis. Mit dem „Dinoversum“ erweitert der Zoo Osnabrück sein Angebot im Jubiläumsjahr um ein besonderes Erlebnis für Familien, Dinofans und Zoobesucher jeden Alters. Das Dinosaurier-Erlebnis ist im regulären Eintrittspreis enthalten.
Opel Zoo Kronberg 30.03.2026
Zwei neue „Rüsseltiere“ im Opel-Zoo – Elefantenrüsselfische und Kurzohrrüsselspringer jetzt im Elefantenhaus zu sehen
Im Elefantenhaus im Opel-Zoo gibt es zwei neue Tierarten zu sehen, die mit Elefanten zwar nichts zu tun haben, die aber auch über einen „Rüssel“ verfügen, der für die jeweilige Art namensgebend wurde: Elefantenrüsselfische und Kurzohrrüsselspringer. Für sie wurden im Besucherbereich des Elefantenhauses ein Aquarium und ein Terrarium errichtet. Elefantenrüsselfische (Gnathonemus petersii) gehören zu den Nilhechten und leben in afrikanischen Flüssen. Ihr Kopf läuft vorn in ein rüsselartiges Organ aus, das jedoch kein echter Rüssel ist, sondern eine verlängerte Unterlippe. Damit tasten die Fische den Gewässerboden nach Nahrung ab. Eine weitere Besonderheit ist, dass Elefantenrüsselfische schwache elektrische Signale erzeugen, um sich zu orientieren und miteinander zu kommunizieren. Kurzohrrüsselspringer (Macroscelides proboscideus), auch Elefantenspitzmäuse genannt, sind kleine Säugetiere, die aus dem südlichen Afrika stammen. Trotz ihres Aussehens gehören sie aber nicht zu den Nagetieren, sondern zur Ordnung der Rüsselspringer. Ihr auffälligstes Merkmal ist eine lange, bewegliche Schnauze, die wie ein kleiner Rüssel aussieht und ihnen beim Aufspüren von Insekten hilft. Kurzohrrüsselspringer sind sehr schnell und können sich mit großen Sprüngen vor Feinden in Sicherheit bringen. Beide Tierarten ziehen sich gern in geschützte Bereiche zurück und noch sind die Tiere dabei, sich in ihren neuen Umgebungen einzugewöhnen. So können vorerst noch etwas Geduld und ein gutes Auge gefragt sein, um die sympathischen Neulinge mit den „Rüsseln“ im Opel-Zoo zu entdecken.
Zoo Leipzig 30.03.2026
Jubiläum für Pongoland – ein Meilenstein im „Zoo der Zukunft“
25 Jahre modernste Tierhaltung & Forschung unter einem Dach Die Situation der vier Menschaffenarten in ihren natürlichen Verbreitungsgebieten in Asien und Afrika ist dramatisch. Auf der Roten Liste der IUCN werden sie von „stark gefährdet“ bis „vom Aussterben bedroht“ geführt. Lebensraumzerstörung und Wilderei sind nur einige der Einflussfaktoren für den dramatischen Populationsrückgang in den letzten Jahrzehnten. Inmitten von Leipzig, in der weltweit einzigartigen Menschenaffenanlage Pongoland, lässt sich seit 25 Jahren ein anderes Bild beobachten: 45 Jungtiere wurden hier seit 2001 geboren und sind aufgewachsen. Der letzte Nachwuchs kam in der Schimpansengruppe in den Jahren 2024 und 2025 zur Welt (Martin, Bou und Evelyn). Im gleichen Zeitraum beherbergte Pongoland insgesamt über 100 Bonobos, Schimpansen, Orang-Utans und Gorillas. Aktuell leben 49 Individuen in fünf Gruppen auf einer drei Hektar großen Fläche. „Seit 25 Jahren ist Pongoland ein absoluter Publikumsmagnet und für mich persönlich ein emotionaler Ort, der mir immer wieder deutlich macht, welche Verantwortung wir als Zoos tragen: den uns anvertrauten Tieren die bestmöglichen Lebensbedingungen zu bieten und uns zugleich mit Nachdruck für ihren Schutz in der Natur einzusetzen. Gerade letzteres ist eine Mammutaufgabe, die wir nicht allein bewältigen können. Sie erfordert ein Zusammenspiel von Zoos, Naturschutzorganisationen, Forschungsinstitutionen und der Politik. Mit dem Max-PlanckInstitut an unserer Seite haben wir einen starken und verlässlichen Partner, dessen Grundlagenforschung zu den kognitiven Fähigkeiten der Menschenaffen entscheidende Erkenntnisse über die Bedürfnisse und Fähigkeiten unserer nächsten Verwandten liefert und unsere Arbeit hier in Leipzig sowie den ex-situ Artenschutz nachhaltig unterstützt“, fasst Zoodirektor Prof. Jörg Junhold die besondere Bedeutung der Anlage und der Forschungskooperation zusammen. Die Eröffnung am 1. April 2001 war für den Zoo Leipzig ein gelungener Auftakt im Transformationsprozess zum „Zoo der Zukunft“. Ermöglicht wurde die Menschenaffenanlage durch die Max-Planck-Gesellschaft, die im Jahr 1997 die Entscheidung traf, in Leipzig das MaxPlanck-Institut für evolutionäre Anthropologie (Wolfgang-Köhler-Primatenforschungszentrum) zu gründen. Ausschlaggebend war auch die Expertise des Zoos in der seit Ende des 20. Jahrhunderts andauernden Haltung von Menschenaffen. Seitdem gilt Pongoland als ein außergewöhnlicher Ort der weltweit einzigartigen Verbindung von internationaler Forschung, modernster Tierhaltung und öffentlicher Wissensvermittlung. „Das Wolfgang-Köhler-Primatenforschungszentrum ist einzigartig, weil wir hier an einem Standort kontinuierlich mit allen vier Menschenaffenarten forschen können“, sagt Daniel Haun, Direktor der Abteilung für Vergleichende Kulturpsychologie am MPI-EVA. „Dass wir Forschung, Tierwohl und Transparenz für die Besucherinnen und Besucher so eng miteinander verbinden können, beruht ganz wesentlich auf der hervorragenden Zusammenarbeit mit dem Zoo Leipzig.“ Vertiefende Informationen rund um die Menschenaffenanlage finden Sie auch auf der Pongoland-Landingpage: 25 Jahre Pongoland | Zoo Leipzig Ostern im Zoo: Das Pongoland-Jubiläum wird sich inhaltlich auch im kunterbunten Osterprogramm widerspiegeln. Die Tierpflegerinnen und Tierpfleger haben für die Menschenaffen verschiedene Osterüberraschungen gebastelt und verteilen sie im Zuge der täglichen Fütterungen und Kommentierungen um 13.30 Uhr. Ergänzend dazu bietet das MaxPlanck-Institut spannende Einblicke in seine Forschungsarbeit vor Ort. Einen exklusiven Blick hinter die Kulissen von Pongoland ermöglichen die XXL-Kulissenblicke, die an verschiedenen Tagen gebucht werden können. Auch medial wird das Jubiläum gewürdigt: Das Spezial „Pongoland – Ein Haus für Menschenaffen“ der Sendung Elefant, Tiger & Co. wird am Karfreitag um 20:15 Uhr im MDR Fernsehen gezeigt. Kreative Bastel- und Mitmachaktionen, wie Eierlauf oder andere Geschicklichkeitsspiele, Ferientouren, Kulissenblicke im Aquarium oder bei den Tüpfelhyänen, aber auch die Lesungen der Autorin Nicole Bösch aus ihrem Werk „Knolles Reise: Abenteuer in Illnau“ runden das österliche Programm ab. Und auch das traditionelle Stockbrotgrillen am Lagerfeuer ist für das Osterwochenende vorbereitet. Weitere Informationen zum kompletten Osterprogramm finden Sie auf der Webseite des Zoos: www.zoo-leipzig.de
Zoo Münster 30.03.2026
Neue Tierart: Drei Europäische Wölfe beleben Anlage im Allwetterzoo
Im Allwetterzoo Münster ist der Wolf zurück. Drei junge Europäische Grauwölfe haben am Montagmorgen (30.03.2026) zum ersten Mal die Anlage in Münster erkundet. Die Wolfsanlage im Kinder- und Pferdepark ist das neue Zuhause der fast zweijährigen Tiere. Die drei Brüder sind 08. Mai 2024 im Wildpark Wisentgehege Springe zur Welt gekommen. Nach dem Öffnen der Schieber dauerte es ein paar Minuten, dann waren zwei der drei Wölfe auf der Außenanlage zu sehen. Sie untersuchten ihr Gehege und die Höhlen zunächst vorsichtig, aber sehr neugierig. Einer der Brüder ging nach der ersten Erkundungstour sogar schwimmen. Der dritte Wolf blieb vorerst in der rückwärtigen Anlage. Namen haben die drei Wölfe noch nicht. Neue Beschäftigungsmöglichkeiten für Wölfe im Allwetterzoo Vor dem Einzug wurde die Wolfanlage, die seit Januar 2026 leer stand, über mehrere Wochen hinweg saniert. „Neben dem Wasserlauf, der deutlich vergrößert wurde und den Pflanzen, die neu gesetzt wurden, wurden Seilzüge installiert und Seile über die Anlage gespannt. An ihnen können wir Futter oder auch andere Beschäftigungen befestigen“, sagt Kuratorin Janine Wendels. „Wir werden uns da die kommenden Wochen herantasten und schauen, was die drei Wölfe interessiert und worauf sie Lust haben. Ihre Tierpfleger*innen haben auf jeden Fall ausreichend Ideen.“ Wölfe waren einst eine der am weitesten verbreiteten Säugetierarten der Welt. Sie sind anpassungsfähig und können fast jede Gegend besiedeln, doch die Jagd auf sie führte vielerorts zu ihrer Ausrottung. Erst durch aktiven Schutz kehrt der Wolf langsam wieder zurück. Nordrhein-Westfalen ist nach 180 Jahren wieder Wolfsland. Mehrere Wölfe haben sich dauerhaft niedergelassen. Auch wenn die Akzeptanz von Wölfen in Deutschland hoch ist, polarisiert ihre Rückkehr. Allwetterzoo will Akzeptanz in der Bevölkerung steigern Mit der Haltung der Europäischen Wölfe und der Aufklärung rund um die heimischen Tiere, will der Allwetterzoo die Akzeptanz in der Bevölkerung weiter steigern und die Menschen für den Umgang mit der Natur sensibilisieren. Zudem folgt der Zoo damit der Empfehlung des Europäischen Zuchtprogramms. Der Europäische Wolf gilt in Deutschland als stark gefährdet. Sein Bestand ist durch europäische und bundesdeutsche Naturschutzgesetze geschützt.
Zoo Berlin 30.03.2026
Auf dem Weg in die Wildnis
Seltene Antilope aus dem Zoo Berlin wird für internationale Artenschutz- Initiative nach Kenia reisen Ein Bergbongo aus dem Zoo Berlin wird Teil eines internationalen Wiederansiedlungsprojekts in Kenia – ein bedeutender Schritt zur Rettung einer der seltensten Antilopen der Erde. Der Zoo Berlin beteiligt sich damit an einer internationalen Artenschutz-Initiative zum Schutz des stark bedrohten Bergbongos. Diese größte Waldantilope der Welt ist in Kenia heimisch und kommt nur in wenigen, voneinander getrennten Wäldern Zentralkenias vor. Auf der Roten Liste wird der Bongo als stark gefährdet geführt; die jüngste Zählung der kenianischen Regierung schätzt, dass nur noch etwa 100 Tiere in der Wildnis leben, deren Populationen stark fragmentiert sind. Diese niedrigen Zahlen sowie die scheue Lebensweise der Tiere erschweren die Bildung stabiler Wildpopulationen. Daher sieht der Nationale Wiederherstellungs- und Aktionsplan für den Bergbongo in Kenia die Zucht in menschlicher Obhut als eine der wichtigsten Strategien an, um die Art langfristig zu sichern. Ziel der aktuellen Initiative ist es, Tiere aus europäischen Zoos, darunter auch aus dem Zoo Berlin, nach Kenia zurückzuführen, um die genetische Vielfalt der Wildpopulation zu erhöhen und neue Bestände aufzubauen. Insgesamt vier männliche Tiere werden derzeit im Rahmen eines wissenschaftlich begleiteten Programms nach Kenia überführt, eines davon stammt aus dem Zoo Berlin. Der 2023 geborene Bongobulle soll in Kenia für Nachwuchs sorgen und spielt daher eine wichtige Rolle in der Rettung der Tierart. „Es ist kaum vorstellbar, dass von diesen beeindruckenden Tieren nur noch etwa 100 Individuen in der Wildnis leben. Als moderne zoologische Einrichtung und langjährige Halter von Bongos tragen wir eine besondere Verantwortung“, erklärt Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem. „Wir haben großen Respekt und hohe Anerkennung für die Arbeit unserer Kollegen und Kolleginnen in Kenia, die sich der Rettung dieser Art verschrieben haben und sind sehr gern Teil dieser wichtigen Initiative.“ Die Rückführung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem europäischen Ex-situ-Programm (EEP) der European Association of Zoos and Aquaria (EAZA), das eine genetisch gesunde und robuste Population von Bergbongos in 47 akkreditierten europäischen Zoos koordiniert. Ziel ist es, die genetische Vielfalt und Fortpflanzungsfähigkeit der Population in Kenia zu stärken und langfristig stabile Bestände für Wiederansiedlungen aufzubauen. Die Auswahl der Tiere erfolgte durch den EEP-Koordinator und ein Artkomitee anhand strenger wissenschaftlicher Kriterien, darunter genetische Repräsentation, mittlere Verwandtschaftswerte, Alter und Verhalten. Vor ihrer Ausreise durchlaufen alle Tiere umfassende veterinärmedizinische Untersuchungen sowie eine streng geregelte Quarantänephase. Diese findet im Safari Park Dvůr Králové in Tschechien statt. Nach ihrer Ankunft in Nairobi werden die Tiere vom Kenya Wildlife Service (KWS) übernommen und unter tierärztlicher Aufsicht zur Mount Kenya Wildlife Conservancy (MKWC) transportiert. Dort werden sie zunächst intensiv überwacht und an ihre neue Umgebung gewöhnt, bevor sie schrittweise in das bestehende Zuchtprogramm integriert werden. Ziel ist es, langfristig gesunde Nachkommen für die Wiederansiedlungen in Kenia zu ermöglichen. Der Zoo Berlin erhielt seine ersten Bergbongos bereits 1971, und über viele Generationen hinweg wurden zahlreiche Jungtiere geboren. Seit mehr als 55 Jahren arbeitet der Zoo Berlin daran, diese beeindruckende, aber vom Aussterben bedrohte Antilopenart zu schützen und zu erhalten. „Wir fühlen uns sehr geehrt, Teil eines außergewöhnlichen internationalen Netzwerks aus unterschiedlichen Disziplinen und Kulturen zu sein, die gemeinsam an der Rückkehr des Bergbongos nach Kenia arbeiten“, erklärt Christian Kern, Zoologischer Leiter von Zoo und Tierpark Berlin. „Aus unserer Erfahrung mit anderen Projekten wie unserer Wisent Wiederansiedlung im Kaukasus wissen wir, dass wir mit solchen gemeinschaftlichen Projekten echte Erfolge erreichen können“, ergänzt er. Am Projekt sind Naturschützer*innen aus Großbritannien, Dänemark, Tschechien, Slowakei, Deutschland und nicht zuletzt Kenia involviert, welche die Arbeit vor Ort umsetzen. Dr. Erustus Kanga, Generaldirektor des Kenya Wildlife Service, erläutert: „Dieses Projekt zeigt Kenias starkes Engagement für die Umsetzung international anerkannter Best Practices im Artenschutz. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem europäischen Ex-situ-Programm (EEP) und weiteren Partnern wird die Rückführung von strengen Biosicherheitsmaßnahmen, wissenschaftlich fundiertem Populationsmanagement sowie langfristiger Wiederherstellung und Sicherung von Lebensräumen begleitet. Dieser integrierte Ansatz stärkt die nationalen Bemühungen, lebensfähige und sich selbst erhaltende Populationen des Bergbongos wieder aufzubauen. Als in Kenia endemische Art mit hoher naturschutzfachlicher Bedeutung hat ihre erfolgreiche Wiederherstellung weiterhin höchste Priorität.“ „Die Bongobullen aus Europa sind ein zentraler Bestandteil unseres Wiederansiedlungsprogramms. Nachdem wir den Meilenstein von 100 Bergbongos in der Mount Kenya Wildlife Conservancy erreicht haben, liegt unser Fokus nun auf einem nachhaltigen Wachstum, mit dem langfristigen Ziel, bis 2050 eine Population von mindestens 750 Tieren aufzubauen. Die Einführung dieser genetisch wertvollen Tiere wird unsere Zuchtstruktur stärken, das Populationswachstum beschleunigen und eine widerstandsfähige Population schaffen, die langfristige Wiederansiedlungen in Kenias Wäldern ermöglicht“, erklärt der Leiter der Mount Kenya Wildlife Conservancy, Dr. Robert Aruho. Hintergrund Der Bergbongo gehört zu den am stärksten gefährdeten Säugetieren der Erde und ist eine Unterart des Bongos, der größten Waldantilope weltweit. Er ist ausschließlich in den Bergwäldern Kenias beheimatet und unterscheidet sich vom häufiger vorkommenden Flachlandbongo durch seine dunklere Färbung und größere Körpergröße. Seit den 1950er Jahren sind die Bestände drastisch zurückgegangen. Hauptursachen sind Wilderei, Lebensraumverlust durch Abholzung und landwirtschaftliche Nutzung sowie Krankheiten – insbesondere die Rinderpest, die in den 1980er Jahren große Teile der Population auslöschte. Heute sind die verbliebenen Tiere auf wenige, isolierte Waldgebiete verteilt, was den genetischen Austausch stark einschränkt und die Art zusätzlich gefährdet. Bereits seit mehreren Jahrzehnten spielen zoologische Einrichtungen eine zentrale Rolle beim Schutz des Bergbongos. Durch koordinierte Zuchtprogramme konnte eine stabile Reservepopulation in menschlicher Obhut aufgebaut werden. Diese dient nun als wichtige Grundlage für internationale Wiederansiedlungsprojekte wie das aktuelle Programm in Kenia. Ziel ist es, langfristig wieder selbsttragende, genetisch vielfältige Wildpopulationen aufzubauen und den Bergbongo dauerhaft in seinem natürlichen Lebensraum zu sichern.
Zoo Frankfurt 30.03.2026
Von Europa nach Kenia: Der Zoo Frankfurt beteiligt sich an Wiederansiedlungsprogramm für Bongo-Antilopen
Östliche Bongos, auch Bergbongos genannt, gehören zu den am stärksten gefährdeten Antilopen der Welt. Der Europäische Zooverband und seine Partner stemmen sich gegen das Verschwinden dieser Bongo-Unterart. Aktuell werden in Zoos gezüchtete Bongo-Bullen, darunter der in Frankfurt geborene FITZ, im Safari Park Dvůr Králové in Tschechien für ihre Reise nach Kenia vorbereitet. Die Tiere sind Teil eines Zucht- und Wiederansiedlungsprogramms in Kooperation mit dem Kenya Wildlife Service und der Mount Kenya Wildlife Conservancy. Östliche Bongos sind in der Natur nahezu ausgestorben. Im Mount Kenya Nationalpark, einem angestammten Lebensraum der Antilopen, kommen aktuell keine freilebenden Bongos mehr vor. Zusammen mit dem Kenya Wildlife Service (KWS) und der Mount Kenya Wildlife Conservancy (MKWC) arbeitet der Europäische Zooverband (EAZA) an einem aufwändigen Zucht- und Wiederansiedlungsprogramm, mit dem Ziel, im Mount Kenya Nationalpark eines Tages wieder Bongos anzusiedeln. Die MKWC liegt am Rand des Nationalparks. Dort leben derzeit 100 Bongos in einer gemanagten Population in menschlicher Obhut. Vier Bullen aus Europa sollen nach einer Eingewöhnungszeit in das dortige Zuchtprogramm integriert werden und den Genpool auffrischen. „Ich bin stolz darauf, dass der in Frankfurt geborene FITZ Teil dieses wichtigen internationalen Artenschutzprojektes ist. Die Bongo-Rückführung nach Kenia zeigt, dass der sogenannte One-Plan-Approach oder Ein-Plan-Ansatz der Weltnaturschutzunion IUCN greift. Dieser zielt darauf ab, alle relevanten Akteure – Regierungen, Zoos, Naturschutzorganisationen, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – an einen Tisch zu bringen und sich für die Erhaltung der Biodiversität stark zu machen. In diesem Fall mit dem Ziel, dass wieder Bongos durch den Mount Kenya Nationalpark streifen können“, sagt Dr. Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft. Die EAZA und ihre Mitgliedszoos koordinieren die Zucht der vom Aussterben bedrohten Bongo-Unterart. Das EAZA Ex-situ Programm (EEP) umfasst eine gesunde und genetisch robuste Population von 172 Tieren in 46 europäischen Zoos. „Der Zoo Frankfurt hält seit 1970 Östliche Bongos. 1973 kam das erste in Europa geborene Kalb in Frankfurt zur Welt – insgesamt waren es bislang 29“, erklärt Zoodirektorin Dr. Christina Geiger. „Östliche Bongos sind in der Natur bereits an einigen Orten ausgestorben. Die Zeit drängt also und es ist daher großartig, dass sich frühzeitig viele Partner zusammengetan haben, um sich mit vereinten Kräften gegen das vollständige Aussterben dieser eindrucksvollen Tiere zu stemmen. So haben wir die Chance, die Tiere in einem nächsten Schritt wieder in ihrem angestammten Lebensraum anzusiedeln“, so Geiger. Insgesamt fünf europäische Bongo-Bullen wurden nach strengen Kriterien unter anderem hinsichtlich Alter und Genetik für das Programm ausgewählt. Die Vorbereitungen für die Rückführung sind umfangreich und komplex. So durchlief zum Beispiel jedes Tier bereits in seinem Ursprungszoo umfassende veterinärmedizinische Untersuchungen. Die Reise der Bongos nach Afrika führt über den Safari Park Dvůr Králové in Tschechien. Am 20. März war es für den drei Jahre alte Frankfurter Bongo FITZ soweit. Vier weitere Bullen kamen aus dem Zoo Berlin sowie Zoos in Tschechien, der Slowakei und Dänemark nach Dvůr Králové. Der Safari Park hat langjährige Erfahrungen mit dem Transport großer Huftiere nach Afrika. Nach der vorgeschriebenen Quarantänezeit werden die vier geeignetsten Bullen ausgewählt und noch einmal untersucht, bevor es für sie weiter nach Kenia geht. „Die Rückführung der Bongos nach Kenia ist das Ergebnis jahrelanger, sorgfältiger Planung im Rahmen des EAZA-Programms“, so das EAZA Executive Office, „Sie ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie gut gemanagte Ex-situ-Populationen den In-situ-Artenschutz sinnvoll unterstützen können. Durch die Rückführung wird die genetische Variabilität dort gesteigert, wo sie am dringendsten benötigt wird, während gleichzeitig eine stabile und nachhaltige Zoopopulation erhalten wird.“ Nach ihrer Ankunft in Nairobi werden die Bongos vom KWS, einer staatlichen Organisation zu deren Aufgaben der Betrieb der kenianischen Nationalparks gehört, in Empfang genommen. Dr. Erustus Kanga, Generaldirektor des KWS sagt: „Dieses Projekt zeigt, wie stark sich Kenia für die Wiederansiedlung und den Schutz bedrohter Arten engagiert. Möglich wurde die Rückführung durch die enge Zusammenarbeit mit dem EAZA Ex-situ Programm und weiteren Artenschutzpartnern – gestützt auf wissenschaftliches Populationsmanagement und nachhaltigen Habitatsschutz. So sollen wieder stabile, sich selbst erhaltende Populationen des Bergbongos aufgebaut werden. Als eine endemische Art in Kenia hat die erfolgreiche Erholung der Population eine hohe Priorität im Rahmen der umfassenden Agenda des KWS zur Wiederansiedlung von Arten und zum Schutz der biologischen Vielfalt.“ In der MKWC, einer vom Staat unterstützen privaten Einrichtung, angekommen, können sich die Tiere zunächst akklimatisieren, bevor sie schrittweise in das etablierte Zuchtprogramm integriert werden. Dr. Robert Aruho, Leiter der MKWC, sagt: „Die Bullen sind ein wichtiger Bestandteil unseres Renaturierungsprogramms. Nachdem wir den Meilenstein von 100 Östlichen Bongos in der Mount Kenya Wildlife Conservancy erreicht haben, konzentrieren wir uns nun auf ein nachhaltiges Wachstum der Population mit dem langfristigen Ziel, bis 2050 eine Population von mindestens 750 Tieren aufzubauen. Die Einführung dieser genetisch wertvollen Bullen wird unsere Zuchtstruktur stärken und eine wesentliche Rolle beim Aufbau einer widerstandsfähigen Bongopopulation in den kenianischen Wäldern spielen.“ Schrittweise werden die Nachkommen der vier Bongo-Bullen dann in die Wildnis überführt. Die Gehege werden immer größer, die Betreuung durch Menschen immer weiter reduziert und es wird nicht mehr zugefüttert. Irgendwann werden die Gatter geöffnet und es soll sie wieder geben: freilebende Bongos im Mount Kenya Nationalpark.

